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Der jüdische Herold · 1938-02-10 · 6 (10.2.1938) · p. Seite 6

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
6 (10.2.1938)
Date
1938-02-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Hungarian
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6 »Der Jüdische Herold (—) Bedroht durch Grippe J Sie raiissen die Zufahrtswege auf denen die Grippe-Bazillen in Ihren Organismus gelangen, in einem Zustand verstärkter Abwehrbereitscnaft versetzen! Regelmässige Desinfektion des Mundes, der Nasenhöhle und der Atmungsorgane mit Alpa Franzbranntwein stählt Ihren Organismus, ist somit eine sichere Abwehr gegen jedwede Grippegefahr. Alpa-Franzbranntwein vorbeugend, gesundheitsfördern. Fragen Sie Ihren Arzt! Alpa gibt es nur in plombierten Originalflaschen! UNGARISCHE ce n 0 fi UREnOH B E I LEOPOLQ B0LQ5TF.1n DUN. STREDA ERHÄLTLICH BROCHIERT Kö 40— LEINWANDBAND Kc 50— PRACHTHALBLEDERBAND Kc 60— Der Terror in Palästina, Jerusalem. Auf das Haus eines Polizeibeamten in Hebron wurden mehrere Schüsse abgegeben. Durch Glassplitter wurden die drei Kinder des Polizisten leicht verletzt. Auf einen britischen Polizisten, der von einem Dienstweg heimkehrte, wurde geschossen, die Schüsse verfehlten jedoch ihr Ziel. Korporal E. Blacken, der bei den Kampfen mit Araberbanden im Gebiet von jenin verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Die jüdische Seifenfabrik in Akko ist durch Brand vollkommen zerstört worden. Man vermutet Brandstiftung durch Araber. 300.154 Süden sind seif 1920 in Pa« läsfina eingewanderf. Jerusalem. Aus so eben von der Jewish Agency veröffent« lichten Materialen geht hervor, dass in den letzten 18 Jahren in Palästina 300.154 Juden eingewandert sind. Die Zahl der jüdischen Einwanderer in dem letzten fünf Jahren allein betrug 175.000 I. J. 1937 waren es 10.537 Juden, die in Palästina einwanderten, von ihnen 21°j0 Kapitalisten. Hufruf der Obersten Hrabischen Hus Schusses, die Terrorakte einzustelien. Jerusalem. In Jerusalem sind Flugblätter in arabischer Sprache verteilt worden, in denen die Araber aufgerufen werden, die Terrorakte einzustellen. Unterschrieben ist der Aufruf von dem Obersten /arabischen Ausschuss, Gleichzeitig wird in dem Flugblatt die arabische Forderung nach dauerndem Minderheits-Status für die Juden wiederholt. TEL AWIW. Die Konstruktion der Passagier-Landungs-Station im Hafen von Tel Awiw wird am 20. Februar vollendet sein. Nach Fertig- Stellung der Desinfektions-Kammer und der Quarantäne wird der Landüng von Passagieren nichts im Wege stehen. JERUSALEM. Im Laufe der gegenwärtigen Orangensaison sind bis zum 25. Januar aus Palästina 5,338.984 Kisten Zitrusfrüchte (da von 85 Prozent Orang), gegenüber 4,869.176 Kisten im gleichen Zeitraum des Vorjahres, exportiert worden. Excess im Bukaresfer Cafä ״Torso״• Bukaresl. Die amerikanische Agentur ״Uni. ted Press“ teilt unter dem 8. Februar mit: Gestern erschienen in dem in jüdischem Besitz befindlichen und von vielen Juden besuchten Cafe ״Corso“ etwa ein halbes Dutzend Leute, die mit dem Rufe: ״Hier sind Verschwörer gegen Cuza!