Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 3 (20.1.1938)
- Date
- 1938-01-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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2 »Der Jüdische Herold« 2 NACHRICHTEN KALENDER. פרשת יתרו הפט׳ בשנת מות המלך שכת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4.20 Schabbos-Ausgang 5.30 פרשת משפטים הסט׳ הדבר אשר הי׳ שנת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4.30 Schabbos-Ausgang 5.40 Benedikopzer Rap s. z. I. Vorige Woche Mittwoch ist Rabbi Samuel Zwi Weiß s. z. 1. der Sohn des alten Benedikovzer Rav und Munkacser Rosbesdin R. Aron Weiss s. z. I. verschieden. Der Niftar war einer der angesehensten Rabbonim von Podk. Russ תנצב״ה. MLAWE-DEMALKO. Jüngsten Moze- Schabbos hat Herr Miklos Weiss hier aus Anlass des Jahrzeites nach seinen früh verstorbenen Vater o. h. im Verein Machsike-Teuro eine wohlgelungene Miawe-demalko gegeben. Vereinsrabbiner R. Schmüel Friedmann hat bei dieser Gelegenheit eindrucksvolle Diwre-Teuro gesagt und im Namen der Vereinsmitglieder hat Vorstandsmitglied Dezsö Stern für die schöne Veranstaltung gedankt. Trnaua. Die hierländische Jeschiwaus haben um ihren materiellen Dasein viel zu kämpfen. Die Machsike Jeschiwoth Vereinigung leistet riesig, doch aber ist sie ausser Stande die Gemeinden die das Glück haben unter ihren geistigen Oberhaupt eine Jeschiwa untergebracht zu haben, sie gänzlich zu entlasten und da haben diese Gemeinden viel auf sich. Fast jede Gemeinde die eine grössere Jeschiwa restauriert hat, richtete Mensa ein. Die freiwilligen Spenden und sonstigen Beiträge sind wirklich nur auf Gnade der einzellnen Mitglieder gebaut und diese regulieren nichf so ihre Einzahlungen wie es gerade die Erhaltung der Jeschiwa braucht, Ja offt leiden die Einnahmsquellen auch dadurch, dass durch irgend welches Vorkomnis in Gemeindeleben solch Einzahler seine weitere Leistungen einfach einstellt. Dies hatte zufolge, dass die Sorgen um die Jeschiwa immer sb igen. Die Männer denen die Verwaltung obliegt suchen nach Abhilfe. Eine solche Abhilfe versucht gegenwärtig die Tyrnauer orth. Gemeinde. In Ihrer letzten Represäntanssitzung b 3s1 hloss sie einen Zuschlag zu die Kultussteuer in Verhältnis der bisheriger Summe an Monatsbeiträge. Sollte diese Abhilfe den Zweck erreichen, auf was nicht zu zweifein ist, wird es ein praktischer Präzedenzfall für andere Gemeinden zu gute kommen. Crnapa. Diese Tage hatte die hiesige Agudas Jisroel Jugendgruppe aus Anlasse ihres gew. Präsidenten Nandor Herezog mit Fräulein Uly Breiner aus Sahy stattzufindende Vermählung eine schöne Abschiedsfeier verbunden mit Melawo Demalko, veranstaltet an welcher der Chosen mit eindrucksvoller Worte von der Jugend Abschied nahm. Oberrabbiner Hlkalay gehört nicht mehr den Sugoslapischen Senat an. Belgrad. Oberrabbiner Dr. I. Alkalay, dessen Funktionsperiode als Senator soeben aogelaufen ist, ist von der Regierung nicht wieder ernannt worden. Dr. Alkalay hat die jugoslavische Judenheit im Senat seit dessen Schoftuny vertreten. Die 7O.OOQköpfi0e Jil* dische Bevölkerung Jugoslaviens bleibt in beiden Häusern des Parlaments ohne Repräsentanz. Die Nachricht, das Dr. Alkalay dem Senat nicht mehr angehört, hat auf die jüdische Bevölkerung, die die wach* sende antisemitische Propaganda in Lande mit Besorgnis verfolgt, sehr entmutigend gewirkt. Man i■-1 vollkommen überzeugt dass diese anlijüdbche Propaganda von Deutschland her, und zwar durch die Deutsehe Staatliche Touristengeseilschatt, subsidiert wird. Die führende antisemitische Zeitung in Jugoslavien ״Balkan“ wild ebenfalls aus reichsdeutschen Quellen erhalten. Unbekannte Täter haben die Fenster der spaniolischen Synagoge in Belgrad zertrümmert und an der Mauerwand ein Hackenkreuz aufgemalt. Die Polizei hat die Erhebungen eingeleitet. Rabbinerinstalation in Nove Mesto n|Vähom. Sonntag den 14 Schewath wurde Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Simon Schreiber schlito in seinen Amt als Oberrabbiner der Wagneustadter orth. Gemeinde feierlich installiert. Die Installierung gestaltete sich zur einer würdigen Feier des Kewod Hatoro und die ganze Stadt war unter diesem Eindrücke gestimmt, wie schon lange nicht vorher. Wagneustadt hat eine rühmliche jüdische