Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 37 (7.10.1937)
- Date
- 1937-10-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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4 Der Jüdische Herold« 4 BRATISLAVA. Mittwoch, den 29. Sept. hielt hier der berühmte Schriftsteller und Chefredakteur des ״Israelit“ Herr Schachnowitz ein gross angelegtes Referat über der Kenessio-Gedauloh, Der Vortrag wurde von einer grossen Zuhörerschaft mit Begeisterung aufgenommen. Der begabte Redner spornte die breite jüdische Masse zur Aufbau Erez-Israels. BRATISLAVA. פיצש״ק בראשית veranstalte die hiesige Jeschiwoh Action d. A. J. eine grosszügige Abschiedsfeier im Rahmen einer מלוה דמלכה, für die hiesige Bachurim, die in die verschiedenen Jeschiwah's ziehen. Unter die zahlreichen Bale־Batim der Kehilloh erschien auch das ב“ד צדק Vereinsrabbiners und der löbl. Vorstand der hiesigen Gemeinde. Herr J. Salzer begrüsste die Anwesenden und dankte ihr'Erscheinen im Namen der Jugendgruppe Seitens der Bachurim sprach הי׳ ב נפתלי פארקאש ני׳ eine gut gelungene חריסית Droscho vorauf Herr Rabbiner A. S. B. Szoffer das Wort ergriff und in seiner schön angelegten Rede spornte er die junge Bachurim an ihre heiligen Pflichten. Im Namen des Vorstandes sprach Herr Philipp Neumann, worin er die Zusicherung gab seitens der Kehilloh die Jeschiwoh-Actition, die 70 Bachurim unterstützen muss u. mit finanzielle Sorgen zu kämpfen hat, mit allen Kräften behilflich sein wird. Herr Repräsentant Philipp Benedikt so auch Herr A. Z. Kohn Vor- Standsmitglied der Jeschiwoh-Action dankten für sein edles Vorhaben u. forr. derten ... die geehrLefiי־ JBilte-Batim auf,, dass es ihre Pflicht ist, ihnen moralisch u. finanziell beizustehn. Mit chassidischem Gesang der Bachurim endete das stimmungsvolle Fest. BERICHTIGUNG. Zu unserem vorwöchentlichem Beriche, Jüdische Teilnahme an der Bestattung des Präsidenten-Befreiers 1. G. Masaryk haben wir hinzuzufügen, dass seitens der Zentralkanzlei der orth. isr. Kultusgemeinden eine Delegation unter Führung des Abg. Ludwig Mayer Bratislava teilgenommen hat• KOSICE. Wie wir schon mitteilten befasst sich die hiesige orth. Gemeinde damit ein Alterssheim zu errichten. An vergangenen »Sch mini aceres« hat unser verehrter Oberrabbiner schlitoh einen warmen Aufruf an die Gemeindemitgliedern gerichtet wegen Perfektuiiung des gefassten Pianes. Nachher sprach Präses Eugen Feldmann u. beantragte, dass man das neu zu errichtende Versorgun^shaus mit dem Namen Massaryk - Alters, heim benennen soll, da der Verewigte grosse Präsident Befreier s. 1. seinerzeit einen Betrag von seinem Privatvermögen - zu diesem Zwecke schickte daher wenn die Gemeinde, Chewra kadischa, Vereine u. Private entsprechende Beträge zu Verfügung stellen soll diese huname Anstalt je frühif jns Leben gerufen werden, S. R, וואז דיא יודישע רענירונג אפערט פערלאנגען ווירד אויף 0.000! טל־ייתים!!אלל קי ן איעציגטר טליה פאנריק אפע־ירמן דא דא ערשטט אפמרט פאן «צמר" וררד בעשטימט מגשטעטעט, דטן אללט יידטץ דער גאנצטר ווטלט וויססען שרן׳ דאס דא פיעסטטן אונד שטנסטט טליתים ליעפערט אם ביליגסטען, דיא גרעססטע טלית פאבריק .צ מ ר* אין קאשיצע CEMER“״ TALESFABRIK GEBRÜDER Z S U P N I K, KOSICE דארט זעליסט ערהעלטליך אללטר סארטטן ספרים פאן אלף בית בי! א ש״ס תפילין׳ מזחיח אורד אללטס ראש גטהטרט צי כפרים בראנזש צו דא כיליגסטע טמרוי פרייזט. Hoher Besuch in der HIfneusynagoge in Praha. Am 23 Sept. d. J. besuchte der Abgesandte des englischen Königshofes Mr. Karl Weinterton in Begleitung des Ministers Newton, ferner der Vizepremier Frankreichs Mr. Leon Blum samt Gefolge die altehrwürdige Altneusynagoge. Die hohen Gäste wurden im Auftrag des Vorstandes der jüdischen Kultusgemeinde von Herrn Franz Fischhof herzlichst bewi'lkomment. Leon Blum bekundete sich als treuer Sohn seiner »Religion und zeigte viel Interesse für das alt jü- , dische Prag. , יי Zsambokref. Auch die hiesige orth. Israditische Kuitusgemeinde veranstaltete anlässlieh des Hinscheidens des unvergesslich bleibenden Präsidenten Befreier Tornas G. Mas^ryk s. A. eine solenne Trauerfeier in ihrer entsprechend dekorirten Synagoge, an welcher nt bst allen nach Zsambokret gravitirenden jüdischen Familien, auch die Ortsbehörde corparativ, Gensdarmerie, die Ortsfeuerwehr und die Finanzorgane mit dem Respecienten an der Spitze teilgenommen haben. Nach Rezitirung dt f ubliehen Gebete, bestieg Sr. Ehiwürden H rr Oberrabbiner Benjamin Reich die Kanzel, um in einer schwungvollen meisterhaft stilisirten Rede, unter zugrundiegung d s Profeten Wortes: dahin ist der Verdienstvolle aus dem Lande, der Aufrichtige u 1d R d licbbsndelnde, er ist nicht mehr, einerseits die ungewönnlichen Geistesgaben und se!