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Der jüdische Herold · 1938-01-20 · 3 (20.1.1938) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
3 (20.1.1938)
Date
1938-01-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Hungarian
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TU!. Knihovna näbogenskg obce zidovskS Masarikova 18, Praha V. u n a b h iaWjye s orthodoxes oroad —■1 Hit der Übernahm• von 3 Blätter ist das Abonnement anerkannt. Novfaov* vfvbM powiwl« tUakfUrtm pol Miftäo» ■ MUm CUo IIW UL •i Podavaci poSt. ürad D. Strada. REDAKTION und ADMINISTRATION ABONNEMENTSPREISE: ERSCHEINT Inland Ausland DUNAJSKÄ streda ]EDEN DONNERSTAG. GanzlShrlg Kt. 50.— 70.— Halb|ährlg 35 —.25 ״.— TELEFON 74. Vlertal)lhrlg 15 -•1,3 ״.- NUMMER 3. (656.) 20 Jänner 1938. דונאסערדאהעלי יה' שבט תרצ׳ח m. G. XIV. JAHRGANG Glauben und Wissen. ניתרו) מתן תורה i Von Rabbiner Fischer in Särospatak. , כשעלה משה למרום מצא שה׳יקב״ד. היה קושר כתרים לאוניות Als Moscheh in die Höhe emporstieg, traf er den Heiligen gesegnet sei Er, wie er Kronen den einzelnen Buchstaben ansetzte.אמי לו אין שלום בעירך Ist denn kein Frieden in deiner Stadt? frug G-tt Moses. כלום יש עבד שנותן שלום לרבו Darf ein Diener es wagen, den Friedensgruss seinen Herrn anzubieten? entgegnete Moses. Darauf G-tt: היה לך לעזרני Du solltest * mir dennoch helfen. *) Die Deutung dieses rätselhaft klingenden Ausspruches soll uns willkommene Antwort auf so manche Frage unserer und aller Zeiten geben. שש אנכי על אמרתך כמוצא שלל רב »Ich freue mich unendlich mit Deinem Aus- Spruche, als hätte ich eine grosse Beutc gefunden.« Fürwahr, das g-ttliche Wort, der heilige Glaube ist der grösstc Schatz im irdischen Dasein. Ohne dieses unverwüstbare Kleinod bleibt auch der Reichste arm, und der ob seines Glückes Gepriesenste bedauernswert. Und dieses kostbarste Gut verleiht auch den unglücklichsten Erdenpilger einen Sonnenstrahl süssen Trostes und beseligenden Höffens. Aber איזהו דרך שיבור לו האדם auf wel- Chen Wege vermag der Staubgeborene am leichtesten und sichersten zu diesen Hochziele des Lebens, zu dieser Eingangspforte unendlicher Hoffnungsseligkeit: Zum unendliche Wonncn auströmenden G-ttesausspruche zu gelangen? Welcher ist der Pfad, der am allersichersten zum heiligen G ttestempel festester Gläubigkeit iührt? Hierüber gab es seit jeher verschiedene Meinungen unter den grossen Wegweisern des religiösen Wissens u. *) Zu folgenden Ausführungen Vgl. man 0& מלאה קנדית,b 2. Auig. meines Grossvaters und Lehrer• r. Z, ], Erlebnisses. Manche unter ihnen wiesen auf das jesaianische Wort als Losungsspruch hin : אב לבנים יודיע את אמתך Der Vater weiset seinen Kindern den Weg zu Deiner Warheit l« Der Religiöse Glaube findet eben in der treuen Überlieferung seine sicherste Grundläge. Denn es kann ja nicht sein, dass der Vater wissentlich Falsches als Warheit seinen Kindern übergebe, wie dies schon der grosse Dichter Philisoph Jehuda Halewi in seinen Kusari weitläufig auseinandersetzt. Daher bleibt nun das felsenfeste Vertrauen auf die Überlieferung der Ahnen, oder des^ jüdischen Volksganzen die sicherste Veste des religiösen Glaubens. Und so sagte auch der heilige Sänger : דרך אמונה בחרתי »Den Weg des Vertrauens habe ich erwählt.« Des Vertrauens auf die Wahrheti des Satzes משה קיבל תורה מסיני ומסרה וכי' »Moscheh empfing die Thora von Sina und übergab sie —« Andere wieder wähnen, dass der religiöse Glaube aus sichersten in den dunklen Regionen des Gemütslebens, in träumerisch-schwärmerischen unklaren Ahnungen verankert sei 1 Diesen Meinungen steht aber eine Auffassung gegenüber, die mit Emphase ausruft: ‘אל דעות ה »G-tt ist ein G-tt der Erkenntnissei« Es genügt nicht, so der Glaube an G-tt und die Folgerungen aus diesem Glauben blocs »fromgläubig״ erfasst werden, sondern die Überzeugung vom göttlichen Dasein und Walten muss auf den Cheruwimfittigen Vernunftmässigen Erkennens ihrem Einzug ins Alle! heiligste des menschlichen Denkens halten, פתי יאמין לכל דבר וערום יבין ״ לאשורוDer Einfältige glaubt jedem Worte, der Kluge aber versteht seinen Schritt 1« rufen die Anhänger dieser Richtung aus. Es kann nicht sein — sprachen sie — dass die menschliche Vernunft, die die verborgensten Geheimnisse des Weltalls ergründet, alle Welträtsel in den Höhen und den Tiefen zu lösen sich bestrebt, gerade vor den Schranken der Religion soll Halt machen müssen 1 גהינם למעלה מרקיע »Das Gehinnom befindet sich oberhalb des Hirnmelsgewölbes,« lautet aber der Aus- Spruch in Tana d'be Elijahu. Schon die Mischnah (Chagigah, 2,1) sagt: »Für jeden, der vier Dinge betrachtet nähmlich was oben und w״s unten, was vorne und was hinten existiert, — wäre es besser, so er gar nicht auf die Welt gekommen wäre.« Dies besagt, dass der menschlichen Einsicht Schranken gesetzt sind, die sie nimmer übersteigen kann, ja dazu gewaltsam mer Durchbruch die gefährlichsten Irrlehren zur Folge haben muss. Die menschliche Vernunft, die ihrer Schranken vergessend, in grenzenloser Vermessenheit den verhüllenden Vorhang vor dem קדשי קדשים Allerheiligsten des Übersinnlichen, des uns oben und unten, vorne und hinten umschwebenden, umfüllenden grossen Unbekannten, in diesen Leben Unerkennbaren זה שמי לעולם לעלם כת*ב — ganz wegziehen zu können vermeint, stürzt unverschont in den tiefsten Abgrund verderblicher Irrlehrep, deren Frucht nur ein Gehmom diesseits und jenseits sein kann! »Siehe das Geschlecht I So klug isbs geworden, so tief ist's in die Geheimnisse der Schöpfung eingedrungen, dass es schon den Schöpfer verleugnet, »hört das Gras wachsen, sieht die Kräfte weben, hat wie der Todesengel sich tausend künstliehe Augen geschaffen, zaubert den Blitz inseinen Dienst, macht Wolken zu seinen Ross, hat die Gesetze des Himmels und der Erde erspähet, den Bau des Weltalls a priori zu konstruieren — und hat die Kunst nicht gelernt, hat noch das Gesetz nicht gefunden, wie man zwei Menschenhütten nebeneinander auf Erden baue, dass in den Hütten Ruhe und zwischen den Hütten der Friede waite auf Erden (S. R. Hirsch, Ges. Schriften, IV, S. 30), (ForUetiung folgt)

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