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Der jüdische Herold · 1937-09-30 · 36 (30.9.1937) · p. Seite 4

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
36 (30.9.1937)
Date
1937-09-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Hungarian
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4 »Der Jüdische Herold« 4 PRAG. Wie mitgeteilt, hat die für das öffentliche Leben massgebende ״Nationalsozialistische Partei-Korrespodenz* unmittelbar nach dem letzten Nürnberger Parteitag verkündet, das jeder Deutsche das Recht hat, einem Juden die Ausgabe von Lebensmittein und von Gegenständen des täglichen Bedarfs, sowie die Vermitlung von Wohnräumen zu verweigern. Im Anschluss hieran verlüidet nun die ״NationaPozialistische Partei-Korrespodenz“, dass die Polizei in jede Gemeinde Deutschlands nicht nur das Recht, sondern geradezu die Pflicht hat, Jud׳ n mit einem Aufenthaltsverbot zu belegen und sie auszuweisen> wenn ihre Haltung die Bevölkerung beunruhigen kann. Der Zutritt zu kommunalen Kurhäusern muss Juden untersagt werden Hoteleurs können nach Belieben Juden vom Wohnen ausschliessen. Die Partei-Korrespodenz erklärt, für alle Sommerfrischen und Kurorte sei der Ausschluss der Juden eine *Pflicht“, die ״diktiert sie sowohl vom Selbsterhaltungstrieb, wie von der Sorge um den Schutz ihres Ansehens und ihrer Wirtschaftsintressen“. Zu den wichtigsten Bedarfsartikeln des täglichen Lebens gehört—die Zahncräme. Sie dient der Gesundheit, Schönheit und Hy־ giene. Die ärztliche Wissenschaft lehrt uns immer wieder, von welch grosser Bedeutung die Zahn- und Mundpflege für die Er־ haltung der allgemeinen körperlichen Gesundheit ist. Eben deshalb entstand neben dem bekannten Alpa Franzbranntwein die Alpa Zahncreme. Die Ansicht der Zahnärzte geht dahin, dass jeder, der seine Zähne nicht gefährden will, selbe täglich mindestens in der Früh und am Abend mit einer höchst zuverlässigen Zahncreme putzen müsse. Die wohltuende Wirkung einer Zahnpflege ist natürlich grösstenteils von der Zusammensetzung und Qualität der Zahncr^me abhängig.—Der Ruf des Alpa- Franzbranntweins allein verbürgt schon die hochwertige Beschaffenheit seines neuen Erzeugnisses Alpa-Zahncr^me. Die Alpa- Zahncr6me entfernt fäulniserregende Speisereste.—Dies ist über alles wichtig. Ein Entfernen, d. 11. ein nicht Vorhandensein von Speiseresten, ist die sicherste Gtwähr dafür, dass ein Zahnieiden nicht entstehen kann. Bakterien aller Art werden getötet. Gastdroschoh. Am vergangenen Rosch Haschonoh weilte Herr Rabb. Kandidat A. Klein Secovce, als Gast in Revüca und wurde vom Vorstande mit einer Droschoh vor Tkias Schofar beehrt. Seine meisterhafte Droschoh erntete grossen Beifall und hat jedes jüdische Herz zu Tschüwoh erweckt. Der Eindruck den seine gediegenen Agodohworte, in welchen er tiefsin. nig die Bedeutung des Schofar erörterte, hinterliessen, werden der hiesigen Gemein־ de unvergesslich bleiben. W. F. BUDAPEST. Der Präsident-Stellvertreter der Orth. Zentralkanzelei Ludwig Hartstein, der seit 1903 an der Führung der Landesangelegenheiten des ungarländisehen orthodoxen Judentums tätigen Anteil hatte, ist im Alter von 79 Jahren in Budapest gestorben. Er hatte sich besonders um den Ausbau der Autonomie der heimischen Orthodoxie bemüht, deren Krönung die Oberhausvertretung des orthodoxen Judentums im Reichstage ist. Harstein war ort- Jjodoxer Politiker, Jüdische Teilnahme an der Bestattung des Präsident-Befreiers T. S. fTlasaryk. An der ans Wunderbare grenzenden Volkskundgebung der Trauer in Prag anlässlich der Bestattung des Präsident-Befreiers T. G. Masaryk am Dienstag, an der sich schätzungsweise eine Million Menschen aus Prag, der Öechoslovakei und dem Ausland beteiligt hatten, nahm auch die jüdische Bevölkerung starken Anteil. Die jüdischen Sport■ und Jugendbünde, wie z. B. Makkabi-Jugendbund, Techeleth lawan, Hagibor, Brith Trumpeidor usw., sowie Ab- Ordnungen der jüdischen Jugendbünde aus der Provinz beteiligten sich korporativ an der Spalierbildung in den Strassen, man sah sie vornehmlich in den Spalieren an der Strasse des 28. Oktober. Der Kreis der cechoslovakischen Legionäre jüdischer Herkunft schritt im Kondukt zwischen den cechoslovakischen Legionären und nahm auch an dem Abschieds-Defiie am Sarg vor dem Wilson-Bahnhof teil. Inder Gruppe der Parlamentarier im Kondukt schritten die Abgeordneten der Jüdischen Partei Dr. Angelo Goldstein und Dr. Chaim Kugel. In der Gruppe der Geistlichkeit der verschiedenen Konfessionen schritt der Präsident des Obersten Rates der jüdischen Gemeindeverbände in den historischen Ländern Dr. Josef Popper. Der Präsident der Republik Dr. Edouard Benes bezeichnete es in seiner Abschiedsrede am Sarge