Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 3 (20.1.1938)
- Date
- 1938-01-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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6 »Der Jüdische Herold« UNGARISCHE CEHOfi UREHOH B E I LEOPOLö BOLDSIEin DUN. STREDA ERHÄLTLICH BROCHIERT Kc 40— LEINWANDBAND Kc 50— PRACHTHALBLEDERBAND Kc 60— STAMPIGLIEN SIEGELMARKEN, 5ל SCHABLONEN, °!S DRUCKAPPARATE £ FÜR SCHAUFENSTER Billige Preise. PROMPTE LIEFERUNG! Jg Josef Weiss J Bratlslapa Laurinska 16-Dielna Dunajska 86• PRAG. Pra£ [er Zeitungen melden aus Bukarest: Ein Teil des Kabinetts sieht die ausserordentlichen Schwierigkeiten, die flammenden Wahlperolen mit der Wirklichkeit in Einklang zubringen. Man hat z. B. erklärt, dass 130.000 jüdischen Händlern und Wirthausbesitzern die Konzession zum Ausschank von Alkohol entzogen werden soll und diese Nachricht wurde von dem extrem-faschistischen Bevölkerungsteil mit Jubel aufgenommen. Nun stellt sich auf Grund der offiziellen rumänischen Statistik für 1936 heraus, dass es in ganz Rumänien nur 52.796 Schanklizenzen gibt, von denen 41.096 Christen und nur 11.700 Juden gehören. JERUSALEM. Im Monat November 1937 stieg der Export aus Palästina um 25 Prozent gegenüber November 1936 und um 195 Prozent gegenüber dem gleichen Monat 1935. Exportiert wurde für 536.247 Pfund, wobei an der ersten Stelle der exportierten Waren Zitrusfrüchte stehen, denen folgen: Kleider, Textilien, Seife, Wein, Oel usw. Der Import in Palästina belief sich im November 1937 auf 1. 384.427 Pfund gegenüber 1;450.356 Pfund im gleichen Monat 1936. Gegenüber November 1935 sank die Importziffer um 10, 7 Prozent. Langjähriger, relig. Börobeamter 27 3. aus gutjüdischer Familie sucht EHEBEKANNTSCHAFT aus gleicher Familie, die ihm Selbstständigkeit ermöglicht. Sub Schifre »Branche kundig“ 2—2 a. d. Adm. d• Blattes. Btsm ״wwMwnjw1 wwww4יי*יי■ »mn**׳****w Hetorszägra szölö zsidö lakodalom Bilkcn Ai irsavai järäsban fekvö Bilke közsegben szerdän h6torszägra sz616 zsidö lakodalmat ülnek, amelyre hivatalos Oroszorszäg, Lengyelorszäg 6s Kärpätalja szämos ismert rabbinusa. Bilke közs6g förabbija. Weisz Naftali adja f6rjhez leänyät, Chanelt, Leiser Bernät newyorki rabbihoz. A völeg6ny a jeruzsälemi rabbiföiskolän vegezte tanulmänyait. Ennek a föiskolänak vezetöje Duschinsky rabbi, az egykori huszti förabbi. A lakzi tulajdonkäppen mär kedden este megkezdödött, amikor közeli es tävoli vidäkekröl többszäz fönyi lakodalmi közöns6g sereglett Bilke közs6gbe. A völegäny pär nappal ezelött ärkezett Amerikäböl 6s ezeket a napokat Bustyinän nagybätyjänäl töltötte. Kedden utazott Bilk6re es a pälyaudvaron a hivek ünnepälyesen fogadtäk. Onnan kis6ret6vel Iakäsäba ment 6s ott värja meg az esküvöi szertartäs megkezd6s6t. Az esküvön tiz nagyhlrü rabbi vesz r6szt, köztük Rokeäch lembergi rabbi, aki a menyasszony nagyapja, toväbba a legöregebb rabbinus, Scaplonszki nagyszölösi rabbi. A lakodalom több na. pig tart. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur LEOPOLD QOLDSTE/N GEDRUCKT bei Leopold Goldstein DUNAJSKÄ STREDA. Postschekkonto Nummer 56.255 in Prag - 234 - ״Ich verstehe Dich nicht." »Jeder Mensch hat das Recht, aus der Reihe der Lebenden zu treten, sobald ihm das Nichtsein erträglicher erscheint als das Dasein und es ihm beliebt, dem Tod zu rufen. Die Götter, sie können nicht sterben, und in diesem Punkte ist ihnen der Mensch überlegen.