Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Herold · 1937-10-21 · 39 (21.10.1937) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
39 (21.10.1937)
Date
1937-10-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Hungarian
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/9569290-9569297-9569413--116-9569417
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

4 »Der Jüdische Herold« 4 Wieder ein Selbstmord einer Jüdischen Sungaerztin. Wien. Die völlige Aussichts- Josigkeit für die jüdischen Jungärzte, nach Beendigung ihres Studiums eine Existenz begründen zu können, hat neuerlich zu einem Selbstmord geführt. Die 26jährige Aerztin Dr. Margarete Hirschhaut, die soeben ihre Studien beendet hat, hat sich in einem Wiener Hotel vergiftet. In einem hinterlassenen Schreiben führt sie als Grund für ihre Tat an, dass sie aus Furcht vor drohender Siellunglosigkeit in den Tod gehe. Kardinal Innitzer zeichnet einen Süden aus. Wien. Kardinal-Erzbischof Innitzer hat einen hohen österreichischen Beamten, Hofrat Dr. Rudolf Löw, der Jude ist, in Anerkennung seiner Verdienste als Leiter der Finanzprokuratur durch die persönliche Uebergabe seines Porträts mit eigenhändiger Widmung ausgezeichnet. Der Ausgezeichnete, dessen Bruder gleichfalls eine hohe Be»mtensteile bekleidet hat — er war Richter im Oberlandesgericht — ist ein Sohn des Rabbiners Immanuel Löw. Ein juedisches Spitai in Debrezin. Die hiesige ״Chewra Kadischa“ hatte bereits vor 10 Jahren das Truppen-Spitalsgebäude käuflich erworben, um dort ein jüdisches Spital einzurichten. Das Spital war jedoch bis jetzt von Honved-Aerar gepachtet gewesen. Nunmehr hat der Minister des Innern die Bewilligung zur Errichtung des jüdischen Spitals erteil(. Die Chewra Kadischa geht jetzt daran, durch eine Sammlung unter den Mitgliedern der Gemeinde die erforderlichen Mittel aufzubringen. WARSCHAU. In Bransk in der Nähe von Bialystok ist es während des Jahrmarktes zu pogromartigen Ausschreitungen gegen die jüdischen Marktbudenbesitzer gekommen. Die Auslagen der jüdischen Geschäfte wurden zertrümmert. Acht Juden wurden verletzt. Zu ähnlichen Ausschreitun־ gen kam es in Suchwoia bei Grodno. 13 Juden wurden verletzt, einer von ihnen, Abraham Titkin, so schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. 50 jüdische Läden wurden geplündert. In der Nähe des jüdischen Friedhofes der Warschauer Vorstadt Praga wurde ein jüdischer Leichenzug überfallen. Huligans bewarfen die Teilnehmer an dem Zuge mit Steinen; zwei von diesen, Jakob Rosenfeld und Meier Borszkowski, wurden schwer verletzt. HANDELSMINISTER VALER POP LAESST EINE SYNAGOGE NIEDERREI« SSEN. Bukarest, Auf dringende Anordnung des Handels- und Industrieministers Valer Pop ist die einzige Synagoge der Stadt Alba Julia in Transylvanien samt den anschliessenden in jüdischem Besitz befindliehen Gebäuden von drei Rekrutendetachements innerhalb von vier Stunden niedergerissen worden. Wie die nationalistisehe Tageszeitung ״Universul“ mitteilt, wohnte Minister Pop den unter Leitung des Polizeikommissariats durchgeführten Abbrucharbeiten persönlich bei. Mit Genugtuung stellt das Blatt lest, dass es ״in dieser Stunde in Alba Julia, dem Heiligtum Rumäniens, keine einzige Synagoge mehr“ gibt. SCHWACHES ERDBEBEN IN JERUSA- LEM. Jerusalem. In Jerusalem wurde am Dienstag, 12. Oktober, Mittag ein schwaeher Erdstoss verspürt. Irgendwelche durch das Beben verursachte Schäden sind bisher nicht gemeldet worden. Auch in der Gegend von Beer-Seba wurden leichte Erdstösse verspürt. TEL AVIV. In Tel Aviv verstarb im Alter von 74 Jahren Mosche Epstein, einer der ersten Palästina-Pioniere. Epstein war j, J, 1887 nach Palästina gekommen. מודעה לבשורות ספר המתבקש מכל יודעי תורה הספר משמרת אלעזר על התורה ומועדים מכבוד חותני הגאון אב״ד דקה״י קאשוי שליט“א — כמה שנים שמבקשים הספר ואיננו — ובדעתי להדפיסו פעם שלישית. והיות שכבר נתפזרו שלשה אלפים אין דעתי להדפיס הרבה — לכן בל אשר רוצה בהספד יקבלנו מכורך בעד —35 KC ויתן מעות קדומה לכהפ״ח —10 Kö יוסף יושיע ה־ק נראם רב דקה“ י טרענטשין יע״א חתן המחבר שליט״א תו שלי RABB. SALAMON GROSS 1-4 TRENCIN. WARSCHAU. Das Gericht in Czenstochau hat fünfzig Juden zu je 50 Zloty Geldstrafe verurteilt, weil sie der polizeiliehen Aufforderung, die von ihnen errichteten Sukkot zu entfernen, nicht entsprochen haben. Die Jüdische