Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 7 (17.2.1938)
- Date
- 1938-02-17
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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2 *Der Jüdische Herold* haben jetzt keinen Altar» aber alljährlieh beschäftigen wir uns auch mit den Kapiteln der Thora» die uns den Plan eines zukünftigen Heiligtumes entwerfen. Aus der Tradition wissen wir ja pünklich» wie das B6sz Hamikdosch aussah. So wie unsere aus Egypten befreiten Brüder erst die Gesetze der Tauro erlernen mussten» erst dann sollten sie das Ahnenland erobern s so müssen wir uns im Golus innig mit der Lehre beschäftigen» denn in unseren Tagen ersetzt das Studium der Thora die Opfer. Diese Lehre der Höhenwinkel des Altars ermahnt uns» einst in jeder Beziehung hervorzuragen. Dann gehen unsere tägliehen Gebete in Erfüllung t »Und es kommt für Zion der Erlöser und für die vom Abfahl Zurückkehrenden in Jakob.“ So mögen denn die Worte des Allmächtigen beherzigt werden : Meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sie sollen nicht von deinem Munde weichen und von deiner Kinder Mund und von dem Munde deiner Kindeskinder von jetzt bis alle Ewigkeit 1 Rabbiner ISAK LINKS. NACHRICHTEN KALENDER. טרשת כי תשא הפט' ויהי ימים רבים שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 5.00 Schabbos-Ausgang 6.10 טרשת ויקהל הסט׳ בן ש‘ שנים מבה״ח שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 5.10 Schabbos-Ausgang 6.20 ב״ה כלל ישראל ווערט געבעטען מעורר רהמים צו זיין טיט תפילות פאר דעם געזינד פון דעם גדול הדוד מונקאטשעד דאב׳ד הרב הגאון מוה׳ד דוד שליססעל שליט,^ . דוד כן זיסל לרפואה שלימה במהרה בתוך שאח״י אמן Channah Margit Guttmann, SevluS Oberrabbiner Israel Berkoviö, Ilava Verlobte. NITRA. Die Nitraer orth. Gemeinde hat eines ihrer wertvolsten Mitglieder verloren durch das am 14. d. M. erfolgte Ableben des Herrn Leopold Schönfeld. Er war einer der grössten Bäte Zedokoh hier ein ungemein sanftmütiger, friedlicher u. tiefsinnig religiöser Mensch, der bestrebt war gutes zu wirken u. jedem gefällig zu sein. Seine Töchter verheiratete er an Bnä Thora, der eine Schwiegersohn ist der Sohn des Oberrabbiner L. Spitzer Kirchdrauf. Wegen des Purim-koton konnte ihm kein Nachruf gehalten werden aber eine riesige Menschenmenge geleitete ihm bis M!eine Ruhestätte, NOV£ ZAMKY. Auf Einladung der hiesigen orth. isr. Damengesellschaft erschien hier Frau Johanna Liebermann aus Bratislava in Begleitung des Frl. Manzi Salzer und hielten Vorträge über die Pflichten der jüdischen Frau und Jugend die begeistert angehört wurden und hatten grossen Beifall erzielt. Nach Vollendung der Vorträge wurde zur Gründung einer Agudas Jisroel Frauen-gruppe geschritten, zu der sich auch die Mädchen angeschlossen haben. DER TALMUD (ÜECHISCH. Prag. Im Verlage L. Mazäö, Prag, erscheint eine vom Universitätsdozenten Dr. Isidor Hirsch besorgte Auswahl aus dem Talmud in Cechischer Sprache. WARSCHAU. Im Städtchen Mikuliniec kam eine Gruppe Huligans unter dem Vorwand, sie wollten sich ärztlich behandeln lassen, in die Ordination des jü dischen Arztes Dr. Rosenmann. Als Dr. Rosenmann ihnen die Tür zu seinem Zimmer Öffnete, fielen sie über ihn her und und brachten ihm fürchterliche Verletzungen bei. In hoffnungslosem Zustand wurde er ins Krankenhaus gebracht. Seine Frau wurde schwer verletzt. Die Huligans konnten entkommen. CERNAUTI. Das der Jüdisehen Gemeinde von Czernovitz, der Hauptstadt der Bukowina, gehörende Jüdische Haus, in welchem die Gemeindeämter und die Büros aller jüdischen religiösen und sozialen Institutionen* von Czernowitz untergebracht sind, ist bekanntlich nebst anderen Juden gehörenden Häusern und Grundstücken gemäss