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Der jüdische Herold · 1937-11-11 · 42 (11.11.1937) · p. Seite 5

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
42 (11.11.1937)
Date
1937-11-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Hungarian
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5 »Der Jüdische Herold« 5 kein j Lob esäng :! Dessen Bestand rühmt sich selbst. Er bedarf jedoch die Sicher■ steilung, dass das Geschaftene, dass dessen durch ein halb Jahrhundert gutbewehrte Mission auch weiter bewahrt wird. Jugend 1 Eure Verantwortung ist gross. Euch ist eine, durch Euere Eltern 50 Jahre hindurch erbaute Festung mit starken Grund anvertraut, die Ihr hüten und schützen müsset. Achtet darauf! Es ist Euer Wohl. Auf Jugend! Übt aus Eure Pflicht השם תברך ירדה בע.רכם*. Zur Verhaftung von angehörigen des ״Haschcmer Hazair“ in Budapest. Budapest. Das offizielle Deutsche Nach• richten-Büro hat am 5. November die ausgesprochen provokatorische Meldung verbreitet, dass in Budapest 36 Angehörige des Haschomer Hazair verhaftet wurden, die an verschiedenen Stellen der Stadt kommunistische Zehen gebildet hätten. Die Budapester rechtsextremistischen Zeitungen sprachen von ״kommunistisch bolschewistisch atheistischen Piänen‘ der Verhafteten. ‘Esti Ujsäg‘ stellte sogar die Behauptung auf, die 36 jungen Leute, Angehörige beiderlei Geschlechts, hätten einen Staatsstreichjgeplant, um’..mit Hi fe Moskau.; Ungarn zu einem Judenstaat zu machen“. Das, nebenbei von der Regit rung subventionierte, Blatt erging sich in ausführlichen Schilderungen der ״Geheiinkonventikel und Orgien dieser Jungkommunisten“, Tatsächlich sind 36 Mitglieder der vier Hachscharot des ungarischen Zionis* tenverbat.des verhaftet, am Samstag, 6. No vcmber, ormittags, nach viertääger Haft jedocn wieder auf freien Fuss gesetzt wor• den, da ihnen keinerlei kommunistische Betätigung nachgewiesen werden konnte. Sie wurden allerdings unter Polizeiaufsicht gestellt und müssen sich jeden zweiten Tag bei der Polizei melden. Dem Ita Vertreter hat die Leitung des Zionistenverbandes die folgende Erklärung übergeben: ,,Nach der vor einiger Zeit erfolgten Auflösung des ״Haschomer Hazair ‘ hat der Zionistenverband vier Hachscharot unterhalten, deren Adressen der Polizei mitgeteilt worden waren, so dass es sich schon aus diesem Grunde nic'd um gebeime Zusammenkünfte handeln konnte. Die Mitglieder der Hachscharot mussten ein Leumundszeugnis vorweisen, ehe sie aufgenommen wurden. Von Verteilung kommunistischer Flugblätter oder einer anderen kommunistischen Betätigung ist keine Rede; es konnte auch 1m Verlaufe der polizeilichen Untersuchung keine Grunlage dafür gefunden werden, dass es sich bei den Verhafteten um bolschewistische Agitatoren handele. Die jungen Männer und Mädchen sind kaufmännische Angestellte, Näherinen etc., die wöchentlich den kargen Lohn von 10 bis 15 Pengö erhalten und in bescheidenster Weise leben. Die Anzeige muss ein niedriger Racheakt der Hausparteien sein, denen vielleicht die manchmal geräuschvollen Zusammenkü!fte der jungen Leute — es wurden natürlich Lieder gesungen, Vorträge gehalten etc. — lästig waren. Der Presse übergab die Leitung des Zionistenverbandes eine Eiklärung, in det darauf hingewiesen wird, dass noch eine halbe Stunde vor der Verhaftung der 36 jungen Leute in den Hachschara-Heimen eine polizeiliche Kontrolle vorgenommen wurde, ohne dass die Polizei etwas Verdächtiges gefunden hätte. In der Erklärung wird ferner die Errichtung der Hachscharot beschrieben; die Regierung habe ausdrücklich gebilligt, dass junge jüdische Menschen, die in Ungarn keine Erwerbsmöglichkeiten haben, in speziehen Vorbereitungskursen (Hachscharot) für die Auswanderung nach Palästina geschult werden. וואז דיא יודישע רעגירוגג אפערט פערלאנגען ווירד אויף 0.000! טד־יתים! זאלל קי ן איינציגפר טלית סאבריק אפפי־ירען דא דיא ערשטט אפערט פאן .