Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 4 (27.1.1938)
- Date
- 1938-01-27
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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2 erfüllen, sie gegenseitig sich ergänzen“. Das sind Lehren, die Jünglinge und Jungfrauen beherzigen müssen, damit sie im Leben ihren Pflichten als Menschen nachkommen sollen. Nicht also Befriedigung der geschlechtlichen Triebe ist der Zweck einer jüdischen Ehe. ״Auch nicht die leiseste Andeutung auf eine geschlechtliche Beziehung ist da enthalten, nur in das Gebiet des Wirkens des Mannes wird das Weib gesetzt; dort fehlt sie; sie soll עזר כנגדו sein.“ Mit solchen Gesinnungen geht die Mahnung unserer Weisen in Erfüllung: זכה עזר Wenn der Jude mit diesen geläuterten Ansichten sich vermählt, hat er an seiner Frau eine Gehilfin. Mit ihr vereint wird er seinen Pflichten immer nachkommen. לא זכה כנגדו Durch die Ehe aber, wie man meint, sich glücklich zu machen, wird man oft vom Gegenteile sich überzeugen. Denn man hat bei dem Ehebund auf die Schönheit des Mädchens, auf ihre grosse Mitgift, auf ihre angesehene Familie und nicht auf die jüdische Erziehung der Jungfrau das Hauptgewicht gelegt. Der Mann hat so durch sie den עזר nicht erreicht. Die weltlichen Anschauungen und grosse Ansprüche seiner Frau führen ihn sogar auf Abwege und lassen ihm nicht zur Ruhe kommen. Damit der Spruch in Erfüllung gehe : ״Wer ein Weib gefunden, hat ein Gut gefunden und Gnade erlangt vom Ewigen“ (18, 22) müssen unsere Töchter vom Thorageiste durchdrungen werden, müssen wir einmal mit den falschen Ansichten hinsichtlich eer Töchterbildung aufräumen Denn noch immer erfüllen viele Eltern in dieser Beziehung nicht ihre grösste Pflicht• Wir lesen alljährlich die Geschichte der Offenbarung und da lernen schon die Schulkinder, dass Mosche erst mit den Frauen sprechen musste, dass sie die Gesetze des Ewigen beherzigen sollen, erst nachträglich hatte der Gesetzgeber die Pflicht, darüber mit den Männern zu sprechen. Und da finden wir im שמות רבה ם’ כיח folgende interessante und eindringliche Erklärung für jene Tatsache: ,למה לנשים תחלה שהן מזדרזת במעות, ד״א כדי שתהינה מנהיגות את בניהן לתורה Moses musste die Frauen auszeichnen und sie erst belehren, weil sie die Gebote mit Eifer erfüllen. Ein zweiter Grund: dass sie ihre Kinder für den Geist der Thora gewinnen sollen. ר‘ תחליפא דקיסרין אמר הקב“ ה כשבראתי את העולם לא צרתי אלא לאדה״ר ואח״כ נצתוית חוה ועברה וקלקלה את העולם עכשיו אם איני קורא לנשים תחלה, הן כבטלות את התורה, לכך נאמר כה תאמר לב״י Rabbi Tachlifo bemerkt: Der Allmächtige dachte daran, dass er dass, erste Gesetz nur Adam übergab. Er teilte es seiner Frau mit. Und siehe, sie hat gesündigte und die ganzen Welt trägt dessen Folgen. Jetzt aber sollen erst die Frauen mit dem Inhalte der Thora bekannt werden, (so werden sie sehen, dass der gütige Schöpfer auf ihre Mittwirkung ein grosses Gewicht legt עץ Jossef) dann werden sie sich gewiss nicht gegen den Geist der geoffenbarten Lehre vergehen. Wenn wir diesen Midrasch gut verstehen, wird hier gegen eine falsche Ansicht des jüdischen Volkes gekämpft. Fromme Juden lassen ihre Söhne die Talmud Taureh und Jeschiwe besuchen. Sie müssen sich unter der Leitung hervorragen־ der Meister in den Geist der Gesetze einführen lassen, um m im Leben m ver- »Der Jüdische Herold« wirklichen. Die Töchter werden zu diesen Lebensquellen nicht geführt. Väter begnügen sich damit, dass ihnen die Mütter mit dem guten Beispiele vorangehen sollen. Werden sie einen Talmud Chochem heiraten, denkt man sich, so wird׳ schon der Mann seine Frau erziehen. An •sbiner Seite wird sie das Vertäumte nachholen. Diese falsche Ansicht schadet idem *״Judentum. Söhne und Töchter frommer Jerfmdirrv ent-״ fernen sich vom Judentum, Weil ihr* Mutter die Ansichten ihres Mannes in Gegenwart der Kinder als veraltet erklärte. ״Sie ist klug und aufgeklärt, ihr Mann lebt noch in Altertum“. Da nützt nicht מוסר אביך die Mahnung des Vaters, weil תוי־ת אמך es fehlt von Seiten der Mutter die Belehrung im Geiste der Thora. Also Eva hat Adams Lehre nicht beherzigt. Wenn man aber die Töchter in jungen Jahren w-ie ihre Brüder von begeisterten jüdischen Lehrern mehrere Jahre hindurch erziehen lässt, wenn sie mit dem ganzen Inhalte der 24 Bü• eher der h. Schrift und mehreren Mussar- Schriften und Dinim bekannt werden, dann werden sie an der Seite frommer, ja auch nic'itfrominer Männer ihre Söhne und Töchter dem Judentume erhalten. Das lehrt der