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Der jüdische Herold · 1937-11-25 · 44 (25.11.1937) · p. Seite 6

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
44 (25.11.1937)
Date
1937-11-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Hungarian
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6 »Der Jüdische Herold« 6 Hilfsaktion der Notleidenden in Karpatoruss. UZSHOROD. Am 7 XI. wurde 1m Gemeindesaal eine Versammlung abgehalten, an der mehrere Gemeinden sich beteiligten. Es wurde die wichtige Frage der Abschaffung des Bettelwesen besprochen und folgende Resulotion erbracht. 1) Es wird die Konstituierung eines Landesverbandes unter dem Namen soziale Hilfsorganisation für das karphatorussischs Judentum mit den Sitz in U horod ausgesprochen. 2) Das provisorisch gewählte Präsidium hat die Aufgabe bis zur Genehmigung der Statuten die Agenden der Organisation zu führen. 3) Es wird die Aufgabe der Organisations-Komitee sein einen statistischen Kataster der Notleidenden Juden in Karphatoruss anzulegen. 4) Diese über alle Parteien stehende Organisation wird es zur Aufgäbe gestellt sich mit der Bitte an alle Hilfsorganisationen zu wenden dass alle für Karpathoruss bestimmte Spenden durch ihr unparteiisches Organ verteilen zu lassen. 5) Das Präsidium wird beauftragt eine Statuten-Kommision zu wählen, welche in zwei Monate einen Statutenentwurf dem Ausschüsse vorzulegen hat. 6) Es soll im jeden Orte eine Lokale Komision gebildet werden die bei der Durchführung dieser Arbeit mitzuwirken hat. 7) Es soll ferner der Versuch unternommen werden die Arbeit mit den bestehenden Organisationen in Einklang zu bringen. Es wurde als provisorische Leitung ein \ \ gliediges Präsidium mit 3 Ersatzmänner aus verchiedenen Ortschäften, ferner ein 25gliediges Landesausschuss (darunter 6 Frauen) ebenfalls aus verschiedenen Ortschaften gewählt. (Anmerkung der Redaktion. Ob und wie der »Einklang« mit der Slovakei hergestellt wird ist aus diesen Beschluss nicht zu entnehmen.) Ffuchf der 3uden aus Sdmeldemfihl. In Schneidemühl ist die Staatspolizei vor einigen Wochen zur Zeit des G-ttesdiensfes in die Synagoge eingedrungen, hat die Beter gezwungen, mit ihren Gebeten aufzuhören, u. eingehende Vernehmungen im Zusammenhang mit die Logenschliessungen angestellt. Bei diesen Vernehmungen mussten sich die Juden, auch der Rabbiner, mit dem Gesucht zur Wand stellen, weil man es einem Beamten der Staatspolizei nicht zumuten könne, in eine ״Judenfratze“ zu sehen. Aus Schneidemühl sind in der letzten Zeit die meisten Juden geflüchtet. Wennings nach zwei Pogromen ״Judenrein“. In Wennigs, Kreis Büdingen (Hessen), fand bereits im Jahre 1933 ein richtiggehender Pogrom statt, nachdem nur noch fünf jüdische Familien im Ort blieben. Diese fünf Familien wurden im Frühjahr 1937 nachts in ihren Häusern überfallen. Sie flüchteten in umliegende, Heuböden, wurden daraus hervorgeholt und schwer misshandelt. Am nächsten Tag flüchteten sie unter Hinterlassung von Haus und Hof aus Wennings, sodass dieser Ort jetzt ״judenrein“ ist. Früher ein ITlillionär» heute jeder! Wer Hess sich denn vor 10 Jahren die Füsse pediküren? Adelige und Millionäre. Pediküre wurde als Luxus angesehen. Man zwängte die Füsse einfach in die Schuhe und kümmerte sich nicht weiter um sie.־ Heute sind wir bereits so weit, das sich jeder die Fusspflege leisten kann.- Deshalb hat Bafa alle ösl. Briefträger zu einer kosenlosen Fusspflege eingeladen. Für ein sehr hübsches, häuslich erzogenes Mädchen aus sehr guten jüdischen Hause, mit einer Existenz von Kc. 1500 monat. lichem Einkommen, angemessener Mitgift u. Einrichtung, wird ein RELIGIÖSER JUNGER MANN von ca. 30 Jahren, Angestellter oder Reisender etc. gesucht. Ausführliche Zuschriften unter Chiffre ״Häusliches Glück“ an unsere Administration 2 Kü in Briefmarken ist bei zu legen. 