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Der jüdische Herold · 1937-10-21 · 39 (21.10.1937) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
39 (21.10.1937)
Date
1937-10-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Hungarian
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2 tenden High Commissioner und den Chefs der Polizei- und Militärbehörden fanden Beratungen statt. Man schliesst daraus, dass mit ausserordentlichen Massnahmen zu rechnen sein wird. Besonders hat sich die Lage im Hebron-Gebiet in Südpalästina verschlechtert. Die Frauen und Kinder der Polizeibeamten sind nach Jerusalem in Sicherheit gebracht worden. Der Nachtverkehr ist auf allen Palästinabahnen eingestellt worden. Reuter meldet, dass zwischen Jerusalem und Haifa der gesamte Telefon- und Telegrafenverkehr unterbrochen ist. Jerusalem, 17. Oktober. Bezeichnend für die Einstellung der Araber ist ein Leitartikel in einer Zeitung in Jaffa, im Organ der arabischen Unabhängigen Partei in dem es heisst: ״Der Ueberfall an der syrisch-palästinensichen Grenze, bei dem sieben Automobile ausgeraubt wurnen, bietet eine willkommene Gelegenheit, die Nation daran zu erinnern, dass sie sich auf viele bewaffnete Patrioten verlassen kann, die bereit sind, ihr Leben einzusetzen, wenn es befohlen wird.“ Jerusalem, 18. Oktober. Die Spannung in ganzem Lande ist aufs höchste gestiegen. Auch im amtlichen Kreisen rechnet man jetzt mit der Möglichkeit eines baldigen allgemeinen Aufstandes. Die Vorbereitungen zur Verkündung des Kriegsrechtes in einem solchen Falle sind getroffen, Talpiot, einer der modernen jüdischen Teile des neuen Jerusalem, ist einer heftigen Beschiessung ausgesetzt gewesen. Während der Beschiessung versuchten prominente Persönlichkeiten von Talpiot vergeblich, die Regierung zu sofortigem Einschreiten zu veranlassen. Schliesslich gelang es, sich mit Distriktskommissar Mc Laren persönlich in Verbindung zu setzen, der einige Beamte zur Untersuchung an Ort und Stelle entsandte. Auch in anderen Teilen rings um Jerusalem waren Schiessereien zu hören. In der Jerusalemer Altstadt wurde am Sonntag abend ein Araber von unbekannten Tätern getötet. Die jüdischen Siedlungen Sed!era und Ramat Hakowesch wurden stark beschossen. In Jaffa explodierte eine Bombe, die jedoch keinen Schaden anrichtete. Bei einem Ueberfall auf eine jüdische Kolonie wurde ein jüdischer Knabe getötet. Näheres hierüber ist bisher noch nicht bekannt. Auf das jüdische Stadtviertel von Safed wurde von zwei Seiten aus ein heftiger Feuerüberfall unternommen. Verluste waren nicht zu verzeichnen. In der Kolonie Ness-Ziona wurde, nach einer Meldüng der United Press, ein Jude getötet. Vier jüdische Arbeiter, die sich auf dem Wege von Kfar Etzion nach Jerusalem befanden, wurden von bewaffneten Arabern beschossen. Verletzt wurde keiner von ihnen. In Jerusalem wurde ein Jude durch einen Araber durch einen Messerstich so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Am Sonntag wurde in Jerusalem das Holzmagazin einer arabischen Firma in Brand gesteckt. Es dürfte sich, da der Eigentümer der gemässigten Nashashibi-Partei angehört, um einen Racheakt der Mufti-Leute handeln. Auf dem Flugplatz Kalandia bei Jerusalem wurde ein Feuerüberfall verübt. Der Flughafen wurde ausser Betrieb gesetzt. Die zu Hilfe gerufene Polizei wurde von den arabischen Terroristen, die sich verbarri- Jcadiert hatten, mit Schüssen empfangen, »Der Jüdische Herold* Erst als die Polizei zum Angriff vorging, ergriffen die Araber die Flucht. Auf der Strasse Jerusalem-Jaffa wurde eine Strassenbrücke gesprengt. In Haifa ist die Lage gespannt. Am Montag vormittag wurde auf eine Gruppe Arbeiter in der Umgebung von Jerusalem geschossen, wobei ein Araber verwundet wurde. Die Araber behaupten, dass aus einem Hause in unmittelbarer Nähe des jüdischen Viertels geschossen wurde. Jerusalem, 19. Oktober. Der Oberkommandierende der britischen Truppen in Palästina, Generalmajor Wafell, hat alle Distriktskommisare zu einer Beratung über die Verkündung des Kriegsrechtes in Palästina nach Jaffa berufen. Die Distriktskommissare sollen auf Grund ihrer Beobachtungen ihr Urteil darüber abgeben, ob die Proklamierung des Bdagerungszustandes für ganz Palästina oder für einzelne Teile ratsam sei. Auf allen wichtigen Strassen Palästinas sind die Polizei- und Militärpatrouillen verstärkt worden. Zum erstenmal seit dem Ausbruch der neuen Untuhen erschienen die Polizisten auf den Strassen jezt wieder in Stahlhelm. Die internationalen Unternehmungen, welche tagsüber von der Polizei bewacht werden, werden nachts von Militär bewacht. In Jerusalem, wo vorübergehend die Polizeisperrstunde aufgehoben worden war, ist diese in Zusammenhang mit den jüngsten Terrorakten in mehreren Teilen der Stadt für das ganze Stadtgebiet wieder in Wirksamkeit gesetzt werden. Auf der Fahrt nach Tel Aviv wurde in der Nähe der jüdischen Siedlung Motza, wo am vergangenen Dönnerstag ein jüdi- Franzbranntwein und jetzt auch Zahn-Creme »j.