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Der jüdische Herold · 1937-10-14 · 38 (14.10.1937) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
38 (14.10.1937)
Date
1937-10-14
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Hungarian
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3 legenheit der einzige Sohn des Verewigten, der als Oberrabbiner in Eisenstar!{ wirkt hielt eine ergreifenden Nachruf, in welcher er den Lebenslauf und Wirk׳ n seines Vaters schilderte. Die Gemeinde hat einstimmig den Beschluss gefasst, dass sie den vakanten Rabbinerposten mit dem würdigen Mann besetzen wird, welcher einer der zurückgebliebenen ledigen Töchter heiratet. Sonntag Miitag begin die Lewajo, zu welcher Gelegenheit viele Gemeinden und Chewras ihre Vertreter geschickt haben. So waren dort: die Oberrabbiner von Nitra־ Oszläny, Neudorf, Lemes, Velky Sarluhy, Hlohovec, Bösing, und Zelizovze. Die orth. Landeskanzlei, die Gemeinden von Eisenstadt, Ragendorf, Nitra, Surän, Vrable etc waren auch vertrelen. Und was zuerst erwähnt sollte werden die dortige Arnier: Okresny ürad, Militär, Gendamerie, Finanz- Verwaltung, Stadthaus, Schulen und Konfessionen schickten ihre Vertreter zum Begräbniss. Nt bst den vollzählig erschienen Glaubensgenossen sind noch hunderte der Stadtbewohner erschienen um den allseitig geliebten und verehiten Oberiabi* ner das letzte Ehrengeteite zu geben. Man trug den Orajn in den Tempel wo nach den üblichen Hakofajsz und nach Absingen des El mole rachmim hielt der Sohn eine Rede nach welcher S. D. Ungar, der Nitraer Oberrabbiner einen inhalts' reichen Heszped hielt. In diesem hob er hervor, das dies kein Ewel Jochid, sondern ein Ewel Cibür ist, denn der Verblichene arbeitete stets für die Emüno und für die Intressen des orth. Judentums,- Er war kein gekünstelter und anpassender, sondern ein überzeugunstreuer grader, ungeschminkter, gläubiger Jude. Ein gewissenhafter G'tteskämpfer. Als würdiger Nachkomme seiner vornehmen, weltberühmten Ahnen (Margolios jofo) war er selbst eine wertvolle, teuere Perle. Jezt verabschiedete sich ein Vorstandsmitglied, Wilhem Steiner in slovakischer Sprache im Namen der Gemeinde. Worauf die Bahre in den Hof getragen wurde. Hier hielt als erster, Fischer, der Zipsneudorfer Oberrabbiner eine tiefdurchdachte Rede um die Tätigkeit seines Schwagers und Lehrers würdig zu Zeichen. Reich, der Oberrabbiner von Oszläny sprach nach ihm, dann erhob sich Abelesz, der Oberrabbiner von Velky Sarluhy zum Wort. Er betrauert in dem Verblichenen Berulsgenossen den lieben Freund und guten Nachbar mit dem er zugleich vor 31 Jahren seinen Posten angetreten hat. Als er die Persönlichkeit des Verewigten als Mann, Vater, Rabbiner und Mensch schilderte konnte niemand seine Tränen unterdrücken. Oberrabbiner Schill aus Bö. sing sprach: Es gereicht ihm zur besonderer Ehre sich vom R‘ Schemüel Schlesinger im Namen der Landeskanzlei, welches den ehrlichen, gewissenhaften Kämpfer der Orthodoxie betrauert sich verabschieden zu können, denn er wirkt in jener Gemeinde wo die Vorfahren des Moravcer Raws tätig waren, von deren Besz Hakworajs (Friedhofe) er gewiss auch die Grüsse dieser Vorfahren mitgebracht hat. Zum Schlüsse erhob sich der langjäh* rige Angestellte der Gemeinde, Poliak und hat in schlichten und schönen Worten Buch im Namen aller Gemeindemitglieder »Der Jüdische Herold« von den Rebben und Vorgesetzten Abschied genommen und auf altherkömmlicher wei« se ״Mechilo“ (um Verzeihung) gebeten. Jetzt hoben die Verehrer die Bahre auf den Schulter um die irdische Überreste des Verewigten nach dem 6 Kilometer entferntem Zitväsku Knezice zu tragen, wo er neben seinem grossem Vater zu ewiger Ruhe bestattet wurde. Der Moravceer Raw war der Sohn des R' Jajszef Schlesinger, der in Ragendorf als Rabbiner wirkte. Dem Andenken R. Sender Ehrenfelds -ז״ל Wie wir seinerzeit davon Meldung erstattet haben, ist hier vor einigen Monaten R. Sender Etirenfdd ז”ל der fast 50 Jahre im Dienste der hiesigen ort. jüdisehen Gemeinde gestanden war, im Alter von 81 Jahren gestorben. Der einzige Sohn seines Vaters, Rabb. Avrohom Ehrenfeld aus Miskolcz (Ungarn) war daran gehindert gewesen an der Lewajeh teilzunehmen, dem Dahingeschiedenen das letzte Geleite zu geben. Die jetzt stattgefundene Grabstein- Setzung, aus welcher Gelegenheit der Sohn hergekommen ist, nahm er als Veranlassung um das Versäumte nachzuholen. Im dichtgtfüllten grossen Beeshamidrosch Saal hielt Rabb. Ehrenfdd Montag abends einen tiefergreifenden Hesped, einen Nachruf, der die Zuhörer zu Thränen rührte. In den ihm eigenen