Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 31 (19.8.1937)
- Date
- 1937-08-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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»Der Jüdische Herold* 6 REVÜCA. (Zuschrift an die Redaktion.) In Nummer 30 Ihres Gesch. Blattes vom 12. d.jM. Haben Sie im Berichte—dummen— ne—anlässlich der in Filakova stattgefunde* nen Rabbinerhochzeit unter den Rednern Rabbiner Holländer, Jelsava erwähnt. Es dürfte dies ein Irrtum oder tendenziös eingestellt sein. Unsere Mutergemeinde Jelsava u. Bezirk ist mehr als 2 Jahre seit dem Ableben unseres seligen Oberrabbi־ ners s. z. 1. ohne Rabbiner. Zur gefäll. Orientierung. Nach den — Jumim-Tovim — für den 3. X. I. J, wurde die Rabbinerwähl von der Generalversammlung anbe* räumt. Kandidiert sind die Herrn J. Löwy Plesivec, M. Holländer Filakovo und A• Klein Secovce. Es sind noch gewisse Schwierigkeiten zu beheben, wie die Chasokefrage im Einvernehmen mit dem löbl. Rabbinerkomitee zu ordnen ist. Ein Vorstandsmitglied. Palästinensischer Hussenhandel im mal gestiegen. Im Mai 1937 betrug der Wert der Wareneinfuhr nach Palästina 1,207.000 Pfund gegenüber 944 000 Pfund in dem gleichen Monat des Jahres 1936. Die Zunähme betiägt somit 27,9°:״. Die Ausfuhr im Mai hatte einen Wert von 127.000 Pfund während der Ausfuhrwert im Mai 1936 nur 43.000 Pfund betrug. Aber auch der Wert der Ausfuhr vom Mai 1935 wurde um 62.000 Pfund odt r fast 100 Prozent übertroffen. An der Steigerung der Ausfuhr um 84,000 Pfund ist der Citrusexport nur mit 8361 und die Ausfuhr von Fertigwaren mit 15,859 Pfund beteiligt. Der Rest entfällt auf die Steigerung der Ausfuhr von Rohstoffen und zum Teil auf die Zunahme der Ausfuhr von anderen Lebensmitteln als Citrusfrüchten (21.913 bzw. 3681 Pfund). Unter den Ländern, aus denen Palästina in den ersten fünf Monaten des Jahres 1937 Waren bezog, steht Deutschland mit 1,076 000 an der Spitze. Es hat damit England überflügelt, das im diesem Jahre nur für 1.043.000 Pfund Waren nach Palästina eingeführt hat, gegenüber 1.121000 Pfund in demselben Zeitraum des Jahres 1936. Aus Deutschland hatte Palästina in den erste fünf Monaten 1936 Waren im Werte von 883000 Pfund bezogen. milde Strafen für Zwoell Pogromleute in Ezenstochau. Warschau. Zwölf Huligans, die sich im Juni an dem Pogrom in Czenstochau beteiligt hatten, standen am 11. August vor dem Czenstochauer Bezirks״ gericht. Vier Angeklagte wurden zu je acht Monaten Gefängnis, einer zu einem Monat Gefängnis, verurteilt, die übrigen wurden freigesprochen. Das Wilnaer Gericht verurteilte die beiden jungen Juden David Gordon und Chaim Riemer zu je zwei Jahren Gefängnis, weil sie am Tage des Protestes gegen den Pogrom von Przytyk versucht hatten, eine Protestversammlung zu oiganisieren. Hebräischer Poststempel zur Zeit des Hguda —Kongresses. Die Csl, Postverwaltung teilt mit: Ein Sonderschalter des Postames Marienbad 1 wird vom 18 bis 23 August d. J. die einlaufende Briefpost mit einem Gelegenheits-, Orts- und Tagesstempel versehen, der die Legende tragen wird : ״Marianske Laii.ä 1 — Marienbad 1, III. Svfitov^ kongres ״Agudas Jisroel“ 18. -23. srpna 1937.“ Ausser der Bezeichnung des Postames wird der Stempeltext auch in hebräischer Sprache angefürt werden. STAMPIGLIEN SIEGELMARKEN, SCHABLONEN, DRUCKAPPARATE FÜR SCHAUFENSTER Billige Preise. PROMPTE LIEFERUNG! Josef W eiss tn VQ n P n w ►t e 0Q e ש Bratislava Laurinskä 16-Dielna Dunajskä 86 Voranzeige. Kaufen Sie keine אתרוגים bis Sie von mir kein Offert eingeholt haben. — Erez und griechische Ware. Preise von 15 Kö aufwärts pro garnitur. Wwe LEOPOLD LEUCHTER Nove Zämky, Gymnasiumgasse 13. In Nove Zämky werden 23״״ Mädchen in einem streng religiösen Hause auf ganze Verpflegung auf genommen Näheres bei ERNESTINE LEUCHTER * Nove Zämky, Gymnäsiumgasse Herausgeber und verantwortlicher