Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 37 (7.10.1937)
- Date
- 1937-10-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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ר abteilung gelang es, die Tenoristen zu vertreiben. Auf das Eisenbahngeleise bei Ramleh wurde ein Anschlag verübt. Herbeieilende Eisenbahnbeamte eröffneten gegen die Terroristen das Feuer und vertrieben sie. Die Geflügelfarm der Regierung bei Haifa ist infolge Brand- Stiftung vollkommen eingeäschert worden. In Akko ist Scheich Abdul Fatach erschossen worden. Ein zweiter Araber, der sich in seiner Begleitung befand, wurde verwundet. Die Angreifer sind entkommen. Der Munkhtar der in der Nähe der Haifa- Bucht lebenden Beduinestämme ist in der Nacht auf Montag erschossen worden. In dem Haupbüro des Kadi des arabischen Nationalkomitees in Jaffa wurde eine Haussuchung vorgenommen : zahlreiche Dokumente wurden beschlagnahmt. Der Kadi ist geflüchtet. Die Telefonverbindungen zwischen Palästina und den Nachbarländern sind über Anordnung der Behördan noch immer unterbrochen: dadurch soll verhindert werden,•dass arabische Hetzagitatoren in Palästina mit ihren Genossen in den benachbarten arabischen Ländern in Verbindung treten. Dagegen ist die Telefonverbindung mit entfernteren Ländern wieder hergestellt worden. Die Palästinaregierung hat offiziell die Behörden der Republik Libanon ersucht, die im Libanon lebenden Palästinenser streng zu überwachen. Lord Peel gestorben. London, Der Vorsitzender der britisehen Kgl. Kommission Lord Peel, ist am 29. September im Alter von 70 Jahren auf seinem Landsitz Petersfield, Grafschaft Hampshire, bei London, gestorben. Lord Peel war seit zwei Wochen leidend und hat das Bett nicht mehr verlassen können. Lord Peel, der ein Enkel des berühmten britischen Staatsmannes Sir Robert Peel ist, begann seine Laufbahn als Anwalt. Ein hervorragendes Mitglied der Konservativen Partei, war er während des Krieges Unter- Staatssekretär im Kriegsministerium, 1921— 1922 Verkehrsminister und Kanzler des Herzogtums Lancaster, 19221924־ und 1928— 1929 Staatssekretär für Indien, und eine Zeitlang Lordsiegelbewahrer. Lord Peel war anerkannter Fachmann in Kolonialfragen und führte deshalb auch bei der Indischen Round Table-Konferenz von 1932 den Vorsitz; er war auch Mitglied der Round Table- Konferenz für Burma. Im Sommer 1936 wurde er zum Vorsitzenden der britischen Kg'. Kommission ernannt, die die Aufgabe hatte, die Ursachen der Palästinaunruhen festzu- 1 stellen und eine Lösung des Palästina- Problems zu empfehlen. Die Kommission;traf am 11. November 1936 in Palästina ein und blieb dort bis zum 19 Januar 1937. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen legte sie bekanntlich in einem umfangreichen Berieht nieder, der als der ״Peel-Bericht“ in der Oeffenlichkeit bekannt ist. Obwohl nicht der unmittelbare Initiator des von der Kornmission vorgeschlagenen Teilungsplanes die Initiative wir dem Mitglied der Kommission Prof. Coupland zugeschrieben - wird Lord Peel dennoch der “Vater des Teilungsgedankes“ genannt. Seine Betrauung mit der Untersuchung des Palästina problems war die letzte grosse, ihm übertragene öffentliche Aufgabe. Am Tage der Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission hielt Lord Peel im Londoner Rundfunk eine Ansprache, in der er eine Rechtfertigung »Der Jüdische Herold« der Vorschläge der Kommission gab. In der grossen Palästina-Debatte im House of Lords am 20. Juli ergriff auch Lord Peel das Wort zu einer längeren Rede, in der er darlegte, die Situation sei eine derartige geworden, dass es nicht mehr möglich sei, Palästina unter dem Mandatssystem zu verwalten. Auf zur Arbeit. D e Fest- und Feiertage sind vorüber. Die Fesstage von Marienbad, so auch die jedes Jahr wiederkehrende heilige Feiertage sind m. G. H. schön und würdig abgelaufen, die Menschen kehren wieder in das Alltagsleben zurück. Von jedem gläubigen Juden wird erwartet, dass er befruchtet von der Heiligkeit und Erhabenheit der abgelaufenen Tagen mit frommen Vorsätzen, mit gebesserten Gefühlen in das Alltagsleben schreitet. Ebenso und mit vollem Rechte wird erwartet, dass nach Verlauf der Marienbader Festtage ein jeder Glaubensgenosse unter den Eindrücken der festlichen Kenessio Gedajlo ernster und eifriger für die Agudo arbeiten und sich betätigen wird. Mit vollem Rechte hat der ״Israelit“ vor der Knessio bemängelt, dass zu der Knessio solche Herren delegirt wurden, welche sich im agudistischen Leben absolut nicht betätigt haben, daher der Erfolg und Resultat der Knessio nicht volkommen befriedigend sein kann. Dafür wollen wir hoffen, dass diese Herren in der Folge mit Leib und Seele, mit Geist und Vermögen sich im Dienste der Agudo stellen werden. Was auch schon ein Erfolg bedeutet. Wenn auch nicht aus edlen Absichten, doch wird uns Juden nachgesagt, dass wir fest zusammen halten. Aber kein ״Lob“ traf uns so unverdient wie diese. Wenn dies in Wirklichkeit der Fall wäre, dann würde bei den siovakischen und ungarischen orth. Juden eine blühende, lebhaft pulsie־ rende agudistische Tätigkeit herrschen. Eben das ist das Traurige: Wir rufen öfter aus : alle Israeliten sind unsere Brüder. Ein jeder Israelit ist Bürge für den andern. Wir sind Kinder eines Vaters. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe den Ewigen mit deinem ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzem Vermögen. Wie sieht es im wirklichen Leben aus? Der Satte glaubt dem Hunrigen nicht. Der materiel mit seinen Kindern versorgt erscheint, der hat kein Gefühl für den sorgerfüllten Bruder. Viele wolHabende Mensehen halten sich zurück sich als Bruder des bedrückten Menschen zu bekennen. Man fühlt sich nicht als Leidensgenosse, weil man selbst keine Leiden hat. Nebst der wirtschaftlichem Not leiden viele unserer Glaubensbrüder eine seelische und politisehe Not. G. s. D. Wir leben in einem aufgeklärtem, demokratischem Staate, in welchem wir im Besitze aller bürgerlichen Rechte sind, verpflichtet uns noch mehr für Agudas Jisroel und für das Gesamtjudentum tätig zu sein. In Micrajim hat die grosse Unterdrückung die brüderliche Gefühle unter den Israeliten erweckt und sie zu einer Einheit geschmiedet. Einigen wir uns in unserer Freiheit. Schliessen wir uns alle mit unserer ganzen Persönlichkeit dem Weitsverbände der glaubenstreuen Juden, der Agudas Jisroel an. Betätigen wir uns an die agudistische Arbeit mit unserer ganzer persönlicher und materieller Kraft, denn die Aguda hat erhabene und würdige Ziele. Auf einer Seite die Glaubenstreue zu verbessern und das nicht minder wichtige, der Heimat unterdrückten Glaubensgenossen einen ruhigen Heim zu verschaffen, selbstverstäadlieh in Erez Jisroel. Man fragt, was hat Agudas jisroel bisher geleistet? Vieles. Mehr, wie was wir von ihr erwarten konnten und viel Wertvolleres wie was wir von ihr verlangen dürften. Aber ein jeder Glau ■ bensgetwase frag« sich 1 Was haben wir 3 fü>־ die Agudo geleistet? Haben wir unsere Pflicht der Agudo gegenüber lückenlos erfüllt? Haben von unserer Tätig'׳«’it imd von unseren Vermögen der Agudo soviel zur Verfügung gestellt zu wieviel wir verpflichtet sind?Wer auf diese Fragen gewissenhaft bejahend antworten kann, der ist berechtigt zu fragen : Was hat bisher die Agudo geleistet. Es ist notwendig, das in jeder Gemeinde, auch in den kleinsten Agudogruppen gebildet werden. Agudogruppen für die Männer, für die Frauen und für die Jugend. Diese dreierlei Gruppen müsten einem Ziele zustreben mit einem einheitlichem Programe für die Befestigung der Giaubenstreue, für die Ausprägung der Zusammengehörigkeitsgefühle arbeiten. Wenn dies überrail geschehen wird, dann wird der Erfolg nicht ausbleiben. Dann wird uns mit G. H. gelingen : unsere eigene Lage und die Lage unserer bedrückten Brüder in der ganzen Welt, und auch jenen in Erez Jisroel kräftig zu verbessern. Wenn wir unsere Pflichten den Kial und der Agudas Jisroel gegenüber vollkommen erfüllen werden, dann erlangen wir die Berechtigung zu fragen : Was hat Agudas Jisroel geleistet. Daher : Auf zur Arbeit : H. L. NACHRICHTEN KALENDER. פרשת נח הסט׳ רני עקרה ועני' סוערה שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 4.45 Schabbos-Ausgang 6.00 פרשת לך לך הפט׳ למה תאפר שבת Lichtzünden (in Dun, Streda) 4.35 Schabbos-Ausgang 5.50 ROZSI ICZKOWITS Banskä Bystrica JOSEF WEISS Vefke Kapusany PeRliOBTC. KO$ICE. Mit grosser Freude wird allgemein begrüsst, das edle u. grosszügige Vorgehen des Bratislavaer Oberrabbiners דהגח״צ מו“ה עקיבא סו6ר שליט״א. In An erkennung der hohen Leistungen u. unermüdlichen Arbeiten in ״Harbuzas Hatorah“ welches der Leiter u. Führer der Bratislavaer ״Jeschiwoh K'tano“ der Rabbiner Baruch Löbl n. j. leistet in seiner Muster Schule : als höchste u. idealste Auszeichnung — von genannten Oberrabbiner schlita verliehen wurde. Nämlich statt der bisherigen Bezeichnung ״Jeschiwoh K'tano“ diese Schule von nun an ישיבת אור תורה genannt werde. Die Zöglinge dieses Insti• tutes, die in den besten Jeschiwos gelangen sind so reich in allen Zweigen des Tora-Studiums ausgestattet, dass sie selbstständig den לימוד התורה fortsetzen können. Wir wünschen u. gratulieren sowohl dem grossen Initiator schlite als den Leiter der ישיבת אור תורה u. den Zöglingen צלח ורכב. S. B. KOSICE. Nach allgemeiner Ent■ rüstung der Gemeindemitglieder in Uzhorod, wegen Einziehung der heb־ räischer-Schulen in die Gemeindelokale werden wir berichtet, dass zufolge energischem Einspruches des Oberrabbiners schlitoh bei der Gemeindelei־ tung wurde die Delogierung du״chgeführt wodurch die angekündigte Ein- Stellung der schchitoh vom Rabbinate zurückgezogen wurde. Die jüdische Bewohner von Uzhorod haben mit Zufriedenheit die rasche Erledigung m Kenntnis» genommen, S, 8,