Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 39 (21.10.1937)
- Date
- 1937-10-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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3 *Der Jüdische Herold« 3 sen. Die Polizei entsandte sofort Verstärkungen, die die Ordnung wiederherstellten. Die Palästinaregierung hat ein Verzeichnis der in den Rayons von Jerusalem, Hebron und Lydda liegenden Häuser angelegt, die zur Strafe in die Luft gesprengt werden sollen, falls sich die Terrorakte wiederholen sollten. — In Jerusalem hat die Polizei Massnahmen zur Verstärkung des Ordnungsdienstes in der Altstadt getroffen. Es wurden grosse Eisentore bestellt, durch welche die fünf Eingänge in die Altstadt gesperrt werden sollen. NACHRICHTEN KALENDER. פרשת וירא הפט׳ ואימה אחת שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4.25 Schabbos-Ausgang 5.35 f>onq3<ffi פרשת היי שרה הפט׳ והמלך דוד מבי החודש שנת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4-15 Schabbos-Ausgang 5.25 LILLY WOSNER Wien WILHELM FELDMANN Sp. Podhradie Verlobte. Trauerrede des Oslanyer Oberrabbiner Reich in ZI. Moravce. Ein Bratislavaer Leser unseres Blaltes, der an der הלויה des ZI. Moravceer Oberrabbiners זצ״ל teilnahm, hat uns den nachstehenden kurzen Auszug des besonders rührenden und iiefgefühlten הספדים, den Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Armin Reich aus Oslany in Moravce am Eingange des בית הכנסת über den verstorbenen גאון זצ׳ל hielt, mit der Bitte eingesandt, wir mögen diesen kurzen Zeilen in unserem Blatte, als Beitrag zur Würdigung des so frühzeitig in die Ewigkeit eingezogenen Moravceer Raws זצ״ל Raum geben, welehern Ansuchen wir gerne entgegenkom• men. Anknüpfend an die bekannte Stelle der ‘פסקתא, יחזקאלי führte Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner A. Reich Oslany unter anderem folgendes aus: Die פסקתא schildert die traurige Stunde als die שכינה beim חרבן הבית das Heiligtum verlassen musste. Angelangt an die Schwelle des Heiligtums küsste sie die Wände, umarmte die Säulen und nahm unter Tränen mit den Wor־ ten Abschied: Friede mit dir mein Heilig* tum, Friede mit dir mein (eueres Heim. So auch der verstorbene צדיק אוגד גדול בתורה, der hier an der Schwelle des von ihm geschaffenen מקדש מעט, des Heiligtums Rast hält, um sogleich den letzten Weg anzutreten, dorthin wo ihm an Seite sei* nes Vaters Zecher Livrocho zur ewigen Ruhe gebettet wird, verlässt die Stätte seines Wirkens. Wir können uns im Geiste vorstellen, wie auch er Abschied nimmt, küssend die Wände, die beredtes Zeugnis ablegen über seine segensreiche Tätigkeit. זה אלי ואנוהו אלקי ואבי וארוממנהו dieser ist mein G*tt meines Vaters, ich will ihn erheben. Seine Tätigkeit übte er im Geiste seiner grossen Ahnen aus, die seit Jahrhunderten eine Leuchte in Jisroel bilden. Er umarmt die Säulen. Die drei Säulen auf denen das Judentum basiert תורה ועכודח וג״נדח, auf die» sen Säulen hat er unter grössten [Entbehrungeri und Kämpfen gegen äussere Feinde, ein herrliches mustergültiges Gemein, dewesen aufgebaut. Unter Küssen und Tränen nimmt er Abschied von den Wän* den und Säulen des Heiligtums. Friede mit Dir mein teueres Haus, Friede mit Dir G־ttes Haus. Der נפטר nimmt für immer Abschied von diesem Hause, von diesem herrlichen בית הכנסת das einen kosfbaren Ring bildet in der Kette der Institutionen die er für תורה ועבודה ונמ״ח geschaffen hat, aber trotz seines Heimganges wird soin Geist weiter wirken an dieser Stätte seiner segensreichen und langjährigen Tätigkeit. Das schönste Lob für den נפטר und erhebendsten Trost für die!unterbliebenen Leidtragendem spendete der ehrwürdige Redner mit den Worten ה׳ נתן ה׳ לקח יהי שם ה‘ מברך G״tt habe gegeben eine heilige reine Seele gütlichen, Ursprungs, gegeben in einen Körper von dem anzuwenden sind die Worte זית רענן יפה פרי תאר קוא׳ ה‘ שמך ein grüner Oelbaum, das Symbol des Thoralichtes, an diesem Baume der seit Jahr* hunderten das Licht verbreitet, war der Verstorbene eine schöne herrliche Frucht יה‘ לקה und in dieser ihrer Heiligkeit, Reinheit kehrt sie wieder zu השי׳ת zurück. Die נימפה die הש“ת gegeben hat kehrt zu ihrem Schöpfer in vollendeter Reinheit zurück und möge ein würdiger מליץ יושר, gerechter Fürsprechen sein für uns alle. אכי״ר. Es ist besonders hervorzuheben, dass der הספד bei sämtlichen Honorationen der Stadt, bei der Bevölkerung, die ohne Unterschied des Slandes und Ranges mH der Geistlichkeit an ihrer Spitze eischienen war, um den verstorbenen Seelsorger die