Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 32 (26.8.1937)
- Date
- 1937-08-26
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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5 »Der Jüdische Herold« 5 UZHOROD: Schabbes תצא am 21 1. Mts. hielt Herr D. Reichenthal aus Nitra im Lokal des Vereines Lomde Thora einen gelungenen Vortrag anlässlich seines Aufenthaltes in unserer Stadt während der Geschäftsreise in Karpathorussland. Die vielen Zuhörer wurden überrascht, dass auch die im Berufsle’! stehenden auf dem Gebiet der The a produktiv sein können. Wegen Raummangels mussten mehrere Artikel und Berichte für nächste Woche zurückgestellt werden. 93.479 3uden heben in keffland. Riga. Das Statistische Amt der lettländischen Regierung hat soeben die Ergebnisse der i. J. 1935 durchgefübrten Volkszählung veröffentlicht. Danach betrug die Zahl der Juden in Lettland in diesem Jahre 93-479. Die Juden bddeten mit 4,79'0|׳ die drittgrösste Volksgruppe Lettlands, Obwohl der Geburtenüberschuss der jüdi־ sehen Bevölkerung in den Jahren 1930 bis 1935 1150 betrug, ist die Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung in diesem Zeittaum durch Auswanderung um 909 gesunken, In der Hauptstadt Riga ist die jüdische Bevölkerung gegenüber der vorangegangenen Zählung um 1344 Seelen gewachsen, PRAG. Die Presse-Slatistik des jlWO (Jiddisches Wissenschaftliches Instilul) in Wilna für 1935/36 enthält u. a. folgende Angaben über die jüdische Presse. Es erscheinen in Palästina 30 jüdische Zeit- Schriften davon 3 Tageszeitungen; in Brasilien 3 (2 Wochenschriften, 1 Tageszeitung); in Belgien 10 jidddisch, 2 franzö* sisch geschriebene; in Südafrika 2 jid* dische, 1 englische; in Mexiko 6 jiddische; v in der Cechoslovakei 3 jiddische, 5 deutsehe, 1 cechische; in Polen 178 jiddische, 16 hebräische, 40 polnische, 1 deutsche; in USA 50 jiddische, 4 htbräische, 18 (nach einer amerikanischen Korrektur an 70) englische; in Kanada 7 jiddische, 5 englische; in Russland 16 jiddische, 6 russische; in Rumännien 13 jiddische, 2 hebräische, 6 rumänische. Baben Kinder ein Recht auf Bequem» llchkeit t Jawohl! Vor allem was das Schuhwerk betrifft. Der Kinderfuss ist empfindlicher als der Fuss eines erwachsenen Menschen. Er ist ständig im Wachsen begriffen. Denken Sie bei der Wahl von Schuhwerk für die Schule daran. Besuchen Sie mit den Kindern eine Verkaufsstelle B a t a und lassen Sie sich alle Schuhmodelle vorlegen, die B a t a heuer für die Schüler vorbereitet hat. Sicher finden Sie darunter ein Paar, welches sich für Ihre Kinder besonders gut eignet. Sudenbänke ln der Berliner Parks. ״Prager Tagolatt“ meldet: In den städtisehen Parkanlagen und Gärten Berlins wird mit einer sichtbaren Trennung der für die Juden bestimmten Sitzplätze Anfang gemacht. Das Gartenbauamt des nordöstlichen Stadtbezirkes Prenzlauerberg hat jetzt von den im Bezirk befindlichen 100 Sitzbänken 92 mit der Aufschrift ״Für Juden verboten“ versehen lassen. Die restlichen acht Bänke sind nur für Juden bestimmt Voraussichtlich wird diese Beschränkung auf allen Berliner öffentlichen Anlagen Anwendung finden. Das Reichsinnenministerium erlaubt deutschblütigen Personen, ihre jüdisch klingenden Namen zu ändern. Anträgen von ״Mischlingen“ auf Änderung ihTer Namen wird hingegen nicht entsprochen. Ohne Tränen ging es nicht, aber schliesslich Hess sich die Mutter doch erweichen• Sie besuchte mit dem Töchterchen die Verkaufsstelle B a t a und kaufte dem Töchterchen für den Schulgang ein Paar schöne Mädchenschuhe und dazu zwei Paar dauerhafte und elegante Strümpfe. Führende osfjüdische Rabbiner zum 3udensfaats־Projekt. Warschau. Aus Marienbad wird der Warschauer jüdischen Presse gemeldet, das dort anlässlich der Kenessio Gedaulo in Anwesenheit des Präsidenten der Agudas Jisroel, Jacob Rosenheim, u. anderer agudistischen Führer eine Aussprache zwischen den chassidischen Rabbis von Gora Kalwarja und Aleksandrow stattgefunden habe, bei der auch der Plan der Eirichtung eines jüdischen Staates in Palästina besprochen wurde. Der grösste Teil der Rabbinen chassidischer und anderer Richtung