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Der jüdische Herold · 1938-01-13 · 2 (13.1.1938) · p. Seite 5

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
2 (13.1.1938)
Date
1938-01-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Hungarian
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5 Gin Hufruf der Union rumänischer Süden. Bukarest. ״Curierul Israelit״ veröff entlieht einen Aufruf der Union rumänischer Juden, in welchem die jüdisehe Bevölkerung Rumäniens aufgefordert wird, den Mut nicht sinken zu lassen, sondern ihrer täglichen Beschäftigung im Geiste der Loyalität gegenüber Koni*, Regierung und Land in gewohnter Weise nachzugehen. Der Appell schliesst mit den Worten: Ungeachtet der Schläge, die wir erdulden, werden wir in Festigkeit und Geduld alle unsere bürgerlichen Pflichten weiter erfüllen. Wir sind und bleiben treue Söhne Rumäniens, loyale Untertanen des Königs. Busfall der Wahlen Infolge Einigung der Parteien in der Bukarester Jüdischen Gemeinde. Bukarest. Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Situation in Rumänien hat die Leitung der Jüdischen Gemeinde in Bukarest beschlossen, die für den 16. Januar angesetzt gewesenen Wahlen in die Gemeindekörperschaften abzusagen. Die beiden einander gegenüberstehenden Gruppen innerhalb der Gemeinde, von denen die eine vom früheren Senator Sigmund Birman, die zweite von Alexander Salomon geführt wird, haben sich zusammengschlossen und einvernehm־ lieh eine Gemeindeleitung gewählt, die sich aus folgenden Personen zusammensetzt: Präsident ist Sigmund Birman, Vizepräsidenten sind Alexander Salomon, I L. Sternbach, S. Goldfarb, Dr. H. Ivainer, P. Brnstein und 1• Gardea. Suche Seriösen Schadchen, AN DIE ADM. D. BL- »Der Jüdische Herold« Die Jüdischen Hnwälfe werden aus der Bukarester Hduokafenkammer ausgeschlossen- Bukarest. Nach der heutigen Sitzung des Exekutivrates der Bukarester Advokatenkammer, die sich mit dem Vorschlag auf Ausschluss der jüdischen Mitglieder aus der Kammer befasste, wurde ein Communique veröffentlicht, in dem es heisst: »Die im Jahre 1935 begonnene Revisions*Aktion, wodurch festgestellt werden soll, ob die Einschreibungen der einzelnen Mitglieder in die Kammer statutengemäss erfolgt sind, ob die einzelnen Mitglieder ihre akademischen Titel auf gesetzlichem Wege erworben haben und ob sie auf gesetzlichem Wege zu rumänischen Staatsbürgern geworden sind, muss, intensiv fortgesetzt und so schnell wie möglich beendet werden- Nach Abschluss dieser Revisionsarbeit, wird der Exekutivrat der Kammer auf den Aussch’uss der nichtarischen Mitglieder der Kammer zurückkommen.״ ״Timprul“ meldet, dass der Ausschluss sämtlicher Bukarester jüdischen Advoka* ten in der Zahl von 1540 aus der hauptstädtischen Advokatenkammer bereits als Tatsache zu werten ist; der Executivrat der Advokatenkammer habe eine Petition an die Regierung mit dem Ersuchen um Bestätigung des Ausschlusses der jüdischen Advokaten unter Beifügung einer vollständigen Liste der selben gerichtet. Schliesslich wandte sich die Advokatenkammer an die Arbeitskammer mit dem Ersuchen, bei allen staatlichen und nichtstaatiichen Institutionen in dem Sinne zu wirken, dass sämtliche bei diesen Institutionen beschäftigten jüdischen Anwälte entlassen und durch christliche ersetzt werden. 5 Reumatisnms? Trinken Sie doch ייוו17 Tee er hilft rasch und dauernd Hin© Packung Kc 2250־, ausTeihend für ein Monat. Gratis Muster sendet HEUVEA-DEPOT, Prag II., 85317|-1ן• JERUSALEM. Die jüdische Kolonie Kfar Azar in der Scharon-Ebene ist heftig beschossen worden. Zahlreiche Kugel drangen in die Häuser der Siedlung ein. Jüdische Hilfspolizisten erwiderten das Feuer und vertrieben die Angreifer. Im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem explodierte eine primitive Bombe, ohne Schaden anzurichten. Die beiden Juden, die in der Nähe der Polizeibtationheim Joffator in der Jerusalemer Altstadt angeschossen wurden, sind der 26jährige Nathan Jairi und der 33-jährige Joseph Schimon. Schimons Zustand ist bedenklich. JERUSALEM. Reuter meldet, dass zwei Juden, denen einer Polizist ist, den Verletzungen, die sie bei Beschiessung jüdischer Autobusse durch arabische Terroristen erlitten haben, heute erlegen sind- Bei Attentaten in Jerusalem wurden wie״ derum zwei Juden, auf der Sirasse Jerusalem-Jaffa ein Jude verletzt. — 232 - wünschest? Frage doch Hadrian, der wird Dir besser Auskunft darüber zu geben vermögen.