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Der jüdische Herold · 1937-12-23 · 48 (23.12.1937) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
48 (23.12.1937)
Date
1937-12-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Hungarian
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3 »Der Jüdische Herold« 3 JERUSALEM, 21 Dezember. Auf den •7jährigen aus Deutschland efngewanderten Werner Less sind, ais er auf d m Fahrrad von Schechunat Hapoalim Milch nach Jerusalem brachte, in der Nähe der Jerusalemer Vorstadt Beth Hakerem aus dem Hinterhalt mehrere Schüsse abgeben worden, die Less in Herz und Kopf trafen; er war auf der Stelle tob Der 27jährige, aus Ungarn eingewanderte Schlomo Bin Nur, ein jüdischer Hilfspolizist aus Kfar Hittin, wurde, als er in der Umgebung der Kolonie zu Pferde patrouillierte, von einer Araberbande über» fallen. Der Wachtposten der Kolonie sah von seinem Beobachiungsstand aus den Überfall und schlug Alarm. Als Polizei und Militär auf dem Tatort eintraten, fanden sie jedoch nurmehr das Pferd vor. Von Bin Nun fehlt bisher jede Spur. Eine jüdischer Autobus ist auf der Fahrt von Haifa nach Tiberias in der Nähe von Nazaret beschossen worden. Der jüdische Passagier Isaac Meller wurde leicht verletzt. Auf dem Marktplatzt von Haifa wur• de in einem Bazar ein arabischer Polizei• inspektor erschossen. Der Attentäter konnte unerkannt entkommen. In der Nähe des Amtsgebäudes der csl. Generalkonsulates in Jerusalem unternahmen arabische Terroristen nachts einen Angriff. Sie warfen eine Bombe und feuer• ten sechs Gewehrschüsse ab. Der älteste arabische Scheich Palästinas, Yassine Sarki, wurde verhaftet. Bei der Durchsuchung seines Hauses sollen Dokumente gefunden worden sein, die beweisen, dass Scheich Sakri mit den ins Ausland geflüchteten Araberführern in Verbindung stand. Eine Militärpatrouille entdeckte in den Dorfe Shaab an der transjordanischen Grenze ein Waffenlager, das beschlagnahmt wurde. Ein Araber wurde bei dem Versuch, zu fliehen, von der Polizei erschossen. Ein Araber, der in dem Dorfe Maidelkram gegen den Ausnahmezustand verstossen hatte, wurde von Soldaten erschossen. Er führte ein Gewehr und 25 Schuss Munition bei sich. Der Oberstkommandirende der britischen Streitkräfte in Palästina, General־ major Waveil, hat angesichts der Tatsache dass der vor einigen Tagen vom Mi״ litärgericht zum Tode verurteilte Fischer Assad Halil Shumlach aus Gaza von Verhängung der Todestrafe bei Waffenbesitz nichts gewusst hat, sowie in Anbetracht der sonst in Gaza herrschenden Ruhe und Sicherheit das Todesurteil in letzter Minute in lebenslängliches Gefängnis umgewandelt. Der Fischer wäre sonst Dienstag früh gehenkt worden. Die Leitung Iraq Petroleum Company ist in der Nähe von Kawkab el-Hawa beschädigt worden. Zwischen einer bewaffneten Bande und der Polizei kam es am Montag zu einem Zusammenstoss. Zwei Banditen wurden getötet, zwei verletzt, einer wurde verhaftet. In Hebron wurde ein Araber getötet. Zwischen Soldaten der transjordanischen Grenzwache und einer aus 20 Arabern bestehenden Gruppe einer zersprengten Bande kam es in der Nähe der syrischen Grenze zu einem Gefecht. Ein Araber wurde getötet. Bei seinem Leichnam fand man ein Gewehr deutscher Herkunft samt Munition. Eine 15köpfige Araberbande überfiel nachts drei arabische Hilfspolizisten, die bei einem Bau zwischen Akko und Schafran Wache standen. Die Angreifer steckten das Wachzelt in Brand und raubten die Waffen der Hilfpolizisten, die die Flucht ergriffen, Aus Beirut wird gemeldet, dass Nuri Pascha sich nach seiner Unterredung mit dem Jerusalemer Mufti nach dem Hedschas begeben hat. JERUSALEM. Die Verletzungen der Passagiere des jüdischen Autobusses, der auf der Fahrt von Haifa in den Emek zwisehen Nazareth und Nahalal von arabischen Terroristen schwer beschossen und mit Bomben beworfen wurde, sind gefährlicher, als man im ersten Augenblick angenommen hatte. Zwei der Schwerverletzten befinden sich in hoffnungslosem Zustand, zwei weitere schweben in Lebensgefahr. Der in der Jerusalemer Vorstadt Beth Hakerem von einem Araber durch Schüsse schwer verletzte Jude ist der 21jährige Student des Lehrerseminars in Jerusalem Schlomo Baum. Baum ist vor zwei Jahren aus Deutschland in Palästina eingewandert. Auf das Haus des Bürgermeisters von Nablus, Suleman Bei Tukan, eines Führer des arabischen Verteidigungspartei Nashashibis, und auf das Haus des arabischen Notabein Shakah wurde von arabischen Terroristen mehrere Schüsse abgegeben• Verletzt wurde niemand. In einem ausgetrockneten Bachbett bei Chedera fand man die Leiche eines Arabers, die von Kugeln durchbohrt und der die