meisterhaften Worten verstand Redner die unerlöschlichen Verdienste seines Vaters zu schildern, Zwei Stunden hindurch stand alles im Banne des hinreissenden Wortstromes des gtwandten Redners und viele konnten sich des Schluchtzens nicht enthalten bei der bis ins Mark und Bein greifenden Schilderungen menschlicher Vorzüge, väterlicher Liebe und Anhänglichkeit. Unter Thränenergiessung nahm Redner nun von seinem heimgegangenen Vater ז”ל aber auch gleichzeitig von der hiessigen Gemeinde rührenden Abschied, indem er sagte, nachdem er sein hiesiges Heim verloren hat, das Band, das ihn mit der hiesigen Gemeinde verknüpft hat gerissen ist. Wir hatten schon einigemal Gelegenheit gehabt Herrn Rabb. Ehrenfeld zu hören, er gehört aber zu den Wenigen, die je mehr gehört, desto mehr man von ihnen begeistert wird. Die schwungvollen Redewendungen und tiefsinnigen Erläuterungen werden uns allen lange in Erinnerungen bleiben und die stilllauscht nde Zuhörerschaft hat wieder einmal gezeigt, dass sie richtiges Verständniss solchen Fähigkeiten gegenüber entgegenzubringen versteht. Der Verblichene hat einen würdigen Sohn hinterlassen und es gereicht uns zur Ehre, dass dieser ein Kind unserer Gemeinde ist. Salanfa. Die alljährich übliche Zusammenkunft und Generalversammlung der Chawürass-Talmidim von Galanta wird beuer als zehnte am kommenden Schabos- Wajero und tags darauf stattfinden. Aus An ass der gleichzeitigen Einweihung des neue erbauten Beshamidrosch verspricht sich die Zusammenkunft heuer besonders imposant zu gestalten. 3 WIEN. Den Mittelpunkt des zweiten Minjans bildete die Bar-Mizwah Feier des Sohnes des Präsidenten S. Weiss, Simcha, der in wahrhaft erhebender Weise Maftir und Haftora vortrug. Am Nachmittag fand in der Wohnung des Herrn Weiss ein Empfang statt, wobei der Bar-Mizwa eine gelungene Rede hielt, die grossen Beifall erntete, worauf Sr. Ehrw. Rabb Benj. Benedikt, Prof. Dr. A. Frankfurter und Dr. H. Marienberg geistreiche Reden hielten, in denen sie insbesondere den Jungen ermahnten, in den Fusstapfcn seines Grossvaters Reb Simcha Weiss eines frommen Szerdahelyer Kehillojudes zu wandern, denen die Versammelten mit angehaltenem Atem lauschten. WIEN. Die Synagoge Adass-Jeschurun war am Schabbos Bereschis der Schauplatz zweier Feiern. Am Freitag Nachmittag wurde der Chinuch eines Sefer-Tora gefeiert, das die Brüder Rabinek schreiben liessen. Nachdem das Sefer in der Wohnung der Herrn *Rabinek fertig geschrieben worden war, wobei die Anwesenden herzl. bewirtet wurden, trug man vor Mincha das Sefer in die Synagoge wo Oberkantor Schiffmann die Kantoralen Funktionen in würdiger Weise versah, worauf in Vertretung des erkrankten Rabbiners der Adass-Jeschurum dessen Sohn der bekannte junge Kancelredner Rabb. Benjamin Benedikt vor dem Oraum-Hakaudesch eine ergreifende geistreiche Rede hielt und in tiefempfundenen eindrucksvollen Worten das segensreiche Wirken der Brüder Rabinek würdigte. Morgens, beim ersten Beten wurde das Sefer eingeweiht, woran sich im Nebenraum der Synagoge eine reichhaltige Seuda anschloss. Prag. Dr. Arthur Beer, ein Öechoslovake und gebürtiger Reichenberger, wurde als Astronom an die Universität London berufen, im Zusammenhang mit der Errichtung einer neuen grossen Sternwarte in London-Miii Hill. Dr Beer war fiüher an der Universüätssfernwarte in Breslau und an der Djutschen S :ewarte in Hamburg tätig und musste als Jude nach 1933 Deutschland verlassen. Er arbeitete sei{ mehr als drei Jahren am Solar Physics Observatory im Cambridge, England. Rabbi ITIaffuck für den SamuebPIan. In der Liberalen Synagoge in London hielt Rabbi Israel Mattuck eine Predigt, in der er sich gegen die Errichtung eines Judenstaales in Palästina wandte. Rabbi Matluck sprach sich zugunsten des von Lord Samuel in der Oberhausdebatte vom 20. Juli gemachten Vorschlages aus, dass die Zionisten darauf verzichten sollen, in Palästina politische Souveränität anzustreben. Als Ersatz dafür würden die arabischen Länder ihre Tore für jüdische Einwanderung und Niederlassung öffnen. Erfurt. Das Gericht in Erfurt verurteilte einen Arier, der angeklagl war, einem Juden bei der Begehung von ״Rassenschande“ Vorschub geleistet zu haben, zu 21 Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Vor Gericht wurde bezeugt, dass der Angeklag. te einen Juden mil einer deutschen Frau bekannt gemacht habe, mit der der Jude später intime Beziehungen anknüpfte. Der Angeklagte habe dann dem Juden zur Flucht in die Cechoslovakei verholfen, indem er ihn mit seinem Auto zur Grenze brachte,

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