Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 33 (2.9.1937)
- Date
- 1937-09-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9569290-9569297-9569370--071-9569372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 2 Wege gehen, ihr Taten befolgen. Wie der Midrasch sagt: ״ . . . G-tt meines Vaters Awrohom, - und des Esow‘ s denn nicht?“- Ja wohl; wählen sie die Wege ihrer Ahnen, führen sie sich ihnen gleich auf, dann stehe ich auch bei meinem Worte, - sonst jedoch gebührt ihnen eine andere Behandlung. (Midras Rabboh Wajischlach 71.) Rabbi Majerl Przemyschlaner szl. comment ert ״Seh Keli weanwehi Elojkej owi waarojnimenhi“ — ״Dies ist mein G-t, den ich verschöne, G־t meines Vaters, den ich erhöhe“ folgendermassen:- Wenn ein Jude sagen kann, dass er sich G-tt näherte, dies ist sehr schön; rühmt er sich aber nur mit der Rechtschaffenheit seiner Vorfahren, dies ist nichts mehr als leere Prahlerei.—Ja so gar umgekehrt: wenn wir uns bloss mit den Verdiensten unserer Ahnen auftun, hingegen aber selbst von ihrem Wegen abweichen, wird aus dem gebrauchten Mittel gar eine Klage gegen uns , , , den wie konnten, durften wir so verdorben werden, wenn unsere Vohrf.hren solch ausgezeichnete Menschen waren? Der heilige Scheloh sagt auf dem Satz: ״Wezocharti es Berisi Jääkojw“ u« s. w. Wie kommt dieser offenbar grosse Segen in die ummittelbare Mitte de- Tochecho? Die Antwort ist aber: Wenn die Juden sündig sind und sie darum gerügt werden, da ist das Vorbringen des Ahnenbundes als wuchtigster Hieb zu nehmen. Gleich drängt sich doch nämlieh die Frage hervor :wenn die Vorfahren wirklich so gut waren, warum sind die Nachfolger so verfallen? Daher also wenn wir beim Schojfor- Blasen die Verdienste unsere Ahnen erwehnen haben wir uns zuvor eben mit diesen Ahnen engst zu verbinden, - anderer Worte: uns fest zu entschliessen, dass wir jawohl auf ihre Wege einkehren, das wir gleich ihnen, auch bereit sein können für die Glorie des Ewigguten uns aufzuopfern. Der Schojfor dient uns unserer Pflichten gegen den Schöpfer zu erinnern, ebenso wie die Verdienste unserer Ahnen zu erinnern. Erinnern wir uns aufrichtigst unserer Pflichten, dann gedenkt Sein heiliger Name ebenfals unserer zum Guten im Verdienste unserer Ahnen. Erinnerung an die Pflichten heisst aber das, wenn diese Pflichten aufrichtig, sozusagen: handgreiflich, mit jedem Gedanken sich hingebend erfüllt werden. Nur so können wir den Weg finden, der uns mit unseren Ahnen enge verbindet; so können wir uns auf jene Stufe erheben, dass wir ihrer Verdienste würdig seien. Kenessio Gedaulo. In unserer vorigen Nummer war es uns nicht möglich, die Reihe der von der Presseabieilung der Kenessio Gedeulo ausgebenen Berichte zu Ende zuführen, da viele erst nach Redaktion- Schluss in unseren Besitz gelangten. Nachfolgend bringen wir nun die noch restlichen Bulletins, aber wegen des nur im beschränkten Masse zur Verfügung stehenden Raumes, wie schon in der vorigen Nummer, bloss in Auszügen: * Welfperband religiöser!Journalisten und Schriftsteller. Marienbad, 23. August. Unter Vorsitz des Herrn Goodman, London, fand am Sonntag, den 22 Aug. in Marienbad eine Konferenz jüdischer religiöser Journalisten aus nahezu allen euro־ päischen und vielen aussereuropäischen Ländern statt, »Der