Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 1 (6.1.1938)
- Date
- 1938-01-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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3 DIE LAGE IN Ein Raubermord in Tel - Aviv EIN ALTES EHEPAAR ERMORDET. Jerusalem, 30 Dez. In der Nacht auf Sonntag den 26. Dez. wurde im Cerurum der Stadt Tel-Aviv an einem alten Ehepaar ein ruchloser Raubmord verübt, dessen gleichen die jüdische Stadt seit ihrem Bestände nicht zu verzeichnen hat. Im Hause No. 107 der Achad Haam Gasse wohnte seit kurzer Zeit Samuel Louis sammt Frau in einer aus 5 Zimmer und Nebenräume bestehende Wohnung. Der Mann war 78 Jahre die Frau 70. Sie kamen ins Land von Neuseeland vor etwa 11 Jahre. Sonntag früh einige Minuten nach 7 Uhr kam die Hausangestellte Frau Rubinstein gewohnheitsgemäss ins Haus und wollte mit den Schlüssel die rückwertige Eingangstür öffnen. Zu ihrem Erstaunen fand sie die Tür mit den Schlüssei nicht verschlossen. Ebenso war die Küchentür geöffnet, wie sämtliche Türen die von der Küche in die innere Zimmer führten. In dem Zimmer herrschte eine grosse Unordnung, was die Angestellte sehr befremdete, da Frau Louis eine ordnungsliebende Frau war. In Schlafzimmer eintretend, bot sich der Haushälterin ein schrecklicher Anblick dar. Der Mann sass am Rande des Bettes, den Kopf mit der blutigen rechten Hand gestützt. Die Frau lag im Bette, welches stark mit Blut befleckt war, mit Decken bedeckt, der erste Anblick liess erkennen, dass die Frau todt ist. Vom Nachbathause, in welchem die Einwohner durch das Geschrei der Haushälterin aufgeschreckt wurden, wurde die Magen-Dovid Rettungsaktion aufgerufen, welche nach Verlauf einiger Minuten am Tatorte eintraf. Der Verwundete wurde ins Hadassaspitai“, die Frau in der Todenkammer der ״Hadassa“ überführt. Als der Mann ins Krankenhaus gebracht wurde, war er noch beim Bewusstsein. Auf der Frage jedoch, wer der Täter war, gab er keine Antwort. Nachher wurde die Operation an ihm vorgenommen. Um 2.30 nach Mitternacht ist auch Herr S. Louis den Wunden erlegen. Wie die Aerzte feststellten, ist Ursache des Todes bei beiden Schädelbruch, verursacht durch Hiebe am Kopfe mit einen stumpfen Eisenzeug, weiches auch Gehirnerschütterung hervorrief. Die Polizei leitete sofort eine strenge Untersuchung ein. 10 Personen wurden als verdächtig der Tat verhaftet, die jedoch ihr Alibi naüiweisen konnten, demnach entlassen wurden Ein Araber wurde auch verhaftet, der wurde nach Jaffa ins Gefängniss überführt. Sofort nach dem schreklichen Ereignisse wurde die in Neuseeland wohnende Tochter verständigt. Heute morgens langte die Antwort der Tochter an, in welcher sie mit der Veranstaltung des Begräbnisses die jüdische Gemeinde betraute u; d sämtliche Spesen des Leichenbegängnisses zu tragen bereit sich erklärte. Der traurige grausame Fall hat nicht nur in Tel-Aviv, sondern auch in Jerusalem riesiges Aufsehen erregt und grosse Teil« »Der Jüdische Herold« PALAESTINA. name hervorgerufen. Wie es verlautet, ist den Räubern der Raub nicht geglückt, da die offen Eiserne Kiste kein Geld enthielt. Das Ehepaar hat kein G.ld im Hause gehalten. W, A. Die Cechoslouakei unterstützt ihre Jüdische Staatsbürger in Palästina. Jerusalem. Das cechoslovakische Generalkonsulat in Jerusalem hat im Laufe vergangener Wochen an ihre hier ansässige jüdische Staatsbürger Unterstülzungen zukommen lassen. Es ist uns nicht bekannt unter welchem Titel und bis zu welcher Höhe die Unterstützungen verabreicht wurden, jedoch hat unser Berichterstatter davon Kennlniss, dass Beträge von je 2 Pfunde ausgefolgt wurden und auch für fernerhin Unterstützungen zugesagt wurden. Ein nachzuahmendes Beispiel und verdient es der jüdischen Welf kund zu tun. W. A. ״EVELING STANDARD“, PALAESTINA- TEILUNG MINDESTENS ZEHN JAHRE HINAUSGESCHOBEN. London. ״Evening Standard“ schreibt, dass man sich innerhalb der britischen Regierung nicht mehr darüber einig sei. ob Pa ästina geteilt werden soll. Eine einfiussreiche Gr uppe im Foreigen Office habe erklärt, der Widerstand in der mohammedänischen Weit gegen die Teilung sei so stark, dass man es jetzt, wo England von Deutschland, Italien und Japan bedroht sei, nicht riskieren könne, sich auch n ch im Nahen Osten Feindschaften