Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 38 (14.10.1937)
- Date
- 1937-10-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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4 Der Jüdische Herold« 4 Konferenz der Harand*Bewegung. Am 6. und 7. Oktober fand in Wien eine von der Leitung der Harand-Bewegung einberufene Konferenz statt, an der auswärtige Kongressbüroleiter der Bewegung und Ver* trauensmänner aus einigen Ländern gemeinsam mit der Wiener Hauptleitung die Richtlichen aufstellten, die auf dem ״Weltkongress gegen Krieg, Hass und Not“ zur Diskussion gestellt werden sollen. Die christlichen Konferenzteilnehmer erliessen einen Aufruf an die Juden der ganzen Welt, nicht zu verzagen, sondern mutig um ihre Menschenrechte zu kämpfen. ״Noch nie“, heisst es in diesem Aufruf, ״hat sich unserer Religionsgemeinschaft eine solche Gelegenheit geboten, ihr Christentum auch praktisch zu betätigen. Der Geist, der Euch verfolgt, ist nicht christlich, mag er sich mitunter auch das religiöse Mäntelchen umlegen. Es ist eine Niedertracht, 16 Millionen Menschen für die Untaten verantwörtlich zu machen, die einige unter ihnen begehen. ... Ihr Juden habt wahrlich nicht wenig Wohltäter für die Menschheit gestellt! Im Frieden habt ihr als Gelehrte, Erfinder und Forscher wahre Wunder vollbracht, aber auch im Kriege wart Ihr tapfer. Wollt Ihr jetzt den Mut jverlieren, da es den Bösen gelungen ist, für kurze Zeit die Herrschaft in einem Teile der Welt zu erringen? Lange wird der Irrsinn nicht mehr dauern! Die Welt wird sich bald von den Wahnsinigen befreien, die sich erfrechen, die Rolle der Wächter zu spielen. Es gibt keinen jüdischen Kapitalismus, keinen jüdischnn Bolschewismus, keine jüdi* sehe Weltherrschaft und keinen jüdischen zersetzenden Geist. Das alles sind Lügen und Verleumdungen, die man gegen Euch leicht verbreiten kann, weil Ihr wehrlos seit“. Der Aufruf ist von einer Reihe christlicher Persönlichkeiten unterfertigt, darunter: Irene Harand: Jan Dabrowski, Publizist, Warschau; Jean Groffier, Schriftsteiler, Brüssel; Elly Weber, Bern; Konstantin Koutek, Magistratsrat, Prag; Josef Führer, Amtssekretär, Wien. Fröhlich ln den neuen Tag. Jeder, der für seine Gesundheit sorgt, beginnt den Tag mit der Zahnpflege Wie angenehm ist es, ein Gefühl der Reinheit und einen wohlriechenden Atem zu haben und vor Zahnsteinbildung geschützt zu sein 1 So wirkt die Alpa-Zahncpeme. — Eine leichte Massage mit Alpa-Franzbranntwein belebl die Nerven und stärkt die Muskeln. Bei Kopfschmerzen reiben wir Stirne und Schläfen mit Alpa ein, oder legen einen Umschlag mit verdünnten Alpa auf. Bei Unwohlsein wirkt das Einatmen von Alpa- Franzbranntwein belebend. Die Situation in Palästina. Jerusalem. Gegenwärtig finden in ganz Palästina unter der militärischen Leitung des Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte im Lande, Generalmajor Wavell, grosse Manöver statt. Auf Kfar Kanna in Galiläa wurde von einer bewaffneten Araberbande mehrere Schüsse abgegeben. Verletzt wurde niemand. Versuche arabischer Terroristen, in Tulkarem und Jenin •einen Streik auszurufen, sind gescheitert, nachdem die Behörden in öffentlichen Anschlägen jede £lreikhandlungr als ungesetzlich erklärt und Streikenden empfindliche Strafen angedroht hatten. Umfassende polizeiliche Haussuchungen im Gebiet von Tulkarem haben zur Verhaftung zweier führender arabischer Agitatoren geführt. An den Häuserwänden in Safed brachten die Terroristen Anschläge an, in denen der Bürgermeister und die Kaufleute im Falle des Abbruches des Streiks mit dem Tode bedroht werden. Als Signum der geheimen Terrorbande waren Gewehr und Dolch aufgedruckt. Wie die Palästinaregierung der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitleilt, sind die ersten Meldungen über die Beschädigung