Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 38 (14.10.1937)
- Date
- 1937-10-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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2 »Der Jüdische Herold« 2 woh Zu verhelfen, den Keren Hajischuw zu unterstützen, der Tauro ^in Erez Jisroel eine Stätte zu bereiten. III. Welchen Sinn soll es aber haben, etwas für Erez Jisroel zu tun, da doch die Verhältnisse im Lande so unsieher, die Aussichten so ungewiss, die Unruhen immer noch nicht gänzlich unterdrückt sind, Schade für jeden Groschen, den man in ein unsicheres Unternehmen noch weiter hineinsteckt. Diese wunderbare Ausrede kommt auch vielen gelegen, die immer noch den Mut aufbringen, sich der Erez Jisroel-Arbeit zu entziehen. Welch lächerliche Einwendungen I Sind nicht — leider — fast, überall, wo jüdische Menschen wohnen, die Verhältnisse unsicher, sind nicht überall die politischen Verhältnisse undurchsichtig und demgemäss ungewiss, schwebt nicht in allen Ländern — leider, leider — die jüdische Bevölkerung in Angst und Not und Plage 1 Und kann man sich etwa deshalb der Sorge für die Juden dieser Länder und ihre Institutionen entziehen? Haben wir, hat die jüdische Gesamtheit nicht vielmehr die Pflicht, gerade wegen dieser schweren Situation sich doppelte Hilfeleistung zu gewähren? Ist es überhaupt denkbar, dass wahrhaft jüdische Menschen jemals Erez Jisroel ihre sorgende Hilfe versagen, ihre liebevolle Unterstützung entziehen könnten, seien die Aussichten im Lande noch so ungewiss, und die Verhältnisse noch so unsicher. Fühlen wir nicht den «Ezba Elaukim», der nach Jisroel hinweist — trotz aller Anfeindung von ihnen und aussen — und beeilen wir uns nicht nach ihm zu greifen, auf dass sich bald die segnende Hand des Allmächtigen über das Land breite 1 Haben wir nicht stets und überall die Verpflichtung, die Thauro zu halten und zu verbreiten, die jüdischen Seelen für die Thauro zu erretten, ihrer Pflege zu dienen, ihre Pflegestätten zu erhalten und zu erweitern — und gerade in Erez Jisroel soll wegen undursichtigen Verhältnisse, wegen unsicherer Aussichten diese Pflicht ausser Kraft gesetzt werden? Und die 400.000 jüdische Menschen, die in Erez Jisroel leben, darf man sich selbst überlassen, ihnen braucht man nicht mehr zu helfen, ihre Institutionen muss man nicht mehr fördern, ihre wirtschaftliche, ihre re• ligiöse und geistige Aufbauarbeit muss nicht mehr von uns unterstützt werden, weil die Araber unruhig sind, und die Englän* der nicht scharf genug gegen sie Vorgehen? Und unseren braven Poalim, die sich mit einem ungeheuren Mesiras Hanefesch bemühen, in einer leider ganz anders denkenden und handelnden Umgebung dem #0nigtujp G-tfes die Wege zu ebenen, die Herrschaft der Thauro im Lande aufzurichten, den Namen des Ewigen zu heiligen, ihnen sollte nicht unsere ganze Hilfe zuteil werden? Denken wir daran : Die •Poalim im Heiligen Lande erfüllen unsere Verpftich■ tungen! Sie leisten unsere Arbeit! Ihr Eintreten für G-tt und Seine Thauro ist ein Kidusch Haschern, an dem aucfi wir teilhaben, wenn wir ihre sorgen mit ihnen teilen, wenn wir darüber nachdenken, wie ihre Not gelindert und ihre Lage gebessert werden kann. Die Poalim sind unsere Soldaten, sie verteidigen die Thauro Bollwerke in Erez Jisroel. Geben wir ihnen die Mittel, dass sie die G-ttesfahne überall im Lande hissen und das Königtum G-ttes das Heilige Land beherrsche 1 IV. Eine günstige Entwicklung der Organisation der Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel ist ohneweiteres festzustellen, wann wir die folgenden Zahlen auf uns wirken lassen. Trotzdem die Gründung erst im Jahre 5694, also vor kaum 4 Jahren erfolgt ist, zählen wir jezt bereits 13 Gruppen und 8 Stützpunkte mit 2180 Arbeitern, zu denen noch 4320 Familienmitglieder hinzugerechnet werden müssen. Es handelt sich demgemäss um 6500 