Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 39 (21.10.1937)
- Date
- 1937-10-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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6 »Der Jüdische Herold« 6 BUDAPEST. In Budapest hat der Prozess gegen 69 Sensenkreuzler begonnen, die des Verbrechens des Umsturzes der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung angeklagt sind. Hauptangeklagter ist der Fraktionsführer der Sensenkreuzler-Partei, Dr. Zoltan Böszörmeny. Der Prozess dürfte einige Wochen dauern. Nach der Anklageschrift haben die Sensenkreuzler den gewaltsamen Umstürz der staatlichen Ordnung angestrebt. Böszörmeny wollte als Führer der aufgelösten nationalsozialistischen ungarisehen Arbeiterpartei die Macht im Staate an sich reissen. Es war beschlossen worden, Sturmabteilungen zu bewaffnen, die Polizei- und Militärkasernen in Debrezin, Kecszkemet, Szeged und Szolnok zu besetzen, die Waffenbestände zu beschlagnahmen und hierauf den Marsch nach Budapest anzutreten, Die jüdische Bevölkerung sollte interniert, enteignet und entrechtet, der Reichsverweser zur Abdankung gezwungen und die Militärdiktatur proklamiert werden. Der erste Verhandlungstag war beinahe ganz mit dem Verhör Böszörmenys ausgefüllt. Dieser erklärte, er habe seinerzeit als verantwortlicher Redakteur des Blattes ״Das Volk" mit Hitler im Briefwechsel gestanden. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur LEOPOLD GOLDSTEIN GEDRUCKT bei Leopold Qoldstein DUNAJSKÄ STREDA. Postschekkonto Nummer 56.255 in Prag STAMPIGLIEN SIEGELMARKEN, SCHABLONEN, DRUCKAPPARATE FÜR SCHAUFENSTER Billige Preise. PROMPTE LIEFERUNG! J OSEF W EISS m (7Q P fv M *־׳ N a C VQ C ק CTQ * Bratislava Laurinska 16-Dielna Dunajska 86 Einladung. Der חינוך בית מזון דישובתינן findet am כ״ו טי־חשון יום א‘ פ‘ תולדות statt. Wir laden auf diesem Wege alle תלמידים של כ״ק אדמו״ר אב“ד דשה שליט״א zu diesen Feiertag unserer Weltberühmten ישיבה, zur Teilnahme an dieser grossangelegte Feierlichkeit, an der כ״ק רבינו שליט״א eine דרשה von grosser Bedeutung halten wird. Versäumet nicht diesen geistigen Genuss. בברכה ורגשי כבוד ועד מכינו חג החינוך בית מזון והנהלת ישיבת "בית הילל" בק״ק דונאסערדאהעלי יע״א Suche für meine Schwester einen Bochür der Ben-Teuro ist und annehmbare Stimme hat. Ich werde denselben שחיטות auslernen, שים, חלשים Kleidung und Möbel kaufen und einen guten Posten übergeben. Offerte bis 1 November. Adresse: M. ALTMANN Bosany pri Topolcany Orth, kandeskanzlei Bratislava. ^j.m 18. und 19. d. M. tagte der Verwaltungsausschuss der orthodoxen Gemeinden in der Slovakei. Es wurden die laufenden admininistrativen Angelegenheiten der Konfession behandelt. Unter Anderen wurden die Streitigkeiten in den Gemeinden: Medzilaborce, Humenne, Zborov, Veöa und Jelsava erörtert und Beschlüsse gefasst, die den Frieden in den angeführten Gemeinden herstellen werden• Auch das Rabbinerkomitee hat eine Sitzung abgehalten, bei welcher die religiosen Fragen behandelt wurden. Beide Sit- Zungen waren guf besucht ״ ״ ״ ( , . .1 ' ־ ׳ JERUSALEM. Im Namen der Agudas Jisroel haben Oberrabbiner Duschinsky und Rabbi Mosche Blau dem stellvertretenden High Commissioner, Baltershill, eine Anzahl von Forderungen unterbreitet. In erster Reihe verlangten die Vertreter der Aguda, dass die Regierung die Sicherheit im Lande gewährleiste. Sie forderten weiter, dass die Regierung für die agudistischen Schulen einen der zahlenmässigen Stärke der Aguda entsprechenden Zuschuss leiste und dass die agudistische Gemeinde von der Regierung anerkannt werde. Chefsekretär Battershill versicherte der Abordnung, dass die Regieiung geeignete Massnahmen zur Unterdrückung des Terrors treffen werde. Jöl bevezetett eukräsz es esemege