Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 41 (4.11.1937)
- Date
- 1937-11-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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4 »Der Jüdische Herold« 4 Das Einweihungsfest des Menzagebäudes der ,Jeschi־ vas Bes Hilel“ in Dunajska Streda. Unter imposante Feierlichkeiten wurde diesen Sonntag des neuerbeute Menza- Prachtgebäude eingeweiht. Das Fest begann um 2 Uhr nachmittags im Bes Hamidrasch, wo Oberrabbiner Hilel Weinber ger Schlite die traditionelle Semester-Eröffnungsrede hielt, die von den Zöglingen der Jeschiwah und von den zahlreich erschienenen ehemaligen Talmidim — die zu diesem freudigen Anlasse hierhereilten — mit Andacht und Ergriffenheit angehört wurde. U m 4 Uhr nachmittags wurde der Oberrabbin er von seinen Schülern in die Menza geleitet, wobei auf dem ganzen Wege schöne ch:;ssidische Gesänge aufgeführt wurden. Die Feierlichkeit nahm ihren Anfang mit dem Anschlägen der Mezüzeus, die mit erhebenden Zeremonien erfolgte, unterstützt von einem hervorragenden Chore, das sich aus den Zöglingen der Talmud Teure Schule rekrutierte# Darauf folgte, die auf einem hohen Niveau stehende halachische und homiletische Einweihungsrede des Oberrabbiners, die von dem zahlreich erschienenen Auditoriume mit Begeisterung und einhelligen Beifall aufgenommen wurde. Um 8 Uhr abends fand in der Menza ein Festessen statt, woran sich 150 Personen beteiligten, darunter viele Notabilitäten der Stadt und Umgebung. Es war wahrlich ein jüdisches Freudenfest und ein Fest der Teuroh in des Wortes edelsten Sinnes. Nebst vorzügliehen, schmackhaften Speisen, wurde auch in ausgiebiger Weise durch inhaltsvolle Reden für geistige Nahrung gesorgt, die auf den Zuhörern einen unauslöschlichen Eindruck hinterliess n. Folgende Redner erbauten das Publikum mit ihren Vor rägen — nach den vorher von Sr. Ehrw. Oberrabbiner של־ט׳א vorgetragenen סיום und הדרן auf מם׳ קידושין und ש׳ס משנה : — R. Jechiel Weinberger ein Sohn des Oberrabbiners, Meislik Rabbinatsassesor in Nitra, ß. B. Rubin Trnava, M. Gold Mukacevo Verfasser des Werkes ״Measef lechal Hamachaneus“, Israel Weinberger Nitra Neffe des^Oberrabbiners, Mendel Stern Bratislava Exponent der ״Jeschivas Chachme Lublin, David Stern D. Streda. Alle sind ehemalige Talmidim. Ferner sprach R. Juda Schwartz. Im Namen der Jeschivah sprach Mechel Schönblum Svaijava, der sich als Gabe der Menza unverwelkliche Verdienste erwarb. Nicht minder Arbeitete eifrigst H. Pinches Weinberger ein Sohn des ',אדמו‘׳ שליט׳א und trug viel bei zur Verfertigung des Gebäudes. Um 2 Uhr nachts endete dieses erhabene Fest durch Gesänge und chassidische Tänze. Um das Zustandekommen dieses herrliehen Gebäudes hat sich Herr Salamon Baumei D. Streda monumentale, unvergängliehe Verdienste geschaffen, der selbst eine respektable Summe spendete und in seiner unermüdlichen Agilität auch andere anspornte. Die Brüder Deutelhaum Holzhändler D. Streda haben einen Löwenanteil an das Gelingen dieses Werkes und ihren Namen in die Geschichte der Jeschiwah mit goldenen Lettern eingetragen. Sie opferten einen nennenswerten Betrag für dieses edle Ziel und durch ihre Geschäfts- Verbindung erreichten sie Geldspenden und Gratislieferungen von bedeutenenden Baumaterialien. Diese erwähnte Philantropen werden vom Allmächtigen für ihre Hochherzigkeit und Humanität einen unermessliehen Lohn einheimsen, denn ״talmüd Teuroh keneged külom“ von den Geboten, für deren Befolgung die Nutzniessung auf dieser Welt bezahlt wird und das Kapital für das ewige Leben reserwiert bleibt, steht an erster S eile. Die Teurohförderung, die gleichgestellt ist mit dem Se bstlernen. Ihr g-ttgefällig°s Vorgehen möge unseren wohlhabenden Glaubensbrüdern als Exempel und Richtschnur vorschweben, um ih* מודעה לבשורת ספר המתבקש מכל יודעי תורה הספר משמרת אלעזר על התורה ומועדים מכבוד חותני הגאון אב“ ד דקה “י קאשוי שליט“א — כמה שנים שמבקשים הספר ואיננו — ובדעתי להדפיסו פעם שלישית. והיות שכבר נתפזרו שלשה אלפים אין דעתי להדפיס הרבה — לבן כל אשר רוצה בהספר יקבלנו מכורך בעד —35 Kö ויתן מעות קדומה לכהפ״ח —10 KC יוסף יושיע היק נראם רב דקה“ י טרענטשין יעי* א חתן המחבר שליט״א תו שלי RABB. SALAMON GROSS 2-4 TRENÖIN. nen nachzuahnen zur Unsterblichkeit zu gelangen. Es kann auch nicht unerwähnt bleiben, dass Sr. Ehrw. H. Oberrabbiner Hilel Weinberger schlitoh ausser die Summen welche durch seine Persönlichkeit dem Baukomitte zugeflossen ist, er selbst in schönster Weise bei Sechstausend Kronen zur Enstehung d. Mensa-Gebäudes spendete. Winferakiion der Bgudas 3isroel*3u» gendgorganisation. Die Jugendorganisation der Agugas Jisroel in der Slowakei und P. K. R. führt auch in diesem Jahre die Winteraktion zugunsten der notleidenden jüdischen Brüder und