Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 3 (20.1.1938)
- Date
- 1938-01-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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4 »Der Jüdische Herold« 4 DIE LAGE IN Die Zustände in Palästina von WILHELM ALEXANDER. Schüsse auf Kinder im Butobus. Noch immer herrscht keine Ruhe in Erez-Jisroel. Die göttliche Versuchung jedoch, der שומר ישראל beschützt die Juden, die Gräueltaten, die Angriffe gegenüber der jüdischen Autobusse mislungen, die Bornben, Gewehre, Revolversc^üsse verfehlen das Ziel, was oft an Wunder grenzt. Diese Woche Dienstag in der Morgenstunde führt ein Autobus des ,Harnehascher“ auf der alten Stadt voll mit kleine Kinder gefüllt, in die Schule. Der Autobus fuhr ausserhalb der Mauer der alten Stadt in Jeruschelajim. Als der Wagen zum Tore Zion sich näherte, bemerkte der Chauffeur zwei Araber, in diesen Augenblicke begannen diese mit Brovninge auf den Wagen zu feuern. Eine Kugel traf das Fenster rechts, eine Kugel links mit die dritte Kugel in die Türe neben den Choffeur, der die Fahrt beschleunigte. Die Mörder liefen den Wagen nach und gaben noch 3 Schüsse ab. Keinen der Kugeln trafen. Die Mörder flüchteten durch das Zion-tor und entkamen wie gewöhnlieh. Vier Überfälle gegen Jüd. Hutobuse auf den Wege nach Jeruschelajim. In einem Zeiträume von weniger als zwei Stunden wurden 4 Überfälle auf Autobusse gemacht, durch Araber die auf dem Wege nach Jeruschelajim auflauerten. Der eine Überfall in der Gegend des Kastei- Berges, wo schon unzlhliche Anschläge auf Autobuse gemacht wurden. 3 Auffälle in der Grenze der Stadt. Beim ersten Überfall wurde ein Araber Hilfspolizist verwundet, die übrigen drei verliefen schadlos. Ein Angriff war gegen 7 Uhr. Der zweite um 8.30 gegen ein Auto der Polizeiwache. Um 8.30 hörte man in Jerusalem Bombenexplodiationen. Um 8.40 hörte man Schüsse in der Richtung von B6sz-Hakerem. Ausser der;Verwundung des arabisehen Hilfspolizisten verursachten die Schiesserei keinen Schaden. Die Einwanderung, die Auswanderung und die Touristik in Palästina. Im Nowember v. Jahres wanderten in Palästina ein 672 Personen, darunter 5j4 Juden. Vom Lande wanderten aus auf längerer Zeit als ein Jahr 100 Personen, darunter 55 Juden. 2848 Touristen verliessen das Land im Nowember, die 51.928 Tage im Auslande verweilten und dort 24.400 p. Pfunde d. h. durchschnitlich 6.40 Pf. pro Person aufbrachten. 5019 Palestinenser die vom Auslande zurückkehrten, haben dort 67.681 p. Pf. aufgebraucht 1698 Personen haben keine Daten angegeben. neue Hdookafen in Palästina. Am 31 Jänner d J. hat der Gerichtshofpräsident an 24 neue Rechtsanwälte Bewilligung 2ur Rechtspraxis erteilt. Darunter 21 jüdische. Der Raubüberfall in Cel fluip. Vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv fand der Proie36 gegen vier Juden statt, die angeklagt PALAESTINA. waren, mit dem im September 1937 auf einen Bankbeamten in Tel Aviv verübten Raubüberfall in Verbindung zu stehen. Chaim Dwiri, Chaim Boczko und Benzion Gabbai wurden zu je drei Jahren Gefängnis verurteilt, der vierte Angeklagte Kipniss wurde freigesprochen. 78.700 JUDEN LEBEN IN JERUSA- LEM. Jerusalem. Au* einer vom Rat der Jüdischen Gemeinde Jerusalem veröffentlichten Statistik ist zu ersehen, dass die jüdische Bevölkerung Jerusalems gegenwärtig 78 700 Seelen zählt. Die Terrorlage in Palästina. Jerusalem. In der Nähe des städtisehen Parks von Tiberias ist der sephar* dische Jude Abraham Misrachi von Arabern überfallen und tödlich verlebt worden. Die Verletzungen wurden ihm mit Eisenstäben zugefügt. Ein jüdischer Autobus wurde auf der Fahrt in die Jerusalemer Vorstadt Talpiot etwa 100 Meter von einem Militärlager entfernt beschossen, doch verfehlten die Kugeln ihr Ziel. Auf der Strasse Jerusalem-Jaffa wurde ein Militärauto bei Kilometerstein 9 beschossen. Ein Soldat wur. de verwundet. Laut einem offiziellen Communiqe werden die Nachforschungen nach den Mördern des bekannten englischen Archäologen Prof. Starkey intensiv durchgeführt. Sir Charles Tegarf, der der Palästinaregierung zur Bekämpfung des Terrors als Ratgeber beigegeben worden ist, und der neue Generalinspektor der Palästinapolizei Saunders haben