1-3 — 202 — wuchs von Tag zu Tag. Da dachte ich : Vielleicht hat mein großer Lehrer den Lohn für sein frommes Tun und Wirken schon in dieser Welt empfangen. Jetzt aber, da ich sehe, daß auch er die Schmerzen leiden muß, jetzt weiß ich, daß er hier auf Erden abbüßt, was er vielleicht hier gefehlt hat, und daß er droben eingehen wird zu einem Leben ewiger Seligkeit, und deßhalb freue ich mich. Da hub Rabbi Tarphon an und sprach : ״Heil Dir, Rabbi Elieser, Du hast wohltätiger gewirkt für Israel, als der befruchtende Regen;j denn der Regen gewährt nur die Mittel zum irdischen'Dasein; Du aber hast gelehrt, wie man das ewige Leben erlangen kann. Als der heilige Tempel zerstört wurde, da drohte eine Dürre über Israel zu kommen, die jeden Keim erstickt, jedes Wachstum verhindert hätte. Du aber ließest die Quelle der heiligen G-tteslehre strömen, und wie der Regen vom Himmel herniederfließt, Leben und Fruchtbarkeit spendend, so hast Du Israel neubelebt und ihm die Wege gezeigt, auf denen es Leben erlange in dieser wie in der künftigen Welt. Und Rabbi Josua sprach : ״Heil Dir, Rabbi Elieser, Dein Wirken und Tun war für Israel wohltätiger, als das des Sonnenballs. Als der heilige Tempel zerstört wurde, da schien Israels Horizont umnachtet zu sein. Du aber tratest hervor gleich der leuchtenden Sonne, Dein Volk erquickend und erwärmend durch die Strahlen der heiligen G-tteslehre. Vor dem Lichte, das du ausstrahltest, schwand die Finster, nis und entwich die Nacht der Verzweiflung. Die Sonne zeitigt nur irdische Früchte und bringt dasjenige zur Reife, was die Mittel zum irdischen Leben gewährt. Du aber hast die Wege beleuchtet, die wir hier auf Erden zu wandeln haben und die hinaufführen in des Himmels köstliche Gefilde. Und Rabbi Eleaser ben Asariah sprach: ״Heil Dir Rabbi Elieser, Du hast für Jeden in Israel wohltätiger geyvirkt als Vater und Mutter, Als der heilige Tempel zerstört — 203 - Wurde, da War unser Volk verwaist, wie es der Prophet Jirmijahu ausgesprochen : Wir sind geworden wie die des Vaters entheben müssen. — Da tratest Du auf, ein Vater Deines Volkes. Mit väterlicher Liebe, mit der Sorgfalt, welche die zärtliche Mutter für ihre Kinder entfaltet, hast Du die großen Schätze der G-tteslehre für Deine Kinder, für Dein Volk gerettet, bewahrt, gepflegt und mit vollen Händen ausgeteilt. Den Eltern verdankt der Mensch nur das irdische Leben, Dir aber verdanken wir, in dieser Welt so leben können, wie es notwendig ist, um das ewige Lehen zu erreichen.“ Und Rabbi Akiba sprach : ״Schätzenswert sind die Schmerzen.“ Da rief Rabbi Elieser seiner Umgebung zu : ״Stützet mich, daß ich mich aufrichte und die Worte meines Schülers Akibas vernehme, der da gesprochen hat: ״Schätzenswert sind die Schmerzen.“ Als man ihn aufgerichtet hatte, fragte er : ״Woher weißt Du das, Akiba?“ Und Rabbi Akiba sprach: ״Ich habe es aus der heiligen Schrift gelernt. Trotz der sorgfältigen Erziehung, die der König Menascheh von seinem Vater Chiskijahu erhalten hatte, war er mißraten und tat, was böse war in den Augen des Ewigen; selbst das Wort G-ttes durch den Mund des Propheten vermochte nicht, ihn zu bessern. Da brachte G-tt Leiden über ihn; er wurde vom König von Aschur gefesselt in die Gefangenschaft geführt und auf das Schrecklichste mißhandelt. Nun endlich ging er in sich, demütigte sich vor dem G-tte seiner Väter und betete zu Ihm, und G-tt erhörte ihn und brachte ihn zurück nach Jerusalem auf seinen Königsthron, <la erkannte Menascheh, daß der Ewige der einzige G-tt ist. Aus diesen Vorgängen lernen wir, wie wertvoll und wohltätig die Schmerzen sind.“ ״Willst Du damit etwa sagen,“ fragte Rabbi Elie6er,

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