“ das Licht auslöschten und mit den Stühlen sämtliche Spiegel und die Marmorwandverkleidüng demolierten. Die Polizei konnte nicht ins Cafehaus, weil der einzige Eingang von den in Panik versetzten Besuchern verbari ikadiert war. Verletzungen ernsterer Art hat keiner der Besucher erlitten. IGNATZ LEUCHTER Restauration Topolüany MENÜ Kö. 10 — Vorzügliche Küche — 246 — Alexander, ein Verhältnis angeknüpft mit einer schönen Athenerin. Aristoteles machte seinem Schüler bittere Vorwürfe und suchte ihn seiner schönen Freundin zu entfremden. Da klagte es Alexander der Hetäre. Diese aber tröstete den Freund und sprach; Laß mich nur machen, ich werde bewirken, daß dein weiser Lehrer anderes Sinnes wird. — Sie suchte den Weisen von Stagyra auf und blickte ihn an mit verzehrender Glut. Anfangs verhielt sich der große Philosoph abwehrend; bald aber gelang es ihr, sein kaltes Herz zu entflammen. Er scherzte und koste mit ihr, bis sie das Verlangen stellte, auf seinem Rücken zu reiten. Und siehe da, sie wußte ihren Willen durchzusetzen. Der große Philosoph ließ sich auf alle Viere nieder und trug gleich einem Lasttiere das verführerische Mädchen durch das Gemach, während sie mit einem Stöckcken den größten Weisen aller Zeiten zu immer rascherer Gangart antrieb. Da kam Alexander herbei und sah zu seinem Erstaunen, wie sein weiser Lehrer zum Narren eines Weibes geworden. Aristoteles war tief beschämt und wagte es nicht mehr, das Liebespaar zu trennen." ״In der Tat, das ist eine heitere Geschichte 1 Freilich als Aristoteles ist kein Mensch auf Erden. So versuche Dein Glück und mache diesen tugendhaften Rabbi lächerlich vor der ganzen Welt." Rabbi Akiba war allein, als die schöne Gemahlin des Statthalters reich geschmückt zu ihm ins Zimmer trat. Rabbi Akiba sah sie an, tiefe Trauer umflorte seinen Blick, Tränen entstürzten seinen Augen. »Bist Du der große Rabbi der Juden?« fragte Rufina betroffen, ״Sprich, warum weinst Du?״ ״Ich weine,“ sprach Rabbi Akiba, ,weil ein so schönes Geschöpf, wie Du, den Zweck seines Lebens verfehlt. Siehe, als ein Meisterwerk bist Du hervorgegangen aus der Jdand des Schöpfer», An Dir hat der allmächtige G*tt ge« - 247 - zeigt, wie viel Schönheit Er aus einem Nichts zu bilden vermag, und dieses Meisterwerk G-ttes lebt ein Leben voll Eitelkeit und Tand. Dereinst wird kommen der Tag, da diese Schönheit verschwinden wird. Dann wird der Glanz die ser Augen erloschen sein, die edle Gestalt wird verfallen, ein Raub der Flammen oder ein Fraß der Würmer werden. Und Deine unsterbliche Seele wird hinabfahren in den Abgrund der Hölle, ewigen Qualen preisgegeben, denn Du tust nichts während Deines Lebens, dem Zwecke der Schöpfung zu genügen, um beßer, weiser und vollkommener zu werden.“ Erstaunt hatte Rufina den Worten des Rabbi gelauscht; die sanfte, wohltönende, von edler Wehmut durchklungene Stimme des Greises drang in die tiefsten Tiefen ihres Herzens. Alle ihre leichtsinnigen Vorsätze waren vergeßen. Sie fing an, laut zu weinen. ״Rabbi,“ sprach sie unter Tränen, »ist es möglich, daß ich meine Zukunft anders gestalte?“ »Es ist möglich,« sagte Rabbi Akiba sanft und liebevoll. »Der allmächtige, allgewaltige G-tt ist gnädig und barmherzig, voller Wohlwollen für die reuigen Sünder.“ ״Rabbi, kann ich, darf ich zum Judentum übertreten?" ״Du kannst und darfst. Lerne die Lehre unseres G-ttes kennen, meine Tochter, und suche Dein ewiges Heil zu be• gründen. Dann aber mußt Du den Göttern entsagen und all den Lastern, welchen das römische Volk sich hingibt; aber prüfe Dich zuvor, denn es ist sehr schwer, all die vielen Vorschriften und Gebote der heiligen Lehre Israels zu befolgen, die Sabbatruhe, die Speisegesetze und die Verord* nungen über rein und unrein und all die anderen.“ ״Rabbi, ich bin hierher gekommen, um Dich durch meine Schönheit zu bestehen, Dich zu betören und Dich vor dem Kaiser und allem Volk lächerlich zu machen, damit mein Gatte, den Du so oft beschämt hast, Uber Dieb

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