Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 40 (28.10.1937)
- Date
- 1937-10-28
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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6 »Der Jüdische Herold« 6 ZWEI BEDINGUNGEN DER GE- SUNDHEIT. Die erste von ihnen ist ein guter Blutkreislauf, Es ist gar nicht möglieh, alle Krankheiten aufzuzählen, die durch einen nicht einwandfrei funktionierenden Blutkreislauf entstehen. Massagen mit Aipa-Franzbrantwein fördern die Blut- Zirkulation, beleben auch ermüdete Nerven unterstützen die Hautatmung und lindern rheumatische und neuralgische Schmerzen. — Die zweite Bedingung ist ein gesundes Gebiss und eine reine Mundhöhle. Hier gesellt sich zur Wirkung des Alpa-Franzbranntweins jetzt auch die der Alpa-Zahncreme. Diese entfernt fäuiniserregend Speisereste und bewirkt einen frischen und wohlrichenden Atem. FELIX M. WARBURG GESTORBEN. New York. Am Mittwoch, 20. Oktober, abends, verstarb in New York an Herzschlag der hervorragende Bankier und Wirtschaftsführer Felix M. Warburg. Die Nachricht von seinem Ableben verbreitete sich schnell in den amerikanisch-jüdischen Kreisen und rief überall tiefe Trauer hervor. Felix M. Warburg war seit dem Tode von Louis Marshall die repräsentativste Figur der amerikanischen Judenheit, auch unter der Judenheit Europas und des Orients genoss er grosse Verehrung. Geboren 1871 in Hamburg, ging er 1894 nach Amerika, wo er 1900 naturalisiert wurde. Durch seine Ehe mit Frieda, der Tochter des grossen Bankiers und weitbekannten jüdischen Philanthropen Jakob H. Schiff, wurde er 1896 Teilhaber des Bankhauses Kuhn, Loeb & Co. und als solcher eine führende Persönlichkeit der New Yorker Bankwelt. Er gehörte auch der Leitung mehrerer grosser amerikanischer Wirtschaftsgesellschaften an. Nach Beendigung des Weltkrieges wurde er von Präsidenten Wilson als wirtschaftlicher Berater der amerikanischen Friedensdelegation nach Europa entsandt. Ein IUarktghetto in Danzig. — Aufruf der Danziger Jüdischen Gemeinde. Warschau. Die Danziger Nationalsozialisten haben versucht, ein Marktghetto einzuführen, indem sie den jüdischen Händlern befahlen, den Markt zu räumen und ihre Waren in einer speziell für sie reservierten Seitengasse auszustellen. Als die Juden sich weigerten, dieser Aufforderung Folge zu leisten, kam es zu einem Handgemenge; dabei ergriffen zahlreiche Nicht-National- Sozialisten für die Juden Partei. Neunzehn jüdische Händler, unter ihnen vorwiegend polnische Staatsangehörige, wurden verletzt. Vor den jüdischen Läden stehen Boykottposten, die alle nichtjüdischen Käufer photographieren. Die Verwaltung der Danziger Jüdischen Gemeinde hat einen Aufruf an die Danziger Juden veröffentlicht, in welchem sie den Ernst der Lage betont und die Juden auffordert, Ruhe und Würde zu wahren. ״DEM ANDENKEN EINES EDEL- MENSCHEN“. New York. ״Aufbau, Nachrichtenblatt des German-Jewish Club“ (Vorband deutsch-jüdischer Emigranten in Arne* rika), widmet unter dem Titel ״Dem Andenken eines Edelmenschen“ dem verstört benen ersten Präsidenden der Cechoslo. vakei T. G. Masaryk, den folgenden Nachruf: ״Aus einer Zeit, die dem Ungeisj Altäre baut und der Unmenschlichkeit Weihrauch spendet, ist Thomas Garrigue Masaryk, der Schöpfer und erste Präsident der Öechoslovakischen Republik, in die Ewigkeit eingegangen. Die Welt hat einen ihrer erlauchtesten Bürger verloren : Einen Mann, dem Wahrhaftigkeit und Humanität unverrückbbare Normen bedeuteten . . Im Geiste tragen auch wir einen Kranz zu seinem Grabe.