Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 30 (12.8.1937)
- Date
- 1937-08-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9569290-9569297-9569340--043-9569343- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3 »Der Jüdische j Herold 3 würde sich das Kuriosum ergeben dass die Pressburger Seloim-Käufer keine direkte Vertreter bei der Kenessio .Gedeu- 10 haben würde. Wenn sich auch ia ihrer Mehrheit nicht alle für gewählt erklärte Delegierte für befehigt halten als die Vertreter Pressburger Orthodoxie bei einem orthodoxen Weltkongress zu figurieren, so wäre ihnen doch eine etwaige Nichtannerkennung derselben seitens des Marienbader Kenessio-Gedeulo-Kommitees keineswege angenehm. Hoffen wir, dass es nicht dazu kommen wird! Amerika und die Kenessio Gedeulo. Man schreibt uns : Zwei Fragen fordem gebieterisch eine Antwort: a) Was erwarten wir von der 3. Kenessio Gedaulo? b) Was soll geschehen, um die Position von Agudas Jisioel in der Welt zu heben? Was erwarten wir von der Kenessio Gedeulo? — Vor allem eine Demonstration für den Gedanken der G־ttesherrschaft Es ist selbstverständlich, dass eine Ver- Sammlung von rabbinischen Autoritäten, von hervorragenden geistigen Menschen von finanziellen Philantropen praktische. Beschlüsse bringen muss und wird. Es ist selbstverständlich, dass Stellung ge* nommen werden muss zu den Tagesfragen, ZU den schwerwiegenden Problemen der Knaben und Mädchenerziehung, zu dem was in Erecz Jisroel vorgeht, kurz, zu allen Problemen, die die Welt um ihre Mensehen beherrscht. Aber in erster Linie soll die 3, Kenessio Gedeulo eine Demonstration sein. Wir eine allerdings kleine Masse, die aber eine starke Einheit bildet, wir, die die Theuro mit uns und in unstragen, wir wollen von der Tribüne der 3. Kenessio Gedeulo sowohl der jüdischen als auch der nichtjüdischen Welt verkünden, dass ein Aufstieg aus dem Wirrnissen dieser Zeit, dass ein Ende des Jammers und Elends, durch das die Juden aller Länder jetzt sehen müssen nur kommen kann wenn wir, die Menschen, uns zu G־tt und seiner Thora bekennen. Wenn wir G-tt und seine Thora nicht als ein Wesen ne* ben anderen, sondern als den Herrscher betrachten, Wir wollen von der Tribüne der 3• Kenessio Gedaulo aus dafür demonstrieren, dass nur Agudas Jisroel die die G-ttesalleinherrschaft-ldee vertritt, berechtigt ist, im Namen G-ttes vor der Welt und seinen Völkern zu sprechen. Was soll geschehet^ um die Position von Agudas Jisroel in der Welt zu heben? ־י« Nicht, vyeil (bese Zeilen in Amerika geschrieben werden, sondern aus objektiver Erkenntnis heraus, soll Agudas Jisroel auf der 3. Kenessio Gedaulo beschliessen, dass eine grosszügige Aktion unternommen werden muss, um die Millionen von aussereuropäischen Juden zur Thauro zu bringen. Agudas Jisroel hat, wir wollen es bekennen, in dieser Hinsicht versagt. Agudas Jisrol gegründet im Herzen Europas, glaub* te und dachte nur an dieses kleine Europa und vergass die grosse Welt. Es ist richtig, Agudas Jisroel hat Delegationen in die Vereinigten Staaten entsandt. Immer und immer wieder sind augudistische Mensehen nach Amerika gegangen — aber nicht um Ideen der Thora, Ideen der Agudas Jisroel zu verkünden, sondern um —. Geld zu holen. Allein iwei Miil'o 1en Juden in New York leben fast ohne Zu* sammenhang zur Thauro, jedenfalls aber ohne Zusammenhang zur Thauratreuen Organisation Agudath Jisroel. Hat Agudath Jisroel das Recht, diese zwei Millionen Seelen zu opfern, im Stich zu lassen nur weil sie weit vom Mittelpunkt der Arbeit entfernt leben? Es gibt wohl führende Menschen in der Agudath Jisroel, die behaupten, unsere Menschen in Amerika sind verloren, sind bereits eingekreist im Kesseitreiben des Geldes. Aber uns scheint, dass Amerika für Agudath Jisroel gerettet werden kann, wenn ein Mann aufsteht, ausgezeichnet mit allen Qualitäten, und wenn man ihm Geld geben will, soll er das Geld vor die Füsse werfen und sagen : Ich will nicht Euer Geld, ich will Euch eine Seele, ein warhaft jüdisches Leben bringen. Es fehlt dem amerikanischen Juden ein Führer. Wir erwarten und fordern von der Kenessio Gedaulo, dass ein Funk ausgeht, der Agudath Jisroel aus dem kleinen Rahmen ihres jetztigen Lebens zu einer Weltvolksbewegung macht. Richtig Verstanden : eine Volksbewegung, die alles umfassen soll die aber alle ausschliessen soll, die sich nicht in Bekenntnis und Tat zum G-ttes-Alleinherschertum bekennen Wenn die 3. Knessio Gedaulo nur in diesem Punkte etwas Praktisches erreichen wird, so war sie nicht umsonst und wird als eine Tat in die jüdische Geschichte eingehen. m. Schenkolowski. Der Rabbinische