Jüdische Herold* Der Vorsitzende setzte einleitend die Notwendigkeit und den Zweck eines Welt- Verbandes der religiösen jüdischen Journalisten auseinander. Aufgabe dieses Verbandes soll es sein, Verständnis für die orthodoxe jüdische Presse in weiteste Kreise zu tragen, die Interessen der religiösen Journalisten zu vertreten und für einen gut geschulten Nachwuchs zu sorgen. Redakteur Schachnowitz, Frankfurt a. M. als N estor der anwesenden Journalisten hielt eine zündende Ansprache, und nach einer längeren Diskussion wurde die Gründung des ״Weltverband religiöser jüdischer Journalisten und Schriftsteller“ einstimmig beschlossen . . . Grosse üugendkundgebung im Rahmen der Kenessio Gedaulo. Marienbad, 23. August. Am Sonntagabend fand im grossen Kursaal eine Massenversammlung der agudistischen Jugend statt, die überaus slimmungsvoll verlief. Der Vorsitzende, Herr Goodman von der Exekutive in London, erklärte, dass die agudistischen Jugendlichen sich als die Frontsoldaten betrachten, die im Dienste der Agudo-Ins'anzen stehen. Die Jugend, geeint durch die Aguda-Idee, sei entschlossen die Faune der unvergesslichen Agudaführer s. A. hochzuhalten. Franzbranntwein und jetzt auch Zahn Creme?!?#יי >■ ... In freudiger Stimmung bleiben die versammelten Jugendlichen bei einem lebhaften chassidischen Tanz noch lange nach Schluss der Versammlung beisamen. INTERNATIONALE FRAUENKONFERENZ . . . Man konnte aus den Berichten noch feststellen, dass die pädagogische Betätigung je nach den besonderheiten des Landes verschieden war. Vor allen Dingen war erfreulicherweise zu erkennen, dass auf sozialen Gebiet manche Länder beachtliche Leistungen hervorgebracht haben . . . Freitag Sitzung: . . . Frl. Anni Karmel, Wien sprach über das Thema: Die Stellung der orthodoxen Frau im Judentum. Rednerin führte aus, dass noch vor ca. 20 Jahren im Osten die Talmidei Chachomim eng und ständig mit der Thora verknüpft waren, dass aber ihre Frauen nur vom Kaschruth und von den allerwichtigsten Aufgaben einer jüdisehen Frau wussten. Im übrigen hatten die Frauen keine Gelege! heit sich geistig auszubilden, oder sich eine Vorstellung von den Schmerzen des jüdischen Volkes zu machen. Auf die Dauer konnte das den Frauen natürlich nicht genügen, zumal sie um sich herum eine ganz neue und bisher unbekannte Welt eiblickten, die in ihrer Anschauung freilich ungebundener war. Dies war eine Welt, die die Jüdische Frau bei den Männern nicht finden konnte und sie fühlte sich.dadurch von der europäischzivilisierten Welf, in deren Mitte sie ja schliesslich lebte, fasciniert . . . In dieses Dilemma griff nun mit starker, zielbewusster Hand das segensreiche Werk von Beth Jacob ein. Sara Schenirer s. A. erkannte den immer grösser werdenden Abtall vom Thorajudentum und betrachtete es als ihre heilige Lebensaufgabe den Mädchen des Ostens eine geistig-jüdische Heimat zu schaffen . . . . . . Beth Jacob hat heute 55 Lehrerinnen-Bildungsanstalten und 300 Schulen die von etwa 40.000 Kindern besucht werden. . . ... Im Anschluss an dieses Referat sprach Frau Hamburger-Gross, Gernauti über Erziehungs- und Lehrziele von Beth Jacob. . . . Rednerin schildert das besonders grosse Elend, die Not und Armut, über der die jüdischen Massen des Ostens seufzen eine Armut, von der man sich, wenn