Redakteur LEOPOLD OOLDSTE1N GEDRUCKT bei Leopold Qo/dste/n DUNAJSKÄ STREDA. — 158 - Frommen. Ben Soma blickte hin und wurde geschlagen, und von ihm heißt es: Findest du Honig, so genieße ihn massig; du möchtest sonst übersatt werden und ihn ausspeien müssen. — Acher vergriff sich an den Anpflanzungen. Rabbi Akiba aber ging in Frieden ein und trat in Frieden wieder heraus, und von ihm heißt es: Ziehe mich, Dir nach wollen wir laufen. Diese dunkle Erzählung unserer Weisen hat seit vielen Jahrhunderten das Nachdenken der größten Männer unseres Volkes herausgefordert. Fast Alle stimmen darin überein, daß unter dem hier genannten Paradiese nicht der Garten Eden verstanden sei, sondern eine geheime, tiefe Wissenschaft, deren Studium Rabbi Akiba und seine Genossen sich ergeben hatten. Den von diesen zuerst genannten Ben Asai haben wir schon früher erwähnt. Er war kurze Zeit der Schwiegersohn Rabbi Akibas gewesen und hatte sich von seinem Weibe getrennt, um ausschließlich dem Studium und der Forschung zu leben. Diese Forschung verursachte seinen frühen Tod. Der Geist war zu mächtig in ihm, als daß es der Körper hätte ertragen können. Er schaute und starb. Die Seele, in der Anschauung der höchsten Wahrheit verloren, verließ die sterbliche Hülle. Nicht so mächtig war der Geist in seinem Freunde und Studiengenossen Ben Soma, der wie er mit Vornamen Simon hieß. Wiewohl die Weisheit Ben Somas aller Orten gepriesen wurde und er einer der größten Erklärer der heiligen G-tteslehre war, so vermochte er doch nicht jene tiefe mächtige Weisheit zu ertragen. Er scheute und sein Geist ward verwirrt; er hatte zu viel des Honigs genossen, und die Klarheit seines Denkens wurde getrübt. Noch schlimmer erging es Acher. Dieser hieß eigentlieh Elischa. Sein Vater Abuja war ein vornehmer, angesehener Mann. Als ihm ein Sohn geboren wurde, veranstaltete er ein großes Beschneidungsiest, und lud dazu die Lehrer - 159 — Israels und die \ornehmsten Männer des Volkes ein. Während nun Alle sich der Freude hingaben, sich an den Spei* sen und Getränken, an Musik und Gesang ergötzten, sprach Rabbi Elieser zu Rabbi Josua : Mögen Jene sich vergnügen, wir wollen uns mit der Ihora beschäftigen. — Und sie taten also, und bald wurde ihr Gespräch erhebend und ehrfurchtgebietend, daß Alles rings umher verstummte und die Gäste staunend der Unterhaltung der beiden großen Männer lauschte, von denen die Lichtstrahlen der G-tteslehre ausgingen, wie an dem Tage, an welchem sie Berge Sinai ist offenbart worden. — Und Abuja erschaute die große Ehrerbietung, welche man den würdigen Lehrern zollte. Und er sprach: Auch mein Sohn soll werden wie sie; ich will ihn der Thora widmen! — W ohl führte er seinen Vorsatz aus und weihte seinen Sohn Elischa dem Studium der G-tteslehre. Aber weil er dies nicht aus reiner Absicht getan, sollte es kein gutes Ende nehmen. Der junge Elischa ward zwar ein sehr gelehrter und bedeutender Mann; allein die G-ttesfurcht ward nicht die Grundlage seiner Weisheit. Schon als Schüler beschäftigte er sich nicht ausschließlich mit der G-tteslehre, und oftmals fielen in dem Lehrhause die Trink- und Liebeslieder griechischer Dichter aus seinem Schoße. Nun hatte er sich der Forschung in jener tiefen uud geheimen Wissenschaft hingegeben, der schon, ben Asai und ben Soma nicht gewachsen waren. Auch er vermochte zur Wahrheit nicht durchzudringen, und Zweifel bemächtigten sich seiner. Da geschah es, daß er eines Tages im Schatten eines Baumes lag und studierte. Ein Mann ging mit seinein Sohne vorüber und bemerkte ein Vogelnest auf einem Baume. — Siehe, sprach der Vater zu dem Sohne, dort auf dem Baume befindet sich ein Vogelnest! Klettere hinauf und hole es mir; aber die Vogelmutter lasse fliegen, wie es vorgeschrieben ist in der Lehre Moschehs : Wenn du zufällig ein Vogelnest findest, auf dem Wege, auf irgend einem