צמר• ווירד בעשטימט בעשטעטיגט" דען אללע יודען דער גאנצטר וועלט וויסשען שוין׳ דאס דיא פיינסטען אונד שנננשטט טליתים ליעפערט אם ביליגסטען דיא גרעססטע טלית פאבריק .צ ט ר* אין ק^שיצע TALESFABRIK ״CEMER“ GEBRÜDER Z S U P N I K, K0S1CE דארט זעלבסט ערהפלטליך אללפר סארטען שסריס סאן אלף בית ביז א ש״ס תפילין" מזחית אונד אללמס וואס געהערט צו ספריס בראנזש צו דיא ביליגסטע ענגרוי פרייזע. — 196 - Infolge dieser austrengenden Studien und Arbeiten hatte sich das frische Aussehen Aquilas verloren, sein Gesicht war blaß geworden und seine Wangen waren eingefallen. Als er die Nachricht erhielt, daß sein Oheim Kaiser geworden, eilte er nach Antiochia, um ihm seine Huldigung und seine Glückwünsche darzubringen. ״Aquila,“ rief ihm Hadrianus entgegen, »wie siehst Du so schlecht aus! Dein Antlitz ist erblaßt, Deine Wangen sind eingefallen, Deine Gestalt ist gebeugt. Du hast gewiß schlechte Geschäfte gemacht!“ ״Im Gegenteile, teurer Oheim,״ entgegnete Aquila »ich habe sehr glänzende Geschäfte gemacht.« ״Und was für Waren hast Du eingekauft?“ »Die kostbarsten, die existieren, die mit allen Schätzen der Welt nicht bezahlt werden können.« ״Und welchen Preis hast Du dafür gegeben?« ״Nur ein Stückchen Vorhaut.״ ״Du sprichst in Rätseln.“ ״Ich bin Jude geworden und habe die Beschneidung an mir vollzogen.“ ״Unglückliger, wie hast Du das wagen können! Du, der Du meinem Blute der Nächste bist, hättest doch bei einem so gewichtigen Schritte mich zuvor um Rat fragen sollen!״ ״Ich habe Dich befragt, mein Oheim, und Du selbst hast mir den Rat gegeben.“ ״Wie, ich? Ich habe doch sonst ein gutes Gedächtnis, aber dieser Angelegenheit erinnere ich mich nicht.“ ״Du hast, mein Oheim, mir den Rat gegeben, solche Ware aufzusuchen, die durch die Ungunst der Zeiten vernachlässigt und von aller Welt unbeachtet ist, die aber im Laufe der Zeiten im Werte wieder steigen muß. Siehe, mein Oheim, ich habe alle Religionen und das Wesen aller - 193 - Aquila war ein Schwestersohn des Kaisers Hadrian, sein Vater hieß Kalonikos oder Kalonymos und war ein auf der Insel Pontus reich begüterter Mann. Schon in seiner frühen Jugend war Aquila durch einen Pädagogen von jüdischer Herkunft, den Kalonikos nach Beendigung des jüdischen Krieges unter Titus auf dem Sclavenmarkte zu Alexandria gekauft hatte, in der hebräischen Sprache unterrichtet worden. Als er später seinen Oheim, da dieser Präfekt von Syrien geworden war, begleitete, nahm Aquila die Gelegenheit wahr, in Judäa den Umgang mit den Weisen zu suchen und sich von ihnen in der G-tteslehre unterrichten zu lassen. ״Mein Oheim,“ sprach er zu dem Präfekten von Antiochia, ״gestatte mir, das Land zu bereisen und Handels- Verbindungen darin anzuknüpfen “ ״Willst Du Geld verdienen, Aquila?“ fragte Hadrianus. ״Ich besitze Schätze genug, von denen ich Dir soviel überlassen kann, wie Du immer nur wünschen magst.“ Hadrianus war mit Sabina, einer Schwestertochter des Kaisers Trajan, verwählt. Aber die Ehe war unglücklich und kinderlos. Die niedrigen Leidenschaften, denen Hadrian fröhnte, zogen ihm die Verachtung seiner Gemahlin zu, und der mürrische, boshafte und apathische Charakter der Sabina veranlaßte ihren Gatten, sie so viel als möglich zu weiden und von ihr entfernt zu leben. Umsomehr liebte Hadrian den Sohn seiner Schwester; er hatte keinen näheren Verwandten als ihn. Da Hadrian ein Blutsverwandter Irajans war, weil er dessen einzige Nichte geehelicht hatte, da er ferner sehr hoch in der Gunst der Kaiserin Plotina stand, so hoch, daß die zeitgenössischen Schriftsteller von einem unsittlichen Verhältnisse mit ihr erzählten, so schmeichelte er sich schon früh mit der Hoffnung, von Trajan adoptiert und zu dessen Nachfolger bestimmt zu werden. In diesem Falle stand der kaiserliche Purpur dem Aquila, welcher der Dr.M. Lehmen: *AKIBA« 46.

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