in Polen, unter ihnen auch der Aleksandrower Rabbi, stehen dem Plan des jüdisehen Staates grundsätzlich zustimme.d gegenüber, Es werden jedoch wichtige Forderungen religiöser Natur erhoben. Ein Lehrling aus jüdischen Hause wird für mein Porzellan, Glas u. Färb- Warengeschäft per sofort AUFGENOMMEN. ALEXANDER KRAKAUER Sered. JÜDISCHES KNABEN INTERNAT VRBOVE U. PIEgTAN. Gründlicher Unterricht, ständige Aufsicht, fachkundige Erziehung, garantierter Schul* erfolg, besondere Resultate in der slovakische Sprache. Sute Verpflegung und Wohnung 350 Kö monatlich. Prospekte. In einer Provizstadt wird ein Buchdruckergehilfe per sofort aufgenommen. Zuschriften an die Administration des Blattes unter Chiffre ״fleißig. ZWEI SIFRE THORA in sehr gutem Zustande und prachtvoller Schrift, im Format von 60 und 70 cm sind preiswert zu verkaufen. Interessenten wollen ihre Zuschriften an die Adresse : hiebermann oder Ix. Deutsch, Sv. Kriz nad Hr. richten. — 3 In Nove Zämky werden 2—3 Mädchen in einem streng religiösen Hause auf ganze Verpflegung aufgenommen. Näheres bei ERNESTINE LEUCHTER Nove Zämky, Gymnäsiumgasse Herausgeber und verantwortlicher Redakteur LEOPOLD OOLDSTEIN OEDRUCKT bei Leopold Ooldstein DUNAJSKÄ ST RE DA. Die Eröffnung der Kenessio Gedaulo. 6in Stimmungsbild. Schon gegen 7 Uhr abends setzte eine Völkerwanderung nach dem Kurhaus ein, dass bald alle Zufahrtswege verstopft waren. Ein grosser Polizeiposten hielt vor den Eingängen und im Saale die Ordnung aufrecht, und es schien im ersten Augenblick, als würde keine Macht der Welt in diesen Chaos ein System hineinzubringen vermögen. Eine Menschenflut, die alle Wälle und Dämme hinwegzuschwemmen schien• Aber was alle Ordner und PoHzisten nicht vermochten, ein einziges, von Mann zu Mann wettergegebenes Wort brachte es zustande : ״Der Gerer kommt.. der So״ enaezower.. der Alexandrer.“ Jacob Rosenheim tritt in dem Saal und Tausende erheben sich ehrerbietig, und eine Beifallssalve, aber jetzt einheitlich und gleichgestimmt, braust durch den Riesensaal und begrüsst die Führer. Im Saale selbst strahlen die grossen Kronleuchter und werfen sanftes' Licht über ein Bild, wie es auch der Viel-Erfahrene in dieser At t kaum erlebt. Die Tribüne prangt im Blumen-und Pflanzenschmuck, zwischen dem sich Fahnen und Girlanden in der tschechischen Landesfärbe schlängeln. Die Wände rechts und links sind mit weissen Transparenten drapiert, die in hebräischer Sprache in lapidarer Schrift Sätze aus Bibel und Talmud tragen. Vor der Tribüne der lange Tisch kann die Zahl der Journalisten und derer, die sich so nennen, kaum fassen. In der ersten Reihe sitzen auf Ehrensesseln die Vertreter der Staats- und Stadtbehörden. Dahinter die Delegierten und noch weiter zurück die Gäste. Wer sich, gestützt auf seine Karte, bis d1־eiviertel 8 Uhr Zeit Hess, hatte schon Mühe, zu seinem Platz vorzudringen. Oben auf der Estrade, ganz vorne, sitzen die ehrwürdigen Männer des Rabbinischen Rates. Hinter ihnen die Exekutive, die Mitglieder des Zentralrates und alle anderen, die zur Führung gehören. Im ganzen eine ansehnliche Zahl von Menschen, die allein einen mittleren Vortragssaal ausfüllen würden. Dieses Stufenbild hält zunächst alle Blicke in Bann. Ein herrlicher Kranz von Charakterköpfen, würde ein Maler sagen. Es sind aber Charakterköpfe in anderem Sinne, Kopf und Herz der jüdischen Nation. Kurz nach 8 Uhr kommt auf ein Zeichen wie durch Zauberstab das Wogen im Saal zum Schweigen. Unter atem־ loser StiUe eröffnet der Präsident Jacob Rosenheim die 3. Kenessio Gedaulo. Die Stimme vibriert in heiliger Erregung, als er das Parlament der Thora mit einem Schehechojonu begrüsst. Dann folgt in herlichen Formulierungen ein Ueberblick über die Entwicklung der Agudas Jisroel. War es nicht ein sichtbares Zeichen der wundersamen g-ttJichen Vorsehung, dass just vor Ausbruch der Weltkatastrophe die Agudas Jisroel als ״Heilmittel vor der Wunde“ entstanden ist, die heute die geistige Substanz des jüdischen Volkes hütet und vereinigt? Die Rede wird an jeden Höhepur kt von einem Beifallssturm unterbrochen. Nachdem sich der rauschende Bei-