einer Verordnung der Regierung enteignet und der Verwaltung des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats übergeben worden. In diesen Tagen ist eine Sonderkommission der Regierung in Czernovitz eingetroffen» die sich an die Verwaltung der jüdischen Gemeinde mit der Aufforderung wandte» Vertreter zu der Kommission zu entsenden» mit welchen die Höhe der Entschädigungssumme, die der Gemeinde zu zahlen wäre, vereinbart werden soll. Die Jüdische Gemeinde weigerte sich» ihre Vertreter zu der Kommission zu entsenden, und teilte mit, sie werde gegen die Enteignung im Gerichtswege Einspruch erheben• Die Lage nach dem Regierungswechsel in Rumänien. Bukarest. Die letzten Tage des Kabinetts Goga waren gekennzeichnet durch schwere antisemitische Ausschreitungen im ganzen Lande, insbesondere in der Moldau-Provinz und in der Bukowina. Die Regierung war nicht mehr imstande, die »Lanziere“, die Sturmtruppen der National- Christlichen Partei, in der Hand zu halten. In Bukarest trafen Nachrichten ein, wonach die Lanziere an den Eisenbahnstationen Züge aufhielten, jüdische Passagiere herausholten und sie misshandelten. Die Cuzlslen wwfen jüdliche Passagiere au« 2 Kampf gegen die Grippe! Bester Grippeschutz durch gründliche Desinfektion der Mund- und Nasenhöhle, der Kehle, sowie aller Atmungsorgane durch Franzbranntwein Gurgeln und spülen Sie oft den Mund mit verdünntem Alpa. Einige Tropfen genügen für ein Wasserglas. Auch das Einatmen des unverdünnten Alpa wirkt ausgezeichnet. Zerstäuben Sie Alpa in Wohn- und Gesellschaftsräumen. Hiedurch gründliehe Luftdesinfektion. Fragen Sie Ihren Arzt! Achten Sie beim Einkäufe dar. auf, dass Sie wirklich Alpa bekommen! fahrenden Zügen, drangen in Dörfern in jüdische Häuser ein und plünderten. Die Jü• dische Bevölkerung in den Provinzen hatte in den letzten Tagen vor dem Sturz Gogas in einem Zustand steigender Panik gelebt. Man erwartet, dass die Ernennung von höheren Offizieren zu Präfekten und Distriktsbeamten — eine der ersten Hand* lungen der neuen Regierung — diesen Terrorakten ein Ende machen wird. Dagegen erwartet man nicht, dass die von der Regierung Goga verbotenen demokratisehen Zeitungen wieder werden erscheinen dürfen. Der neue Arbeitsminister Nilcescu erklärte anlässlich seines Amtsantrittes: Je־ ne, die eine andere Sprache sprechen als wir, mögen sich der Struktur unseres Landes anpassen. Nur auf diese Weise werden sie des Schutzes teilhaftig werden können, auf den Loyale Bürger dieses Landes Auspruch haben. Daneben gibt es das Problem derjenigen Minderheiten, die nicht zu diesem Lande gehören, das sind jene, die sich auf betrügerische Weise in das Land gedrängt haben. Diese Problem interessiert uns in höchstem Masse und wird gelöst werden müssen. Wir ziehen hierbei jedoch einen deutlichen Trennungsstrich zwischen jenen, die erst vor kurzem zu uns gekommen sind und eine Last tür uns darstellen. Die Stimmung in der Bukowina nach dem Regierungswechsel kennzeichnet ein Artikel der in Czernowitz erscheinenden »Glasul Bucovinei“, des Organs der Liberalen Partei in der Bukowina, welche unter der Präsidentschaft des gewesenen Ministers Dr. Nistor steht. Es heisst darin: Verschwunden sind die Zechgelage bis zu den frühen Morgenstunden in den Räumen der Präfektur; verschwunden sind die sadistischen Inspektionen in den Zellen des Polizeigefängnisses, wo auf Befehl des ״Präfekten“ Robu unschuldige Menschen festgehalten wurden; verschwunden sind die Hakenkreuze von den Armbinden der Polizei, verschwunden sind die Lanzenträger, die einen Cuza-Hymnus ln ukrainischer Sprache gesungen haben; verschwunden ist die Freude der Herren P«ut99hen, welche hofften, das Lied jG׳t|