Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 41 (4.11.1937)
- Date
- 1937-11-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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6 »Der Jüdische Herold* 6 WIEDER EIN JÜDISCHER TOTER UND DREI VERLETZTE IN JERUSALEM• Jerusalem. In der Altstadt wurden vier Juden angeschossen, von denen einer seiner Verietzungen erlag. Au! Grund dieses Zwischenfalles wurde über die Altstadt der Belagerungszustand verhängt. Ferner wurden 20 Polizisten auf Kosten der dortigen Bevölkerung in die Altstadt gelegt. In letzter Zeit haben wieder zahlreiche Regierungsbeamte Drohbriefe erhalten, zu letzt der populäre Richter Ralph B. Bodelly. Den arabischen Notabein von Gaza und Migdal wurde mitgefeilt, dass sie in ein Konzentrationslager gebracht und ihre Häuser gesprengt werden würden, wenn sie nicht die Scnuldigen an den Sabotageakten der letzten Zeit bekanntgegeben. Das Gebiet um das Tote Meer wurd von einer starken Polizeiabteilung nach dem Versteck der Bande, die den Transpoit der Palestine Potasch Company angegriffen hat, abgesucht. Die Spürhunde führten eine Patrouille zu einem Haus in dem 8 Kilometer nordwestlich von Jerusalem gelegenen Dorf Mukhmas, Der Bewohner des Hauses versuchte zu f uchten. Die Polizisten gaben drei Warnungsschüsse ab. Der Araber wurde dann von den Hunden gestellt. IGNATZ LEUCHTER Restauration Topolcany MENÜ Kc. 10.- Vorzügliche Küche KOSICE. Wie wir schon mitteilten, hat die hiesige orth. Gemeinde mit dem Rabbinate den Entschluss gefasst u. auch eine Kandidierungskomission gewählt — dem allgemeinen Wunsche zu entsprechen — einen Rabbinerassesor Dajjon zu wählen. Nun bildete sich eine Fraktion vom Schosse der Gemeinde, dies zu vereiteln, mit verschiedene Leitmotive ausgerüstet die Sache bis in das unendliche zu verschleppen lassen. Wie verlautet hat eine Contra - konservativgesinnte Gruppe ihren Gegenstoss begonnen. Nämlich, dass man zwei, statt einen Dajjon wählen soll u. das Honorar reduzierend geteilt, für den zuwählenden Mann bestimmen soll♦ Man erwartet gespannt auf welchem Modus, der Beschluss der Gemeinde respektieren wird? S. B. U^HOROD. Vorige Woche hat hier das Rabbinerkomitee mit dem Verwaltungsausschuss getagt. Es erschienen die Rabbiner von J Uzhorod, Mukacevo, Sevlyus, Svalava♦ Chust# Berezna und Verecky. Ferner die Leitung der karp. russ Kanzlei unter Vorsitz des H. Fried u. Schönberger. Man verhandelte wichtige Angelegenheiten auch bebetreffs des Pessach Mehles u. dessen gründliche Handhabung. Es folgte nachher die Angelegenheit der Bereznaer Gemeinde die den Rabbiner u. Schächter ohne Grund ihre Entlassung bewerkstelligten was beispiellos in den jüdischen Gemeinden dasteht. Man sieht darin die Hetze der jüd. Nationalisten die sogar in ihrer Presse falsche Daten u. infame Lügen betreffend des Rabbiners ־ reproduzierten. Man weist es energisch ab u. hat das niedere Benehmen der Gemeindeleitung das Rabbinerkomitee zurückgewiesen w-trde auch beschlossen dass ein Regierungskommissär an die Spitze der Gemeinde eine Ordnung machen wird. Der langjährige gehässigte Gemeinden-Streit Szlatina—Apsa, hat eine längere Debatte zur Folge es wurde betreffs der Kompetenz verhandelt, man resümierte für ein Schiedsgerichtscomission diese Angelegenheit zuzuweisen. Eine intensive Debatte wurde hergerufen seitens des Munkacer u. des Sevlyuser Rabbiners in Angelegenheit der jüdischen Minoritätsfrage - In der akut gewordene neue Bewegung in dem historischen Lande - um eine orth. Organisation zu schaffen um eine Schutzmauer zu bilden gegen den Einfluss des obersten jüdischen Rathes - hat der Munkacer Raw referiert. S. B Geflügel-Sch ächten erlernen möchte junger deutscher• Kantor im Austausch gegen erstkl. Musik-Unterr. Angeb. an M. Chasin, Praha I. post-restante. - 190 - Aufgabe meines Lebens machen, Alles, was den jüdischen Namen trägt, von der Erde zu vertilgen. Dieses mein Versprechen soll Euch die Todestrafe vergällen \H »Ratet nur Rat,« sprach Julianus, »und er wird zerstört werden, redet nur Rede, und sie wird nicht eintreffen, denn mit uns ist G-tt.