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Der jüdische Herold · 1938-02-03 · 5 (3.2.1938) · p. Seite 4

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
5 (3.2.1938)
Date
1938-02-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Hungarian
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4 »Der Jüdische Herold« 4 BUDAPEST. Seitdem die Behörden im Nordosten Ungars — in Nyiregyhäza und Umgebung — 4500 jüdische Staatsbürger zur Legitimrerung ihrer Zuständigkeit und ihrer »Alteingesessenheit« (bis 1851 rückwirkend) aufgefordert haben, ist in Budapest die Zahl derjenigen, die Tag für Tag die Religionsgemeinden um Ausstellung von Geburts- und Toten scheinen bestürmen, im stetigen Wachsen begriffen, »Egyenlöseg« bringt einen erschütternden Bericht über die Lage der Bittsteller, die arm und reich, vornehm und gering, die Warteräume füllen, alle von der Ungewissheit gepuält, was die nahe Zukunft für sie birgt Die Zeremonienabteilung der Pester Kultusgemeinde arbeitet unter Leitung des Sektionsrats Gelber von halbacht Uhr früh bis 9 Uhr abends in Permanenz, um die benötigen Urkunden so rasch als möglich zur Verfügung stellen zu können. Durch einen glücklichen Zufall sind im Archiv der Gemeinde bis auf etwa 100 Jahre zurückreichende Matrikenaufzeichnung erhalten geblieben so dass der Jahrestermin 1851 keine besonderen Schwierigkeiten bereitet. In diesem Zusammenhänge berichtet Desider Korein im liberalen Morgenblatt »Magyar Hirlap« über ein bedeutsames Werk des Oberrabbiners von Nyiregyhäza Dr. Bäla Bernstein, das vor 35 Jahren erschien. Es handelt von der T eilnahme der Juden am ungarischen Freiheitskämpfe 1848(49 ן das Vorwort schrieb der berühmte Romancier Maurus Jökai. In diesem Buche sind alle Personal- und Heimatsdaten von 20.000 jüdischen Freiheitskämpfern enthalten, die sich unter die Fahnen Ludwig Kossuths scharten. Korein betont, dass dieses Werk einen einzigartigen Beweis für die Alteingesessenheit der Nachfahren dieser Kämpfer bilde, zugleich aber auch für den Patriotismus des ungarischen Judentums. JERUSALEM. Nach den letzten Ereignissen hat die palästinensiche Regierung 800 Juden rektutiert, die nunmehr die Jüdischen Viertel in Jerusalem und die Haupt- Strassen in der Umgebung vo Jerusalem bewachen werden. AMSTERDAM. Der vom verstorbenen religiösen Führer Dr. Nathan Bimbäum gegründete ״Jüdische Volksdienst“, Den Haag-Scheveningen, sandte dem Völkerbundsrat anlässlich seiner 100. Tagung das folgende Telegramm; Die verhängnisvolle Lage der Juden in verschiedenen Ländern macht eine grosszügige Emigration zur unbedingten Notwendig keit. Palästina, obwohl unentbehrlich und unersetzlich, genügt nicht. Unorganisierte individuelle Emigration begegnet unüberwindlichen Schwierigkeiten. Die einzige Lösung wäre eine organisierte internationale Aktion, die sich auf starke moralische und politische Autorität stützt. Deshalb erscheint der Völkerbund als die geeignete Stelle für eine unerlässliche Initiative. Der Völkerbund kann eine unermessliche Tat der Menschlichkeit vollbringen und gleichzeitig eines der schmerzlichsten Probleme Europas liquin. Der »Jüdische Volksdienst“, gründet vom verstorbenen Nathan Birnbäum, lenkt die Aufmerksamkeit auf den einzigen Ausweg; geeignete Gebiete für eine jüdische Siedlung auf religiös nationaler Grundlage zu finden und die• ses Werk politisch und wirtschaftlich zu fundieren. Unterschrieben ist H. van Leeuwen. Den Haag Scheveningen. JERUSALEM. Der eine der beiden sefardischen Juden, die bei dem Bombenüberfall auf ein jüdisches Lastauto in der Nähe von Civai Schaul auf der Fahrt von Jaffa nach Jerusalem lebensgefährlich verletzt wurden, der 24 jährige Nissim Du« ranyi, ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Er hatte bei dem Ueberfall ein Auge verloren. Seiue Leiche wurde nokh im Laufe der Nacht nach Rechobot überführt, wo die Beisetzung erfolgen wird. Der zweite Verletzte, der 25 jährige Mosche Lulu, ringt mit dem Tode. Die polizeilichen Untersechungen haben erge* ben. dass die Spur der Mörder Duranyis in das arabische Dorf Lifta führt, in dessen Nähe der Ueberfall erfolgte. Lifta ist ein berüchtigtes Mordnest. Es befindet sich dort das Hauptquartier der