zuzuziehen. Eden habe erklärt, er sei bereit, das Kolonienministerium zu stützen, das weiterhin an dem Teilungsplan festhält. Im Kabinett hätten jedoch Warner Unterstützung gefunden und es bestünde die Möglichkeit, dass die U.itersuchungskommission, die demnächst nach Palästina entsandt werden soll, um über die besten Methoden der Durchführung der Teilung zu berichten, Vollmachten erhalten wird, Alternativ-Vor- Schläge an Stelle der Teilung zu machen. Das Blatt meint dass in einem solchen Falle die Teilung mindestens um zehn Jahre hinausgesenoben werden würde. Soweit ״Evening Standard“. In Londoner informierten Kreisen erwartet man, dass die Regierung bereits in der nächsten Zeit eine neue offizielle Erklärung über ihre Palästina Politik veröffentlichen wild. Durch diese Erklärung würden auch die in letzter Zeit aufgetauchten Zweifel, ob die Regierung am Peel Plan festhält, geklärt werden. ״Great Pritain und athe East“ schreibt unter dem Titel: ״Geduld in Palästina“ : Gesetz und Ordnung, die die Regierung als unumgängliche Voraussetzung zur Ent- Sendung einer neuen Kommission nach Palästina gefordert hat, lassen auf sich walten. Man hatte gehofft, dass noch vor Jahresende die Lage im Heiligen Lande so weit beruhigt sein wird, dass eine eingehende Untersuchung der Möglichkeiten einer Teilung werde Platz greifen können• Theoratische Erwägungen sind eben einfacher als die praktische Durchführung• Niemand kann sagen, wann in Palästina Friede, und sei es auch nur obtrfiächlichtr Friede, wiederkehren wird. Viele Araber, die selbst mit dem Terror nichts zu tun 3 ווא? דיא יודישע רענירונג אפערט פערלאננען ווירד אויף 000 0* טי־ייתים! אי־נציגמר טלית פאבריק pp זאלל אפעיירען דא ד־א יייסרט אפערט סא .צמר■ וררד בעשטימט בעשטעגייגט, דען איילע יודען דעו־ גאנצייר יועלט יייססטן שדן׳ דאס דיא פיייסטעז אוכד שענסטע טל־תים ל־עפעדט אם ביליגסטען ד• א גיעסכטע טל־ת פאבר־ק .צ ט ר* א*ן קא־עיצע TALLSFABRIK ״CEMER“ GEBRÜDER Z S U P N I K, KOSICE דארגי זעליסט מרהנגלטליך אלנער סאיטען ססריס פאן אלף בית ביו א ש״ס תפילין׳ מוחית אונד אללעס וואש נעכננרט צו ספרים בראכזש צו דיא ביליגסטע ענגרר פרי־וע. haben, versichern, dass dies noch lange Zeit dauern wird. Inzwischen haben jene Juden, die der Ansicht sind, dass für ihr Volk der Status einer dauernden Minderheit in einem ungeteilten Palästina besser ist als ein geteiltes Heiliges Land, mindestens die Möglichkeit, mit den Arabern in Verhandlungen zu treten.“ Ein!Jude wegen angeblicher Erschies■ sung zweier Araber angeklagt. Jerusalem. Jedidia Lok, der vor dem Untersuchungsrichter in Jerusalem wegen angeblicher Erschiessung von zwei Arabern im Beth- Israel-Viertel von Jerusalem am 14. November sich zu verantworten hatte, wurde dem Kriminalgericht zur Aburteilung überwiesen, nachdem der Richter erklärt hatte, dass er nicht in der Lage sei, die Behauptungen des arabischen Staatsanwalts> sowie die Aussagen arabischer Zeugen auf ihre Warheit zu prüfen. Neun Juden aus Karkur und Chedera, die im September zu drei Monaten Internierung im Akkoer Konzentrationslager verurteilt wurden, sind aus dem Konzentrationslager entlassen worden. Der in Akko internierte J. L. Schnieurson ist auf freien Fuss gesetzt worden, nachdem er sich verpflichten musste, seinem ständigen Wohnsitz in Safed zu nehmen. Schnieurson, der vor einiger Zeit bei einem Zusammenstoss in der Nähe der Klagamauer schwer verletzt worden war, ist von den erlittenen Verletzungen noch nicht wieder voll genesen. Jerusalem. Nach 43 Stunden Ruhe im Lande hat am Sonntag wieder eine Serie von Terrorakten begonnen. In der Alfstadt von Jerusalem wurden zwei Juden von Terroristen angeschossen. Auf einen jüdischen Autobus, der sich auf der Fahrt in die Jerusalemer Vorstadt Beth Hakerem befand, wurden mehrere Schüsse abgegeben. Die Kolonie Newe Jakob ist eine halbe Stende lang heftig beschossen worden. Es wurden 150 Schüsse abgegeben. Man nimmt an, dass der Anschlag der palestinensischen Radiosendestation galt. Polizei und Hilfspolizisten, verstärkt durch Militär, erwiderten das Feuer. Die Röhrenleitung der Iraq Petroleum Company ist neuerdings beschädigt worden, des ausfliessende Oel wurde in Brand gesteckt, Ein Araber, der der Täterschaft beschuldigt war, ist vom Militärgericht zum Tode verurteilt worden!