Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 31 (19.8.1937)
- Date
- 1937-08-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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5 Der Jüdische Herold« 5 NEUE WELLE ARABISCHER TER- ROR-AKTE. Jerusalem. E׳ne bewaffnete Araberbande hat am 10. August einen Angriff auf die jüdische Siedlung Kfar Menachern bei Qedera unternommen und die Siedlung zwei Stunden lang unter heftigem Feuer gehalten. Während des Angriffes war die Wasserversorgung der neuen Siedlung aus dem benachbarten Araberdurf Idnabya unterbrochen. Die Behörden entsandten eilends starke Polizeiabteilungen nach dem Schauplatz der Unruhen; Polizeihunde zur Aufspürung der Angreifer wurden eingesetzt. Bei Nablus wurde von unbekannten Tätern ein Araber gelötet Darauf kam es zu einem Sturm einiger hundert Araber auf die jüdische Kolonie Rananah. Etwa 80 Schüsse wurden gewechselt. Die Zahl der Verletzten steht noch nicht fest. Bei Tel Aviv wurde ein Autobus von Arabern beschossen. In Jenin verhaftete die Polizei vier Araber, die vor einigen Tagen einen jüdischen Chauffeur durch Steinwürfe verletzt haben. Die Polizei beobachtet eine umstürzlerische Bewegung arabischer Inleih ktueller, die in der letzten Zeit in der Nähe von Safed und Nazareth wiederholt militärische Uebungen abgehalten haben. TEL AVIV. Nach etner soeben veröffentlichten Statistik beträgt die Durch• schnitsziffer der in diesem Jahre bisher erfolgten Geburten in Tel Aviv 10 bis 15 im Monat. Im Jahre 1936 hielt sich die entsprechende monatliche Durchschnitts- Ziffer auf 40 bis 50 Geburten. Es zeigt sich also, dass von 1936 auf 1937 ein sehr (rheblicher Rückgang der Geburten in der Stadt Tel Aviv eingetreten ist. LEMBERG, In Bialagora bei Tarnopol haben Bauern den jüdischen Händler Perl Schwarz überfallen und schwer verletzt. Schwarz wurde in hoffnungslosen Zustand ins Tarnopoler Krankenhaus gebracht. In Rabrowar bei Buczacz haben drei mit Messern und Eisenstäben bewaffnete Huligans den jüdischen Händler Markus Schechner und dessen Frau überfallen und schwer verletzt. Schechner ist bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus von Buczacz seinen Verletzungen erlegen. Im Städtchen Wolboz haben unbekannte Täter des Nachts die Umzäumung des jüdischen Friedhofs niedergerissen und zahlreiche Grabsteine umgeworfen. BUDAPEST. Der Dichter Josef Erdelyi, der von der jüdischen Literaturstiitung unlängst einen hohen Geldpreis erhalten hatte, veröffentlichte in einem rechtsextremen Morgenblatte eine phantastische Erklärung der Ritualmordlegende im Zusammenhang mit dem vor einem halben Jahrhundert stattgefundenen Prozess von Tisza-Eszlar. Egyenlöseg weist in diesem Zusammenhänge darauf hin, dass in letzter Zeit das Ritualmordmärchen auch in der ungarischen Provinz hie und da in Form böswilliger aufreizender Flugschriften, die in deutschen Druckereien hergesteilt werden, in Umlauf gesetzt wurde, so kürzlich in Hajdunänäs. Ein ״Redakteur“ Bary ha1 durch Vermittlung der Budapester deutsehen Gesandschaft mit einer deutschen Buchverlagsfirma eine Vereinbarung getroffen, dass sein die Tisza-Eszlärer B utanklage behandelender Roman deutsch in Millionenauflage erscheinen und sodann als Film bearbeitet werden soll. וואן דיא יודישע רעגירונג אפערט פערלאנגען ווירד אויף טי■““ יו/ים! J() 000 זאלל רך ן א״נציגער טל־־ת פאבדק י״פמ־ירמן יא דיא?ישמו אפנירט פאן .צמר־ ודרד במשטימט בטשטטטיגט, דמן אילע •ידען דער גאלצמר ווכנלכו וויססמן שרן׳ דאס דא סיילסטען אופד שמנהטלן טליודם ל־עפערט אם ביליגסטען ד־א גרעססטע טל-ת פאבריק .