Terroris* ten, die im Jerusalemer Bezirk ihr Unwesen treiben. Auch die Terrorbande, die in den letzten Tagen wiederholt Anschläge auf jüdische Autobusse verübte, konzentrierte sich dort. JERUSALEM. An der syrischpalästinensischen Grenze sind insgesamt 54 Juden aus Buchara, unter ihnen 8 Frauen und 20 Kinder, bei dem Versuch, ohne Visa nach Palästina zu kommen, verhaftet worden. Sie wurde ins Gefängnis gebracht, wn eines eer kinder starb. JERUSALEM Das Kriminalgericht in Haifa hat den jüdischen Polizisten Mordechai Schwarz, der angeklagt war, am 2. Oktober 1937 den auf den Sommerresidenz des High Commissioner Sir Arthur Wauchope in Athlit auf Wachtposten stehenden arabischen Polizisten Mustapha Houri erschossen zu haben, zum Tode verurteilt. Der Prozess gegen Schwarz hatte am 19. Januar begonnen. JERUSALEM. Im Nachlat-Achim-Viertel von Jerusalem wurde eine Bombe geworfen. Verletzt wurde niemand. Zwei Araber wurden als der Tat verdächtig verhaftet. Jüdische Hilfspolizisten entdeckten im Rechavia-Viertel von Jerusalem eine Born« be. Die Polizei verhaftete im Zusammen* hang damit zwei Araber. Auf der Eisen* bahnstrecke Jerusalem-Lidda wurde eine Bombe geworfen. Das Gleise wurde be* schäeigt. Auf das Regierungsgebäude des High Commissioner in Jerusalem wurden mehrere Schüsse abgegeben. Polizei verhaftete später im Zusammenhanß mit dem Feuerüberfall einen Araber im Benachbar* fen Dorfe Surbaher, in dessen Besitz eine Flinte gefunden wurde• Eine grosse Araberbande überfiel das Dorl Tachmata zwis* chen Akko und Safed. Arabische Hilfspo* lizisten versuchten, den Angriff abzuweh* ren, sie wurden jedoch, nachdem ihre Munition ausging, von den Banditen überwältigt. Der Kommandat der Hilfspolizisten ein Korporal, wurde getötet. Die Banditen raubten die Waffen der Polizisten und zogen sics dann zurück. Dieselbe Bande drang auch in das Dorf Naura ein und raubte bei den Dorfbewohnern Geld, Pferde und Kleider. Ein Dorfbewohner, der sich gegen die Terroristen zur Wehr setzte, wurde verletzt. Polizei und Mi’itärabteilungen, unterstüfzt von Panzerwagen und Flugzeugen, nahmen die Verfolgungen der Bande auf. Rabbiner Duschinski und der Rabbirische Rat der Agudas Jisroel haben im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Lage in Palästina einen Fast* und Bettag proklamiert« Reumatismus? Trinken Sie doch mp*!,‘ X er hilft rasch und dauernd Eine Packung Kc 22'50, aussreichend für ein Monat. Gratia Muster sendet HERVEA-DEPOT, Prag U., 853|I.|1*7. STAMPIGLIEN SIEGELMARKEN, 5? SCHABLONEN, o DRUCKAPPARATE FÜR SCHAUFENSTER -w Billige Preise. יל PROMPTE LIEFERUNG! C J OSEF W EIS S | Bratistaua Laurinska 16-Dielna Dunajska 86 Eine Köchin für Bratislava per sofort wird gesucht. 2—2 Zuschriften an die Adm. d. Bl. BUKAREST. Das offizielle Publikatinnsorgan der Regierung »Monitorul Oficial« veröffentlicht ein Dekret. laut welchem die Enteignung zahleichen jüdischen Haus- und Landbesitzes in der Provinz Bukowina und in deren Hauptstadt Czernowitz zwecks Zuführung dieses Besitzes der »öffentliche Nutzbarkeit« verfügt wird. Das Dekret siht u. a. vor die Enteignung des Jüdischen Hauses in Czernowitz, fünf weiterer jüdischen Privatpersonen gehörenden Häuser in Czernowitz, fünf weitere jüdischen Privatpersonen gehöt enden Häuser in Czernowitz, sowie eines Grund- Stückes in dem Kurort Vatra-Dornei, welches der jüdischen Kultusgemeinde von Wiznitz gehört. Der beschlagnahmte Besitz wurde den Metropolitan-Amt der Griechisch- Orthodoxen Kirche überwiesen. Im Dekret wird erklärt, dass die bisherigen Eigentümer eine Ent- Schädigung erhalten werden. — Das beschlagnahmte Jüdische Haus in Czernowitz ist einer der schönsten Bauten der Stadt und beherbergt die hervorragendsten Institutionen der mehr als 50.000 Seelen zählenden jüdischen Gemeinde, die Besitzerin des Prachtgebäudes ist. Das Industrie- und Handelsmisterium ersuchte alle Präfekten, Namenslisten der Besitzer jener Unternehmungen einzusenden, die in der letzten Zeit geschlossen wurden. Man glaubt, dass jüdische Unternehmer, die ihre Betriebe infolge der der antisemitischen Politik der Regierung stillgeRgt haben. zur Rechenschaft gezogen wer den sollen.

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