letzte Ehre zu erweisen, die tiefste Rührung hervorgerufen hat. Ein 3esd1iwah־Infernaf in Brafislaua. Die seit längerer Zeit im Gange befindliehen Bestrebungen zur Errichtung eines Internates für Bachurim der vom Chasam Soffer s. A. gegründeten Jeschiwah, haben nunmehr konkrete Formen angenommen. Die am 16. d. M, unter dem Vorsitze des Herrn Oberrabbiners Schreiber in Bratislava stattgefundenen Sitzung des Vorbereitungskomitees hat beschlossen, nunmehr an die Verwirklichung des Baues zu schreiten. In der Schreibergasse ist bereits für diese Zwecke ein schöner Baugrund erworben, “bedeutende Mittel sind bereits zugesagt, die Baupläne sind in Ausfertigung, so dass mit der Grundsteinlegung in der nächsten Zeit zu rechnen ist. Dem Vorbereitungskomitee gehören namhafte Persönlichkeiten verschiedener Kreise der jüdischen Öffentlichkeit an und berechtigt diese Zusammensetzung zur Hoffnung, dass in Kürze, ein der Tradition der Bratislavaer Jeschiwah Internat das Talmudstudium fördern wird. NITRA. Sonntag wurde am hiesigen Friedhof dem langjährigen verdienstvollen Präses des Nitraer orth. Gemeinde Leopold Weiss der Grabstein gestellt. Die vornehmsten Gemeindemitgliedermit Herrn Oberrabbiner an der Spitze hatten sich in grosser Zahl eingefunden. Der jüngste Schwiegersohn Moses Nagel hielt ihm einen warm empfundenen Nach״ ruf, NOVE ZÄMKY. Am 10. d. M. hielt das Vorbereitungskomitee des Landesverbandes der Fürsorgestellen in Nov6 Zämky eine Beratung ab. Nach der Eröffnungsrede des Präses Herr Samuel Quitt erstatete Herr E. David Bick ein eingehendes Referat, das mit Beifall und B friedigung aufgenommen wurde. Es wurde der einhellige Beschluss gefasst, eine grosse Landesver- Sammlung einzuberufen. Jede Gemeinde erhält den Entwurf und es wird ihr Gelegenheit geboten, bis zu einer bestimmten Frist dazu Stellung zu nehmen und Anträge einzubringen. Das Vorbereitungskomitee setzt voraus, dass in anbetracht der überaus grossen Wichtigkeit des Projektes, das geeignet und prädesteniert sein soll, die Ehre und das Prestige unseres Volkes in den Augen der Andersgläubigen zu heben, eine jede Gemeinde sich ernstlich mit dem ihr unterbreiteten Entwurf befassen werde. KoSice. Nach längerer Verhandlungen wurde seitens des Rabbinates und Gemeindevorstandes einheitlich zum Be- Schlüsse gebracht, dass das Plenum der orth. Gemeinde einen דיין״“ Rabb. Assesor wählen soll. Nächste Woche ist die Wahl der Candidierungscommission. Die allgemeine Stimmung lautet für den bisher provisorisch wirkenden und sehr beliebten Rabb. J. Falk Friedmannn schlito, der sowohl mit seinen grossen Fähigkeiten und sonstigen grossen Vorzügen als zukünftigen Dayen der orth. Gemeinde Kosice betrachtet werden kann. Allenfalls muss man das Resultat, der kommenden Wahl abwarten. S. B. SAHY (1POLYSÄG). Rabbinerwahl. Zum Nachfolger durch das vor einigen Jahren erfolgte Hinscheiden des weil. Rabbiner Großmann verwaist gewordenen Rabbinatssilzes der slatus quo-Gemeinde Sahy wurde der Schüler des Hildesheimer- Seminars Dr. Singer gewählt, der ein Sohn des Rabbiner Singer (Bosaca) ist. EINE ״JESCHIWA DES NEUEN JISCHUW“. In Anwesenheit zahlreicher Rabbiner, Jeschiwaleiter und Personlichkeiten des öffentlichen Lebens fand in Tel Aviv die feierliche Eröffnung der ״Zentraljeschiwa für den neuen Jischuw“ (Hajeschiwa Hamerkasit Lejischuw Hechadasch) statt. Der Oberrabbiner von Tel Aviv, Rabbi Mosche Avigdor Amiel, der Gründer und geistige Leiter der neuen Jeschiwa, hielt einen Schiur über Halacha und Haggada aus dem Traktat Sanhedrin. Begrüssungsansprachen hielten Oberrabbiner Usiel, der Vorsitzende der Misrachi-Weltzentrale, Rabbi Gold, die Rabbinen Sch. Kook und Lupawitsch, sowie einer der Jeschiwa-Hörer. Die Hörer der neuen Jeschiwa studierten früher zum grössten Teil in der Tel Aviver Jeschiwa Agudat Thora. In den Kreisen des orthodoxen Judentums hat die Gründung einer Zentraljeschiwa in Tel Aviv starken Eindruck gemacht. DANZIG. Die Disziplinarkammer für nichtrichterliche Beamte hat gegen den Öljährigen Steuersekretär Franz Libischewski aus Danzig die Dienstentlassung und strafweise Kürzung des Ruhegehaltes auf die Hälfte ausgesprochen. Libischewski wurde vorgeworfen, er habe regen Verkehr mit Juden unterhalten und seine Einkäufe in jüdischen Geschäften getätigt. Der Staat könne, so heisst es in der Urteiisbegründüng, solche Beamte nicht brauchen und es wäre daher widersinnig, dass Beamte, die sich als Staatsfeinde betätigen, später noch ihre Pension erhalten.,