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Der jüdische Herold · 1938-02-03 · 5 (3.2.1938) · p. Seite 6

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
5 (3.2.1938)
Date
1938-02-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Hungarian
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6 ■Der Jüdische Herold« 6 KEIN VISUM FÜR RUMÄNI- SCHE JUDEN. Bukarest. Bukarester Zeitungen melden, dess die österreichisehe, die ungarische und die jugoslavisehe Gesandschaft bekanntgegeben haben, dass sie keine Visa mehr an Juden ausgeben könnten. Die Blätter bemerken hierzu, dass die rumänische Juden, die nach Paris reisen wollen, jetzt den Weg über Warschau nehmen müssen. EIN VORFALL IN PARIS. Paris Der rumänisch jüdische Staatsbürger Skorupka demonstrierte gegen die versuchte Entrechtung der Juden in Rumänien durch Verteilung von Flugblättern in einer Pariser Strasse. Der Beamte der rumänischen Gesandschaft Pop fiel über Skorupka mit einem Stock her und misshandelte ihn. Der Vorfall wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Verbindungen zwecks Heirat werden durch eine seriöse Heirats- Vermittlung in der ÖSR, welche in 2—5 den besten Kreisen des IN- UND AUSLANDES eingeführt ist, angebahnt. Interessenten schreiben unter ״strenge Diskredition“ an die Expedition dieses Blattes. WIR SUCHEN für sofort 2—3 Jüdische Oberteilherrichter Samstag frei Schuhfabrik B. BREUER Sered ülordechaj Schwarfz erklärt geschossen zu haben, weil er sich überfallen glaubte. Jerusalem, Die Verteidiger des vom Kriminalgericht zu Haifa wegen Ermordung des arabischen Polizisten Mustapha Houri zum Tode verurteilten jüdischen Polizisten Mordechai Schwartz haben gegen das über diesen verhängte Todesurteilt appeliert. Im Verlaufe des Prozesses hatte Schwartz dem Gericht sein Tagebuch vorgelegt, im welchem u. a. der Satz steht: Der arabische Polizist ist tot. Ich hörte Schüsse während ich schlief. Ich erwachte und erwiderte das Feuer. Was soll ich tun: Soll ich fortgehen oder bleiben?“ Während der Zeu* geneinvernahme sagte ein Sergaent aus er sie am Mord tage um 1 Uhr morgens in das Lager des High Commissioner in Athlit geeilt, da er aus der Richtung des Lagers Schüsse gehört habe. Er habe den Angeklagten auf einem Stein sitzend angetroffen, der ihm sagte, er sei angegriffen worden und Houri sei tot. Der Zeuge sagte weiter aus er und der Angeklagte seien dann in das Zelt des ermordeten Polizisten getreten und hätten diesen in einer Blutlacke liegend angetroffen. Neben dem Eingang zum Zelt habe er Fusspuren bemerkt, die zu dem Stein führten, wo Schwartz sass. — Der Chef des Justizdienstes in Palästina Sir Harry H- Trusted, der die Anklage vertrat, führte in seinem Plädeyer aus, er sei überzeugt, dass es sich um einen vorbedachten Mord handle. JERUSALFM. Das Mitglied des Kibuz, Haschomer Hazair ״Maanith“ in Karkur, Meir Rosenbaum, der 1934 aus der Dun. Streda in Palästina eingewandert war, wurde Anfang September 1937 unter Mordverdacht verhaftet und auf administrativem Wege zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt. Rosenbaum ist jetz nach viermonatiger Haft, insbesonder dank dem Bemühungen des csl. Konsul Glasel-Haifa auf freien Fuss gesetzt worden. PleStoec. Hier hat die Hochzeit des Rabbinatscandidaten L. Lövy mit der Tochter Sr. Ehrw. Oberrabbiner Tennenbaum, Turna stattgefunden. Den Kidüschinakt haben Rabbiner Tennenbaum und Rabbiner Katzburg, Ozd vollzogen. Bei dem Festmahle an welchem bli a. h. zahlreiche Gäste teilgenommen haben, sprachen Oberrabbiner N. Tennenbaum Moldava, Rabbiner S. Tennenbaum ferner die Herren Öhlbaum, Salybi und M. Zarkover Topolcan. (Wir gratulieren herzlicht. Die Redaktion.) Ein Buchhalter pQ# שומר der auch eine anderwertige Geschäftstätigkeit versehen kann sucht einen Posten. Adresse in der Redaktion des Blattes. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur LEOPOLD GOLDSTEIN GEDRUCKT bei Leopold Qoldstein DUNAJSKÄ STREDA. Postschekkonto Nummer 56.255 in Prag Verbreitet den Jüdischen Herold! — 242 — Wenn G-tt den siebenten Tag wirklich ehren wollte, so sollte er ihn auch vor den anderen Wochentagen auszeichnen. Aber es fällt der Regen und der Tau am Sabbat wie an den anderen Wochentagen; es weht der Wind־ Menschen werden geboren und Menschen sterben am Sabbat wie an den anderen Wochentagen.“ ״Als G-tt,“ antwortete Rabbi Akiba, ״unsere Voreltern von der ägyptischen Sklaverei befreite und sie, um Israel zum G-ttesvolke zu erziehen, durch die Wüste wandern ließ vierzig Jahre lang, da versorgte er sie mit Speise und Trank in jenen Gegenden, in welchen es weder Aussaat, noch Ernte gibt. Und Er ließ ihnen das Manna vom Himmel herunterregnen in jeder Woche an sechs Tagen. Am sechsten Tage gab G-tt ihnen für zwei Tage Brot. Da hat er den siebenten Tag ausgezeichnet, so daß die Israeliten nicht nötig hatten, am Sabbat das Manna zu sammeln.“ »Was kümmern mich,« sagte Tinius Rufus, *Eure Er- Zahlungen von Dingen, die schon vor vielen Jahrhunderten sich ereignet haben sollen, wie kannst Du mich von der Wahrheit derselben überzeugen? Kannst Du mir glaubenwürdige Menschen stellen, die es gesehen und miterlebt haben? Schweige mir von längstvergangenen Dingen und gib mir Beweise, die ich selbst zu prüffen vermag.« ״In Indien," antwortete Rabbi Akiba ״gibt es einen Fluß, Sambattion heißt er; dieser wälzt sein Waßer mit ungeheurer Gewalt, mächtiges Gestein vor sich hertreibend, sechs Tage lang; aber am siebenten ruht er; da kräuselt keine Veile, da wällzt sich kein Stein in seinem Bette. Den Fluß Sambattion hat G-tt als Zeichen eingesetzt, daß der siebente Wochentag ein Tag der Ruhe ist.“ ״Du bist klug,“ antwortete Rufus, ״daß Du Dein Zeugnis in die Ferne rückst! Sollen wir etwa hingehen und in Indien den Fluß Sambattion suchen? Wenn Du uns nicht iu der Näht einen Beweis für Peine Behauptung beibring*‘’ - 243 - so müßen wir die Feier des Sabbats für einen schädlichen Aberglauben erklären, der das Volk von der Arbeit zurückhält und zum Müßiggänge verleitet.“ Da betete Rabbi Akiba in seinem Herzen : ״Allmächtiger G-tt, der Du so oft schon Wunder getan Deinen Frommen, zeige auch uns Deine Allgewalt, damit dieser Bösewicht beschämt werde!״ Und er sprach : ״Befindet sich doch das Grab Deines Vaters, o Rufus, hier in Antiochia. Dein Vater hat jetzt den Lohn seiner üblen Taten auf Erden in der jenseitigen Welt zu empfangen. Während der sechs Tage der Woche haben die Verdammten die Qualen der Hölle zu erleiden; aber am Sabbat dürfen sie ruhen. Schicke hin und laß das Gtab Deines Vaters beobachten. Sechs Tage lang steigt Rauch aus dem. selben hervor; aber am siebenten Tag darf selbst Dein Vater ausruhen von den Qualen der Hölle, und kein Rauch steigt aus seinem Grabe auf. Da schickte der Kaiser hin und ließ jenes Grab beobachten, und es geschah also, wie Rabbi Akiba es gesagt hatte. Da ließ Hadrian auch die Gesetze gegen die Sabbatfeier aufheben. linius Rufus aber war tief beschämt. XXXXI. Wiederum waren Rabbi Akiba und Tinius Rufus vor dem Kaiser erschienen, der erstere als Verteidiger, der letztere als Ankläger der Juden. ״Es gibt kein Volk der Erde,“ nahm Tinius Rufus das Wort, ״welches so unduldsam ist wie die Juden. Ein jedes Volk verehrt seine Götter und lächelt wohl über den Götzendienst der anderen Völker, der ihm als Aberglauben erscheint. Die Juden aber haßen die anderen Götter und lehren, dass ihr G-tt den Götzendienst hasse. Der G-tt der Juden hasst die Römer, die Griechen, die Aegypter, die Parter und olle Geschlechter der Erde, weil sie anders

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