Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 30 (12.8.1937)
- Date
- 1937-08-12
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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2 2 »Der Jüdische Herold« kes auseinandersetzen. Die gesetzestreuen Glieder des jüdischen Volkes, die das Heil Jisroels einzig und allein von detn unmittelbaren Beistende und der Hilfe G-ttes abhängig wissen — wie dies ja die jüdische Geschichte für den ungetrübten Blick des historischen Betrachters eindeutig demonstriert — erwarten nur von diesem im Zeichen der Ehrfurcht und Liebe vor G-tt stehenden Kongresse die richtigen Lösungen der Daseinsfragen des jüdischen Volkes. Mögen auch die rationalen Erwägungen und Berechnungen des Zionistenkongresses von vergänglichen Tageserfolgen ihre Bestätigung erhalten — die Kenessio Gedeule jedoch will unbeirrt unter dem Gesichtspunkte der Ewigkeit und unter der grossen Perspektive der Jahrtausende währenden, den Naturgesetzen des Völkergeschehens überhobenen und über Sinai zu Moschiach hinsteuernden jüdischen Geschichte, an die Zeitprobleme des jüdischen Seins herangehen. Die Debatten über das Teilungs- und Staatsproblem werden auch von diesen, den rationalen Fesseln der Tagesberechnung entbundenen Prinzipien geleitet sein. Mögen einstweilen nur die Gesetzestreuen des jüdischen Vo!kes — insofern sie nicht durch Indifferenz, Unkenntnis der Zeitnoiwendigkeiten, Überzeugungsschwäche und Selbsttäuschung der Agudas Jisroel fern stehen — an den Beratungen und Be- Schlüssen der Kenessio Gedeulo unmittelbar interessiert sein — die Saat, die die Männer der Kenessio von der hohen Warte der jüdischen Ewigkeitsschau aus auf den Zukunftsacker unseres Volkes ausstreuen werden, wird einst zum Heile der Gesamten jüdischen Nation in üppigen Halmen emporsteigen! SELIG WEISS Aufruf der Hgudas Jisroel handesorganisotion Beth 3akob für die Slowakei und PKR. Mehr denn je bildet heute die Erziehung der jüdischen weiblichen Jugend ein schwieriges Problem. Unter den Einfluss des sittenverdorbenen Milieu; und der modernen Lektüre — der entgleitet die jüdische weibliche Jugend, den Händen ihrer von G-tt bestellten Erzieher: der Eltern. Mit brennendem verhaltenem Schmerze im Herzen müssen es so manche treue jüdische Väter und Mütter mit ansehen, wie ihre Töchter nicht mehr auf den unberührten Pfaden des traditionellen jüdischen Zenius und der Sittenreinheit wandeln. Allmählich gross geworden, entziehen sie sich dem erzieherischen Einfluss ihrer Eltern und haben oft für deren moralische Unterweisungen und Belehrungen, für deren aus tiefster wunder Seele kommende Mahnungen, nur ein hämmisches Lächeln übrig. Agudas Jisroel, als die treue Hüte• rin des heiligen g-ttgegebenen Vätererbes, hat es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben erkannt, diesem, am thoratreuen Volkskörper zehrenden Uebel mit entsprechenden Heilmitteln entgegenzutreten. Von ihren rabbinischen Führern in ihrem Vorhaben geleitet und gefördert schritt sie an die historische Schöpfung des Beth Jakob-Schulwerkes. In diesen Betlj, Jakob-Schulen sollen ihre-^weiblicher! Zöglinge — die zukünftigen ־Mütter in Jisroel! — zu echten Jüdinen, die ihrer hohen jüdischen Mission stolz bewusst sind, in erhabener moralischer und ethischer Lebensreinheit erblühen Die jüdisehen Mädchen werden in diesen Schulen mit den Schönheiten unserer religiösen Schrifftung, mit dem Geiste der Thora, der Propheten und der Weisen, wie auch mit der grossen geschichtlichen Vergangenheit unseres Volkes vertraut gemacht und auf diese Weise geradezu immunisiert gegen die schädlichen Einflüsse, die von aussen auf sie einzuwirken drohen. Sie werden ferner über alle jüdischen Pflichten unterwiesen, deren Kenntnis für das g-ttgefällige Leben des jüdischen Mädchens und der jüdischen Frau von unentbetulicher Wichtigkeit ist. Die slowakische Agudas Jisroel- Landesorganisation hat die Errichtung eines Beth Jakob-Lehrerinnenausbildungsanstalt für die Slowakei beschlossen, wie auch die Weiterführung der im Vorjahre so gutbewährten Beth Jakob-Fortbildungsschule für der Schulpflicht entwachsene Mädchen. Die Errichtung einer Lehrerinnenausbildungsanstalt entspricht dem wachsenden Bedürfnisse nach Beth Jakob-Lehrerinnen in unserem Lande, wo schon eine ganze Anzahl von Beth Jakob-Schulen ihr segenreiches wirken entwickeln. Diese Anstalt soll in Bratislava errichtet werden. Die Schülerinnen sollen in