Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 1 (6.1.1938)
- Date
- 1938-01-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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■' ־*» # r/״■ Knlhovr>a 18 ״ibCi^ obce V8I&. Praha V. unABHflnoioes orthodoxes 0 r g a n Mit der Übernahm« von 3 Blätter Ist das Abonnement anerkannt. K»>vk»o׳vi pofoMt *iadBIrfti«*■ אסי Wcfnfov « Bntislm, ärio 1MT9 iiL M. Fodavaci poät. ürad 0> Streda. REDAKTION und ADMINISTRATION ABONNEM6NTSPREISE: ERSCHEINT Inland Ausland DUNAJSKÄ STREDA ]EDEN DONNERSTAG. Ganzjährig Ki1. 50.— 70.— Halbjährig 35 -.25 ״ - TELEFON 74. Vierteljährig ., 13* - 18.— NUMMER 1. (654.) 6 Jänner 193S דונאשעי־יאהעל' ד' שנט תיצ׳ח m G. XIV. JAHRGANG Die ersten Massnahmen des neuen Regimes in Rumänien. Bukarest, Die Regierung Goga-Cuza hat bereits die ersten tiefgreifenden Massnahmen zur Durchführ ung des Programms der National Christlichen Partei ergriffen; sie hat 61 Präfekten (politischadministrative Leiter der einzelnen Amtsbezirke) abgesetzt und an ihrer Stelle Personen ernannt, die Anhänger der National Christlichen Parteirichtung sind. In der gleichen Weise Wurden die Komitatspräsidenten ausgewechselt. Die grossen demokratischen Zeitungen ״Dimineatza“, ״Adeverul“ und ״Lupta“ wurden verständigt, dass sie nicht weiter erscheinen dürfen. Das Goga nahestehende, im Titelköpf ein Hakenkreuz zeigende Blatt ״Po runca Vremii“ zeigt an, dass weitere Massnahrru. n gegen die Presse zu erwar* ten seien. Den jüdisch komunistischen Schriftleitern werde ihr Handwerk ein für allemal unmöglich gemacht werden. Weiter kündigt das Blatt an : 1. Alle Juden gehörenden Zeitungen werden verboten werden 2. Jüdischen Journalisten wird es verboten sein, an rumänischen Zeitungen mitzuarbeiten. Rumänischer Handel und Industrie werden in der Weise nationalisiert werden, dass mindestens 90 Prozent der Beschäftigten sich aus reinblütigen Rumänen rekrutieren werden und mindestens 50 Prozent des investierten Kapitals rumänisch sein wird. Firmen welche diesen Bestimmungen nicht nachkommen werden, wer״ den der Liquidierung verfallen Grosses Aufsehen erregte insbesondere die Bestellung des früheren radikal antisemitischen Abgeordneteten Nicola Robu zum Präsidenten des Komitats Cernauti (Czernovitz), das eine grosse Judengemeinde beherbergt, Ais vor einiger Zeit der Landesrabbiner des Altreichs, Senator Dr. Niemirower, auf Einladung des griechisch orthodoxen Patriarchen nach Czernovitz kam, um an der Jubiläumsfeier für den Patriarchen teil zunehmen, stellte sich dem Landesrabbiner afti Eingang zum Erzbischöflichen Palais Robu in den Weg und verwehrte ihm das Betreten des Gebäudes Später entschuldigte sich deswegen der Patriarch bei dem Rabbiner. Robu wurde mit der Reorganisierung der halbmilitärischen Verbände der National Christlichen Partei im ganzen Reiche betraut. ERSTE AUTHENTISCHE AEUSSE- RUNG GOGAS UEBER DIE JUDEN- POLITIK DER REGIERUNG. London 31. Dezember. ״Evening Standard“ rief gestern den neuen rumänischen Ministerpräsidenten Goga telephonisch an und erhielt von ihm u. a• folgende Erklärungen über sein Prog ramm. Der Gru dton meiner Pläne lautet: Rumänien für die Rumänen. Das Land wird wieder unserem Volke gehören und nicht den 10.030 ausländischen, polnischen und russischen Juden, die es seit dem Kriege überflutet haben. Wir sind i!u Prinzip gahrE and gar^nicht afr־־ tisemitisch. Wir hassen die Juden keineswegs, aber wir sind entschlossen, die