Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 1 (6.1.1938)
- Date
- 1938-01-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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2 »Der Jüdische Herold* 2 Weltkongresses hat demgemäss beschlos- 8en, alle aus der Situation sich ergebenden Schritte ohne Zögern und auf inter״ nationaler Basis zu ergreifen. Das Komitee hat sich insbesondere an die englische und an die französische Regierung,* deren Länder Signatare des Minderheitenvei träges sind, sowie an den Generalsekretär des Völkerbundes mit einem entsprechenden Ersuchen gewandt. In den Kreisen des Jüdischen Weltkongresses glaubt man, dass unter den erwähnten Umständen eine Aussprache über das Schicksal der jüdischen Minderheit in Rumänien auf der nächsten Tagung des Vöikerbundsrates am 17. Januar 1938 nicht gut wird vermieden werden kö nen. In anderen Genfer Kreisen weist man darauf hin, dass seinerzeit anlässlich des in Rumänien geplant gewesenen Gesetzes zum Schutze der nationalen Arbeit die blosse Ankündigung eines Einspruchs seitens der ungarischen Minderheit in Rumänien genügt hat, um das Gesetz nicht zur Annahme gelangen zu lassen. Der Initiator des Gesetzes, der fiühere Handelsminister Valer Pop, hatte sich statt eines Gesetzes damit begnügt, den Handels- und Industriebetrieben zu ״empfehlen“, ihre den jüdischen und den anderen Minderheiten angehörenden Angestellten bis zu einem gewissen Prozentsatz zu entlassen und durch reinblüt.ge Rumänen zu er setzen. PARIS. Dem JTA-Vertrer wird aus autoritativer Quelle mitgeteilt, die franzö־ sische Regierung habe beschlossen, die rumänische Regierung davon zu verständigen, dass sie im Völkerbund jede Aktion gegen geplante Ausnahmegesetze gegen die Juden seitens Rumäniens, die eine Verletzung der von Rumänien eingegangenen Minderheitenverpfiichtungen darstellen würde, unterstützen werde. Bestürzung unter der jüdischen Beuöl« kerung Rumäniens. Paris. Havas meldet aus Bukarest, dass die Bestürzung unter der jüdischen Bevölkerung Rumäniens wegen der antijüdischen Massnahmen der neuen Regierung sehr gross sei. Pariser Zeitungen melden aus Bukarest, dass die Vorgänge bei den Juden Rumäniens eine Panik hervorgerufen haben. Am Freitag abend waren alle Synagogen in Bukarest und in anderen Städten überfüllt von Andächtigen, es wurden Gebete gesprochen, die nur in Zeiten grosser Gefahren für das Judentum in den G־ttesdienst eiligefügt werden. Das jüdische Geschäft liege danieder, da die jüdischen Finnen Aufträge nicht mehr vergeben können und solche auch nicht bekommen. BUKAREST. Aus Anlass des Neujahrs empfing König Carol im Thronsaal in Gegenwart des Prinzen Michael den Ministerpräsidenten Goga und die Mitglieder der Regierung, die ihm die Glückwünsche überbrachten. In seiner Dankrede sagte der König: ״Wir sind ein Volk, das ein Recht auf Leben hat, das ab r -- wie dies unsere Geschichte beweist — sich immer dessen bewusst war, dass dieses Recht keineswegs die Unterdrückung der anderen bedeutet.“ Aus Anlass der Feiertage hat König Carol den jüdischen Gemeinden in Bukarest und in Jassy Geldgeschenke zur Verteilung unter arme jüdische Kinder Überwiesen. NACHRICHTEN KALENDER. פרשת בא הפט' הדבר אשר דברי שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4.00 Schabbos-Ausgang 5.10 םישת בשלה ש‘ ש־רה הפט׳ ודבורה שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4-05 Schabbos-Ausgang 5.15 TODESFALL. IN Hlohovec verschied im hohen Alter von 92 Jahren Heir Sigmund Goldmann, Oberrabbiner Schwv.r/. hielt an der Bahre eine ergreifende, schöne Rede, nach ihm sprach ein Neffe des Verblichenen, Herr Max Goldmann aus Trnava, der durch einen tiefgefühlten Ausdruck eines treuernden Herzens bei der Trauergemeinde tiefen Endruck machte. TOPOLCANY. Sonntag starb plölzlieh einer der angesehnsten Bale Batim unserer Gemeinde R’ Abrohom Gellis im Altei von 66 Jahren. Der Verstorbene war ein grosser ehrlicher Jüd und mdakdeck Brnitzwos, er hinterliess 8 Kinder. Herr Oberrabbiner Weiss hielt eine erschütternde Treuerrede. DIE UNGARLAEND1SCHE ORTHODOXIE BLEIBT AUSSERHALB DER AGUDA. Budapest. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Orthodoxen Landeskanzlei Samuel Kahan-Frankl hielt das orth. Zentral-Komitee eine Sitzung ab, an der zahlreiche geistliche und weltliche Mitglieder aus Hauptstadt unef Provinz teilnahmen. Den Referaten des Präsidenten und des Rechtskonsulenten Dr. Emmerich Rein r ist zu entnehmen : Im Zusammenhang mit den Razzien wurde der Leitung d'r Landeskanziei für die schnelle Hiife mit der sie den betroffenen Glaubensbrüdern beistand, gedankt. Im Bewusstsein seines Verantwortungsgefühis und der wahren Schlage stellte das Komitee fest, dass die Fremdenrazzien dem Lande nicht zum Nutzen gereichen. Dr. Reiner unterbreitete einen von Desider Korein eingebrachten und von 69 Mitgliedern der Landesrepräsentanz unterzeichneten Antrag betreffend die Errichtung eines orth. Landes-soziaiamtes. Zur Prüfung der Verwirklichung dieses Pianes wurde ein Unterausschuss eingesetzt. Nach eingehender Debatte entschied man sich für den bisherigen Standpunkt der ungarischen Orthodoxie, wonach diese sich nur im Prinzip und universell der Agudas Jisroel anschliesst den Beitritt von Gemeinden und Einzelpersonen, sowie die Bildung von Lokaigruppen aber missbilügt. In dem laufenden Schmnto-Jahre soll die Einhaltung der diesbezüglichen Religionsvorschriften in Ertz Jisroel, gemäss dem Beispiel der gesetzesireuen Juden in den übrigen Ländern, auch tür die ungarländische Orthodoxie ermöglicht werden. Ferner teilte das Zentralbüro mit, dass laut Beschluss des Rabbinats zur Wahrung der Reinhaltung des Familienlebens demnächst ein Werk ״Taharas Hamispocho“ erscheinen werde. Unter dem Vorsitz des Budapester Gemeindevorsitzenden und Präsidenten des Finanzausschusses Oberregierungsrat Abraham v. Freudiger wurde dem Präsidenten der Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen. Ein Schnupfen dauert 9 Tage, sagt man. Welch eine unangenehme Zeit! Sie sind missmutig und verdrossen. Ihre Tagesarbeit leidet unter Ihrer körperlichen In disposition. Deshalb empfinden Sie die Nachteile dieser Erkrankung noch viel länger, auch dann, wenn Sie keine schlimmeren Folgen hatte. Setzen Sie sich solchen Unannehmlichkeiten nicht aus Für Ihre Gesundheit ist Abhärtung geboten durch regelmässige Körpermassage mit A L P A Franzbranntwein. Achten Sie beim Einkäufe darauf, dass Sie wirklich Alpa bekommen! Keine neuen jüdischen Konfektionshäuser mehr in Berlin. Prag. Das Reichs- Wirtschaftsministerium gab soeben einen Erlass heraus, dem zufolge in Berlin, welches bisher der Hauptsitz der deutschen Konfektionsbranche gewesen ist, neue Konfektionshäuser nur mit besonderer Bewiiligung des Reichswirschaftsministeriums errichtet werden können. Juden werden von der Bewilligung zur Eröffnung neuer Konfektionshäuser in Berlin grundsätzlich ausgeschlossen. fluch üugoslapien sperrf Grenzen ge■ gen rumänisch jüdische Flüchtlinge. Belgrad. Der jugoslavische Innenminister hat im Hinblick auf d e antijüiische Politik der neuen rumänischen R.gierung die Grenzbehörden angewiesen, jüdische Flüchtlinge aus Rumänien am Betreten jugoslavischen Bodens zu verhindern. Bekanntlieh hat die bulgarische Regierung eine gleiche Verfügung getroffen; hingegen wird aus Kreisen der Wiener Bundesregierung erklärt, dass das im österreichischen Bundesstaat geplante .maifenthaltsgesetz für Ausländer, wonach jeder fremde Staatsbürger, der länger als ein halbes Jahr in Oesterreich weilt, für den weiteren Aufenthalt eine Bewilligung einzuholen hat, in keinem Zusammenhang mit den jüngsten Vorgängen in Rumänien steht. JERUSALEM, Der bei dem Feuerüberfall auf einen Autobus der Egged- Gesellschaft 15 Meilen von Jaffa am Donnerstag verletzte jüdische Passagier Jechiel Efroni ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Efroni kam 1922 nach Palästina. Er war Regierungsingenieur. (—) nie wieder- Grippe I Das sagt Jeder, der sie einmal hat, der itire Leiden gefühlt um Arbeitskraft und Gesundheit gebangt hat! Aber mit dem Sagen allein ist’s nicht getan: Sie müssen auch etwas tun! Spülen Sie täglich Ihren Mund mit ein paar Tropfen Aipa-Franzbranritwein, in Wasser gelöst, und massieren Sie Ihren Körper mit ״Alpa“! Dann kann die Grippe Ihnen nichts anhaben, dann sind Sie frisch, geslärkt gesund! Darum empfiehlt auch der Arzt ״Alpa“ J