“ STAMPIGLIEN SIEGELMARKEN, SCHABLONEN, DRUCKAPPARATE FÜR SCHAUFENSTER Billige Preise. PROMPTE LIEFERUNG! J OSEFW EISS m (7Q D P r» M •t rr n e 0׳Q C p 0׳q Brafislaua Laurinska 16-Dielna Dunajska 86 Jüdisches Mädchen, perfecte Köchin, wird sofort akzeptiert. Offerte an MORIC REICHMANN Nove Mesto nad/Vahom. Verbreitet den Jüdischen Herold. — 186 — seinen erhöhten Sitz und eilte mit ausgebreiteten Armen auf den Ankömmling zu. »Akiba,“ rief er, ״mein Freund, mein Bruder, mein Sohn, Liebling G-ttes und Liebling meiner Seele, bist Du vom Tode erstanden?“ Und sie umarmten und küßten sich. Und Rabbi Josua drängte sich herbei, und Rabbi Elasar ben Asariah und Rabbi Tarphon und Rabbi Jischmael und Rabbi Jose, der Galiläer, und Rabbi Zadok und Rabbi Chananja ben Deradion und Rabbi Chalaphta und Rabbi Chutzpith und Rabbi Jose ben Dormiskos und Rabbi Jochanan ben Gudgadah und Rabbi Elasar Chisma und Rabbi Jehuda ben Betherah und Rabbi Ilaah und Rabbi Elasar Hamudäi^und Rabbi Jeschebob und all die Anderen, und es währte lange bis sie Alle den totgeglaubten Freund umarmt und geküßt hatten, und dann kamen noch die Söhne Rabbi Akibas, Rabbi Josua und Rabbi Schimeon, die auch schon große Lehrer in Israel geworden waren, und ganz zuletzt der Schwager Rabbi Jochanan; denn Kalba Sabua hatte auf Zureden seines Schwiegersohnes in spätem Alter noch ein Weib genommen, und G־tt hatte ihm einen Sohn geschenkt, welcher der Schüler seines Schwagers und nunmehr auch schon ein Lehrer Israels geworden war. Der Freude und des Jubels war kein Ende, bis Rabbon Gamliel Ruhe gebot und den wiedergewonnenen Freund aufforderte, zu erzählen, wie er dem Tode entronnen. Und Rabbi Akiba sprach : ״Das Schiff, welches ich im Hafen von Alexandria bestiegen, wurde vom Sturme auf ein Korallenriff getrieben und zerbarst; ich empfahl meine Seele dem Allmächtigen G-tt und rief: Alles, was der Barmherzige tut, ist zum Guten. Ich hatte ein Brett des zertrümmerten Schiffes erfasst, an welchem ich mich festhielt. Und die Wellen verschlangen mich nicht; die eine übergab mich der anderen, bis ich an — 187 — das Ufer gespült wurde. Hier verliess mich die Besinnung Als ich wieder erwachte, befand ich mich in einer einsamen, mir unbekannten Gegend. Alsbald wanderte ich landeinwärls, bis ich ein Städtchen fand, in welchem Glaubensgenossen wohnten, die mich mit Speise, Trank, Kleidung und Geld versorgten, so dass ich meine mühevolle Wanderung in die Heimat fortzusetzen vermochte. Schon in der Ferne hörte ich, dass man mich zu Hause als einen Verstorbenen beklage. Desshalb eilte ich zunächst hierher, noch ehe ich mein Weib aufsuchte, damit meine Lehrer und Freunde nicht unnötig klagen und damit das Thorastudium keine Unterbrechung erleide.“ ״Heil Dir, Akiba,“ sprach Rabbon Gamliel, auch die Unglücksfälle, die Dich betroffen, tragen dazu bei, die Halacha zu klären und festzustellen. Wir sind gerade damit beschäftigt, zu erörtern, ob Jemand, von dem bezeugt wird, daß er auf dem Meere oder auf einem Strome Schiffbruch erlitten oder sonstwie in ein endloses Wasser gefallen, als tot zu betrachten und es seiner Frau zu gestatten sei, sich wieder zu verheiraten. Die wunderbare Rettung, durch die Du dem Tode entronnen bist, beweist, dass in solchen Fällen der Tod des Betreffenden nicht als feststehend zu betrachten ist, so lange die Leiche nicht gefunden und als mit dem Vermissten identisch erkannt worden. Wie gross sind doch die Worte der Weisen! Alle ihre Lehren stammen von G-tt, der sie auf dem Sinai dem Moscheh offenbart hat! XXXII. . Der langbefürchtete Aufstand brach aus. Fast gleichzei״ tig erhoben sich die Juden in Mesopotamien, in Ägypten, in Cyrene und auf der Insel Cypern. Anfangs kämpften die Juden glücklich und schlugen den römischen Feldherrn Lupus in die Flucht. Da sandte der Kaiser seinen besten Feldherrn aus, um die Juden zu bekämpfen. Martius Turbo zog gegen die Aufständigen in Ägypten und Cyrene. Der kluge