der Ölleitung der Irak Petroleumge- Seilschaft stark übertrieben gewesen. Die Leitung sei nur durch eine Kugel beschädigt worden. Der Schaden wurde schnell wieder repariert. Ein Brand war nicht ausgebrochen. Der Jerusalemer Korrespondent des ״Daily Telegraph“ meldet seinem Blatte, er habe in Erfahrung gebracht, dass in Damaskus ein neuer Oberster Arabischer Ausschuss für Palästina in Bildung begriffen sei. Die Initiatoren der neuen Zentrale der arabischen Terroristen, die von nun an von Damaskus her wirken wird, sind der aus Palästina geflüchtete Präsident der arabischen Nationalpartei Jamel el Husseini, gegen den in Palästina ein Haftbefehl erlassen war; ferner Izzat Darwaga, die ״rechte Hand des Mufti“ und Auni Bey Abdul Hadi, der der erabischen Delegation in Genf angehört hat. Der Bagdader Korrespondent des ״Telegraph“ berichtet, dass die Presse des Irak in immer schäiferer Weise die Ma snahmen der Palästinaregierung zur Liquid![ erung des Zustandes der Gesetzlosiykeiin Palästina kommentiert. So schreibt ״Nahar“ : England wünscht anscheinend, dass Palästina demütig seinen Nacken hinhält, um auf dem Altar des Imperialismus geopfert zu werder. Wir hab n gelernt, dass Proteste durch Kongresse oder Delegationen zu nichts führen. Die einzig wirskame Politik ist die des Kampfes gegen die britische Regierung. Wir müssen etwas für Palästina tun, das sich jetzt mit Blut und Feuer in das Buch der Geschichte einschreibt. Die Zeit ist vorbei, in der wir England mit lauwarmen Protesttelegrammen zu überschwemmen pflegten. Jetzt heisst es : siegen oder unterliegen. ״Falastin“ berichtet, die Irak-Regierung habe beschlossen, einen Beobachter nach Palästina zu entsenden, der die politische Entwicklung im Lande während der Untei suchungsarbeiten der neuen Palästina. Kommsision verfolgen soll. Die Wahl wird wahrscheinlich auf den Rektor der Bagdader Universität, M fak Alusi, fallen. Eine arabische Nachrichten-Agentur meldet aus Bagdad, dass in Bagdad Vorbereitungen zur Einberufung einer Konferenz der arabischen Studenten im Gange sind, die sich vor allem mit der Frnge der zionistischen Gefahr befassen soll, ״Haarez“ gibt der Entwartung Aus, druck, dass die Palästina-Regierung auf dem einmal eingeschlagenen Wege nicht Halt machen, sondern ihre Aufgabe bis zu Ende durchführen werde. Das bedeute u. a., dass sie den friedliebenden Arabern die Hand zur Verständigung reiche, $ Die orth. Gemeinde gibt bekannt dass Herr FRIED DAVID aus Kezmark hier eine streng orth. koschere AUSKOCHEREI eröffnet hat. TRENÖIN, Farska ul. c 1 neben an die Mestska sporitelna. DIE LAGE IN PALAESTINA. Jerusalem. In Jaffa sind die Leichen zweier Araber, deren Identität noch nkht festgestellt werden konnte, aufgefunden worden. Die palästinensisch-libanesische Grenze steht, nachdem 17 verhaftete palästinensische Araber, unter ihnen mehrere Notabeln, einen Fluchtversuch nach Libanon unternommen hatten, unter erhöhter polizeilicher und militärischer Bewachung. Der Früher der arabischen Verteidigungs- Partei, Sagheb Bey Nashashibi, der bekanntlich als einer der gemässigten ara bischen Führer gilt, hat eine Proklamation an die arabische Bevölkerung Palästinas erlassen. In dieser wird zugegeben, dass unter den Arabern Palästinas eine Terrorkampagne geführt wird, gleichzeitig wird aber erk;äri, dass der Oberste Arabische Ausschuss diese Kampagne verurteilt und ausdrücklich abgelehnt habe. Die jüngsten Massnahmen der Regierung werden ״drakonisch und streng“ genannt. Schliesslich wird die Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, mit Einzelperson.ichkeiten sowie Köjperschaften zum Wähle des ganzen Landes zusammenzuarbeiten. Der Regierungszensor hat den Zeitungen verboten, den Aufruf abzudrucken oder auch nur zu erwähnen. Die Regierung hat die Verbreitung