Vergangenheit die noch mit mehrere Jahrhunderte zurückblicken kann. Es wirkten hier erspriesslich grosse Gedaulim unter ihnen der vor ca. 108 Jahren verstorbenen in der ganzer Welt als Thora-Grösse anerkannter Gaon Reb. David Deutsch s. z, 1. Durch Amtsantritt des neuen geistigen Oberhauptes dieser nicht grosse aber bedeutende Gemeinde, tretet eine neue Phase des jüdischen Lebens in dieser Gemeinde und der Stadt ein. Es sind die persönliche Vorzüge und grosses Thorawissen und nicht zuletzt aber die reichliche Erfahrungen wärend Seiner bisheriger Wirkungen die den neuen Oberhaupt, prädestinieren ein M a n h i g von Jisroel zu sein. Seine Wirkung und Leistungen als Vereinsrabbiner der Trnavaer Schomre Thora Vereines und nachher als Vortragender der Filiale-Tempels der Neutraer orth. Gemeinde, wo er aber auch an der Seite der Jeschiwaleitung des Neutraer Gaon Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner S. D. Ungar schlito halt sind greifbare Garantien, dass er seine hohe Aufgabe die ihm Wagneustadt harrt, gerecht werde. Als Abkämmliug des Chasam Szofer und Reb. Schimon Szofer des Krakauer Raw ist ein weiterer Pluss Seiner Vernehmlichkeil. Eine Abordnung der Gemeindeleitung fuhr ihm nach Leopoldov entgegen. Wärend der ganzen Fahrt war ein Jubel und gehobene Freudestimmung. Am Bahnhof begrüsste dem Herrn Oberrabbiner Gemeindepräses Lichtenberg, nachher ging die ganze Gefolgschaft ins G־tteshaus welches schön geschmückt war und unter Chüpe und Entgegengang mit Szifre Thora wurde er hereinbegleitet. Als erster begrüsste nochmals in slovakischer Sprache Gemeindepräses Lichtenberg, wonach namens der ganzer Gemeinde Alexander Fischer eine längere Ansprache an dem Herrn Oberrabbiner richtete und übergab ihm den Rabbinersitz. Namens der Behörden begrüsste der Bezirkschefstellvertreter, namens der dortigen status quo ante Gemelnde ihr Präses Löwinyer. Herr Ober״ Melden sich Anzeichen einer Grippe in Form von Erkältungen, Undisponiertheit oder Kopfwehnicht zögern. Die . beginnende Gripp e in Kürze ersticken! Mit ALP A Franzbranntwein regelmässig gurgeln und die im Anfangs- Stadium sich befindende Grippe kommt nicht zur Entfaltung. Alpa Franzbranntwein erhält gesund, tausendfach bewährt. — Fragen Sie Ihren Arzt! Achten Sie beim Einkäufe darauf, dass Sie wirklich Alpa bekommen! rabbiner Schreiber dankte in der Staatsspräche den Behörden für die herzliche Begrüssung und hielt dann seine Antriitsre. de die er in tief bewegter einstündiger Ansprache verrichtete weiche die Gefühle aller Anwesenden Ins tiefsten Eindruck versetzte. Zu der Installierung sind ausser die ganze Gemeinde eingetroffen viele Vertreter der Nachbarsgemeinden. Sehr viel sind aus Trnava und Nitra gekommen. Man sah dort ausser die Ehrw. Oberrabbiner von Nitra, Myjava, Piegtany, Rabbiner Baumgarten Wien, Rabbiner Weiss* mandi Nitra viele Gäste von die Gemeinden Vrbove, PieSlany, Trencin, Senica n M, Myjava, Senec, Bratislava, Kostolany, Beckov, dann aus Wien und Budapest u, v. A.־ Nach Chorgesang begleiteten die Anwesenden die Familie des Herrn Oberrabbiner in ihre Wohnung und die Gäste, gefesselt von die gute Eindrücke haben sich mit Sr. Ehrw. des Neutraer Raw an der Spitze die Wohnung des Mitgliedes der Gemeindeleilung Alexander Bernfeld eingefunden der sie sehr gut bewirtete. Dort verblieben sie bis nach Tephilath Mariw. Dann wurde ein Festbankett veranstaltet, an welcher Herr Oberrabbiner S. D. Ungar eine eindrucksvolle Rede hielt an die Gemeinde gerichtet wteauch an alle Anwesenden. Ferner sprachen noch Herr Oberrabbiner Broda Myjava, Gemeindepräses Lichtenberg, Gemeindenotär, Herr ' Ingineur Bock, Rabbiner Weiss und schliesslieh Rabbiner M. D. Weissmandl Nitra. Möge der Allmächtige den neuen Oberrabbiner Schlito stets an der Seite bei Seine erhabene Aufgabe sein und mit einen segensreichen Erfolg seine Tätigkeit krönen lassen. WIEN. Laut der vom Matrikenamt der Wiener Isr. Kultusgemeinde herausgegebenen Statistik über die Bevölkerungsbewegung i. J. 1937 betrug die Zahl der Sterbefälle unter den Juden in diesem Jahre 2824, d. i. die höchste Ziffer seit den Krigsjahren. Die Zahl der Gebürten betrug 720 (gegenüber 757 im vorjahre), die den Austritte aus dem Judentum 620 (gegenüber 615 i. J. 1936).