sich nach Hebron begeben, um die Untersuchungen persönlich zu leiten. Eine Polizeipatrouille, die in der Umgebung von Hebron nach den Mördern fahndet, ist am Donnerstag morgen in ein schweres Feuergefeht mit einer bewaffneten Araberbande geraten. Die Polizisten hatten das Haus eines Arabers umstellt, in dem sie vier bewaffnete Araber befander. Da diese nicht ergeben wollten, kam es zu einem Kugelwechsel, in dessen Verlauf ein Araber getötet, ein englischer Polizist und ein Araber verwundet wurden. Offiziell wurde mitgeteilt dass Polizeihunde die Spuren der Mörder Prof. Starkeys in das arabische Dorf Kharas verfolgten, wo die Polizei in einem Hause einen Revolver und vier Kugeln fand. Der Hauseigentümer wurde verhaftet. Später nahm die Polizei weitere sieben Dorfbewohner fest. Bauern drängen auf Erfüllung des »Versprechens«, dass ihnen das jüdisehe Vermögen gegeben werden wird. Der Sonderkorrespondent der Jüdisehen Telegraphen-Agentur erfährt weiter: Aus Bessarabien und der Bukowina treffen in Bukarest Nachrichten über eine zunehmende Unruhe unter Teilen der dortigen Bauernschaft ein. Die National-Christliehe Partei halte vor den letzten Pariamentswahlen in diesen Provinzen das Versprechen gegeben, dass das Jüdische Vermögen unter der rumänischen Bevölkerung aufgeteilt werden wird. Jetzt belagern Hunderte Bauern die Aemter der neu ernannten Regierungspräfekten, wobei sie mit* er hilft rasch und dauernd Eine Packung Kd 2250־, ausreihend für •in Monat. Gfatia Muster sendet HERVEA-DEPOT, Prag U., 853!1|17. Rcnmatismns? Trinken Sie doch unter eine drohende Haltung einnehmen. Rufe werden laut: ״Wo ist das jüdische Vermögen, das Ihr uns für den Fall, dass Ihr zur Macht gelangt, versprochen habt? Wozu haben wir für Euch gestimmt?“ Die lokalen Behörden versuchen die Bauern zu beruhigen, indem sie ihnen sagen, sie mögen sich gedulden und warten, bis die jetzt in Vorbereitung befindlichen Gesetze, die die Beschlagnahme jüdischen Vermögens vorsehen, in Wirksamkeit treten werden. Auch unter den nichtjüdischen Arbeitern und Angestellten, die in jetzt in Liquidation getretenen jüdischen Betrieben beschäftigt waren, herrscht Unzufriedenheit. In vielen Städten werden die Juden von der politischen Polizei ersucht, ihre Unter, nehmungen weiter zu führen, um nicht zur wachsenden Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit unter der nichtjüdtschen Bevölkerung des Landes beizutiagen. Dennoch schreitet der Prozess der Selbstliquidierung jüdischer Unternehmungen fort, da die meisten jüdischen Kaufleute und In* dustrielien überzeugt sind, dass die neue Regierung halten wird, was sie versprochen hat, und in jedes jüdische Unternehmen einen Regierungskommissar setzen wird; dies würde praktisch bedeuten, dass Juden nicht mehr das Verfügungsrecht über ihren Besitz haben werden. Jüdische Grund und Hausbesitzer gehen daran, ihren Besitz zu veräussern, da nichtjüdische Pächter und Mieter in einer immer grösseren Zahl aufhören, ihnen die Pacht- bzw. Mietsrate zu entrichten. Die Grundbesitzpreise sind, seit die neue Regierung zur Macht gekommen ist, um etwa 30 bis 40 Prozent gesunken. Dis von der neue Regierung ernennten Distriktskommissare sind darauf bedacht, ihre Autorität dadurch zu manifestieren, dass sie antijüdische Massnahmen treffen, ohne erst auf Weisungen aus Bukarest zu warten. In Jassy haben die Behörden den jüdischen Fleischhauern verboten künftighin nichtkoscheres Fleisch zu verkaufen. In Buchusch, Provinz Moldau, ist die rituelle Schächiung überhaupt verboten worden. Kosice. Der seit Jahren fungierende u. viel leistende Bikur Cholim Verein, hat auch diesjahr eine wohltätige Seudah sei Mizvah veranstaltet — bei welcher Gelegenheit alle angesehene und achtbare Mitglieder der hiesigen Judenschaft erschienen sind. Es wurden beträchtliche Beträge gespendet, welche zu der Verköstigung der jüdischen Kranken im staatl. Spitale verwendet werden. Es wurden schöne und wirkungsvolle Tischreden abgehalten, zur Anspornung der Wohlthätigkeit. Der Vorstand, an der Spitze Herr Ernst Weiss, hat viel zur Hebung des Vereines geleistet. Die Reden der Herren ■ Spit% Roth und Dr. Löwy haben allgemein einen guten Eindruck gemacht. 5׳ B»