man sie nicht selbst gesehen hat, kaum eine Vorstellung machen kann. Diese soziale Not zwingt die Beth Jucob-Organisation auch dazu, nicht nur, wie sie es bisher getan hat, Lehrerinnen auszubilden, sondern ihr ganzes Augenmerk auch auf die Ausbildung der Schülerinnen in anderen weib liehen Berufen zu richten. . . DIE VIII. PLENARSITZUNG Fortsetzung der £rez Disroel Debatte Marienbad, den 23. August. Sonntag Vormiitag fand die Fortsetzung der Erez Jisroel-Debatte unter dem Vorsitz des Herrn Senator Trockenheim Warschau, statt. Als eisfer ergreift Herr S. Z. Moses, Petoch-Tikwo das Wort: Bej aller Anerkennung der Leistungen der Orthodoxie in Erez Jisroel müsste doch festgestellt weiden, dass es ihr nicht gelungen sei in den Jischuw Hachodosch einzudringen. Erst die Poale Ajildas Jisroel habe den Beweis eibracht, dass die Agudas Jisroel euch produktive Arbeit leisten kann, Trotzdem hat die Orthodoxie diesen Poalim nicht das genügende Verständnis entgegengebracht. Man kann mit Ruchnijot den Hunger der Poalim nicht stillen. Der Redner stellt die konkrete Forderung, den Poalim in Erez Jisroel geistige Führer zu stellen und schÜesst mit der Eiklärung, dass die P. A. J. in Erez Jisroel mit keiner nicht-agudistischen Organisation ein ״Heskem“ schliessen wiil. . . . . . Si jmdeputierter M, Münzberg- Lodz : Ich bin sicher, dass es den Thoratreuen in Erez Jisroel nicht ärger ergehen wird, als in anderen Ländern. Es ist immer unsere Krankheit, dass wir zu allen Dienen zu spät kommen. Die Ablehnung wäre einem Verrat der agudistischer Idee gleichzustellen (Heftiger Widerspruch) Wie können wir die schreckliche Not unserer Brüder unberücksichtigt lassen? W׳r müssen die Sicherung bieten, dass die Regierung des jüdisch n Staates nicht, wie man die Befürchtung bereits ausgesprochen hat, eine marxistische Lehre werde (Zwischenruf: Ui.s wird man nicht fragen) Wir sagen nicht ״Nein“ wie dtr Misrachi, der nach gerechtfertigten Vermutungen eine vorgeschriebene Komödie gespielt hat und wenn einzelne Mitglieder des Rabbinischen Rates zum Plane ״Nein“ sagen, dann darum, weil sie in ihrem Land ״Isch t? chas gafnau utachas teenosau“ leben (Heftige Entrüstung im Saale) Wir haben es in Polen gelernt, wenn wir uns zu den Fragen po• sitiv stellen, dann können wir Erfolge aufweisen, Das Fernbleiben ist unser Unglück בא עת הקץ לם'׳ק שו״ב נוארנאליא 1 c העור ורק ירתק במהרה יהתק י ארבע מלית לפיש ולך טליה ש מליה 11 ור :ר ויושבי שער במסהותינו;תעו דוה לבהו תה כלימה פהיהו לא רוב עוהיהו c ימהר ישועתיהו 111 :ב והקי כפיס!סז כמים כיי אהשי ידיהם זס ואין r והשתהו זיו פהיהס כשכר וגס היין אביהו שבשמים ו בכפלים IV ־ס בהפש מרה י ההשארה 1!ש והבקרה מר שבענו מרורים ־ אכלנו משמנים ה בחים ונכלמים ("0 ירקיס .ין עדתך התמימים דעיבות STUF Herren Sr. Evrw. Kd 6, Moritz Rosenth Weber Kd 25, Adolf N Mittler, N• Pollak (Q Weiss tTrnava) Mark Stern, Miksa Stern, J Kohut, Izso Giünhut (' Emil Kugler Kd 8.40, N. Steinberger Kd 7, Ignatz Schwarz, Julius länder, N, Lieberman! Wasserberg (Nitra), Miksa Grünwald, I Geiringer, Simon Ros! N. Somlo, Tobias E nö Kohn Kd 4, Nt Kessler, M. Kessler, j Einö Fischer, Filip Sc hut Kd 8—3, Ludwig nedikt, Sändor Reich Kd 300. (Fortsetzung au STAMP S I E G E L M A I SCHABLON DRUCKAPP FÜR SCHAUF Billige F PROMPTE LIE1 J O SEF Bratislava Laurinskäll