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Der jüdische Herold · 1937-12-23 · 48 (23.12.1937) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
48 (23.12.1937)
Date
1937-12-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Hungarian
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2 Der Jüdische Herold« 2 DIE LAGE IN Der Jüdische Hilfspolizist Ghaim Berger in üiberias ermordet. Jerusalem, 16. Dezember. In der Nacht zu Dienstag, 14. Dezember, ist der 24jährige jüdischeHilfspolizist Chaim Berger jn Tiberias von arabischen Terroristen er• mordet worden. Berger befand sich zusammen mit dem jüdischen Hilspolizisten Rosin auf einem Patrouillengang, als in der Nähe des Hauses des Bürgermeisters von Tiberias der Überfall erfolgte. Er wurde von 6 Kugeln getroffen und starb bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Rosin, dei leicht verwundet wurde vermochte noch, aus seinem Dienstrevolver zwei Schüsse auf die Attentäter abzugeben. Er entging nur dadurch dem sicheren Tode, dass er sich zu Boden warf und tot stellte. Die Araber raubten die Waffen der Hilfspolizisten und verschwanden. Der ermordete Berger war vor drei Jahren illegal aus Ungarn nach Palästina gekommen und hatte erst vor 14 Tagen vom Einwanderungsdepartment die Aufenthaltsbewilligung erhalten. Der 37jährige Eliahu Giladi, Mitglied der Kwuzah ״Ramat Rachel“ bei Jerusalem, wurde auf dem Wege zu Jerusalemer Vorstadt Arnona von arabischen Terroristen durch Schüsse schwer verletzt. Die vier lebensgefährlich verletzten Passagiere des Autobusses, auf den zwisehen Nazareth und Nahalal von einer Terrorbande ein Feueiüberfall verübt worden war, sind der 29jährige David Schapiro, der gleichfalls 29jährige Aaron Gioberson, der 15jährige Gerschon Landshut und der 16jährige Arje Beer. Ausser den zwölf jüdischen Passagieren wurde auch ein unbewaffneter arabischen Polizist, der im Autobus mitfuhr, verletzt. Die Passagiere geben an, dass sie zwei Araber sahen, die von einem Hügel aus 30 m. Ent ferung den Autobus beschossen. — Wie nachträglich bekannt wird, eilten Angehörige des Kibbiz Jagur, als sie die Detonation der Schüsse hörten, an den Ort des Überfalls und eröffneten das Feuer auf die Terroristen, worauf diese sich zurückzogen. Die Mitglieder des Kibbuz transportierten die Verletzten. Nachdem sie ihnen erste Hilfe geleistet hatten, in das Haifaer Krankenhaus. Im Dorfe Deikhala explodierte eine Landmine; ein Araber wurde schwer verletzt. Zwischen Jerusalem und Hebron wurde die Telefonleitung durchschnitten. Die Terroristen errichten auf der Strasse eine Barrikade. Auf ein Auto, das in der Riehtung nach Hebron fuhr, wurden Schüsse abgegeben, diejedoJi niemand trafen, Die Wache des Konzentrationslagers in Sarafend wurde ven einer vierköpfigen Araberbande beschossen, die auch versuchte, das Lager in Brand zu stecken. In der Nähe des Gerichtsgebäude in Haifa ist der arabische Notabel Tewfik Bey Khalil der Bruder von Ibrahim Bey Khalil, auf den vor kurzem ein Attentat verübt wurde auf dem Heimwege angeschossen worden Polizisten erwiderten das Feuer. Ein britischer Polizist, der zufällig vorbeiging, wurde leicht verletzt. Tewfik Bey Khalil ist ein Gegner des Mufti; man vermutet daher, dass es sich um einen Racheakt handelt. PALAESTINA. Zwei Araber wegen Ermordung des Jüdischen Chauffeurs Illinz zum Code verurteilt. - Jerusalem, 16. Dezember. Der Kriminalgerichtshof in Jerusalem verurteilte die Araber Abu Tkhin und Muhamad Jabar, die am 2. Februar d. J. den jüdischen Chauffeur Mendel Minz ״auf dAj. Stesse Nathania-Tel Aviv bei Kfar-SaiBpHnordet hatten, zum Tode. Das Milifärgerichi in Jerusalem verurieilie den 16jährigen Araber Ibrahim Said aus Gaza wegen unbefugten Waffentragens zu 5 Jahren Gefängniss. Der Mukhtar des Dorfes Jaimi wurde vom Militärgericht in Nazareth wegen unbefugten Besitzes einer Flinte und eines Revolvers samt Munition zu drei Jahren Gefängniss verurteilt. Vor dem Militärgericht in Jerusalem wird sich zum erstenmal eine Frau, nämlieh Zahara Bassel aus Beer Scheba, zusammen mit ihrem Mann wegen Besilzes von Waffen und Sprengstoff zu verant- Worten haben. Gefechte zwischen ITlilifär und Hra״ berbanden im Gebiete pon Tulkarem. Jerusalem, 20. December. Offiziell wird mitgeteilt, dass es in den Bergen nordwestlich von Tulkarem zu einem schweren Gefecht zwischen Miiitär und Poiizei einerseits und einer 30köpfigen bewaffneten Araberbande andererseits gekommen ist. Vier Araber wurden getötet, ein Araber und ein englischer Soldat wurden verletzt. 