• tenen Karakierreigensc'naften dieser üb *rragenden Persönlichkeit gebührend zu beleuchten anderseits aber die unvergänglichen und unverweklichen Verdienste, die sich der H -imgegangene um die Bürger dieses Landes im allgemeinen und um das G - samtjudenthum insbest nder«• erworben hat, entsprechend zuwüidigen, Worte die nicht nur auf die Gemeindemitglieder selbst tiefe Wirkung ausübten, sondern auch die besondere Anerkenung der Ehrengäste fand, die mit Worten des Lobes nicht sparten. HUMENNE. Nach längerer Verbandlungen Ist eine günstige Wendung in der Rabbinerfrage eingetreten. Man ,wählte eine Kandidierungskommission von a len vorhandenen Schattierungen, wodurch eine friedliche u. für jeder Partei entsprechen• de ruhige Wahl zu erhoffen ist, 3acob ROsenheim für eia jüdisches Wanderungs- und Siedlungsamt. Berlin. Der Präsident der Weltorganisation Agudas Jisroel, Jacob Rosenheim, schreibt in ״Der Israelit“ : Die Stunde verlangt nach innen die Konzentration aller geistigen, moralischen und materiellen Kräfte auf Planung und Finanzierung der jüdischen Wanderung und Siedlung, verlangt nach aussen die Schaffung einer zentralen Stelle, die gegenüber den politischen Mächten in dieser einen einzigen, schiksaisschweren Frage die Gesaintheit der jüdischen Organisationen vertritt. Nur ein zentralisiertes Wänderungs- und Siedlungsamt der jüdischen Organisationen, in dem sich politischer Einfluss und finanzielle Stärke, Verbundenheit mit der jüdischen Volksseele, gereifte Erfahrung und Energie des Woliens mit einander vereinigen, könnte nach aussen die nötige Au'orität aufbringen, um gehört zu werden, nach innen aber die Verantwortung tragen für das, was an Lebensglück und Existenzsicherheit von hunderttausenden jüdischen Seelen auf dem Spiele steht. Nur die organisierte Gruppensiedlung — die technisch bei dem planmässigen Aufbau von Industrien genau so gut möglich ist wie bei der landwirtschaftlichen Ko* Ionisation — kann die Atmosphäre der religiösen Gemeinschaft, ohne die das jüdische Individium zum moralischen Tode verurteilt ist, über Länder und Meere hinwegbringen und die Heimat der befreiten Körper zugleich zu einer Heimat der Seele weihen. Keine edlere und keine lohnendere Aufgabe könnte es fü die vereinigten''jüdischen Organisationen geben, als die Herausarbeitung der vollendeten Technik eines solchen Auswanderungs- und Siedlungssystems, das nicht in einseitigen Wirtschaftsmaterialismus Körper und Seele auseinanderreisst und das einheitliche Menschenwesen zum Krüppel schlägt, sondern das mit der gleichen Sorgfalt, die es der wirtschaftlichen Schulung und Ausrüstung zuwendet, auch den religiösen und geistigen Fundamenten der neuen Gemeinschaft, der Wahrung des Sabbats und der Speisegesetze, der jüdischen Familienreinheit, der geistigen Betreuung der Erwachsenen wie der Jugend durch geeignete führende Persönlichkeiten ge* wissenhafte Fürsorge und reichliche finanzielle Sicherungen widmet. Budapest. In einer Presskonferenz er• klärte Innenminister Szeil, die ungarische Regierung werde die schärfsten Massnah* men ergreifen, um die weitere Einwanderung galizischer Juden in Ungarn zu v< rhindern. Diese Erklärung hat in jüdischer Kreisen Ungarns starkes Befremden erregt umsomehr, als in den letzten Jahren die Einwanderung galizischer Juden in Ungarn ohnehin fast zur Gänze aufgehörf hat. Wien, Ein 24-jähriger jüdischer Dok• ler der Medizin, der sich vergebens um Aufnahme in ein Krankenhaus zwecks Vollendung seiner Vorbereitungspraxis bemüht halte, hat aus Verzweiflung über die Aus. sichtslosigkeit seiner Existenz als Arzt in Oesterreich einen Selbstmordversuch mit einer grösseren Dosis Veronal verübt.