Industrie, den Handel und die geistige Berufe von dem Ausländermonopol zu befreien, das unsere eigenen Staatsbürger verdrängt hat. Ausländische Juden kontrollieren heute die grundlegenden Industrien, wie z. B. Eisen, Kohle und Oel und überschwemmen alle geistigen Berufe des Landes. Ich beabsichtige, sie aus diesen Positionen hinauszüwerfen und wieder Rumänen an ihre Stelle zu setzen. Wir werden die Industrie nach dem Muster faschistischer Prinzipien organisieren, obgleich wir sonst keine besonderen Aenlichkeiten mit diesen Sysfernen haben. Weiter erklärte Goga : Ich möchte jene tendenziösen Gerüchte widerlegen, die im Auslande darüber verbreitet worden sind, dass wir die Absicht hätten, alle jüdischen Staatsbeamten zu entlassen. Hs gibt keine jüdischen Staatsbeamten in Rumänien. Bukarest 31. Dezember. ״Porunca Vremii“ berichtet, dass eine Gruppe von 100 nationalchristlichen Sturmtrupplern bereits die Instruktion erhalten hat, die verschiedenen Regierungsdepartments zu inspizieren, um herauszufinden, ob und welche jüdischen Mittelmänner Geschäfte mit den Behörden tätigen. Prag 31. Dezember. Die reichsdeutsche Presse und das Prager Henlein Organ Die Zeit berichten aus Bukarest, da^s das Gesundheitsministerium eine Überprüfung aller ärztlichen Doktordipiome plant, um festzustellen, ob die jüdischen Aerzte ihre Diplome auf rechtmassige Weise erworben haben. Weiter melden diese Zeitungen : Durch eine neuerliche Verfügung sind am Donnerstag, 30 Dezember, allen jüdischen Journalisten die Freifahrtausweise auf der Eisenbahn entzogen worden. Im Zuge der Säuberung der Presse von Juden ist an Stelle des jüdischen Direktors Hurtig der Schriftleiter Cucu zum Direktor der halbamtlichen Telegraphen Agentur Rador ernannt worden. Verfügungen des Arbeitsministers Cu;a. Bukarest. Wie der ״Timpul“ meldet, hat der Arbeitsminister Cuza den Auftrag gegeben, Ausländern welche durch rumänische Spezialisten ersetzt werden können, die AüfenthalisbewilHgung zu entziehen. Wie das Blatt weiter meldet, soll die Ausübung des Journalistenberufes reglementiert werden. Zweck dieser Massnahme ist, dass sich die rumänische Presse ausschliesslich rumänischer Journalisten bedienen soll. Die Minderheitenpresse soll vollkommen unabhängig bleiben, so dass deutsche Zeitungen von deutschen, russische Zeitungen von russischen, ungarische Zeitungen von ungarischen Journalisten ge־ schrieben werden sollen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf wird in kürzester Frist Staatssekretär Hodos, der als zukünftiger Propagandaminister genannt wird, ausarbeiten. Wie der ״Curentui“ dazu meldet, wird dieses Gesetz bereits in den nächsten Tagen durch ein Regierungsdekret erlassen werden. GENF. 3. Januar. Die vom rumänischen Ministerpi äsidenten Octavian Goga angekündigte Ausnahmebehandiung der Juden in Rumänien vermittels Ausnahmegesetze hat in den Kreisen des Jüdischen Weltkongresses, dessen Organisation mehr als sieben Millionen Juden in der ganzen Welt repräsentiert, starke Erregung und Besorgnis hervorgerufen. Nach Meinung des Jüdischen Weitkongresses würde eine Durchführung der angekündigten Massnahmen eine offenkundige Verletzung des von Rumänien am 9. Dezember 1919 Unterzeichneten und vom Völkerbund garantierten Minderheiten- Vertrages bedeuten; dieser Vertrag macht es allen Mitgliedern des Völkerbundsrates zur Pflicht, den Schutz der Minderheiten in Rumänien zu garantieren. Das Executivkomilee d§s Jüdischen i t