Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 30 (12.8.1937)
- Date
- 1937-08-12
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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7 *Der Jüdische Herold« 7 HUMENNI1. Aus Anlass der am 19י M. Ab stattgefundenen Hochzeit des Herrn Rabbiner Chanan Friedrich Sohn des Humenner Oberrabbiner mit Tochter des Oberrabbiner zu Filakovo hatte der Tempelvorsteher in Humenne den Chussen mit einen Vortrag für Schabboss-Nachmi beehrt welcher Aufgabe Herr Rabbiner Friedrich in dankenswerter Weise glänzend nachgekommen ist. Der inhaltsvolle Vortrag weleher aus tiefsinnigem Charifoss und sehr schöne und gediegene Megidoss gebaut war, war ein Meisterwerk und hatte bei der grossen Zuhörerschaft einen gewaltigen Beifall ausgelöst. Schon lange lange hatte die Gemeinde so einen Euneg-Schabbos nicht gehabt und dieser Vortrag hat einen nachhaltigen Eindruck überlassen. Nach dem Minchagebet wurde zu Ehren des Chussens eine Simchuh schel Mizwoh veranstalltet bei welcher sämtliche Freunde und Verehrer teilgenommen haben und endete mit einen chasidischen Rikud. Sodann begleiteten den Chussen und Familie zur Hochzeit nach Filakovo einige Ballebatim und Freunde. Die Hochzeit wurde im Hause des Oberrabbiner in Filakovo in imposanter Weise gefeiert und haben beim Tischessen Divreteuruh gesprochen der Oberrabbiner zu Filakovo, Oberrabbiner aus Putnok, Oberrabbiner aus Mezökövesd und die Brüder des Chussen Rabbiner Jakob Friedrich Schwiegersohn des Helmecer Oberrabbiners Rabbiner Mark Friedrich und Rab. Mor Friedrich. Endlich sprachen noch die Schwiegersöhne des Filakovoer Oberrabbiners Rabbiner Holländer Jelsava und Rabbiner Reinitz Tornalja so wie Söhne des Filakovoer Oberrabbiners Rabbiner Jungreis Mähr.-O^trau und Rabbiner Jungreis Kezmarok. Die Hochzeit endete mit das Mizwotenzel und sind die Teilnehmer in gehobener Stimmung mit dem angenehmen Gefühl in einer echten Süduh schel Mizwoh teilgenommen zu haben auseinander gegangen. Dem Jungen Ehepnar so wie den Oberrabbiner zu Filakovo und Familie Friedrich wünschen wir herzlichen Masol-Tov Die REDAKTION. HAMBURG. Das Hamburger Landgericht verurteilte einen in Hamburg Wohnenden 59jährigen verheirateten Juden wegen Rassenschande zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Verlust der Ehrenrechte. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, dass er seit Mitte vorigen Jahres zu einer ״deutschblütigen“ Frau Beziehungen unterhalten habe. VERDEN. Die Grosse Strafkammer Verden verurteilte den 28jährigen Halbjuden Kurt Hertz aus Bremen wegen Rassenschande zu drei Jahren Zuchthaus. JERUSALEM. Eine jüdische Delegation, die anlässlich des Jahrestages der Massaker in Hebron vom August 1929 das Massengrab der Opfer auf dem Friedhof besuchte, fand das Grab entweiht und zerstört, die das Grab umgebenden Olivenbäume niedergebrannt und die Grabsteine zerschlagen. K0S1CE. Der rüchmüchst bekannte Godajl Hatajrö der Grosscipand Oberrabbiner הד,״ג מו״ה דוד ניימאנן שליט״א (Sohn des secligen, gewesenen Präses der hiesigen orth. Gemeinde — der einer von den grossen Talmidim des weltberühmten Rabbi Jehuda Aszöd Z. C. L. - gewesen war) weilte in KoSice über vergangenen Schabbos bei seinen Brüdern und Schwager Herr L. Wiesenberg. Diese günstige Gelegenhelt benützte der Vorstand unserer löbl. Gemeinde nach vorheriger Gutheissung unseres More Deasres Herr Oberrabbiner S. Brach שליט״א den Genannten Cigander Raw mit einer Gastdroscho zu beehren. Es erschienen im Besz Hachneses, im alten Tempel die Gemeindemitglieder an der Spitze mit den Talmide Chachomim. Der Vortrag von Charifojsz und Megidajs hatte bei den Zuhörern einen tiefen Eindruck hinteriassen es war ein wirklicher Ojneg Schabboss, denn sowohl der Inhalt wie die Redesweise hat allgemein die Zufriedenheit aller Zuhörer herrorgerufen. Im Namen des Vorstandes unserer löbl. Gemeinde wie auch im Namen aller Zuhörer sei auf diesem Wege den illustren Gast, dem Cigander Gaon ביי der beste Dank ausgeprochen. S.B. Illöglichkelf einer jüdisch-arabischen Aussprache in Genf? Genf. Manche zionistischen Kreise glauben, dass die Möglichkeit besteht, in Genf eine Aussprache zwischen den Mitgliedern der jüdischen und arabischen Delegationen, die dort anlässlich der Tagung der Mandatskommision eingetroffen sind, herbeizuführen. Die Besprechungen sollen in zwangloser Form erfolgen und einem Meinungsaustausch über die allgemeine Lage in Palästina gewidmet sein. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass diese Besprechung zu präziseren Verhandlungen zwischen den beiden Parteien führen könnten. - 156 - ein größerer Gelehrter ist als ich, hat man ihn mir vorgezogen, sondern weil er von großen Ahnen abstammt. Heil dem Menschen, der sich auf das Verdienst seiner Voreltern stützen kann!“ Am anderen Tage beschloß Rabbon Gamliel, sich mit Rabbi Josua auszusöhnen. Er suchte ihn in seiner Wohnung auf. Die Wände des Hauses, welches Rabbi Josua bewohnte, waren von Rauch geschwärzt, denn dieser betrieb das Handwerk eines Nadelmachers. Als Rabbon Gamliel ihn erblickte, sprach er zu ihm : »Aus den Wänden Deines Hauses kann man erkennen, daß Du ein Nadelmacher bist.“ »Und das wußtest Du bis jetzt nicht?« fragte Rabbi Josua. ,Das ist eben das Unglück, daß Du nicht weißt, wie mühsam wir unseren Lebensunterhalt erwerben müssen, sonst würdest Du, der die niederen Sorgen des Lebens nicht kenst nicht wagen, uns so geringschätzig zu behandeln.“ ״Ich habe gefehlt,“ antwortete Rabbon Gamliel. ״Ich bitte Dich, verzeihe mir.“ ״Ich kann,“ antwortete Rabbi Josua, ״Dir die tiefe Kränkung nicht verzeihen, die Du mir dreimal zugefügt hast.“ »Und willst Du es nicht um meinetwillen tun, so verzeihe mir um meines Vaters willen. Du hast ihn ja gekannt, geliebt und verehrt, den großen Lehrer Israels, der den Märtyrertod gestorben zur Heiligung des göttlichen Namens.“ Und Rabbi josua verzieh ihm. Nachdem Rabbon Gamliel und Rabbi Josua sich versöhnt hatten, beschloss Rabbi Josua, die Rabbiner zu veranlassen, Rabbon Gamliel wieder in sein Amt einzusetzen. Ein Wächer bot sich dazu an, den im Lehrhause versammelten Rabbinern diese Botschaft zu überbringen. Er ging hin und richtete aus, was ihm aufgetragen war. Rabbi Akiba aber sprach zu seinen Genossen : ״Verrammelt die Türen, damit die Knechte des Rabbon Gunliel nicht kommen und Gewalt gegen uns üben I" - 153 - Benediktionen am Abende freiwillig oder ob man dazu verpflichtet sei. Rabbi Josua lehrte das erstere, Rabbon Gamliel das letztere. Einst kam ein Schüler zu Rabbi Josua und fragte ihn, und Rabbi Josua lehrte seiner Ansicht gemäß. Da ging derselbe Schüler zu Rabbon Gamliel, der in entgegengesetzter Weise entschied. Der Schüler aber sprach : Rabbi Josua hat das Gegenteil gelehrt. — Komm morgen ins Lehrhaus, sagte der Fürst, und wiederhole Deine Frage. — Und also geschah es. Da entschied Rabbon Gamliel, wie er vorher entschieden hatte, und Rabbi Josua wagte nicht zu widersprechen. Jetzt stellte ihn Rabbon Gamliel zur Rede, und als Rabbi Josua eingestand, einer abweichenden Meinung Ausdruck gegeben zu haben, befahl ihm der Fürst, aufzustehen und dem Lehrvortrage stehend anzuwohnen wie einer der Schüler. — So saß Rabbon Gamliel und lehrte, während Josua stehen mußte, bis die Genossen alle sich über dieses harte Vorgehen das Fürsten empörten und den Verkünder der Lehrmeinungen Rabbon Gamliels, Rabbi Chuzpith zwangen, den Vortrag zu unterbrechen. Nun erhoben sich alle die anwesenden Gelehrten, es waren deren zweiundsiebenzig zugegen, wie ein Mann und riefen dem Chasan Rabbi Sinon zu : Sprich : — Und sie ließen ihn den Bibelvers verkünden : »Denn wer fühlte Deine Geißel nicht! (Nachum Kap. 3. B. 19). Und Rabbi Sinon sprach also zu Rabbon Gamliel, und alle Anwesenden hörten es stehend mit an, und Einer sprach zum Anderen : Wie lange sollen wir es dulden, daß Rabbi Josua von dem Fürsten gekränkt werde! Er hat ihn gekränkt bei dem Vorgänge mit dem Erstlinge des Rabbi Zadok, er hat ihn im vorigen Jahre gekränkt bei der Bestimmung des Neumondes, und jetzt kränkt er ihn wieder : Wir wollen ihn der Fürstenwürde entkleiden, wir wollen ihn absetzen! Sie traten zur Beratung zusammen und beschlossen Dr. M. Lehman: »AKIBA« 3&