Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 30 (12.8.1937)
- Date
- 1937-08-12
- Page
- Seite 8 (sequence 9)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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8 רואן דיא יודישע רענירונג אפערט פערלאננען ווירד אויף 0.000! טל־יתים! זאלל קי־ן איעציגטר טלית פאבריק אפטי־ירטן דא דא ערפטט אפטרט פאן .צמר" ווירד בטשטימט בטשטמטיגט" דמן אללט יידטן דמר גאנצטר וומלט ויסשמן שרן" דאס דא פיעסטטן אונד שמנסטטן טליתים ליעפערט אם ביליגסטען דיא גרעססטע טלית פאבריק "צ מ ר* אין קאיעיצע TALESFABRIK ״CEMER“ GEBRÜDER Z S U P N I K, KOSICE. דארט זטללסט טרהטלטלץ־ אללטר סאי־טטן ספרים פאן אלף בית ביז א :"ס תפילין׳ מזוזית אוכד אללעש וואס צטהטרט צי ספרים בראכזש צו דא בילעסטט פנגרוי פרייזט. BUDAPEST. Die politische Polize* hat auf Veranlassung der Staatsanwalt' schaft den Führer der in der aufgelösten Partei des Nationalen Willens konzentriert gewesenen radikalen Antisemiten, Major a. D. Franz Szalasy, festgenommen, nachdem im Verlaufe einer Hausdurchsuchung belastendes Material bei ihm beschlagnahmt worden war. Szalasy wird sich vor Gerieht zu verantworten haben. Szalasy war seinerzeit wegen Vorbereitung eines Putsches im Präventivshaft genommen, später wieder aus der Haft entlassen und Mitte Mai wieder vor Gericht gestellt worden, da er am 13. März eine aufreizende Flug- Schrift herausgegeben halte, die vom Staatsanwalt beschlagnahmt worden war. Die Flugschrift enthält ein Programm der vollständigen Entrechtung und zum Teil Enteignung der Juden in Ungarn. Szalasy wurde wegen Vergehens der konfessionellen Aufreizung zu einem Monat Gefängnis verurteilt. »Der Jüdische Herold« Wiederum Httentate in Palaestina. Prag. Havas meldet aus Jerusalem: Eine Reihe verschiedener Attentate bestätigt aufs neue, dass sich in Palästina ständig eine gespannte Situation erhält. Sonnabend früh wurde ein englischer Beamter entwaffnet, abends wurde ein Mitglied der Geheimpolizei schwer verletzt• In Jaffa hat eine Gruppe Bewaffneter einen Angriff auf das Haus des Advokaten Iman Ragnes unternommen, dessen Schwester getötet und dessen Neffen schwer verletzt. BUDAPEST. In der Sitzung des Munizipalrates des Pester Komitats wies Reichstagsabgeordneter Dr. Bela Fabian, der dem neologen Judentum angehört, auf die überhandnehmende rechtsextremistische Agitation seitens geheimer Gesellschaften hin. Junge Hitzköpfe, sagte er, begehen nächtlicherweise in einzelnen Ortschaften des Komitats skandalöse Ausschreitungen. Die Fenster in den Wohnungen der jüdischen Mitbürger werden eingeschlagen, harmlose Bürger werden verprügelt, und die Excedenten brüsten sich damit, dass ihnen kein Haar gekrümmt werde. Das sei ein ״Spiel mit dem Feuer“. Die Beamten werden zum Eintritt in die geheimen Ge- Seilschaften aufgefordert, Vorgezetzte und Untergebene werden Mitwisser von Dingen, die dem Staat-interesse zuwiderlaufen. Der Oberstuhlrichter von Gödöllö LadisL us Endre, also ein Staatsbeamter, hat eine rechtsextremistische potitische Organisation zum Zwecke des Zusammenschlusses aller antisemitischen Elemente gegründet. JERUSALEM. Die Polizei verhaftete 74 Araber aus einem Dorf in der Nähe von Jenin, die verdächtigt sind, an einem Überfall auf amerikanisch-jüdische Touristen bei Jenin teilgenommen zu haben. JERUSALEM. Der Verwalter der muselmanischen Heiligtümer in Safed, Subhi Bey el Khadra, der am 17. Juli bei einer Hausdurchsuchung in den Räumen des Obersten Arabischen Ausschusses unter der Beschuldigung der Organisierung eines Aufstandes verhaftet worden war, ist gegen Erlegung einer Kaution von 500 Pfund auf freien Fuss gesetzt worden. GEHEIME WAFFENLAGER DER ARABER, Jerusalem. Wie der Jerusa* lemer Sonderkorrespondent des ״Daily Herald“ seinem Blatte meldet, sind die Araber seit Wochen dabei, geheime Waffenlager in ganz Palästina zu errichten- Der Grossmufti habe erst vor einigen Tagen einen Fonds von 12.000 Pfund für diese Zwecke bereitgestellt. WIEN. Nach einer Meldung der Korrespondenz Herwei gibt der Voralberger Tierschutzverein bekannt dass von Interessenten aus der Schweiz, wo ein Schächtverbot besteht, das Ansuchen gestellt wird in Vorarberg Schlachthäuser für rituelles Schlachten