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Die Jüdische Gemeinde · 1926-11-15 · 1 (15.11.1926) · p. Seite 7

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Journal
Die Jüdische Gemeinde
Volume
1. Jahrgang = 1926-1927
Issue
1 (15.11.1926)
Date
1926-11-15
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Die Krim Jlldeil von Jsaak Markon Die Halbinsel Krim steht infolge der Versuche, dort Juden in größerer Zahl anzusiedeln, im Brennpunkt des Interesses. Der bedeutendste Kenner des Judentums in der Krim und des Karaismus hat es übernommen, diese in einer kurzen Aufsatzreihe meinen Lesern nahezubringen. I. Geschichtliches Die wissenschaftliche Vereinigung für Altertumsforschung in Moskau hatte mich beauftragt, von Anfang August bis Dezember 1924 archäologische und ethnographische Untersuchungen in der Krim anzustellen. Mich interessierten besonders die Karäer, die nur an die biblische Lehre glauben, den Talmud aber ablehnen, und die tartarisierten Krim- Juden, Krimtschaken genannt. Die Krimer oder taurische Halbinsel bietet ein besonderes Interesse für die Geschichte und Archäologie. Kein Stückchen Erde der Welt hat so viele historische Perioden durchgemacht, und kein Land wurde von so vielen Völkern und Stämmen bewohnt. Durch die Krim sind die europäischen Völker auf ihrem Zuge aus Asien nach Europa gegangen, und alle hinterließen Spuren ihrer Anwesenheit. Im Laufe dreier Jahrtausende ist die Krim von Hand zu Hand gewandert. Die ersten Herrscher waren die Tauren, räch denen die Halbinsel die taurische genannt wird. Nachher kamen die Skythen, Griechen, die pontischen Könige, nach ihnen die Römer, Alanen, Gothen, Zarmaten, Hunnen, Byzantiner, Chosaren, Pietschenegen und Polowzen. Am Anfang des 13. Jahrhunderts kam die Krim unter die Herrschaft der Tartaren. Am Ende des 13. Jahrhunderts besaßen die Genueser einige Gebiete der Krim. Im Jahre 1453 halfen die Türken die Tartaren zu Alleininhabern der Krim machen, und es gründete sich ein selbständiger Krim-Staat. Im Jahre 1783 hat der russische Fürst Potjemkin die Krim besetzt, die ein Teil Rußlands wurde. Seit 1921 ist die Krimer tartarische Republik ein Bestandteil der Union Sowjetischer Sozialistischer Republiken. Das älteste Element unter den Völkern, die jetzt die Krim bewohnen, sind unzweifelhaft die Juden. Die Krimer Juden waren dort schon einige Jahrhunderte vor Beginn der üblichen Zeitrechnung. Sie waren Juden-Hellenisten, die in der Krim eigene Gemeinden gründeten und Synagogen bauten. Hier schufen sie auch religiöse Sekten für Götzendiener, die den Kultus des einzigen Gottes anerkannten. Von den hellenistischen Juden, die in der Krim wohnten, sind Grabsteine erhalten, die man in verschiedenen Ortschaften der Krim und Tamans fand. Die Grabsteine gehören dem ersten und zweiten Jahrhundert vor der christlichen Aera an, sind griechisch, tragen aber echt jüdische Embleme, etwa einen Schofar, einen siebenarmigen Leuchter und dergleichen. Noch mehr beweisen die Steininschriften, Dokumente wegen der Befreiung von Sklaven im Einverständnis der jüdischen Gemeinde und mit der Bedingung, daß der befreite Sklave oder die freigelassene Sklavin ständig die Synagoge besuchen soll. Steine mit solchen Inschriften wurden zu ewigem Andenken in den Synagogen aufgestellt. Es gibt deren noch jetzt eine große Zahl; sie beweisen, daß die Juden in der Krim eigene Synagogen, Friedhöfe und Gemeinden hatten. Nach einem Dokument des byzantinischen Chronisten Theophanes aus dem 7. Jahrhundert lebten die Juden in Panagorien, gegenüber Kertsch. Während der Regierung der Chosaren strömten nach der Krim viele byzantinische Juden, die in ihrem Heimatlande verfolgt wurden. Allmählich begannen die Juden, nicht nur an den Ufern des Schwarzen Meeres anzusiedeln, sondern setzten sich fest in den Städten 7

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