der in den arabischen Nachbarländern erscheinenden Zeitungen für ganz Palästina verboten. Zum Nachfolger des ermordeten Distriktskornmissars von Gbergaliläa, Lewis Andrews, ist der briiische Beamte in Transjordanien, Akc beath Kirkbride, ernannt worden. Kirkbri• de, der 40 Jahre alt ist, steht seit 1921 in briti chen Diensten in Palästina und in Transjordanien. In Tiuerias ist der britisehe Jude Blackburne zum Distriktscffizier ernannt worden. Die palästinensischen Zeitungen melden, dass High Commissioner Sir Arthur Wauchope am 20. Oktober nach Palästina zurückkehrt. וואז דיא יודישע רעגירונג אפערט פערלאננען ררירד אויף 1 0.000! טי-יתים זאלל רן ן איינציגער טל־ת פ:!בדק אפע־ירטן דא דא ערשגיט אפגירט פא .צמח ווירד בעשטימט בעשטעטיגט, דען אללע יודען דער גאנצטר ממלט וויסשטן שרן׳ דאס דא ■פיינסטען אוכד שענהטע טל־תים יל־עפערט אם ניליגסטען ד־א גרעססטע טי^ית צ מ ר׳ א־ן קאשתנע. p'-mp TALESFABRIK ״CEMER“ GEBRÜDER Z S U P N I K, KOSICE דארם ןננליסט ערהעלטלץ־ אללער סאיטרגן ספדס פאן אלף דת ביז א כ״ס תפילין׳ מזחית אמד אללננש ויאש נננהמרט צי ההדס בראסש לו דיא הילעשמש ענגרד הר״וע׳ Sfebentaegiger Protests#8•*1 erJ Hochschülerschaff In P0*en Einführung des Hst*150*111 Die S500 Mitglieder zählend' Hochschülerschaft Polens zum Zeichen des Protestes führung von Ghetto-Bänten *ar.. senen Studierenden an einer Kel 1 scher Hochschulen ab 1j in einen siebentägigen treten. Am Donnerstag, l Oktobe. eine Abordnung des Jüdischen r1׳ klubs beim Umerrichtsminister lawski vor, um bei ihmgegen ״! minierung der jüdischen Hochsct Protest einzulegen. Der Minister er habe die Hochschulrektoren die notwendigen Massnahmen z rung von Ruhe und Ordnung a1 ״ schulen und zur Verhinderung schreitungen zu treffen. Die EM Ministers hat die Abordnung nie digt Sie kündigte die Einbring Interpellation im Sejm an. Mini tosiawski hielt im Warschauer eine Ansprache, in welcher er a dentenschaft den Appell richtet( Hochschulen Ruhe und Ordnung ren und die akademische Würd! ver:etzen. Unruhen, wie sie in gangenen zwei Jahren wiederh kommen sind, würden nicht get den. Die Einführung der Ghetto• wähte der Minister nicht mit eir gen Worte. Der Jüdische Parlamentskiu meinsam mit den Komitee zur V der Rechte der jüdischen Stud eine Sitzung ab. Es wurde b eine Konferenz aller jüdischen Or! en in Polen einzuberufen, urn! die Einführung des Hochschulgf schaffene Lage zu erörtern. Sej ter Rabbiner Rubinstein hat Eigenschaft als Mitglied des Parlamentsklubs ein von 30 jüdis ganisationen gezeichnetes Tele: Buenes Aires erhalten, in welch gegen den verschärften Terror die Einführung des Hochschul Polen protestieren. Die polnischen Zeitungen j tungen belassen sich ausführlich Einführung der Ghettobänke. D mitische Presse spricht weiter \ ״Sieg des nationalen Gedankens Regierung nahestehende Presse e jeglicher Komentare. Die jüdis tungen nennen die Einführung 0 bänke einen schweren Schlag j bürgerliche Gleichberechtigung ( ״Hajnt“ lobt den stolzen und Kampf und die bewunderswerte der jüdischen Studenten. ״Fol spricht von einem Rückfall in d; alter. Das Organ der ״Poale Zio len, ״Dos Wort“, ist wegen ei artikels, m welchem die Einfüh Ghetto Bänke scharf kiitisiert w fisziert worden. ln Krakau ist im Gegensatz Warschauer Hochschulen offizi Sitzordnung getroffen werden, di! dere Bänke für die jüdischen vorsient. Trotzdem wurde von den demokratischen Studenten vors! eigene Faust die gleiche Regelun Warschau durchzusetzen. Obwohl tor, Prof. Szafer, bei der eröffnung an die Studenten (j nung gerichtet halte, sich Vj lernen zu betragen, wurde juristischen Vorlesung die jüdisch von einem nationaidemokratischen ten •!ufgefordeit, die Bänke ggf Saalseite einzunehmen. Die jtidisCf denten verliessen hierauf den Hör? warteten, bis der Professor zur erschien, fanden aber dann dje von innen verrammelt