Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 36 (30.9.1937)
- Date
- 1937-09-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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6 »Der Jüdische Herold* 6 Waren jedoch wurden zum grössten Teil geraubt. Die christlichen Einwohner malten Kreuze an die Fenster, weswegen ihre Wohnungen verschont blieben. In vielen Fenstern sieht man auch das Bild der Czenstochauer Muttergottes. Alle nichtjüdischen Geschäfte tragen grosse Plakate mit der Aufschrift ״Christuche Firma“ oder ״Mitglied des christ״ liehen Kaufleuteverbandes" oder sogar Aufschriften wie ״Oesterreichischer Untertan“ mit dem Stempel des österreichischen Konsulats in Bielitz. Agudas Jisroel will am aufbau des Juden- Staates teilnehmen. London. Über die Ergebnisse der letzten Kenessio Gedaulo wurde in London in einer unter dem Vorsitz des politischen Sekretärs der Aguda, H. A. Goodman, abgehaltenen Versammlung berichtet. Der Vorsitzende hielt dem verstorbenen Präsident-Befreier der Cechoslovakei, Thomas G. Masaryk, einen von den Anwesenden stehend angehörten Nachruf. H. A. Goodman erklärte, niemand habe sich bei der Einberufung der Kenessio vorgestellt, dass die Frage des geplanten Judenstaates einen der wichtigsten Verhandlungsgegenstände bilden werde. Trotzdem sei es in Marienbad und nicht in Zürich gewesen, wo die Stimme des historischen jüdischen Volkes zu hören war. Der Redner wies auf die dringende Notwendigkeit hin, in diesem Augenblick einig zu sein. Die Aguda habe sich wiederholt bemüht, eine Kooperation der verschiedenen Organisationen herbeizuführen. Der von ihr gemeinsam mit der Neuzionistischen Organisation gemachte Vorschlag, eine Round Table-Konferenz einzuberufen, sei jedoch von der Jewish Agency nicht einmal beantwortet worden. Das Colonial O’fice habe versichert, dass die Ansichten der Aguda und ihrer Anhänger in Palästina von der neuen Palästina■ Kommission gehört werden würden. Es sei bedauerlich, dass es jetzt wieder zu einer Zersplitterung in Parteien kommt, während die Gegner der Juden geeint sind. Schuld daran seien diejenigen, die die Orthodoxie unter das Joch eines weitliehen Nationalismus bringen wollen. Der Präsident der Aguda-Weltorganisation, Jacob Rosenheim, stellte fest, dass alle Delegierten in Marienbad sich darin einig gewesen seien, dass der Judenstaat nur auf religiöser Basis und unter Mitwirkung der Aguda aufgebaut werden kann. Es sei bedauerlich, dass von einem Teil der jüdischen Presse die Kongressbeschlüsse fälschlich so dargestellt wurden, als werde in ihnen die Errichtung des Juden- Staates abgelehnt. Die Meinung der Ideeiisten, die eine religiöse Entwicklung für den Judenstaat erhoffen, habe sich gegenüber der Furcht der Realisten vor Behinderung der Orthodoxie in Palästina durchgesetzf* Beide Anschauungen kämen in den Be- Schlüssen des Rabbinischen Rates und der Kenessio zum Ausdruck. C. ._L _ für mein Confection- und OXJGiiC Modewaarengeschäft einen Commis per sofort. ELEMER DANZIG ZI. Moravce. Wir gratulieren unserem Freunde Herrn Alexander Weissbrunn Piesfany anlässlich seiner Verlobung mit Frl. Cissie Beenstock, Manchester, und wünschen Ihnen herzlichsten צזל טוב. Alex. Stern, Nandor Winter, Leop. Haupt, Ignäc Nagel, Hugo Strauss, Simon Weber, Brüder Fuchs, Ernst Vogel. Lelekemelö buesu a Szukasz ünnepektöl. Ritka szep ünnepelyt rendeztek Besztercebänyan az orth. valiäsu Künclicher Mor vaskereskedö häzäban a Szukasz ünnepely lezajläsäva). Annäl örvendetesebb ez a buesu ünnepely, miutän Besztercebänyän aränylag keves hithü orthodox zsido csaläd el. Künclicher Mor a romäniai hermanstati törabbi fia, aki az ösi rituälis szokäsokat hüen megtartja azon a szigeten is, melyen kevesed magäval el. A Szukasz ünnepelyek zäro akkordjakent a csaläd es a hitközseg szämos tagja ünnepelyes keretek között buesuziak el, amely alkalommal a csalädfö szepen felepitett beszedben ismertette az ünnepely jelentöseget, majd Grünbaum Izidor a dunaszerdaheiyi Grünbäum Märkusz egyleti rabbi fia, az ottani Weinberger Hilel messze földön hires jesiva iskola növendeke tartoti igazän tartalmas