Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Herold · 1937-11-11 · 42 (11.11.1937) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
42 (11.11.1937)
Date
1937-11-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Hungarian
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9569290-9569297-9569440--143-9569444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 mely höeinelkedessel, bägyadtsäggal, köhögessel, tüsszentessel jär: mint fäjdaiomenyhitö £s mint fertotlemtöszer kitünd a DIANA SÖSBORS Z E SZ ßedörzsölesre — borogatäsra el * K V A L fl D I DIANA SÖSBORSZESZT EOGADJON EL! DIE TERROR-KAMPAGNE IN PALÄSTINA Jerusalem, 7 November. Auf einer Strasse bei Jerusalem in der Nähe der Tierklinik sind zwei englische Soldaten am Freitag gegen Abend von zwei arabisehen Terroristen aus dem Hinterhalt angeschossen und schwer verletzt worden. Die beiden Soldaten erlagen auf dem Transport ins Krankenhaus ihren Verlet- Zungen. Die Täter flüchteten in ein benachbartes Dorf. Bei dem Feuerüberfail auf einen Autobus der Egged-Gesellschaft auf der Strasse Tel Aviv-Jerusalem sind drei jüdische Passagiere leicht verletzt worden. Bei Endor ist am Donnerstag die Irak Petroleum-Leitung obermals beschä* digt und das ausfliessende Oel in Brand gesteckt worden. Nach Meldungen der arabischen Presse sind 50 Araber aus dem Gefängnis in Akko freigelassen worden. Der Muchtar von Rama bei Akko ist von unbekannten Tätern durch mehre Schüsse schwer verletzt worden. Man nimmt an, dass es sich um ein Attentat handelt, weil der Muchtar der Polizei Angaben über die terroristische Bewegung im Norden Palästinas gemacht habe. Das Dorf Tiere hat von dem Distriktskommissar Foot den Befehl erhalten, binnen zwei Stunden sämtliche Schusswaffen abzuliefern. Als der Befehl nicht befolgt wurde, legte der Kommissar dem Dorfe eine Kol- Iektivstrafe auferlegt, weil in der vergangenen Woche aus dem Dorfe auf jüdische Sehulkinder mehrere Schüsse abgeben worden waren. Auch über mehre Dörfer bei Nablus und Tulkarem, sowie über drej Dörfer im Jenin-Distrikt wurden Kollektivstrafen verhängt. Überschwemmungen ln Palästina. — Celle von Cel Huiu unter Wasser. Jerusalem. Infolge der jüngsten Gewitter und heftigen Regengüsse, die über Palästina niedergingen, sind mehrere Orte des Landes über, schwemmt worden, doch ist der Schaden diesmal geringer, als im vorigen Jahr. Pie »Der Jüdische Herold« niedrig gelegenen Vororte von Tel Aviv, insbesondere die an der Grenze Jaffas gelegenen, stehen unter Wasser. Mehrere kleine Wohnhäuser wurden von den Fluten fortgeschwemmt. Die Tel Aviver Feuerwehr musste wiederholt eingreifen, so in der Herzl-Strasse, an der Kreuzung der Strasse Tel Aviv-Jaffa, wo der Verkehr längere Zeit hindurch gestört war. Die Bewohner der überschwemmten Gebiete befinden sich ausser Gefahr. Aus Beer Scheba wird gemeldet, dass bei den Überschwemmungen neun Beduinen ertrunken sind. An der Grenze der Sinai Wüste ertranken fünf Beduinen mit ihren Herden. In Sransjordanien hat das Unwetter grösseren Schaden verursacht. Die Bahnlinie Amman Medin ist an drei Stellen beschä« digt worden. Ein Lager nomadisierender Beduinen wurde völlig überschwemmt, mehr als 50 Familien wurden obdachlos. Die Strasse nach Ägypten ist an verschiedenen Stellen zerstört worden. GROSSE NAECHTLICHE RAZZIA IM BUDAPESTER JUDENFIERTEL. Das Fremdenkontrollamt hat in der Nacht auf Sonntag, 7. November, eine grosse Razzia im Budapester Judenviertel durchgeführt. Die Detektive Hessen sich die bereits geschlossenen Haustore öffnen, drangen in die Wohnungen der Parteien ein, weckten diese aus dem Schlaf und forderten sie auf, ihre Dokumente bzw. Aufenthaltsbewilligungen vorzuzeigen. Wer sich nicht sofort ausweisen konnte, wurde in das Schubhaus (Zwangsarbeitshaus) mitgenommen. Insgesamt wurden 503 Personen stellig gemacht. Die Verhöre dauerten den ganzen Sonntag hiridürch. Die Reichstagsabgeordneten Rupert und Fabian fanden sich bei der Oberstadthauptmannschaft ein, um eine schnelle Freilassung der Inhaftierten zu veranlassen. Von diesen wurden schliesslich nur 29 zurückbehalten, da sie keine Aufenthaltsgenehmigungen vorweisen konnten. Sie sollen des Landes verwiesen werden. Das ungarische 1 