entsprechenden Pensionaten mit voller Verpflegung unterbracht werden. Die Interessen werden ersucht, sich bis zum 22. Ellul - 29• August bei der Agudas Jisroel-Landeszentrale zu melden. Adresse : Agudas Jisroel für Beth Jakob Bratislava. Postfach 140, Hgudas 3isroeM1andesorgani-ation Bratislava. Die tschechoslowakische De־ legation zur III. Kenessio Gedeulo. Auf Grund der in der Slowakei und Podkarpatskä Rus stattgefundenen Delegierten-Wahlen und der hierländischen Mitglieder des Rabbinischen Rates und Landes-Thora-Rates und von seiten der Landesorganisation entsandten Delegierten, die offo-Stimmrecht haben, besteht die Delegation aus folgenden Mitglieder : Rabbinischer Rat : Oberrabbiner A Schreiber-Bratislava, Oberrabbiner J. D, Ungar-Nitra, Landes-Thora Rat: Oberrabbiner M. Frey-Surany, M. Sirasser-Sala, Landesorganisation : Oberrabbin^r M. L. Eckstein-Sered, Rabbiner J. Snyders-Bratislava, Max Weiss-Bra״ tislava; Delegierte : Abelesz Israel-Trnava, Amsel Majer-Kosice, Benedikt Philip Bratislava, Braun Rubin-Bratislava Chust, Breuer Aladar־To olcany, Broda Josef, Oberrabbiner, Myjava, Deutsch Ludwig-Galanta, Friedmann Elchonen- Topolcany, Fürst Leo, Oberrabbiner, £uz, Glück Ladislaus־Bratislava, G-ttesmann Abraham-Mukacevo, Halle Berth« Trnava, Herczl Emil-Bratislava, Honig Leopold'Levoca, Kahan Mendel-Chust, Kalisch Simon-Galanta, Kästner Bela- Bratislava, Katzburg Emanuel Bratislava, Kohn Rafael-Nove Zämky, Koth Eugen־ Bratislava^ Link Paul'Bratislava» Lissauer David-Mlchalovce, Porges Awrohom-Topdcany-Bratislava, Reich Aron-Kosice, Reiner Leopold-Presov, Reiner Samuel- Presov, Schlesinger Julius־Nitra, Seidmann Jizchok-Tacove, Seidmann Osias- Mukacevo, Stark Philipp-Nitra, Steinmetz A. H. Brustury, Taub Josef-Bratis- Java, Ungar Josef, Oberrabbiner, Pies- / fany, Weinberger Pinkas־Dun. Streda, Weiss Heinrich־Nitra, Weiss Israel-Kerecky, Weiss J. Nitra, Weismandel M. D, Nitra, weiters je 1 Delegierter aus Chust und Vrbove (vorläufig noch nicht festgestellt). Von seiten der Leitung der Landmannschaft werden die p. t. Delegierten ersucht in Marienbad so einzutreffen, dass die an der ersten Sitzung der csl. Landmanschaft die Dienstag, den 10. Ellul nachm, bereits stattfinden wird, teilnehmen können. Pressburg ohne Delegierte zur Kenessio Gedeulo? KONFLIKT ZWISCHEN DER PRESSBURGER AGUDAS JIS- ROEL JUGENDGRUPPE UND DES LANDESORGANISATION I Die Pressburger Agüdokreise befinden sich angesichts der Kenessio Gedeulo in einer unangenehmen Situation. Es droth ihnen, bei der Kenessio Gedeulo ohne direkte Vertretung zu bleiben. Gegen die am 18 Aw vorgenommene Delegiertenwahl, aus welcher nach Angabe der Wahlkommission drei Kandidaten als gewählt hervorgingen, wurde seitens ei« ner Wählergruppe dem Vorstand der Jugendorganisation ein Protestschreiben überreicht. In diesem wurde darauf hin, gewiesen, dass zwei Wähler nachweislich zweimal abgestimmt haben. Da nun durch Nachlässigkeit der Wahlkommision am Anfang des Wahlganges die Wähler nicht verzeichnet wurden, entsteht die berechtigte Befürchtung, dass auch andere Wähler wiederholt abgestimmt haben könnten ohne dass die Wahlkommission dies hätte kontrollieren können. Nach genauer Prüfung der Angabe, hat der Landesvorstand auf Grund dieser festgestellten Unzukömmlichkeiten die Wahl für annuliert erklärt. Inzwichen waren schon Gerüchte umher gegangen, von einer Fälschung der Wahl durch die Wahlkommission. Darüber gekränkt, hat die Jugendgruppe die Annullierung der durch sie vorgenommenen Wahl nicht anerkannt und hat in unflätigen Schreiben dem Vorstand der Landesorganisation von seinen Standpunkt Mitteilung gemacht. Mit Rücksicht darauf, dass ein heftiger Konflikt zwischen der Jugendgruppe und dem Landesvorstand, eventuell störend auf die Vorbereitungsarbeiten zur Kenessio Gedeulo gewirkt hätte, hat sich der Landesvorstand entschlossen, sich bloss mit einer Missbilligung der Wahlvorgänge zu begnügen und die Annulierung unter Berufung auf gewisse formale Gründe zurückzuziehen. Im übrigen hat er es der protestierenden Gruppe anheimgestellt, an das Kenessio Gedeulo Bureau in Marienbad zu appelieren. Diesen letzten Schritt haben sich die Protestierenden aus gewissen taktischen Gründen für ihre persönliche Anwesenheit in Marienbad kurz vor der Kenessio Gedeulo Vorbehalten. Sollte was sehr anzunehmen ist das Marienbader Kenesio-Gedeulo-Kommiltee die Pressburger Delegiertenwahl nicht anerkennen, dann