Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 49 (30.12.1937)
- Date
- 1937-12-30
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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4 »Der Jüdische Herold« 4 Tekopske-Sarluhy. Hier ist ein Sefer- Teuromäntchen mit der Aufschrift היים זאב ר^דגאי und ein Paar Tfilin mit der Aufschrift די׳ם תרצ׳ה verloren gegangen. Der erliche Finder wird belohnt, K0S1CE, In letzterer Zeit wurde wahrgenommen dass illegale Personen als Mitglieder des Rabbinates figurierten. Nun wurde die Anordnung des Herrn Oberrabbiners affichiert dass nunmehr ausschliesslich folgende Dajonim zu fungieren haben : Die Herren Rabbiner S. Jungreisz, n. j. Rabbiner H. Pack, n. j. Rabbiner I. Friedman n. j. andere Personen auch jene die mit התרת הראה versehen sind, dürfen nicht fungiren da sonst ihre הוראה als null u. nicht deklariert wird. S. B. Weitere Sudenperfolgungen ln Danzig. Warschau. Täglich treffen in Warschau jüdische Flüchtlinge aus Danzig ein. Es handelt sich vorwiegend um polnische Staatsangehörige, die seit langem in Danzig gelebt haben und dort als Kaufleute, Handwerker usw. tätig gewesen sind. In Danzig kommt es immer wieder zu Ueberfällen auf Juden. Der seitens der Danziger Regierung auf die Juden ausgeübte administrative Druck dauert unvermindert fort. Jüdische Geschäftsleute, die nicht in der Lage sind, die speziell ihnen auferlegtea hohen Steuern zu entrichten, werden aufgefordert, unverzüglieh das Staatsgebiet zu verlassen. WIEN. In der Nacht zu Dienstag, 28. Dezember, wurden im 13. Wiener Gemeindebezirk in der Hietzinger Hauptstrasse sämtliche Auslagenfenster des Strumpfwarenhauses Bernhard Schön eingeschlagen. Desgleichen wurden in einigen kleineren benachbarten jüdischen Geschäften die Fensterscheiben zertrümmert. Als Täter wurde der beschäftigungslose Anton Abt verhaftet. Abt ist Mitglied der illegalen nationalsozialistischen Partei. 55 Polnische Hochschulprolessoren gegen Hochschulghetto. Warschau. 55 Professoren der Universitäten in Warschau, Wilna und Posen haben einen Protest gegen das Hochschulyhetlo veröffentlicht. Die Einführung von Ghettobänken wird darin ״ein schwerer Schlag gegen die polnische Kultur und eine grosse Gefahr für deren Zukunft“ genannt. Die Unterzeichneten laden alle anderen Professoren ein, sich ihrem Protest auzuschliessen. ״Hausmittel“ sind nicht zu unterschät• zen! Sie beruhen meist auf jahrhundertalten Erfahrungen und letzten Endes geht ja auch die Zusammensetzung aller moder* nen Präparate auf die längsterprobte Wirkung solcher Mittel zurück! Mit Recht wird darum | ein guter Franzbranntwein, also der Alpa-Franzbraun!wein, hochgeschäizt: als Einreibung^- und Massagemittel, als Desinfektion- und Schmerzberuhigungsmittel leistet er in zahlreichen Fällen ganz ausserordentlich wertvolle Dienste! Verlangen Sie Alpa-Franzbranntwein nur in Originalflaschen mit Plombe. Ausgewogenen Alpa gibt es nicht. BELGRAD. Der Präsident des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in Jugoslavien, Dr, Friedrich Pops, und Generalsekräter S. Spitzer, führten bei Justizminister Mi'än Simonovk Beschwerde über die Hetzpropaganda, die in letzter Zeit gegen die jüdische Bevölkerung betrieben wird, und ersuchten den Minister, Schritte gegen jene Kreise zu unternehmen, die das friedliche Zusammenleben der Bürger des Landes zu stören versuchen. Der Minister versprach, alle Massnahmen zu ergreifen, damit diesem Treiben ein Ende gesetzt werde und sich eine ähnliche Hetzkampagne in Zukunft nicht wiederhole, ln Zagreb wurde eine Zweigorganisation der Harand- Bew gung für Jugoslavien gegründet. An ihrer Spitze steht die slovenische Dichterin Roza Lucija Petelinova und die Herausgeberin der Zeitschrift ״Pravedaost“, Stefanija Hajdinska. Kombination Liberale und Cuza*~artei wieder im Vordergrund. Bukarest. Die Sensation der rumänischen Hauptstadt bilden die unerwartete Rückkehr des Königs Carol aus Sinaja, wo er bis Januar zu verbleiben gedachte, nach Bukarest und der Empfang des Fünrers der radikal-antisemitischen