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Der jüdische Herold · 1938-01-20 · 3 (20.1.1938) · p. Seite 5

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
3 (20.1.1938)
Date
1938-01-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Hungarian
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5 »Der Jüdische Herold« 5 DIE STADT WIZNITZ IN DER BU- KOWINA ABGEBRANNT. Bukarest. Wie ״Universul“ meldet, ist die Stadt Wiznitz in der nordwestlichen Bukowina, der Sitz der berühmten Wunderrabbiner-Familie Hager, abgebrannt. Die Feuersbrunst brach im Zentrum der Stadt aus. Die Ursache des Brandes ist bisher nicht bekannt. Die Bevölkerung von Wiznitz ist zu 99 Prozent jüdisch. 60ga will mit den minderheiten per« handeln. Bukarest Minister Dragomir Siiviu, der Leiter der Sektion für Minder• heitenfragen, erklärte den Vertreter der Preise, dass er in den nächsten Tagen im Auftrag des Ministerpräsidenten Goga die Verbindung mit den Leitern sämtlicher Minderheiten des Landes aufnehmen wer״ de. In Siebenbürgen wird er mit den Vertretern des Ungartnms, des Deutschtums und des Judentums in Verhandlungen treten, sobald ein klares Bild vorliegen wird. Der Gesdiültsaussdiuss der Hgudas Sisroel Tag in Wien. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Weltorganisation Agudas Jisroel, Jacob Rosenheim-London ist in Wien die Jahressitzung des Geschäftsausschusses der Aguda eröffnet worden. Auf der Tagesordnung steht ne־ ben organisatorischen Fragen, wie Keren Hajischuw und Beih Jaakow, die Stellungnähme der Aguda zum neuen Palästinaweissbuch der englischen Regierung. An der Sitzung nehmen teil : Aus Polen Se• nator Trockenheim Präsident Mazur, I. M. Lewin (Warschau), Rabbiner Lewin-Rszeszow, Rabbiner Horowitz-Sambor, Rabbi• ner Sorockin-Luck, Kurzmann-Krakau, Friedensohn-Lodz, Rabbiner Kotler-Kleck, Kalmanowicz-Tiktin, fer er der ״Sadagoger Rebbe“, der ״Czortkower Rebbe“ und der ״Kapuczinzer Rebbe“, aus Ungarn Rabbiner Klein-Budapest, Rabbiner Ungar-Neutra, Rabbiner Eckstein-Szered; aus Lettland Dr. Wittenberg; aus Litauen Szereszews* ki; aus Palästina Rabbiner Blau und der Vizepräsident der Welt-Aguda Dr. Breuer, schliesslich Oberrabbiner Fürst, David Schlesinger und Kalman Pappenheim aus Wien. 3etzt bei erhöhter Grippegefahr ist es erhöhte Pflicht für Abwermittel Sorge zu tragen. Regelmäsige Desinfektion des Mundes, der Nasenhöhle, und der Atmungsorgane mit Alpa-franzbranntwein macht die vorhandenen Abwehrkräfte im Körper mobil ist somit eine sichere Verhütung jedweder Grippeansteckung. Alpa- Franzbrantwein stählt den Körper, macht ihn elastisch! Alpa gibt es nur in plombierten Originalflaschen! 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Auch die Rabbinatskandidaten Rafael Blum aus Michalovce und S. Schickler haben mit ihren Drosches grossen Beifall errungen. Nach Verrichtung von Semiraus und üblichen Rekude Mizweh hat die Feierlichkeit im später Nachtstunde geendet. S. B. Dem anbänglichen Calmid. Laut einem talmudischen Lehrsatz Kann zu viel dieselbe Wirkung als zu wenig eustösen. An dieser Grundsatz muss einem der Übereifer des anhänglichen Talmid erinnern wenn er in seinem jüngsten Werbeartikel für den Pressburger Jeschiwointernatbau es für nötig findet zu bemerken das materielle Opfer gebracht werden für Jeschiwaus von denen die hierländische Judenheit keinen unmittelbaren Nutzen zieht. Die Pressburger Jeschiwo hat es durchaus nicht nötig sich erst durch Herab- Setzung der anderen Jeschiwaus Gönner zu verschaffen. Jede Jeschiwo laut ihren Verhältnissen und laut ihrer Eigenart bringt dem Judentum welches S e unterstützt u. ihr die toralernende