Rath der Hgudah u. seine Bedeutung l Unter dieser Überschrift haben wir im Jahre 1923) תרפ״ג) vor der Eröffnung der ersten ״Kenessio Gedaulo“ in der Jüdischen Presse (Festnummer) folgendes Gespräch mit dem grossen seeligen Ober* rabbiner Meier Schapira s. z. 1. gelesen. Im agudistischen Kreisen legt man dem Rabbinischen Rate ״מועצות גדולי התורה" die grösste Bedeutung zu. Was soll die Kompetenz dieses Rabbinischen Rathes sein? Wie seine Zusammensetzung? Wer wählt ihn? Um über all diese Fragen eine Auf* klärung zu bekommen, haben wir uns am Herrn Oberrabbiner, Sejmdeputierten Schapira gewendet, der in der letzten Zeit die schwierigen Verhandlungen, welche der Konstituierung des Rabbinischen Rathes vorgenommen sind, geleitet hat. Auf der Frage nach der Bedeutung des Rabbinischen Rathes, antworlete Oberrabbiner Schapira mit einer kleinen kulturhistorischen Exkursion. Er zieht einen scharfen Strich zwischen der Neuzeit und früheren Perioden. Früher war es bei der Masse der Judenheit selbstverständlich, dass jede jüdische Handlung im Sinne der Tradition geschehen müsste und Wächter dieser Tradition waren die Rabbiner, deren Entscheidung für immer autoritativ war. Die moderne Zeit hingegen kann von diesem Standpunkte aus am besten mit der tiaurigen Tatsache charakterisiert werden, dass es heute schon so manche jüdische Kreise gibt, die selbst in jüdischen Angelegenheiten die Autorität der Thora nicht mehr anerkennen. Es ist daher vom Standpunkte der Autorität der Thora unschätzbar dass ״Agudas Jisroel“ in dieser modernen Zeit sich freiwillig ein Organ gibt, die für die in Agudas Jisroel organisierten toratreuen Massen die Autorität der Thora repräsentierl. Sie knüpft da an die edelsten Tradi״ mm₪m₪mm₪a₪s₪₪₪₪₪m^mmmm^sm₪mm₪₪₪mm JUEDISCHES MAED- CHEN PENSIONAT, PRIEVIDZA Nur im Auslande gab es vornehme Pensionate für Töchter religiöser Eltern. Dies sind indessen so teuer, dass sie für uns unerschwinglich sind. Obiges Pensionat bietet bei bürgerlich mässigen Preisen in einem vornehmen Rahmen, gediegene allgemeine Bildung, fremde Sprachen, Musikunterricht, Buchhaltung und Zöglingen des staatl. Gymnasiums u. Mädchenbürgerschule gründliche Nachhilfe in den Schulgegenständen, Die auserlesen gute Kost und die herrlich schöne Gebirgsgegend siehern die Körperliche Entwicklung. Huf Wunsch Prospekte. honen des jüdischen Volkes, die bereits in der Institution der Vierländersynode, Waad ärbä ärozeusz sich eine autoritative Körperschaft geschaffen hat. Wir hoffen dass durch die Wiederbelebung und Ausgestaltung dieser Institution dem Chaosz und der Verwilderung gesteuert wird, die auf jüdischem Gebiete in den letzten Jahrzehnten eine traurige Tatsache geworden ist. Der rabbinische Rat ist — betonte Oberrabbiner Schapira, durchaus keine parteiische Körperschaft, wenn sie auch von Agudas Jisroel ins Leben gerufen worden ist. Agudas Jisroel ist blos die Organisation, die offen den Standpunkt vertritt, dass das jüdische Volk unzertrennhch an die Torah gebunden ist und daher ein Organ besitzen muss, das autoritativ im Namen der Torah und somit des jüdischen Volkes sprechen kann. Als Endziel schwebt aber vor jedem Torahgelehrten u. vor einer rabbinischen Körperschaft dieses Ranges erst recht, der Zustand, wo das ganze jüdische Volk der Verpflichtung bewusst wird, die es als ewiges einziges Volk an die Thora G-ttes knüpft. Ist nicht zu befürchten, dass der Rabbinische Rat in die Kompetenz der Ortsrabbiner eingreifen wird? Oberrabbiner Schapira verneint energisch diese Möglichkeit. Die Hauptaufgabe des Rabbinischen Rates ist ja eben die Stärkung der Autorität der Thora die nur durch die Förderung und Unterstützung des Ortsrabbiners erreicht werden kann. Der Rabbinische Rat würde den Ast unter den eigenen Füssen absägen, falls er die Autorität des Ortsrabbiners nicht in vollem Masse respektieren Würde. Es ist überhaupt irrtümlich zu glauben, dass der Rabbinische Rat irgend jemandem seine Ei tscheidung oder seine Autorität aufoktrogieren möchte. Aus diesen Grunde wird ängstlich gemieden, irgendwie die Rolle eines Sanhedrin zu usurpieren. Schon bei der Zahl und bei der Art der Zusammensetzung war man bedacht diesbezüglich keinen Zweifel aufkommen zu lassen. Das einzige, worauf man bei der Zusammensetzung Rücksicht genommen hat war die anerkannte Tnoragrösse, zweitens das Vertrauen der breiten Toratreuen Schichten zu den grossen Chassidimrabbis. Ich 1 ge darauf Wert hervorzuheben, setzte Oberrabbiner Schapira fort, dass in dem Rabbinischen Rat unter anderem auch die grossen Chass:dim-Rabbis Platz nehmen. Dies hat nebst dem moralischen .Werth