Neschomaus, die in Erez Jisroel jede an ihrem Platz für G-tt und seine Thauro eintreten. Es ist klar dass unsere Poalim, die durch ihr selbstverständliches Eintreten für Franzbranntwein und jetzt auch Zahn-Creme Schmiras Schabbos, durch das seibsfverständliche peinliche Beobachten der Dine Kaschruth, von den Arbeitern ihrer Umge* bung abweichend, die sich durch ihr mutiges Eintreten für eine echt jüdische Lebensführung gar oft in den Gegensatz zu der allmächtigen Histadruth stellen, es ist klar, dass diese Poalim bei der Besetzung der vorhandenen Arbeitsplätze sich gerade günstig gestellt sind. Immerund überall sind diejenigen, die gegen den Strom schwimmen, nicht gern gesehen, und wenn sie dann noch die wirtschaftlich Schwächeren sind, so ist ihre Situation sicherlich nicht beneidenswert. Hiezu kommt noch, dass auch die gesetzestreuen Einwohner zon Erez Jisroel gar häufig ihre Pflicht vergessen und bei Besetzung von Arbeitsstellen und vergebung von Arbeitsaufträgen nicht daran denken, dass sie doch bestimmt die Verpflichtung haben, ausschliesslich Schomre Schabbos zu beschäftigen. Es ist aber, insbesondere im letzten Jahr, gelungen, unteren Poalim grössere Regierungsaufträge zu beschaffen, durch die zum Beispiel im Jahre 5697 Beträge von 2946, eingeflossen sind. Die Wichtigkeit unserer Poalim im Aufbau der neuen palästinensischen Wirtsc^aft braucht nicht erst durch lange Ausfüh’rungen bewiesen zu werden. Ist es doch kllir, dass nur in gleich gesinnter und gleich strebender Gemeinschaft junge Menschen auf die Dauer bei der Fahne der Thauro erhalten, auf die Dauer für Agudas Jisroel gewonnen werden können. Aber alle die dazu nötigen Hilfsmittel, die Gemeinschaftshäuser, die Arbeiterheime, die Arbeitsvermittlungssteilen, die Darlehens und Krankenkassen müssen geschahen, die bestehenden erhalten werden. Ohne diese äussern Stützpunkte wird es unmöglich sein, die für das Land, für die Thauro, ihre Erhaltung und Verbreitung in Erez Jisroel so wichtige Poalim Organisation zu führen und zu vergrössern. Ist es so nicht die selbstverständliche Pflicht jedes Agudisten, jedes orthodoxen Juden helfend einzugreifen 1 Muss sich nicht jeder, auch ohne die Hilferufen die bei der Kenessio Gedt-ulo an uns ergangen sind, auch ohne den Aufruf des Mazes Gedaule Hathauro auf sich wirken zu lassen, muss sich da nicht jeder sagen, der davon überzeugt ist, dass der Neuaufbau von Erez Jisroel nur Bestand haben kann, wenn er im Zeichen der Tnauro erfolgt, muss sich da nicht jeder helfend hinter die Poalim stellen, müssen wir nicht in der Gaula durch materielle Unterstützung den Weg unserer Poalim mifgehen, ihren Kampf mitstreiten, um auch ihren Sieg mit erringen zu dürfen. Schliessen wir die Reihen, treten wir alle zusammen, helfen wir alle mit für eine baldige Vereinigung der jüdischen Nation und des jüdischen Landes unter der Herr- Schaft G-ttes und Seiner Thauro. NACHRICHTEN KALENDER. פרשת לך לך הסט׳ למה תאמר שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4.35 Schabbos-Ausgang 5.45 פרשת וירי$ המט׳ ואשח אחת שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4.25 Schabbos-Ausgang __ 5.35 R* Schemüei Schlesinger Oberrabbiner Zlate-Moravce זצרל6. Wie ein Blitz von heiteren Himmel überraschte die jüdische Welt die Nachrieht, das R‘ Schemüei Margolios Schle• singer der Oberrabbiner von Zläte Moravce Freitag am 3-ten Tag in Cheschwan veischiden ist. Er war noch jung, 56 Jahre alt. In rnitlen seiner Thütigkeit für Tajro und Awajdo wurde er vom Schauplatze seiner emsigen Arbeit abberufen.* Als junger Mann kam er in die kleine Gemeinde, welche sowohl an Milgliederzahl wie an echt orthodox jüdischem Leben und Institutionen unter dem Einflüsse ihres geistigen Führers zunahm und zu einer nahm* hafter Gemeinde sich entwickelte. Schabosz Nacht hielt die Gemeinde eine Trauerversammiung, bei welcher Ge׳