“ ״Führt sie zum Tode!“ schrie Lucius Quietus. Da geschah etwas Wunderbares, Unerwartetes. Zwei Reiter sprengten herbei und riefen : ״Kaiser Trajan ist tot, Hadrian ist Kaiser; Lucius Quitus ist seines Amtes entsetzt! Greist ihn, Soldaten, und fesselt ihn! Er ist des Hochverrats angeklagt und wird in Rom gerichtet werden. Hier ist der Befehl des Kaisers Publius Aelius Hadrianus!“ Da wurde Lucius Quietus von seinen eigenen Soldaten ergriffen und gefesselt, Papus und Julianus waren gerettet. Kaiser Trajan war in Antiochia an der Wassersucht erkrankt; er nahm abschied von seinen Heeren, um nach Rom zurückzukehren, als ihn in Selimus, in Cilicien, der Tod ereilte ohne, daß er vorher imstande gewesen wäre, seinen lang gehegten Plan auszuführen und seinen Lieblingsfeldherrn, Lucius Quietus, zu seinem Nachfolger zu ernennen. Dagegen gelang es seiner Gemahlin Plotina, ihrem Günstlinge, Publius Aelius Hadrianus, den Kaiserlichen Purpur zu verschaffen. Als Trajan gestorben war, verheimlichte die Kaiserin den Tod des Herrschers der Welt und ließ die Leiche heimlich aus dem Sterbezimmer entfernen. Statt des toten Kaisers legte sich ein vertrauter Diener der Kaiserin auf das leergewordene Lager. Plotina zog die Vorhänge des Bettes fest zu und rief dann Zeugen in das Sterbezimmer, die eine schwache, ächzende Stimme, wie die ihres sterbenden Herrn, aussagen hörten, daß er seinen getreuen und vielgeliebten Vetter Publius Aelius Hadrianus als seinen $pbn adoptiere und zu seinem Nachfolger ernenne. Denn - 191 - unterschrieb die Kaiserin das vön den Zeugen aufgenommene Aktenstück im Namen des Kaisers, auf Geheiß der״ selben ächzenden Stimme. Zwei Tage später empfing Hadrian in Antiochia die Nachricht von seiner Adoption und von dem angeblich bald nachher erfolgten Tode des Kaisers. Sofort huldigten ihm die Legionen, an die er überreiche Geschenke verteilen ließ. Dann schickte er eine Gesandtschaft an den Senat und bat um die Bestätigung des letzten Willens des verstorbenen Fürsten und der Wünsche der Legionen. Vor Allem aber suchte er seinen gefährlichsten Nebenbuhler, Lucius Quietus, zu beseitigen, was, wie wir gesehen haben, ihm auch vollständig gelang. Quietus wurde gefesselt nach Rom gebracht und von dem gefügigen Senate zum Tode verurteilt. Er wurde durch das Schwert enthauptet. Von den Juden war durch die Entsetzung und durch den Tod des Quietus eine furchtbare Gefahr abgewendet. Die Weisen Israels setzten zum Andenken an diese wunderbare Rettung einen Festtag ein, den man Trajanstag nann. te. Derselbe wurde jedoch später, als neue Leiden kamen wieder aufgehoben. Der Anfang der Regierung des neuen Kaisers stellte sich für die Juden außerordentlich günstig. Rabbi Josua und Rabbi Akiba standen bei ihm in hohen Gnaden, und er suchte bei diesen weisen Männern, den größten Gelehrten der Welt, seinen endlosen Wissensdurst zu stillen. Publius Aelius Hadrianus war, wie sein angeblicher Adoptivvater, ein Spanier von Geburt. Seine Familie, die in dem Städtchen Adria oder Hadria, welches dem adriatischen Meere den Namen gegeben, heimisch gewesen, war ungefähr drei Jahrhunderte vor den erzählten Ereignissen mit den Heeren der Scipionen nach Spanien gewandert, hatte sich in der römischen Kolonie Italica niedergelassen und hatte zu ihren Familiennamen Aeliu» den Beinamen Hlßdrimui