Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 3 (15.1.1927)
- Date
- 1927-01-15
- Page
- Seite 77 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Emil Simonsohn Inh.: Martin Simonsohn Kirdistraße Nr. 7 * Fernruf: Hansa 528 lliiUlMfllHIUillHIUinMIIJIIIHMIHIlilllliMllllllillllilllllllllilHIIIllllllilHllin Kartoffel en gros iiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Prompteste Versorgung aller Restaurants Pensionen, Logen, Privat-Haushaltungen / / zu kulantesten Tagespreisen / / sinnliche Stellen auch anderwärts finden, z. B. Sprüche 5, 19: „Die liebliche Hinde und anmutige Gazelle — das Weib deiner Jugend — ihre Brüste mögen dich allezeit berauschen!" Uebrigens ging es ganz ebenso mit dem „Gitagovinda", dem Hohelied der den Juden seelisch so verwandten theokratischen Inder. Auch dieses erotische Idyll wurde, weil der Liebhaber der Gott Shiva (Krischna) selbst ist, zu einem religiösen Mysterium — allerdings ohne daß dadurch der erotische Einschlag abgeschwächt oder gar geleugnet wurde. Und wie sich Krischnasekten bildeten, die auf Grund des „Gitagovinda" jährliche Orgien veranstalten, entstand dem Judentum im spaniolischen Juden Schabbatai Z'wi aus Smyrna ein Häretiker, der hier eine ähnliche Bewegung schuf: vom ganzen Kanon behielten seine Anhänger bloß das „Hohelied" bei, und sie veranstalteten in Höhlen in der Nähe Salonikis, wohin der Sultan sie verbannt hatte, zu religiösen Zwecken die wildesten Orgien, welche das Gebet vertraten. Am Eingange des Sabbaths stellten sie eine nackte Jungfrau in die Mitte und tanzten, gleichfalls nackt, um sie. Aehnliche Gebräuche haben sich bald durch fast alle jüdischen Gemeinden der Welt verbreitet; überall entstanden schabbathianische Sekten, zu denen sich sogar viele angesehene Gelehrte bekannten. Neben einigen sonderbaren Gebräuchen ist als Hauptlehre zu fassen: das Weib ist Gottheit, und der Gottesdienst be- 77