T. G. Masaryks als das Ziel Masaryks: die Umgestaltung der alten bourgeoisen Demokratie zu neuen Formen und Stadien einer höheren und zugleich tieferen humanitären Demokratie. Zum Schluss sagte er: ״Ich rufe Sie alle, ohne Ausnahme, von links nach rechts, vom letzten Dorf bis zu dieser Hauptstadt, von Asch bis Jasina, Sie alle, die meist an die sozialen Probleme dieses Staates denken und Sie, die sich meist den nationalen Problemen widmen — alle ohne Unterschied rufe ich Sie im Geiste unseres ersten Präsidenten zur Erfüllung seines Vermächtnisses und zur Vollendung seines Werkes auf, zur Vollendung unserer gerechten, festen, unerschütterlichen, evolutionären, humani. tären Demokratie . . . Präsident»Befreier> dem Vermächtnis, das Sie in unsere Hände gelegt haben, werden wir treu bleiben!“ KOSICE. Wie wir schon milteilten, hat die Gemeinde seiner zeit beschlossen die Errichtung eines Alterversorgungshauses, welches für unentbehrlich erklärt wur■ de. Nun haben sich die Vereine J'schiasz- Jisroel und die G'milasz-Chaszudim an. geschlossen, um die akut gewordene Angeleger.heit gemeinschaftlich zu erledigen. Es haben einige Privatleute Ihre Beihilfe mit beträchtlichen Summen angeboten und man rechnet unverzüglich je früher das wohlthätige Haus zu errichten. S. B. Rabblner-Besefzungen. Wir werden verständigt, dass die bisher als Filialgemeinde fungierende Zilinaer orth. Gemeinde, in der kürzesten Zeit, die Rabbinerfrage im friedlichen-Wege, erledigen wird. Hingegen können die Ortschaften, Jelsave, Plesivec, Kurima u. Zborov wegen verschiedenen Hindernissen vorderhand ihren vakant slehenden Rabbinersitz, nicht besetzen. S. B. Ein Gründer pon Kfar Secheskiel er» mordet. Jerusalem. Der in Russland geborene 45jährige Menachem Rosenblatt, einer der Gründer der Kolonie Kfar Jecheskiel, ist, als er in der Kolonie den Wachtdienst versah, in der Nacht zum 13. September von unbekannten Tätern erschossen worden. Nach einem erbitterten Kampf zwischen vier britischen Polizisten und neun bewaffneten Arabern in der Nähe von Safed wurden acht der Araber fest genommen, während es dem neunten gelang, zu entkommen. Bei dem Kampf wurde einem der Polizisten der Arm gebrochen. Von den seitens der Palästinaregierung als Entschädigung für die Opfer der Unruhen 1936 bewilligten 30.000 Pfund sollen 18.000 den jüdischen Opfern zugewiesen werden TEL AVIV. Als der Beamte der Bank Gapoalim in Tel Aviv, Zacharias Sherabi, am 12. September mittags das Gebäude der Anylo-Palestine Bank in der Herzl- Strasse verliess, überfielen ihn drei junge Leute, die in einem Auto auf ihn gewartet hatten, entrissen ihm eine Aktentasche, die 5400 Pfund enthielt, und flüchteten. Der Beamte schlug Lärm, es gelang, die Täter zu fassen und sie der Polizei zu übergeben. Das geraubte Geld wurde ihnen abgenommen. Die Täter sind Chajim Dwiri, Chajim Botschko und Mosche Zion. Auf die Nachricht hin, dass sie Revisionisten seien, veröffentlichte das Sekretariat der revisionistischen Organisation in Tel Aviv eine Erklärung, dass alle drei vor einiger Zeit aus der revisionistischen Partei ausgeschlossen worden waren. Laut ״Davar“ hätte Mosche Zion bei dem Verhör erklärt, der Zweck des Überfalls war die Beschaffung von Geldmitteln für geheime Ziele. Der Vorfall hat in Tel Aviv ungeheures Aufsehen erregt. BUDAPEST. Auf dem alten israelitischen Friedhof in Budapest wurde am 12. September in Anwesenheit von Vertreten der Regierung, der Hauptstadt sowie zahlreicher Verbände das Grabmal für den am. 5 Februar 1936 verstorbenen Reichstagsabgeordneten, Führer der ungarischen Kaufmannschaft und Vorkämpfer für die Rechte der Juden, Paul Sändor, eingeweiht. Der Präsident der Israelitischen Landeskanzlei und der Pester Gemeinde Hofrat Samuel Stern. Reichstagsabgeordneter Dr. Karl Rassay der frühere Finanzminister Lorand Hegedüs und eine Reihe weiterer Persönlichkeiten würdigten die Verdienste Sandors um die ungarische Wirtschrft die Rechte der ungarischen Judenheit und den Liberalismus. K0S1CE. Die Leitung der hiesigen ״Talmud-Tora“ hat wie wir seinerzeit schon berichteten, seit mhreren Jahren, zur Zufriedenheit aller, durchgeführt, dass ihre Zöglinge, während des Schuljahres einen Bürgerschulkurs absolvieren können und der גפ׳ת Unterricht in der Talmud Thora keine Störung leidet. Die Prüfungen der Bürgerklassen werden mit glän. zenden Erfolge erreicht. Daher Dank und volle Anerkennung sowohl von Seite der Talmud Thora wie auch von den Jünglingen für allen guten Leistungen und den uneigennützigen Bemühungen Herrn Direktor Sterlicht Enkel des grossen Rabbi Koppel Reich s Z 1. und Sohn des seeligen Urminer Oberrabbiners s. Z. ). S B•

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