Christlichnationalen Partei, Octavian Goga, durch den König. In informierten Kreisen verlautet, dass es zwischen dem König uud Goga zu einem bedeufsamen Ge ptäch kam; Goga habe gleich nach der Audienz den obersten Vorsitzenden der Paitei, den Apostoi der rumäni. sehen Antisemiten, A. C. Cuza, telegrafisch aus Jassy nach Bukarest gebeten. Offenbar liegt hier ein Versuch vor, eine Kegierungskoalition von Liberalen und Christichnationalen vorzubereiten. Beide Parteien dürften zusammen nur etwa 190 Kammersitze erhalten haben; für diese Kombination kämen nocu die Partei Vaida Voevods, des Verfechters des Numerus vallabhicus, und ewentuell auch die Gruppe Georghe Bratianus in Betracht. Diese vier — übrigens innerlich uneinigen — Gruppen würden eine knappe Regierungsmehrheit bilden. In den politischen Kreisen Bukarests glaubt man nicht, dass diese Kombination leicht verwirklicht werden könnte, da abgesehen von der extrem radikalen innerpoiitischen Haltung der Cuza Partei — bekannt ist auch, dass Cuza einer totalen Entrechtung und wirtschaftlichen Depossedierung der Juden das Wort redet — auch die aussenpoiitisene Situation Rumäaie: s durch eine Verbindung rnit Goga Cuza, die konsequente Bewunderer Adolf Hitlers sind, ausserordentlicn belastet Werden würde. Die 3uden im neuen rumänischen Par■ lament nicht pertreten. Bukarest. Die Zentra.wahlkominissiori in Bukarest hat folgende amtliche Mitteilung ausgegeben. Die Berechnungen der von den Parteien, welche im ganzen Lande zwei Prozent nicht erreicht haben, erhalten kein Maadat. Gemäss dieser amtlichen Verlautbarung wird die Jüdische Reichspa tei, die 1,7 Prozent der Gesa(r;t6tim1TH»n im Reich auf sich verainigt hat und gemäss der Proportion ein Recht auf 4 Mandate gehabt hätte, ohne Mandat im Parlament bleioen. Da die kleine Paitt-ion leer ausgehen, erhöht sich die Zahl der Mandate der grösseren Parteien. Die Partei ״Ailes fürs Vaterland“ (Eiserne Q*rde) erhält rune 70, die Christlichnationaie Partei (Cuza Goga) etwa 40 Sitze. Die antisemitische Front hat damit im rumanischen Parlament eine nichtgeahnte Stärke erreicht. Feuerüberfall auf einen jüdischen Hufobus zwischen Tel HpIp und 3erusaiem. Jerusalem. Ein Autobus der ״Egged“• Gesellschaft ist auf der Fahrt von Tel Aviv nach Jerusalem. 17 Kilometer von der Polizeistation Abi Gosch entfernt, von Terraristen beschossen worden. Der 26jährige Passagier Rafael Jawne und der 34jährige Chauffeur Lupu Grossmann wurden verletzt. Die Kolonien Mischmar Hajarden an der transjordanischen Grenze und Newe Jakob bei Jerusalem sind heftig beschossen worden. Jüdische Hilfspolizisten erwiderten das F^ur und vertrieben die Angreifer. In der Umgebung von Jerusalem wurden vereinzelt Schüsse abgegeben. In Hebron explodierte eine Ländmine. Über Tuikarem wurde im Hinblick auf die gespannte Lage in der Stadt und auf die Zusammenstöse zwischen Militär und Terroristen in der Umgebung der Stadt der Ausnahmezustand verhängt. Auf der Strasse Jaffa-Jerusalem w rden .sämtliche durchfarenden Autos u d Wagen von Militär nach Waffen durchsucut. K0S1CE Der neugegründet S.fardin Verein, der von angesehene Bne Torah sich gegründet wurde ist im starken Aufschwunge begriffen sowohl geistig als materiell. Die Räumlichkeiten sind schon eng u. man ist entschossen neue Lokale zu schaffen, auch wird ein Magid demnächst engagiert werden, was allgemein gewünscht wird. S. B. UNGARISCHE CE n 0 R URenoH B E I LEOPOLQ ßOCOalEin DUN. STREDA ERHÄLTLICH BROCH1ERT Kö 40- LEIN WAND BAND Kc 50— PRACHTHALBLEDERBAND Kc 60— Gemeinde Vorsfandswahl. In Sala wurde im Vorstande folgende gewählt. Präses : Desider Mencel, Viceptäses: Julius Kollmann und Rudolf Kohn, Kassier: Simon Kallisch, Kontrollor: Julius Blau, Beisitzende : David Donath, Simon Gansl, Jakob Kollman, Robert Kalisch. Tempelvorsteher : Simon Weinreb und Salamon Bernat, Finanzkom.: Abraham Stark, Geza Kohn und Ignac Weisz, Bekleidungssekx.: Geza D6nes, Josef Grünwald und Julius Kollmann, Armenabfert. : Wilhelm Goldstein, Simon Kt lisch und Simon Weinreb.