“ ״Du rätst mir ....?“ »Ich rate Dir garnichts; ich habe Dir nur die Belehrung gegeben, die Du von mir verlangt hast.« Sie kamen in Besä an, wo sie übernachteten. Am anderen Morgen erschien ein Eilbote des Kaisers, welcher den Prätor zurückrief. Sabina verlangte nach ihm. Antinous nahm Abschied von Verus. Der Bithynier hatte eine schlaflose Nacht verbracht. Schreckliche Bilder erfüllten seine Phantasie. Er sah den Dolch des Mörders gegen sich gezückt, er sah all das Elend vor Augen, welches ihm der Prätor gestern mil so lebhaften Farben geschildert hatte. Er nahm Mastor mit sich und machte einen Spaziergang am Ufer des Nils Vor ihm lag der majestätische Fluß, der in der Nähe von Besä wohl drei Stunden breit ist. Die blaue Flut glänzte im Sonnenschein. ״O,“ sprach Antinous vor sich hin, ״wie schön, wie herrlich muß es sein, hier das Ende aller Qualen und Schmerzen zu suchen 1“ Ein Nachen lag am Ufer. Antinous stieß ihn kräft'g ins Waßer und sprang dann mit einem schnellen Satze in den Kahn. Schon hatte er die Ruder ergriffen, als Mastor ihm zurief: ״Herr, was machst Du da?“ ״Grüße den Kaiser,“ rief Antinous zurück, ״er wird mich nicht Wiedersehen.“ ״Halt ein, Unglücklicher, kehre zurück!“ rief der Sklave und warf sich in einen anderen Kahn; aber des Bithynier8 JsJacflen flog von gewaltigen Ruderschlägen getrieben rascher - 235 - Und rascher in den Strom hinein. Mastor regte mit dem Aufgebot aller Kräfte in dem anderen Kahne die Arme, aber er vermochte dem Fahrzeuge, das er verfolgte, nicht näher zu kommen. So erreichten beide in wilder Wettfahrt die Mitte des Stromes. Da sah der Sklave die Ruder des Bithyniers durch die Luft fliegen; untätig mußte er mit ansehen, wie sich der Jüngling in die Wogen gleiten ließ. Während dies in Besä geschah, waren die Abgeordneten der ägyptischen Priesterschaft in die Lochias gekommen, um den Kaiser zu huldigen. Sie hatten ein Ehrengeschenk, aus hunderttausend Goldstücken bestehend, mitgebracht. Als die Abgeordneten dem Kaiser gemeldet wurden, ließ er sich mit dem Purpur bekleiden und begab sich in die Musenhalle, um dort, von seinem Hofstaat umgeben, die Propheten und heiligen Väter aus den verschiedenen Tempeln des Niltals zu empfangen, sich von ihnen als Sohn des Sonnengottes huldigen zu laßen und sie, sowie die von ihnen gehütete Religion seiner Gnade zu versichern. Ihrer Bitte, die Tempel der Himmlischen, denen sie dienten durch seinen Besuch zu weihen und zu beglücken, schenkte er Gewährung. Dann überreichte der Oberpriester von Memphis das kostbare mit Gold und Edelsteinen ausgelegte Kästchen, welches das Ehrengeschenk enthielt. Hadrian nahm es gütig entgegen und freute sich der reichen Gabe. Da plötzlich stürzte Mastor in die Halle. Sein Haar war zerzaust, auf seinem Antlitze lagen Angst und Schrecken. ״Cäsar," rief er, »Dein Antinous . ...« »Was ist, was ist?« fragte der Kaiser voll Angst. ״Er hat sich den Tod gegeben.“ Da sprang der Kaiser vom Throne, riß den Purpur von seiner Schulter und zerfetzte ihn und lief wie wahnsinnig in der Halle umher. Das Kästchen ergriff er und schleuderte