Gemeinde hat sich an den Rabbinerverband mit dem Ersuchen gewendet, beim Kultusminister gegen dieses Vorgehen der Behörden zu intervenieren. DIE AELTESTE SYNAGOGE IN CO- LORADO WIRD ABGERISSEN. New Yorkf Die älteste Synagoge und Gemeinde auf dem Westufer des Mississipi ist aufgelöst und ihre Synagoge niedergerissen worden. Es ist dies die Synagoge in der einst blühenden Bergwerksstadt Leadville in Colorado. Die Synagogenmeinde zählte früher 200 Familien, jetzi sind von ihnen nur noch zwei übrig geblieben. Auch der Reformtempel von Leadvilte, ■der seit Jahren nicht mehr benützt wurde, soll demnächst niedergerissen werden. Der Erlös aus dem Verkauf des Abbruchmaterials und des Grundstücks wird dem jüdischen Landeskinderheim in Denver übergeben. Ein gewisser Betrag wird zur Erhaltung des jüdischen Friedhofs in Leadville zurückbehalten. Die Synagogengemeinde wurde gebildet, noch bevor Colorado ein Staat geworden war. Budapest. Sieben verschiedene ungarische antisemitische Organisationen, darunter die Pfeilkreuzler, der Feuerkreuzler und die Sensenkreuzler, beschlossen, sich zu einer Magyarischen nationalsozialistisehen Partei zusammenzuschliessen. Die Gründungsversammlung wurde für den 24. Oktober nach Budapest einberufen. WIEN. An der Peripherie Wiens ist es am Montag, 18. Oktober, zu schweren antisemitischen Ausschreitungen gekommen. Als in Schwechat ein Spiel des jüdischen Sportklubs ״Hakoah“ gegen den dortigen Ortsverband beendet war und zwei Spieler der ״Hakoah“ noch auf dem Spielfeld zurückblieben, wurden sie von einer Gruppe von Zuschauern, die auf den Spielplatz eindrangen, niedergeschlagen und misshandelt. Eine Gruppe von ״Hakoah“-Sportlern lief ihren Kamaraden zu Hilfe; es entstand ein Handgemenge. Die Ausschreitungen nahmen in einer Reihe von Zusammenstössen entlang der ganzen Strecke von Schwechat nach Wien ihre Fortsetzung, Die antisemitischen Excedenten hielten Autos an, bewarfen die Strassenbahn mit Steinen und attackierten jüdisch aussehende Passanten. Drei Personen wurden verletzt, eine von ihnen durch einen Messerstich ins Gesicht schwer, Generalkonsul Sally Guggenheim ge- Slorben. Im Alter von 62 Jahren verstarb auf seinem Landgut in Allschwil bei Basel der weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannte Wirtschaftsmann und ju* goslavische Generalkonsul Sally Guggenheim. Er war Mitbegründer der Weltorganisation der Agudas Jisroel. Sowohl in Berlin, wo er zeitweilig wohnte, als auch in Basel hat er sich tatkräftig für jüdische Zwecke, sei es humanitärer oder religioser Art, eingesetzt. In Berlin war er Vor- Standsmitglied der Synagogengemeinde Adas Jisroel. Seine erste grosse Spende ermöglichte die Errichtung der Lungenheilstäite ״Etania“ in der Schweiz. Sein Lebenswerk war die Gründung der Israelitischen Religionsgesellschaft und die Errichtung der Synagoge Ahornstrasse, der ״Guggenheims Schul“. Anlässlich der Kalenderreform-Bestrebungen intervenierte er mehrmals erfolgreich beim Völkerbund. Warum verderben die Zähne? Vor allern deshalb, weil die sich zersetzenden Speisereste den Zahnschmelz angreifen. Gerade aus diesem Grunde wurde bei der Zusammensetzung der Aipa Zahncräme darauf geachtet, dass sie die.Speisereste gänzlieh entferne und deren Zersetzung vorbeuge. Die von der Natur gegebene oder vom Arzt erneute Gesundheit der Zähne kann nur durch regelmässige Pflege erhalten werden. Die Alpa-Zahncräme ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel. — Und zum Gurgeln : Alpa-Franzbranntwein. Konkurs. Im Rabbinatbezirk Filakovo ist ein שוחט ובודק Posten zu besetzen. Der Bewerber soll die junge Witwe des früheren Schächters s. 1. heiraten. Dieselbe hat 2 kleine liebe Mädchen. Gehalt monatlich 700— Kc Wohnung und sonstige Nebeneinkommen. Vorbeten nicht unbedingt notwendig. Offerte zu senden an RABBINER S. JUNGREIS Filakovo. Verlässliches int, Mädchen, sucht Stellung in Geschäft. Perfekte Verkäuferin in Mode- Gemischtwaren und Delikatessen Branche. Beherscht die drei Landesprachen. InjKanzleiarbeit auch bewandert. Samstaghaltende, mit bescheidene Ansprüche Chiffre Perfekt Slovakisch. In Stupava findet ein Mädchen von 6—10 Jahre bei ganzer Verpflegung zu mässigem Preise Aufnahme. PAULA GRÜNMANDL. Verbreitet den Jüdischen Herold.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.