“ ״Ich will Dir etwas anvertrauen. Der Kaiser hat mir mitgeteilt, daß es seine Absicht ist, mich als seinen Sohn zu adoptieren und zu seinem Nachfolger zu ernennen." Verus erschrak. Wie richtig hatte Sabina geurteilt! Der feingebildete Hofmann, in allen Künsten der Verstellung erfahren, bemeisterte schnell das Gefühl tiefer Bitterkeit, das in ihm aufstieg. Freundlich sprach er zu seinem Begleiter : »Da muß man Dir ja Glück wünschen, Antinous!“ ״Das möchte ich eben von Dir wissen, ob es ein Glück sei, Kaiser zu sein.“ ״Ob es ein Glück sei? Es gibt für aufstrebende Geister kein größeres Glück als die höchste Herrschaft zu erringen, ein G-tt dieser Erde zu sein, die ganze Welt zu seinen Füßen zu wissen, der ganzen Welt zu gebieten und sie zu beherrschen. Aber nicht jeder ist dieser großen Aufgabe gewachsen. Für kleine Geister wäre die Herrschaft eine Last, die sie elend und unglücklich machen würde.“ ״Erkläre mir das.“ ״Ein Kaiser muß vor allem ein Kriegsheld sein. Er muß sich an die Spitze seiner Heere stellen können, um die Feinde zu besiegen und zu unterjochen, und den Ruhm des Reiches zu vermehren und seinen Glanz zu erhöhen. Kann er das nicht, so sinkt er im Ansehen, und die ehrgeizigen Heerführer werden die Herzen der Soldaten für sich gewinnen, um ihn zu stürzen. Könntest Du, Antinous, eine Armee ins Feld führen, Pläne erdenken, Schlachten ersinnen, des Feindes Gedanken erraten?« »Nimmermehr!« ״Ein Kaiser muß ein großer Menschenkenner sein. Er muss die Herzen derer prüfen, die ihn umgeben, ob sie ihm treu ge6innt seien, muss Wahrheit von Falschheit, Aufrichtigkeit und Li«ke von Heuchelei zu unterscheiden wissen. — 229 — Das Herz des Prätors jubelte auf vor Freude. Durch des Kaisers eigenen Auftrag wurde ihm die Handhabe geboten, den ihm im Weg stehenden Günstling unschädlich zu machen. Hadrian ließ Antinous herbeirufen, und sprach zu ihm; ״Mein geliebter Antinous, ich werde während meines Aufenthaltes in Alexandria durch die Staatsgeschäfte sehr in Anspruch genommen sein; mein Verwandter, der Prätor Lucius Aurelius Verus, wird die Güte haben, Dir diese schöne große Stadt za zeigen, ihre Paläste und Tempel und ihre Vergnügungsorte. Benutze die Zeit und sorge für Deine Erheiterung, damit der Zug von Schwermut und Trauer, der sich auf Dein Götterantlitz gelagert hat, verschwinde.“ Der Kaiser entfernte sich. Verus und Antinous wäre ב allein. ״Mein Antinous,“ sagte der Prätor, ״ich zählte Dich bisher nicht zu meinen besonderen Freunden, aber wir tei len doch eine große Empfindung: Wir lieben beide den Kaiser.“ »Ich liebe ihn sicher,« entgegnete der Günstling. ״Nun wohl,“ antwortete Veras, ״so muß es Dir wie mir am Herzen liegen, dem Kaiser die Ruhe und Heiterkeit zu erhalten, die ihn befähigen, die schweren Sorgen der Regierung zu tragen. Der Kaiser liebt Dich gar zu sehr, und Du mußt ihm ein freundliches Antlitz entgegentragen. Das kannst Du aber nur, wenn Du Dir selbst im frohen Genusse den Frohsinn des Herzens verschafft. Ich bin ein Schüler des Epikur, der uns lehrt, den frohen Augenblick froh zu genießen. Folge mir; ich will Dich lehren, heiter zu sein im Kreise heiterer Freunde und Freundinnen.“ Und Antinous folgte. Er leerte unter Verus Leitung den Becher der Freude bis auf die Hefe; er suchte und fand Genüsse allerlei Art; aber jedem Genüsse folgte die Dr» M. Lehman: *AKJBA* 55

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