צ מ ר" אין קאש־צע TALLSFABRIK ״CEMER“ GEBRÜDER Z S U P N I K, KOSICE דארט זעליהט ערזטלטליך אללינר סאיטמן הפריס פאן אלף בית בין א כ״ה תפילין׳ מזהית אוכד אללעש ראה גמהמרט צי הפריס בראנזש לו דיא ביליגשטט פנגרד פרייזע. Trnaua Hier verschied, Montag den 9 ds. Frau Witwe Gilt! Mendelsohn im Alter von 65 Jahren zufolge eines schweren Leidens Durch Ihre Frömmigkeit und G-ttvertrauen ragte sie hervor und strebte die Kinder echt jüdisch zu erziehen. Sie war eine Schwester des weltberühmten und als besten Chasen der Welt anerkannten und noch heute in bester Erineruug des jüd. Öffentlichkeit vor 3 Jahren verstorbenen Jossele Rosenblat s. z. 1. Sie wird betrauert von 2 verheirateten Töchtern einem Sohn, noch einen Bruder dtn bekannten Hamburger Chasen Leibisch Rosenbläth. der jetz in Tornow lebt. Bei der Lewaje sprach in Ab- Wesenheit des Herrn Überrabbiner Hert R. Juda Leb Weingarten. — 160 — Baume öder auf der Erde, Jungen öder Eier, und die Mut* ter ruht auf den Jungen oder auf den Eiern, so sollst du nicht nehmen die Mutter samt den Jungen. Fortschicken, fortschicken sollst du die Mutter, und die Jungen magst du dir nehmen, damit es dir wohlgehe und du lange lebest! Gehorsam erstieg der Knabe den Baum, verscheuchte die Vogelmutter und nahm das Nest mit den Jungen. Da plötzlich knachte der Ast, auf dem der Jüngling saß. Der Ast brach, der Knabe stürzte hernieder, und als der bestürzte Vater hierzueilte, fand er, daß sein Kind das Genick gebrochen hatte und gestorben war. Jammernd nahm er die Leiche auf seine Schulter und, sich als den Urheber des Todes seines Kindes ankiagend, zog er weinend von dannen. Elischa hatte das Alles mitangesehen, und als der trauernde Vater sich mit der Leiehe seines Kiedes entfernt hatte, warf er sein Buch weit von sich und schrie : Ist das die Thora und das ihr Lohn? Dieser jüngUng hat zwei Gebote erfüllt, an deren Seite als Lohn Glück und langes Leben verheißen ist; er war gehorsam seinem Vater, wie es geboten ist : Ehre Deinen Vater und Deine Mutter, damit Du lange lebest und es Dir wohlgi he. Er hat die Vogelmutter fortgeschickt, wie es geboten ist: Fortschicken, fortschicken sollst Du die Mutter und die Jungen magst Du Dir nehmen, damit es Dir wohlgehe und Du lange lebest. — Und dieser Jüngling hat getan, wie die Thora es vorschreibt, und hat dabei sein junges Leben verlieren müssen! In diesem Augenblicke brach Elischa mit seiner ganzen Vergangenheit und wurde ein Abtrünniger, ein Verächter des Gesetzes. Am anderen Tage, es war an einem Sabbat, ging er aus und fand auf seinem Wege ein leichtfertiges Frauenzimmer, mit welchem er eine zweideutige Unterhaltung anknüpfte. Erstaunt fragte das Mädchen: Bist du nicht Elischa ben Abuja, der große Lehrer Israels? — Sie befanden sich gerade an einem Rübenacker. Statt aller Antwort zog Elischa - 157 - Als der Wäscher diese Nachricht brachte, sprach Rabbi Josua : ״Ich muß wohl selbst hingehen und die Rabbiner benachrichtigen!" Und er tat also. Und Rabbi Akiba sprach: ״Wenn Du, Rabbi Josua, Dich mit ihm versöhnt und ihm verziehen hast, so ist für uns kein Grund mehr vorhanden, ihm länger zu zürnen!“ Und die Rabbiner beschlossen, Rabbon Gamliel zwar wieder in sein Amt einzusetzen, aber auch für Rabbi Elasar ben Asarjah einen Teil der ihm übertragenen Würde zu erhalten. Von nun an und weiter sollte Rabbon Gamliel stets zwei Wochen den Vorsitz im Lehrhause haben; in jeder dritten Woche jedoch sollte Rabbi Elasar ben Asarjah im Lehrhause die Verhandlungen leben. Daher begegnen wir im Talmud wehrfach der Frage: Wessen Woche war es? und der Antwort : Es war die Woche des Rabbi Elasar ben Asarjah. — Auch der Ausspruch des Rabbi Elasar: »Bin ich doch wie ein Siebzigjähriger!« erklärt sich aus den mitgeteilten Ereignissen. Wiewohl noch jung, hatte Rabbi Elasar das Aussehen eines Siebenzigjährigen. Jener Schüler, welcher die verhängnisvolle Frage erst an Rabbi losua und dann an Rabbon Gamliel richtete, war der später so berühmt gewordene Rabbi Simeon ben Jochai. XXVII. Unsere Weisen erzählen im Traktat Chagiga (14b); Vier gingen ein in das Paradies: Ben Asai, Ben Soma, Acher und Rabbi Akiba; und Rabbi Akiba sprach zu ihnen : Sobald Ihr gelanget zu den Steinen von reinem Marmor, so sollt Ihr nicht sprechen : Wasser, Wasser! weil es heißt : Wer Lügen redet, wird nicht bestehen vor meinen Augen. — Ben Asai blickte hin und starb, und in Bezug auf ihn heißt es : Teuer in den Augen des Ewigen ist der Tod seiner Dr. M Lehman: »AKIBA« 37,