errichten zu dürfern. Der Gemeindetag von Dornbin habe jedoch ein solches Ansuchen abgewiesen und zwar mit Begründung, dass das Schächten eine Tierquälerei sei. Per Vorarberger Tier*■ schutzvtrein fordert die anderen Gemein» den auf, die gleiche Haltimg einzunehmen, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur LEOPOLD OOLDSTE/N GEDRUCKT bei Leopold Goldstein DUNAJSKÄ ST RED A, — 154 - die Absetzung des Rabbon Gamliel. Wer aber sollte an seine Stelle treten? Rabbi Josua, dem es vor allen Anderen gebührt hätte? Unmöglich! Es hätte ja das Ansehen gewonnen, wie wenn persönliche Gründe, wie wenn die Bevorzugung Rabbi Josuas die Weisen zu dem harten Vorge־ hen gegen Rabbon Gamliel veranlaßt hätten. — Nach Rabbi Josua war Rabbi Akiba der größte Mann in Israel; aber man konnte sich nicht entschließen, ihn zum Fürsten zu ernennen, da er von heidnischer Abkunft war. Die Wahl fiel auf den jungen Rabbi Elasar ben Asarjah. Dieser war aus vornehmen Geschlechte; er war der zehnte Nachkomme des Esra, des Hohenpriesters, der einst Israel aus der baby- Ionischen Gefangenschaft zurückgeführt halte; er war trotz seiner Jugend ein großer Gelehrter, befähigt, in allen Fragen zu entscheiden : er war auch sehr begütert und konnte wenn es sein mußte, für die Gesamtheit große Opfer brin. gen. Als man Rabbi Elasar die Fürstenwürde anbot, sprach er: Ich muß mich erst mit meinem Weibe beraten. — Die Gemahlin Rabbi Elasars hatte keinen Ehrgeiz : sie suchte ihn zurückzuhalten, weil sie fürchtete, man könne auch ihn der Fürstenwürde wieder entkleiden, und weil sie meinte, daß ihr Gatte noch zu jung sei, als daß man vor ihm die nötige Ehrfurcht haben könnte. Da geschah ein Wunder und Haupthaar und Barthaar des jungen Rabbi erbleichten Jetzt zögerte Rabbi Elasar nicht länger, das ihm angetragene Fürstenamt anzunehmen. Er kehrte in das Lehrhaus zurück bestieg den hervorragenden Sitz und leitete die Vorträge. Rabbon Gamliel hatte die Pforten des Lehrhauses geschlossen gehalten und hatte nur Demjenigen Einlaß gemäht5 von dem er überzeugt war, daß er sich nur aus reiner Absicht mit der Thora beschäftige. Jetzt wurden die Pforten des Lehrhauses weit geöffnet und Jedem der Zutritt gestattet. Von allen Seiten strömten sie nun herbei, die Weisen und die Schüler, und während früher acht Bänke genügt hatten - 155 - mußten jetzt Hunderte aufgestellt werden, so daß die,langen Reihen der Lehrenden und Lernenden den Reihen der Weinstöcke im Weinberge glichen. Das ist der berühmte Weinberg von Jabneh, der Weinberg des Ewigen, des Herrn der Heerscharen. An jenem Tage wurden unzählige Fragen gestellt und unzählige Zweifel gelöst; an jenem Tage wurden die Zeugnisse entgegengenommen in Bezug auf die Lehrmeinungen und Entscheidungen der vergangenen Geschlechter; an jenem Tage wurde der Traktat Edioth festgestellt, und überall, wo es im Talmud heißt: »An jenem Tage,« ist der Tag gemeint, an welchem Rabbi Elasar ben Asarjah den Fürstenihron bestieg. Jener Tag ist auch ein ewiges Denkmal der Geistesgroße des der Fürstenwürde entkleideten Rabbon Gamliel. Er war nicht haßerfüllt gegen die, welche ihn entsetzt hat. ten; er suchte sich nicht an ihnen zu rächen; er zog sich auch nicht grollend zurück, sondern er blieb im Lehrhause und er beteiligte sich an der sich entspinnenden gewichtigen Diskussion. Bei vielen schwerwiegenden Fragen, die augeregt wurden, gab er seine Meinung ab und ließ es ruhig über sich ergehen, daß die Entscheidung gegen ihn getroffen wurde. So wurde an jenem Tage festgestellt, daß von den damaligen Bewohnern der Länder Ammon und Moab vollberechtigte Proselyten aufgenommen werden dürften, da die Bewohner jener Länder nicht mehr den Völkerschaften angehörten, denen G-tt den Eintritt in die Gemeinschaft Israels versagt hat. Auch Rabbi Akiba war von diesem Vorgänge schwer betroffen; er war durch sein großes Wissen und Leisten als der Würdigste bezeichnet, und dennoch war ihm ein Ande■; rer vorgezogen worden. Nicht um seinen Ehrgeiz zu befriedigen, sondern um für Israel recht viel Gutes wirken zu können, hätte er gewünscht, mit dem Fürstenamte betraut zu werden. Jetzt sprach er wehmutsvoll ״ ׳Nicht weil jtlftMf