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Der jüdische Herold · 1937-12-02 · 45 (2.12.1937) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
45 (2.12.1937)
Date
1937-12-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Hungarian
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4 4 PAL A ESTIN A. Feuerüberfälle und Bombenwürfe in Palästina. Jerusalem. Im Laufe des Samstag, 27. November, haben arabische Terroristen im Norddistrikt von Palästina eine Reihe von Ueberfällen verübt. Die Polizei- Station in Sederja und die Kolonie Afuleh wurden beschossen. Auf eine Poiizeipatrouille, die sich auf dem Wege nach Jenin befand, wurden mehrere Schüsse abgegeben. Eine Abteilung des ״Essex״ — Regiments, das sich in Lastautos auf dem Wege von Nablus nach Jenin befand wurde in den Bergen aus dem Hinterhalt beschossen. Die Soldaten ^.erwiederten das Feuer und vertrieben die Angreifer. In Jerusalem wurde in der Nähe der amerikanischen Kolonie eine Bombe geworfen, die einem mit britischen Soldaten besetzten Lastkraftwagen galt. Obwohl die Soldaten sofort die Verfolgung des Attentäters aufnahmen, konnte dieser unerkannt entkommen. Eine zweite Bombe explodierte in der King George Avenue, einer der grössten Geschäftsstrassen Jerusalems, die insbesondere Samstag ausserordentlich belebt ist. Wie duith ein Wunder wurde niemand verletzt. In Gaza wurden an verschiedenen Stellen vier Bomben geworfen. Die Polizei nahm im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen zahlreiche Verhaftungen unter der arabischen Bevölkerung vor. In dem Haifaer Viertel, wo arabische Terroristen einen Feuerübeifall auf ein Lastauto der ״Nesher“-Cement-Fabrik verübt hatten, und in den Nachbarviertein hat die Polizei in zahlreichen arabischen Häusern Haussuchungen durchgtführt. Mchrere Araber wurden verhaftet. Ueber das arabische Viertel Wadi Ruschrmeh, in das die Attentäter nach dem Ucberfall geftüchtet waren, wurde der Ausnahmezustand verhängt; ausserdem wurde in das Viertel strafweise ein aus zehn Mann bestehender Polizeiposten gelegt. Der einer der drei bei dem Ueberfall verletzten jüdischen Arbeiter heisst nicht, wie anfangs gemeldet, Noah Kauter, sondern Noah Kuper. Zur Hinrichtung des Scheich Farhan es Saadi wird nachträglich gemeldet: Laut musulmanischem Gesetz blieb die Leiche eine Stunde lang am Galgen hängen. Erst dann wurde sie der Familie Saadis übergeben, die sie zur Beisetzung in das Dorf Nures bei Jenin brachte. Einer der drei Gehilfen Saadis, gege.1 die am Samstag, 27. November, vor dem Militärgericht in Haifa der Prozess begann, wurde freigesprochen, da sich im Verlauf der Verhandlung erwies, dass die bei ihm gefundenen Waffen nicht im gehörten. Es handelt sich um den Eigentümer des Hauses, in welchem Saadi verhaftet wurde. Demonstration in Damaskus gegen die Hinrichtung Saadis. Damaskus. Vor den britischen Konsulat in Damaskus fanden am Samstag, 27. November, grosse Protestdemonstrationen gegen die Voll- Streckung des Todesurteils an Scheich Farhan es Saadi statt. An der Kundgebung beteiligten sich 50.000 Mensehen. Zum Schutze des Konsulats »Der Jüdische Herold« musste Polizei eingesetzt werden. Gefährliche Terroriälle am Sonntag Abend. Jerusalem. Eine I5köpfige arabisehe Terroristenbande überfiel am Sonntag abends ein Automobil, in welchem sich jüdische Arbeiter aus Kfar Hachoresch bei Nazareth befanden. Ein jüdischer Arbeiter wurde schwer verletzt; er wurde mit einem Polizeiautomobil ins Krankenhaus überführt. Das Polizeiauto wurde während der Fahrt ebenfalls von einer bewaffneten Terroristengruppe überfallen, wobei ein englischer Polizist getötet wurde. Wie die Blätter berichten, beabsichtigt die Regierung, Teile der Altstadt von Jerusalem mit den schmalen, gewundenen Gässchen und Winkeln niederzureissen und beim Neubau die Strassen wesentlich zu verbreitern. Diese Massnahme sei vorgesehen, weil die Winkel und Gässchen in der letzten Zeit von Terroristen mit Erfolg als Schlupf- Winkel benützt wurden. Die Vorbereifungen zur Durchführung des Teilungsplanes Jerusalem. »Haboker« teilt unter Berufung auf eine ״autoritative nichtjüdische