üzlet elköltözes vegett rögtön atadö. Cim LEBOVITS CUKRÄSZ, SURÄNY. — 182 — Handelstadt der alten Welt. Von hier aus wurden grosse, mit Korn beladene Schiffe von Zeit zu Zeit nach Rom gesandt, um die Hauptstadt des Reichs mit Lebensmitteln zu versorgen. Diese Schiffe waren von mehr als gewöhnlicher Grösse und wurden von Kriegschiffen eskortiert. Die Getreideflotten bildeten jedoch nicht das vornehmste Handelsunternehmen der Alexandriner zur See, Die Erzeugnisse Indiens wurden von den Mündungen des Indus und der Küste von Malabar nach Aegypten gebracht und von dort aus nach der ganzen Welt versandt. Elfenbein, Schidpatt, die damals noch seltenen und kostbaren Baumwollwaren und Seidenzeuge, Perlen und Diamanten, Gummi und Spezereien wurden von Alexandria aus nach allen Häfen des Mittelmeeres verbracht. Plinius erzählt uns, dass der jährliche Umsatz in diesen Dingen auf hundert Millionen Sesterzien, etwa 1.600.000 Mark nach un. serem Gelde, eine für die damalige Zeit ganz ungeheure Summe, geschätzt wurde. Eines der Haupterzeugnisse Aegyptens war das ״Papyrus“, genannt Schilf, welches fast nur an den Ufern des Nil wuchs; aus diesem wurde das wohlfeilste und passendste Schreibmaterial bereitet, und unser Papier verdankt ihm seinen Namen. Lange musste Rabbi Akiba suchen, bis er ein Schiff, fand, welches seinen Lauf nach dem Haffen von Jaffa riehtete. Die meisten Schiffe waren nach Rom bestimmt; dorthin brachten sie Korn, Wein, Oel, Wolle, Spezereien, Edelmetalle und andere Kostbarkeiten. Endlich fand er ein mit Papyrus beladenes Schiff, das seinen Lauf nach Kleinasien dirigierte, und mietete auf demselben einen Platz. Als das Schiff den Hafen verliess, stand Rabbi Akiba auf dem Verdeck und schaute voll Wehmut auf die schöne und reiche Stadt, die er soeben verlassen hatte. ״Ach,“ sprach er vor sich hin, ״es gibt in unseren Zeiten Niemanden, der in rechter Weise zu ermahnen versteht. Per Prophet Jonah wurde nach Niniweh zu Heiden geschickt — 183 — und es gelang ihm, sie zur Busse und Besserung zu erwecken• Mein Ermahnung aber ist bei meinen Brüdern in Alexandria fruchtlos verhallt!“ Das Wetter war sehr schön und günstig. Der Wind blies die Segel auf, die Ruderer arbeiteten unablässig, und so flog das Schiff schnell dahin. In den guten Jahreszeiten und bei v guten Winden war die Schiffahrt der Alten mit ihren Rudern und Segeln rascher, als die unserige es bis zu den Erfindungen der neuesten Zeit war. Ein Schiff pflegte auf einer guten Fahrt in vierundzwanzig Stunden einhundertzweiundsechzig Kilometer zurükzulegen. Schon war die asiatische Küste in Sicht, und Rabbi Akibas Herz schlug höher bei dem Gedanken, dass er nun bald, nach langer, langer Abwesenheit, die teure Heimat, die geliebte Gattin, die nicht minder geliebten Kinder. Gefährten , und Schüler Wiedersehen sollte. Delphine zogen dem Schiffe nach, um die Abfälle zu erhaschen, merkwürdig gestaltete, grosse Fische zogen daher, allerlei Seeungeheuer kamen in Sicht. Da sprach Rabbi Akiba : Wie viele sind Deine Werke, o Herr, sie alle hast mit Weisheit Du gemacht, voll ist die Erde von Deinen Gütern. Diese grossen Geschöpfe, die im Meere leben, würden, wenn sie auf das trockene Land kämen, sofort sterben; und die grossen Geschöpfe, die auf dem Trocknen leben, würden in den Fluten des Meeres sogleich umkommen. Wie viele sind Deine Werke, o Herr, alle hast mit Weisheit Du sie gemacht. Rabbi Akiba schaute zum Himelsgewolbe empor. Da erblickte er in fernem Westen eine Wolke, so gross wie die Hand eines Mannes. Eilig suchte er den Schiffspatron auf und sprach zu ihm: ״Siehe dort, jene kleine Wolke! Ein böses Wetter ist im Anzuge; eile, dass wir den nächsten Hafen erreichen," Der Patron lachte der Mahnung.