talmudi idezetekkel tarkiiott beszedet majd a häzigazda öccse, a pozscnyi jesiva növendeke mondott meghato beszedet. A meghivott vendägsereg äiükön Künclicher Mör vaskereskedövel egyetemben meghato szavakkal mondtak köszönetet Grünbaum Izidor es Künclicher N. talmudistaknak az elmondott magas szärnyaläsu beszedert, kerve öket, hogy az ösi rituälis szokäsokat minden vonatkozäsban terjeszszek, miutan eppen az ösi rituälis szokäsok betartäsa aiapja a zsidosäg igaz valläsos összetaitäsänak. Zipser ßusztäv — 170 — Decke von Säulen aus Porphyr getragen wurde, bezogen sich auf die Liebe des Eros und der Psyche; zwischen den Säulen standen die Büsten der größten heidnischen Philosophen, und im Hintergründe des Saales war eine Büste des Plato zu 6ehen. In diesem schönen Raume fehlte es nicht an bequemen Polstern; auf einem derselben lag Theogonos, ein wohlerhaltener Fünfziger, in einem griechischen Buche lesend. Er, wie fast alle seine alexandrinischen Glaubens- und Standesgenossen, hatten eine griechische Bildung empfangen und fühlten und dachten in hellenischer Weise. Die meisten vornehmen Juden in Alexandria hatten sich dem eigentlichen Judentume entfremdet, und ein zeitgenössischer Schriftsteller behauptet, daß die Schweine in Alexandrien viel billiger gewesen wären, wenn die Juden streng nach dem Gesetze gelebt hätten. Sie hatten die schönsten Rosse und errangen damit manche Siege im Hippodrom; sie stellten in den Gymnasien die besten Ringkämpfer, und was sie einzig von den griechischen Bewohnern der ägyptischen Hauptstadt unterschied, war ihr daß und ihre Verachtung gegen die griechischen Götter, woraus sie kein Hehl machten. Das war auch der Hauptanlaß zu Streitigkeiten zwischen Juden und Griechen, die allerdings noch durch den tiefwurzelnden Rassenhaß vermehrt wurden. Der erste Vorsteher, welcher den Titel ״Alabarch“ führte, wurde in seiner Lektüre unterbrochen; ein Diener meldete ihm den fremden Gast aus Palästina. Als Thiogonos den Namen Rabbi Akibas hörte, erhob er sich ven seinem Sitze und ging dem Eintretenden entgegen. »Sei wir willkommen,“ sagte er, ״Du großer Lehrer Israels! Dein Ruf dringt von einem Ende der Welt bis zum anderen.“ Dann führte er den Gast zu einem der Ruhepolster und befahl einem Diener, Speise und Trank herbei- /uholen. - 171 - ״Laß nur,“ sagte Rabbi Akiba; ״ich kann zu meinem Bedauern von den Speisen in Deinem Hause nicht essen. Wehe, was haben meine Augen schauen müssen, seitdem ich nach Alexandria gekommen! Vergessen ist der G-tt Israels und sein heiliges Gesetz. Ihr gebt Euch den Genüssen dieser Welt hin, wie die Heiden, in deren Mitte Ihr lebt. Größer ist die Sünde Alexandrias als die Sünde Jerusalem vor dessen Fall!‘־ ״Bist Du hiergekommen, Fremdling, um mich in meinem eigenen Hause zu beleidigen?“ ״Nicht doch; ich bin von den Lehrern Israels abgesandt worden, um unsere Brüder in Arabien, Lybien, Ägypten und anderen Ländern von einem gewaltsamen Aufstande gegen die Römer zurückzuhalten. Erst dann, wenn G-tt uns - den Erlöser senden wird, werden wir unsere Freiheit und Selbständigkeit zurückerlangen. Bis dahin müssen wir geduldig das Joeh tragen, welches fremde Nationen uns auferlegen. Jede Empörung wird und muß mißlingen, wird und muß zum Verderben des irregeleiteten Volkes führen. Dies meinen Brüdern zu Herzen zu führen, ist der mir gewordene Auftrag, ln Arabien ist es mir gelungen, meine Glaubensgenossen zu überzeugen und sie zu bewegen, geduldig auszuharren. Hier in Ägypten drängt sich mir ein anderer Auftrag auf. Hier tritt mir die unabweisliche Pflicht entgegen, zu verkünden meinem Volke sein Verbrechen, dem Hause Israels seine Sünde. Ihr beobachtet nicht den Sabbat und nicht die Feiertage, wie es uns von G-tt ist befohlen worden. Unrein sind Eure Speisen und Getränke, undjüdisch ist Euer Lebenswandel!“ ״Gestatte mir, o Fremdling, daß ich Deinen edlen Zorn besänftige. Wir alexandrinischen Juden sind anders als die palästinensischen; wir sind genährt an den Brüsten der griechischen Weisheit. Wir glauben an den einzigen G-tt; aber die Gesetze haben für uns nur symbolische Bedeutung,