elegraphen-Büro gab ein amtliches Communiqu6 aus, dem die Bemerkung angeschlossen ist, dass die Fremdenkontrolle in Zukunft noch strenger gehandhabt werden wird. Ein antisemitisches Montagsblatt bemerkt, die Massnahmen der Polizei seien ausserordentlich gerecht, da der Zustrom vom Gaiizianern ins Land derart überhandgenommen habe, dass dies zu einer Gefahr für Ungarn geworden ist. Demgegenüber wird von jüdischer Seite darauf hingewiesen, dass Ministerpräsident Daranyi selbst vor kurzem erklärt habe dass in letzten Jahren überhaupt keine Ga lizianer ins Land kommen konnten, weil der Grenzverkehr ausserordentlich streng kontrolliert wird. neuerliche Zusammensfösse im Dorfe Silwan. Jerusalem. Das Cechoslovakische Pressbüro meldet: In Palästina kam es am Sonntag neuerdings zu Zusammenstössen, namentlich im Dorfe Silwan, wo nach den Mördern der am Freitag erschossenen beiden englischen Soldaten gefahndet wurde. Bei dem Zusammenstoss wurden zwei Araber getötet und 17 verletzt. Der Grossteil der Dorfbewohner ist in die Berge gefiohen. Auch aus Transjordanien werden neuerdings Zwischenfälle gemeldet. Mehrere amtliche Gebäude waren das Objekt von Bombenanschlägen; an mehreren Stellen wurden die Telefonleitungen durchschnitten. ■ t 4 50 jähriges Jubileum des Machsike Thora Jugend- Vereines in Dunafskä Streda. In der Religionsgeschichte unserer Cultusgemeinde nimmt dieser Verein erhabenen Platz ein. 5 Decennien wirk! dieser Verein ununterbrochen im Sinne unserer Tradition für תורה ועבודה und besitzt eine makkellose Vergangenheit, eine lobenswerte Gegenwart und deductiver Weise eine hoffnungsvolle Zukunft. Vergangenheit! Nicht bloss die 50jährige factionsfreie Vergangenheit machte den Verein als wesentlichen Factor unserer Gemeinde. Nicht bloss die durch ein Menschenalter rühmlichst vollzogene Wirkung stellt den Verein an dieser hohen Stelle. Vielmehr ist diese Errungenschaft der unermündlichen, stets begeisterte י לשם שמים Arbeit zuzuschreiben. Der Verein wurde auf Initiative Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Josef Fleischmann זצ’ל gegrün. det. Ein jeder errinnert sich voller Ehrfurcht an diesen tadellosen Charakter, der sein ganzes Wesen selbstlos der traditionellen Erziehung widmete. Hierorts der nur ein Dunst der Thora besitzt gehört seiner Schüler an und viele hunderte seiner תלמידים fördern seine Gesinnung als בעלי יראת שמים darunter auch בעלי הוראה in der Fremde. Dieser unvergesslicher Mann stand jahrelang an der Spitze des Vereines als Vereinsrabbiner. Ihn folgte ebenfalls ein Musterbild des Pflicht und Ehrgefühles, der in weiten Gegenden rühmlichst bekannter und allgemein beliebter Reb Mordechai Pet6nyi. זצ״ל. Beide fesselten die Jugend magnetisch zum Vereine und haben in Vermittlung des Vereines einen Riesenteil daran, dass die hiesige Gemeinde in religiöser Beziehung im ersten Range steht. Gegenwart! Derzeit bekleidet die Stelle des Vereinsrabbiners Reb Schmuei Friedmann ,‘נ ein junger Gelehrter mit ausgezeichneten Rednerlalent, dessen angenehme Vorträge auch viele בעלי בתים anhören. Vergangenheit und Gegenwart bezeugen die Wichtigkeit, die hohe Bedeutung dieser Institution, die der Jugend Gelegenheit bietet alltäglich in der freien Zelt תורה zu lernen und יראת שמים sich anzueignen, die Grundrisse unserer Religion im streng orth. Sinne einzuschärfen, das im Elternhaus vor sich Gesehene, das aus den ישיבות mit sich Gebrachte unvergesslich zu machen. Zukunft I D. m Verein gebührt aller Achtung und Ehrung. Es genügt jedoch nicht zur Ehrenbezeugung die materielle Unterstützung, vielmehr benötigt der Verein die moralische Beihilfe, die darin besteht, dass die Eltern darauf achten, dass die Söhne die Vorträge alltäglich anhören und die Chefs als Pflicht halten, dass ihre Angestellten den Verein besuchen sollen. Der Verein soll als politikfreier Sammelptatz der Jugend, mit der Parolle als Program: תורה lernen und יראת שמים aneignen, weiter bleiben. Es stehe auf der Fahne תורה : תורה ויראת שטים יחדיו יהיו תמים Lernen vereint mit G-ttesfurcht ist der Zweck, so wird die hoffnungsvolle Zukunft des Vereines keine Lücke erleiden. Per Verein bedarf keine Hymnen!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.