Schwestern in Karpathorussland durch und erliess bereits dieser Tage warmen Aufruf, dem wir folgende Absätze entnehmen: »An die jüdische Öffentlichkeit! Auch heuer müssen wir in allen Orten der Slowakei die schon allseits anerkannte und einge führte ״Kleiderakton“ einleiten und mit grösster Energie durchführen. Der Winter hat bereits »seine Fühler ausgestreckt* und wird auch schon bald seinen für die unzähligen notdürfig Bekleideten unliebsamen Einzug halten. Besonders unsere armen Brüder in dem Notstandsgebiete Karpathorussland haben mit ihren Familien mit Einbruch der Kälte — die hier mit ganz besonderer Strenge herrscht — furchtbar zu leiden. Es widerspräche dem so allseits gepriesenen jüdischen Mitgefühl, sollten wir nicht unser Weit־ möglichstes dazutun, um diesen blutarmen jüdischen Menschen Milderung in ihrer vielfachen Not zu verschaffen. Alles muss daher angewandt werden, um diesen so schwer Leidenden, wenn auch nur einige Hilfe leisten zu können.“ Hier kann wirklich mit einer scheinbaren Kleinigkeit Grosses geleistet werden. In welchem Hause befinden sich nicht Kleidungsstücke usw., die teilweise abgetragen, teilweise ״ausgewachsen“ sind und nur in den Böden und Kammern unbenutzt herumliegen. Mit diesen abgenützten, jedenfalls noch brauchbaren Kleidern kann man schon jüdische Seelen erquicken und sie vor Erfrieren bewahren. Wer könnte sich daher dieser Aktion ohne weiteres ausschliessen? In den meisten Orten der Slowakei stehen die einzelnen Jugendgruppen im Dienst dieser Aktion, die sich noch separat in dieser Angelegenheit an Sie wenden werden. Warten Sie aber nicht darauf, sondern sammeln Sie schon jetzt solche Kleidungsstücke und geben Sie sie bei der betreffenden Jugendgruppe ab, die sie dann an eine von den vielen uni vorliegenden Adressen nach P. K, R versendet! Bedenken Sie, Sie können hiedurch wirklich Grosses leisten! Und geben Sie rasch! Denn so geben Sie doppelt. SUCHE U EINE WITWE im Alter von 50 — 60 Jahre behufs Heirat. Ernste Anträge am LEOPOLD SCHMIDT Sahy. E Einweihung eines Beth Hakneses in Praha, Am 25 ,שבת׳ק. Cheschwon feierte in Praha die Betgenossenschaft der Synagoge Tausig-Kander, in den dortigen orthodoxen Kreisen unter den Namen »Polnische Schul“ bekannt, die Einweihung ihres neuen Betlokals, (Der Name ״Polnische Schul“ mag von dem Umstand herrühren, daß dem Verband der Synagoge zum großen Teil Mit« glieder angehören, die aus den östlichen Teilen der Republik, wie aus Polen herstammen, angehören.) Bei der Einweihungsfeier, die im Rahmen des Musof-Gebetes verbunden mit einem durch viele Heusofeus ausgestetteten Thora-Vorlesens erfolgte, waren alle in Frage kommenden Schichten der Prahaer Orthodoxie vertreten. Die Fest- 1ede hielt nach Beendigung der Kriath Hathora der dortige Dajan Sr. Ehrw. A. Epstein. Redner wies auf den Umstand hin dass es die zumeist nicht besonders bemittelten Mitglieder der Betgenossenschaft, es sie äußerst lebenswerter Weise auf sich genommen haben, die Mehrkosten, die die Erhaltung des geräumigem und in allen Beziehungen geigneteren Beilokals — das vorige war klein und konnte, besonders am שבת und an Festtagen, die sich ständig steigernde Anzahl der Besucher nur zur Not fassen — nachsichziehe, zu bestreiten. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß in diesem Hause, wie es bisher der Fall war, auch weiterhin die Thora die vollkomenne und unbestrittene Herrschaft immer haben werde. Er legte es der Zuhörerschaft ans Herz, nt ben der Sorge um das leibliche Wohl und der Pflege, die man den Körper angedeihen lässt was, wie er hinzufügte, von der Thora nicht nur gestattet, sondern gar gefordert wird, auch der Pflege des wichtigem Teiles im Menschen, nämlich derjenigen der Seele zu obliegen. Das strenge Beobachten der heiligen in der Thora enthaltenen Vor- Schriften sei die Nahrung der Seele, die man ihr um keinen Preis vorenthalten dürfe. Zum Schlüsse sprach er dem Vorstände im warmen Worten einen Dank für die vielen Mühen aus, die ersieh im Interesse des Zustandekommens der Synagoge unterzogen hatte. Von den heiteren Gesichtern der Zuhörer konnte man es deutlich ablesen, dass diese warmen Worte der Thora in ihrem Inneren angenehme Gefühle auslösten. War es ja ein Fest der Thora, und die aus dem Munde des Dajans ertönende Stimme, die Stimme der Thora, die zur leisen Hoffnung Berechtigung gab, dass auch sie einmal ihren Wiedereinzug halten wird, in diese ihr von früher her so vertrauten Gegenden, aus die sie aber schon seit ein Jahrhundert beinahe vollkommen verbannt ist. Wir möchten um den Wunsch hinzufügen, dass dies Hoffnungen Realität werden mögen und dass diese Beth Hakneses Einweihung einen neuen Impuls dazu und eine neue Etappe auf dem Weg dahin bilden möchten.