■ scher Autobus beschossen worden war, neuerlich auf einen jüdischen Autobus ein Feuerüberfall unternommen. Drei Passagiere wurden verletzt, zwei von ihnen, ein gewisser Otto Weiss, und eine jüdische Frau, deren Name noch nicht festgestellt wurde, schwer. Auch in Jerusalem wurde auf einen Autobus ein Anschlag verübt, bei dem mehrere Personen verletzt wurden. Ein armenischer Strassenphotograph wurde in der Nähe der Jerusalemer Polizeistation angeschossen und schwer verletzt. Der erst von kurzem in die Nachrichtenabteilung der Polizei aufgenommene junge Araber Kemal Alami wurde nahe Jerusalem von unbekannten Tätern erschossen, ln dem Christliehen Viertel von Jerusalem wurde ein junger Araber von arabischen Terroristen durch mehrere Schüsse getötet. In der Jerusalemer Altstadt wurden von unbekannter Hand zwei Bomben geworfen, die jedoch keinen Schaden anrichteten. Auch in Tel Aviv wurde im Brenner*Viertel eine Bombe 2 geworfen, die ebenfalls keinen Schaden anrichtete. Bei dem am Sonntag erfolgten Bombenanschlag in Jaffa handelt es sich um ein Attentat auf die Zweigniederlassung der Anglo-Palestina Bank. Die Höhe des Schadens ist noch nicht festgestellt worden. Die Kolonie Bat Schlomo wurde beschossen. Verletzte wurden nicht gemeldet. Zu schweren Schiessereien kam es in Ramat Rachel zwischen Jerusalem und Bethlehem. In der Nähe von Kfar Jeladim wurde ein Lastauto, auf dem sich jüdische Kinder in Begleitung ihrer Lehrer befanden, beschossen. Verletzt wurde niemand. Auf einen Lastkraftwagen der Heeresverwaltung sind in der Nähe des arabischen Dorfes Kire Schüsse abgegeben worden. Auf die Polizeistation auf dem Berge Kanaan, die in der Vorwoche von arabischen Terroristen beschossen worden war, wurde neuerlich ein Feuerüberfall verübt. Man glaubt, dass bei der Erwiderung des Feuers durch die Polizei mehrere Angreifer verwundet worden sind. Die Kolonien Machne-Israel, Kfar Jeiadim und Kfar Ewer wurden von arabischen Banden heftig beschossen. Die Polizei und jüdische Hilfspolizisten erwiderten überall das Feuer mit Maschinengewehren und vertrieben die Angreifer, die sich in die Berge zuiückzogen. Zu schweren Zusammenstössen zwisehen Polizei- und Miiitärabteilungen und einer Bande von mehreren hundert bewafneten Arabern kam es zwischen Haifa und Safed. In der Nähe von Habron umzingelte ein Trupp bewaffneter Araber die Polizei־ Station von Daharia Dewir und zwang die anwesenden Polizisten zur Uebergabe der Waffen. Eine Abteilung des ״Black Watch“ Regimentes wurde in Lastkraftwagen nach Dohana entsandt, um die Verfolgung der Banditen aufzunehmen. Die Aktion der Mi« Utärabteilung wurde durch ein Flugzeug unterstützt. Infolge des Uebergreifens der Unruhen auf den Norden Palästinas wird nunmehr auch die Lage in Tel Aviv immer gespannter. Besonders gross ist die Spannung an der Grenze Jaffa-Tei Aviv. Der erste jüdische Tote ein lljähri« ger Semenitenknabe in Iless-Ziona. — Leiche eines aus Deutschland stammenden Süden aufgefunden. Nach den jüngsten Nachrichten aus Palästina sind bei den Überfällen auf jüdische Kolonien am Sonntag nicht, wie anfänglich gemeldet, zwei Juden getötet worden; vielmehr ist bei einem heftigen Feuerüberfall einer Ataberbande auf das jemenitenviertel von Ness-Ziona der lljähnge Jemeniteaknabe Josef Sherbabi im Hause seines Vaters im Schlafe getötet worden. Jüdische Hilfspolizisten wehrten schliesslich den Angriff ab. Am Meeresstrand bei Kissaria (Caesarea) ist die Leicne des 35jährigen aus Deutschland eingewanderten Oskar Strauss gefunden worden. Es konnte bisher nicht testgestellt werden, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt. In Daharia wurden am Dienstag, 19. Oktober, vormittag, als Vergeltungsmassnähme für den tags zuvor erfolgten Angriff arabischer Terroristen auf die dortige Pulizeisiation drei Häuser in die Luft gesprengt. Havas meldet aus Jerusalem: In der Nacht auf Dienstag wurde eine im südliehen Zipfel von Palästina liegende jüdische Kolonie 40 Minuten lang beschos״ 27227

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