Zunge herausgeschnitten war. Man vermutet, dass der Araber wegen Verrates von Terroristen ermordet wurde. In dem in der letzten Zeit besonders unruhigen Norden Palästinas ist es, wie verlautet, zu schweren Zusammenstössen zwischen dem dort in grosser Zahl eingesetzten Militär und der Polizei einerseits und Terrorbanden andererseits gekommen. Laut bisher unbestätigen Geruchten soll es dabei auf Seiten des Militärs und der Polizei mehrere Tote gegeben haben. JERUSALEM. Arabische Terroristen versuchten, die bei Kilometerstein 7 der Strasse Jerusalem-Jaffa gelegene Brücke in der Nähe der Kolonie Motza in die Luft zu sprengen. Der Anschlag misslang. In der Nähe von Nazareth wurde auf einen jüdischen Autobus aus geringer Entfernung aus dem Hinterhalt ein schwerer Feuerüberfall verübt. Die Terroristen warfen auch eine Bombe. Zwölf jüdische Fahrgäste wurden schwer verletzt. Sie wurden ins Krankenhaus überführt. Ein zweiter Ueberfall auf einen jüdischen Autobus wurde auf der Strasse Tel Aviv-Jerusalem verübt, ohne dass jedoch jemand verletzt wurde. In der Jerusalemer Vorstadt Beth Hakerem wurde ein Jude von einem Araber schwer verletzt. Im Norden Palästinas setzen Militär und Polizei unterstützt von Flugzeugen die Fahndungen nach drei Araberbanden, die vorwiegend in der Umgebung von Safed ihr Unwesen treiben, fort. In arabischen Kreisen erhält sich das Gerücht, dass Chamed Saad, einer der Organisatoren des arabischen Terrors und Unterführer von Fauzi Kaukadyi, sich gegenwärtig in Palästina aufhält. PRAG. Vor dem Landgericht Nürnberg Fürth hatten sich sechs Juden, Schächter und Geflügelhändler, wegen rituellen Schächtens von Geflügel zu ve־ rantworten. Das Gericht verurteilte Ansbacher und Steinharter zu je neun Monaten Gefängnis, Oppenheimer zu acht Monaten, Frau Wolf zu fünf Monaten» Samfeld und Fleischmann zu je drei Monaten Gefängnis« NACHRICHTEin KALENDER, גדשת שצות הפש' הבאים ישרש שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 3.4• Schabbos-Ausgang 4.5• וישת וארא הבט, כא״ה בקבצי פבה״ח שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 3 50 Schabbos-Ausgang 5.00 QQOffipffi MIRJAM KAISER Galauta AWROHOM S’EW ECKSTEIN Törokbäiint Verlobte. NOVE MESTO NAD VAHOM. Bei der am 12 s. abgehaltenen Neuwahl aes Vorstandes des orth. isr. Kultusgemeinde wurden gewählt : Präses Josef Lichtenberg, Vizepräses Ignäc Braun Kassier Filip Steiner Kontr. Alex, Bernfeld. Bei dieser Gelegenheit wurde hervorgehoben, dass unser Gemeindediener Moritz Goldberger sich sehr bemüht die Armen, welche über Schabbes herkommen sie mit Kost zu versehen. Er bestrebt sich nach seinem besten können diese reichlich zu versorgen, es möge ihm gegönt sein da er jetzt 65 Jahre alt wird, bis 120 Jahre bei voller Gesundheit das zu tun. JÜDISCHER DORFHAENDLER IN POLEN ERMORDET. Warschau. Auf der Strasse Lomza-Szczucin fand man die Leiche eines etwa 40jährigen Mannes, die schwere Verletzungen am Kopf aufwiess. Wie sich später herausstelte, handelt es sich um den 43jährigen jüdischen Händler S. Schulz aus dem Dorfe Grabow. Man nimmt an, dass er von Huligans ermordet wurde. Bei einem Zusammenstoss zwischen jüdischen Arbeitern und antisemitischen Jugendlichen, die in den S.rassen von Warschau antijüdische Boykottflugblätter verteilten, wurde der 20jährige jüdische Schneider Isaac Messer durch einen Schuss schwer verletzt. Der 40jährige jüdische Schneider Israel Rosenberg wurde von einer Gruppe antisemitischer Jugendlicher überfallen und durch Stiche schwer verletzt. Rosenberg wurde in bedenklichen Zustand ins Krankenhaus gebracht. PARIS. In einem Walde im Cot־d Or Gebirge bei Dijon wurde ein mit Ketten an einen Baum gefesseltes Skelett gefunden. Die schwedische Gräfin Kerslen Hamilton, deren Visitkarte beim Skelett gefunden wurde, sagte aus, es handle sich um den Leichnam eines deutschen Emigranten, des jüdischen Philosophie Proffessors Heinrich Hel* mund, früher Dozent an der Hamburger Universität, der nach Hitlers Machtantritt als Jude in die Emigration gehen musste. Gräfin Hamilton glaubt, dass Helmund der seit Juni vermisst wird, an Verfolgungswahn gelitten und wahrscheinlieh Selbstmord begangen hat. Er war 40 Jahre alt. BELGRAD. Anlässlich des Empfanges des französischen Aussenministers YvonDelbos im Belgrader Klub der ״Freunde Frankreichs“ wurde ihm vom französischen Gesandten der Oberrabbimr von Jugoslavien, Senator Dr. I. Alkalay, vorgesteilt. Im Verlaufe des sich entwicke nden Gesprächs erklärte der Minister dem Oberrabbiner u. a., Franl reich bringe allen die Juden betreffenden Fragen Interesse und Verständnis entgegen,,

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