Quelle« mit, dass in den letzten Tagen bei der Palästinaregie־ rung Beratungen über die Empfehlungen der Peel-Kommission stattgefunden haben. Über Weisung aus London werden die Vorbereitungen der neuen Untersuchungs-Kommission beschleunigt und das nötige Informationsmaterial für diese vorbereitet. Bei einer der letzten Beratungen habe die Palästinaregierung ihren Vorschlag betreffend die Grenzeziehung zwischen dem künftigen arabischen und dem geplanten jüdischen Staat ausgearbeitet. Zu diesem Zwecke wurde eine provisorische Landkarte hergestelit. Mit der endgültigen Ausarbeitung der Vorschläge, die in gewissen Einzelheiten von dem Grenz- Ziehungs-Vorschlag der Peel-Kommission abweichen und noch abgeändert werden dürften, wurden mehrere Subkommissionen betraut. Vor der endgültigen Ausarbeitung der Regierungsvorschläge werde die Meinung zweier hoher britischer Beamten eingeholt werden, die in den nächsten Tagen aus London nach Jerusalem kommen. Schliesslich meldet »Haboker“, dass das Bodendepartament der Palästinaregierung für die neue Untersuchungskommission einen genauen dreiteiligen Bericht ausgearbeitet hat, aus dem ersichtlich ist: der jüdische Bodenbesitz vor der britischen Okkupation, bis zum Jahre!935 und von j?35 bis heute. Erstes Todesurfeil seif Beginn der Illilitärgerichlsbarkeif in Palästina. Jerusalem. Am 18. November begannen die Militärgerichte in Palästina zu funktionieren, am 24. November wurde vom Militärgericht in Haifa das erste Todesurteil gesprochen. Wegen Waffentragens verurteilt wurde Farhan Essadi aus dem Dorfe Umei Fahmen bei Yenin, der in dem Dorfe Mazgar bei Yenin festgenommen werden konnte. Man fand bei ihm eine Flinte und 20 Schuss Munition. Essadi hatte sich bereits wäirend der Unruhen i. J. 1936 als Terroristtnführer hervorgetan, doch war es den Behörden bisher nicht gelungen, sich seiner zu bemächtigen. Die Huffeilung der neuen Zertifikate. Jerusalem. Das Immigrations- Departement der Jewish Agency hat beschlossen, die neuen Einwanderungszertifikate auf folgende Weise zur Verteilung zu bringen : Ueber zwei Drittel sind für Chaluzim reserviert, während der Rest für gelernte Handwerker und andere Kategorien bestimmt ist. Polen erhält fast die Hä fte der Vorhändenen Zertifikate, Deutschland, 17 Prozent, Rumänien 9 Prozent, andere Osteuropäische Länder zusammen 10 Prozent. Die für Chaluzim und gelernte Handwerker bestimmten Zertifikate werden an die Palästina Aemter in den erwähnten Ländern geschickt werden, während diejenigen, die für Industrie- Sachverständige und andere Sonderfälle reserviert worden sind, in Palästina ausgegeben werden sollen. 5632 Dunam Boden im September 1937 in Jüdischen Besitz übergegangen. Jerusalem. Aus dem letzten Bulletin der Statistischen Amtes der Palästina Regierung geht hervor, dass im September 1937 5632 Dunam Boden aus arabischen in jüdischen Besitz übergegangen sind. In den ersten neun Monaten 1937 wurden von Juden insgesamt 24.625 Dunam für insgesamt 329.056 Pfund erworben. Um die Befreiung Unschuldig Verur• teiffer Süden. Das Mitglied des Kibuz Haschomer Hazair Maanith in Karkur Meir Marek Rosenbaum, geboren in Dunajskä Stieda am 29 8. 1912, zuständig dortselbst, seit 1934 in Palästina, jedoch nach erfolgttr Militärdienstzeit auch weiter Staatsbürger der Cechoslovakischen Republik, wurde am 1. 9. 1937 in Karkur nach der Tötung zweier Juden und zweier Araber verhaftet. Er würde zu zwölf Monaten Gefängnts verurteilt und sitzt seither schon drei Monate im Kerker. Seitens der nationalen Instanzen werden Schritte unternommen, um ihm gemeinsam mit allen anderen Ge fangenen von Chedera und Karkur, vierzehn an der Zahl, zu befreien. Ebenso setzt sich Herr Vizekonsul Siegmund Glasel, Haifa, für die Befreiung des völlig schuldlos gefangen gehaltenen Rosenbaum ein. Die hebräische Presse wGst darauf hin, dass die U. S A. und die CSR. Anstrengungen zur Befreiung ihrer Bürger unternehmen, während Deutschland und Polen dies nicht tun. Auf Intervention des Usa Konsuls wurde der Amerikaner David Bergson befreit. Verbreitet den Jüdischen Herold!

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