Midrasch : Der Mann ist bei seiner Gattin keine Autorität, Deshalb muss sie als Kind einen begeisterten Lehrer (oder Lehrerin) haben. Ihre Worte werden sie durch‘s ganze Leben hindurch beeinflussen. Nur sie retten das Judentum! Es nützte nicht, dass Ismaels Vater Abraham war. Eine vom Geiste der Egypter durchtränkte Hogor entzog ihr Kind dem Einflüsse Saras, die im Geiste Abrahams ihren Isak belehrte. Wie, werden aber viele fromme Juden fragen, wie dürfen wir gegen den Ausspruch unserer Weisen handeln, die uns mahnen : כל המלמד בתו תורה כאלו למדה תיפלות Diese Herren sollen sich bemühen und den Schulchan Aruch studieren, im אורח חיים sagt der 47) טורי זהב, I4j Wort für Wort: היינו תורה שבע״ם אבל לא שבכתב ועוד כי הם חייבות לומר ם* התמיד שהו במהום קמרבן ונ“ש לםמ“ג דם״ל נשם חייבו ללמוד דינים השייכים להן. Also nur von der mündlichen Lehre kann die Rede sein, aber auch aus dieser mus das Mädchen die Pflichten des jüdischen Frauen studieren, deshalb lautet dort der 14. § נשים מברכות ברכת התורה dass auch sie täglich die entsprechende ברכה sagen müssen. (Leider, sehen wir selten fromme Frauen täglich beten.) Als man 70 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems das zweite Heiligtum gründet■׳, entstand zur Erhaltung des Judentums ״die grosse Versamlung“ Ihr Motto war: Seid bedächtig im Entscheiden, stellet viele Schüler her und machet einen Zaum dem Gesetz. In diesem Sinne handelte auch aer allbekannte Gaon, Rabbi: Israel Hakohen ז“ל, der Verfasser des חפץ חיים. Auch er erklärt die Worte unserer Weisen hinsichtlich des תורה Studiumes unserer Töchter. Ich gebe in Übersetzung seine uns Allen massgebende Meinung; Unsere Weisen verkünden, dass sich das nur auf die mündliche Lehre beziehe. Aber was die schriftliche betrifft, selbst wenn die Frauen nicht dazu angehalten werden sollen, ist es doch nicht verwerf ich, wenn man die schriftliche Lehre ihnen beibringt. Müssen sie ja auch aus der mündlichen die Belehrung ihrer Frauenpfiichten entnehmen. Ich bin aber der Ansicht, dass sich das nur auf die Vergangenheit bezieht. Damals 2 Grippe atmet man einl Jawohl: durch die Mundhöhle, den Rachen, die Atmungswege dringt die Grippe in den Körper und hat sie sich einmal niedergelassen, ist sie schwer loszuwerden! Also heisst's Mund und Rachen schützen, heisst's regelmässig ein paar Tropfen des A L P A F ranz branntwe in s dem Gurgelwasser zusetzen : das desinfiziert restlos, ist somit eine sichere Abwehr gegen jedwede Grippe- Ansteckung. Fragen Sie Ihren Arzt! Achten Sie jedoch beim Einkaufe darauf, dass Sie wirklieh Alpa bekommen! wohnten Kinder mit den Eltern in einer Stadt und jedem war die Tradition der Väter geläufig, so dass ihre Führung der Eitern entsprach. Sagt ja schon die Schrift: Frage deinen Vater, er wird’s dir sagen. Damals war es selbstverständlich, dass sie sich mit Thora nicht beschäftigen musste. Sie klammerte sich an die Sitten und Gebräuche unserer heiligen Väter. Da aber in unseren Tagen die Tradition der Väter sehr geschwächt ist und Viele überhaupt nicht dort wohnen, wo ihre Eltern, besonders da allen die Schrift und die Sprache der Nationen geläufig sind, hier ist es die grösste Pficht, den Töchtern die 5 Bücher Moses, die Propheten u. heilige Schriften und Mussarwerke unserer Weisen beizubringen, besonders die »Sprüche der Väter“, das berühmte ספר מנורת המאור u. dergleichen, damit der Inhalt unseres heiligen Glaubens sie durchdringe; denn geschieht dieses nicht, ist G. b. zu befürchten, dass sie sich vom g-ttlichen Wege ganz entfernen und alle Gesetze unserer Religion übertreten werden. Das sah schon S. R. Hirsch ז“ל vor 100 Jahren, als er seinen ״ חורבVersuche über Jissroels Pflichten in der Zerstreuung zunächst für Jissroels denkende Jünglinge und Jungfrauen“ herausgab; später in Frankfurt a. M. auch eine höhere Töchterschule gründete. Männer der Tat sollen einmal ein Schulprogramm dieser Anstalt studieren, um zur Einsicht zu kommen, dass wir, wie es uns der Wochenabsennitt verkündet und unsere Meister es le!!ren, die Töchter in das jüdische Schrifttum ebenso einführen müssen, wie unsere Söhne. Giünden wir תלמוד תורה und בית יעקב Schulen 1 Denn auch die Völker riehten an Israel die Bitte בית יעקב לבו וכי Haus Jakobs 1 Gehet voran, wir möchten im Lichte G-ttes mitwandeln 1 (S. Hirsch Jesaia 2,5.) Rabbiner Isak Links. Frommes kinderlieb. Fräulein mit Koch - u. Nähekenntnissen nach BR AUSL AVA gesucht. Offerten unter »Zweimädchen vorhan- (len* an die Administration des Blatte!