1700 Patronen und vier Gewehre fielen dem Militär in die Hände. Die Bande wurde vollständig aufgerieben und in die Flucht geschlagen. Neuesten Meldungen zufolge dauern die militärischen Operationen gegen die arabischen Banden in den Bergen zwischen Tulkarem und Jenin an. In der Nähe des Dorfes Ilhar wurde eine 40köpfige Araberbande umzingelt. Bei der sich entwickelten heftigen Schiesserei erlitten die Terro isten schwere Verluste Im Zuge der MiKtäraktion in der Gegend zwisehen Tulkarem und Akko wurde das arabische Dorf Ara besetzt; zwei Häuser wurden strafweise in die Luft gesprengt, ausserdem wurde dem Dorfe eine Kollektiv strafe von 2000 Pfund auf* erlegt. Sechs Notabein wurden verhaftet. Diese Massnahmen erfolgten, weil vor kurzem ein Fellache von Bewohnern des Dorfes Ara ermordet worden war. Zu Zusammenstössen zwischen Militär und Araberbanden kam es im Gebiete Ras el Nakura-Metulla, sowie in der Nähe von Safed, Die Terroristen wurden in die Flucht geschlagen. Das Miiitär setzt die Verfolgung fort. Die Kolonie Atarot bei Jerusalem wurde hefng beschossen. Hilfspolizisten erwiderten das Feuer und vertrieben die Angreifer. Eine etwa 30köpfige bewaffnete Araberbande drang nachts in das arabische Dorf Tajiba bei Tulkarem ein, besetzte die Polizeistation und forderte die Wache auf, ihr einen der Polizisten, einen getauften Araber, auszuliefern, der vor kurzem an einer Strafexpedition in dem Dorfe teilgenommen hatte. Ange- Die Grippe lässt sich nicht unterschätzen! Wer es versucht, sie zu übergehen oder sie mit Nichtachtung zu strafen, an dem rächt sie sich oft bitter 1 — Am bestui ist es, man lässt sie erst 1 gar nicht an sic6 heran und beugt i beizeiten vor I Regelmässige Einreif bungen und Mundspümngen mit dem | A L P A I i Franzbranntwein kräftigen den Körper | und desinfizieren: so ist der Grippe | am besten vorgebeugt! Darüber sind I sich auch die Aerzte einig. I Achten Sie beim Einkäufe darauf, | dass Sie wirklich Alpa 1 bekommen! | sichts der Uebermacht sahen sich die Polizisten gezwungen, der Aufforderung Folge zu leisten. Die Terroristen streckten den Hilfspolizisten an Ort und Stelle durch eine Gewehrsalve nieder. Der Ermordete ist ein Sohn des arabischen Notabein Butros Aranki, der vor drei Monaten in der Nähe von Jerusalem ermordet worden ist. Der arabische Polizist, der bei dem Feuerüberfall auf den jüdischen Autobus zwischen Nazareth und Nahalal am vergangenen Montag verwundet worden war, ist seinen Verletzungen erlegen. In der Nacht zu Samstag, 18. Dezember, wurde die Leitung der Irak Petroleum Company durch Schüsse durchlöchert, das ausfliessende Oel wurde in Brand gesteckt. Gleichzeitig wurde die Drähte der parallel laufenden Telefonlei״ iungen durchschnitten. Die arabischen Zeitungen berichten, dass die Irak-Regierung sich an die palästinensischen .«.raber mit der Bitte gewand habe, die Röhren der Irat Petroleum Company nicht zu beschädigen; jeder Anschlag auf die Petroleum-Leitung schädige die wirtschaftliche Lage des Irak. Der Oberstkommandierende der britischen Truppen in Palästina, Generalmajor Wavell, hat das vom Militärgericht über die Araberin Zahrah Bassal verhängte Urteil, das auf zehn Jahre Gefängnis lautete, aufgehoben, da sie Mutter dreier kleiner Kinder ist und sich in ihrer Gegend eines guten Rufes erfreut. Eine Abordnung arabischer Notabeln und Scheichs des Distrikts von Tulkarem ersuchte den Distriktskommisar um Bewaffnung zum Selbstschutz gegen die Terroristen. 3000 Nuchtars^und Fellachen aus der ganzen Umgebung von Nablus hielten eine Versammlung ab, in der gegen den arabischen Terror und insbesondere gegen das Attentat auf den Bürgermeister von Nablus, Suleiman Bey Tukan, einen der Führer der arabischen Verteidigungspari ei Nashashibis, protestiert wurde. »El Jamea al Islamia“ berichtet, das 3000 wohlhabende Araber aus Furcht vor dem wachsenden Terror Palästina verlassen und sich nach dem Libanon begeben haben•

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