Jugend anvertraut, unmittelbaren Nutzen Dies ist die Quelle aus der auch die Pressburger Jeschiwo volle Unterstützung verdient. Ein traditioneiter Verehrer der Pressburger Jeschiwo. - 236 - es mit übermenschlicher Kraft durch das Fenster in das Meer, welches die Lochias umbrauste. Ein furchtbarer Sturm hatte sich erhoben, der die Wellen vor sich herpeitschte; sie trugen das Kästchen bis an das Ufer von Jaffa zu den Füssen der römischen Matrone Paulla Veturia. Eine Nacht und die Hälfte eines Tages war nach dem Tode des Bithyniers vergangen. Boote und Schiffe aus allen Teilen des Gaues hatten sich vor Besä zusammengefunden, um nach der Leiche des ertrunkenen Jünglings zu suchen, die Ufer wimmelten von Menschen; Pechpfannen und Fakein auf dem Strome und dem Lande hatten in der Nacht den Glanz des Mondes mit ihrem Lichte verdunkelt; aber noch waf es nicht gelungen, den schönen Leichnam zu finden. Ohne zu essen und zu trinken brütete der Kaiser vor sich hin. Ein Heer von Menschen drängte sich nach der Lochias, aber er hatte streng befohlen, Keinen, auch nicht sei« ne Gattin, zu ihm zulassen. Der Trost der Tränen war ihm versagt, aber der Schmerz schnürte ihm das Herz zusammen, umdüsterte seinen Geist und machte ihn so empfindlich, dass jede Stimme eines Bekannten, wenn er sie auch nur von fern hörte, ihn beunruhigte und ie Zorn versetzte. Er blickte starr ins Leere und murmelte vor sich hin; »Die ganze Menschheit soll mit mir klagen!“ Bei diesen Worten erhob er sich und sagte fest und entschieden : »Jetzt strecke ich die Hand aus, und Ihr Himmlischen höret mich : Jede Stadt im Reiche soll Antinous einen Altar errichten: Den Freund, den Ihr mir raubtet, geb’ ich Euch nun zum Gefährten. Nehmt ihn freundlich auf, Ihr unsterblichen Leiter der Welt! Wer von Euch darf sich rühmen, schöner zu sein, als er war, und wer von Euch hätte mir so viel Güte und Treue erwiesen als Euer neuer Genosse?« - 233 - Er muß die Schmeichler durchschauen und die Verräter von sich fern halten können. Bist Du ein Menschenkenner, Antionus?“ ״Ich durchschaue Niemanden und traue Jedem.“ ״Der Beherrscher eines großen Reiches, das aus vielen Ländern und Völkerschaften zusammengesetzt ist, muß alle Zweige der Verwaltung genau kennen, damit er die richtigen Männer mit den Aemtern betraut. Kann er das nicht, so zerrüttet er das Reich und treibt die Provinzen zum Aufstände. Er selbst aber wird zum Spielball gewißenloser Mensehen, die ihn zu allerlei Schlechtigkeiten und Graumsamkeiten verleiten. Dadurch erweckt er den Haß und beschwört die Rache herauf, so daß er keinen Augenblick seines Lehens sicher ist. So fiel Kaligula, so fiel Nero, so fiel Domitian durch den Dolch der Meuchelmörder. Und ehe sie den Tod fanden, mußten sie in jedem Augenblick efzit* tern und Tag und Nacht in Todesangst schweben. Gibt es ein elenderes, schrecklicheres Leben als das, in welchem jede Freude, jeder Genuß durch die Todesangst vergällt wird?“ ״Nein, nein, ich will nicht Kaiser, werden! Ich will Hadrian bitten, daß er von diesem Plane abstehe.“ ״Törichter Knabe, hast Du jemals gehört, daß Hadrian sich durch eines Menschen Bitte bestimmen laße, von dem abzugehen, was zu tun er beschloßen hat?“ Antinous schwieg; er wußte, daß der Prätor Recht habe. So ritten sie schweigend neben einander her, bis Antinous bat: ״Gibt mir einen Rat, mein Verus, wie kann ich diesem schrecklichen Lose entgehen?“ ״Wenn es Dir bangt, ein G־tt zu werden auf Erden, so mache von dem Vorrechte Gebrauch, welches den Menschen vor den Göttern zu Teil ist worden,“ Dr. M. Lehman: »AKIBA« 56.

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