Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 29 (5.8.1937)
- Date
- 1937-08-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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3 3 zigen, mit denen er Umgang pflegte. Und nicht der Sturm, der draußen über die Ebene braust, war für ihn der wahre» sondern der sich erhob, als G-tt mit Abraham den Bund schloß. Im Morgengrauen, wenn noch die Nebel des frischen Frostes von den Stroh- und Schindeldächern des Siädlshens rauchten, wurde der kleine junge von dieser Mutter aus dem Schlaf geweckt und ins Lehrhaus geschick, erhob er sichj eingedenk des Wortes: ״Schnell wie ein Hirsch, flink wie ein Adler, stark wie ein Löwe“, riß sich aus den Armen des Schlafes, die auf seine Augen drückten, groß eilends Wasser mit dem Schöpfer über seine Fingernägel, nahm Bibel und Gebetbuch unterm Arm, ergriff einen brennenden Kienspan und lief in die Schule, denn wenn der Löwe am frühen Morgen sich erhebt in seiner Stärke, G-tt zu dienen, so mußte er es auch können. In der Schule erwarteten ihn bereits die Erzväter. Erzvater Abraham stand unter einem großen Baum und bewirtete die drei E11gel, die bei ihm zu Gaste waren. Sarah stand ihm in der Vorbereitung für die Gäste zur Seite. Als Vertrauten G-ttes lernte er hier Abraham kennen. Wenn G-tt es ihm befahl, nahm er sogar den einzigen Sohn Jizchok mit sich, band ihn Hände und Füße und war bereit, ihn G-if als Opfer darzubringen. Hier lernte er Jizchak kennen, dessen Bereitwilligkeit, sich G-tt zu Ehren auf dem Altar darbringen zu lassen, ihn tief beeindruckte. Während ihm Hände und Füße gebunden wurden, weinte Jizchak auch nicht ein bißchen. Hier lernte er Jakob, den Erwählten unter den Erzvätern kennen, als er noch ein Knabe war, daheim bei Mutter Rebekka; sie liebte ihn mehr als Esow, denn Jakob ging gern ins Bethaus und lernte fleißig die Heilige Schrift, Esow aber ging auf die Jagd, Hier lernte er von Jakobs Erwählung und dem darauf folgenden Haß Esows, hier erfuhr er, wie Jakob vor Esow flüchtete, in das Land Haran wanderte und sich auf dem Wege ein Lager aus Steinen bereitete. Die Steine aber stritten miteinander, jeder wollte, daß Jakob, der heilige Mann, sein Haupt auf ihm bette. Hier nahm er durch, wie Jakob dort in der Fremde zweimal sieben Jahre dienen mußte, ehe Josef, der Sohn der geliebten Rachel, geboren wird, dieser Lieblingssohn, der noch dazu gefährdet ist, ehe der Vater seiner sicher sein darf. So erfuhr der jüdische Knabe in seiner frühesten Jugend, wie das Leben eines jeden seiner Stammväter eine Kette von Hinhaltungen, Prüfungen, Anfechtungen und Drangsalen war. Mußte doch Abraham ein unstetes Wanderleben führen, sollte doch Jizchak geopfert werden, mußte wieder Jakob fliehen und bei der Rück• kehr um alle Seinigen bangen, wurde doch Josef lange verloren geglaubt. Und hier hörte er, wie Abraham, Jizchak und Jakob bei alledem niemals an ihrer Be• Stimmung und den göttlichen Verheißungen irre geworden sind, was sie zu Israels Vätern, nicht bloß nach der Zeugung, sondern auch im Glauben macht. Hier lernte der jüdische Knabe aus der Erzvätergeschichte des Buches Bereschis begreifen, was Judesein bedeutet, daß man wohl als Jude geboren wird, daß Judesein aber erst erleben, sich erwirken, erschaffen und erarbeiten, manchmal und öfters auch erleiden und erdulden muß. . . So wurde der jüdische Knabe von frühester Jugend an für seinen Lebenskampf vorbereitet im Sinne des Sifrewortes : ומלמדו תורה Er lehre ihn Tora . . . (Fortsetzung folgt), »Der Jüdische Herold« h. Stern, Paris GdIuss Pflichten der K. G. Die Knessio Gedaulo wird voraussichtlich grosse Massen Jereim an sich ziehen. Von allen Ecken der Welt, von verschiedenen Ländern werden, zahlreiche Delegierte und sonstige eifervolle Diener Hkdb-s und seiner heiligen Tora herströmen. Es ist vielleicht unnötig aber trotzdem nicht ganz überflüssig, festzusLeilen dass, es im heiligen Interesse einer jeder G-ttesfürchtigen Gruppe steht, dass sie sich an dieser grandiosen Massenkundgebung vertreten lasse. Und Dies ausfolgenden Gründen : Die Knessio Gedaulo hat es nicht nur zur Pflicht, über Erez Jisroel-Fragen zu verhandien, sondern sie muss einen grossen Teil ihrer Verhandlungen und Sitzungen dem Goluss-Problem widmen. Die Sache ist eigentlich klar: Wenn wir es erreichen wollen dass der Jischuw Erecz Jisroel im Geiste der Thora sich entwickle, so muss dafür Sorge getragen werden, dass es im Goluss Lande eine toratreu G-ttesfürchtige Jugend geben soll. Auf diesem Gebiet ist Enormes zu leisten. Es gibt viele Länder wo heutzutage gar keine Toratreue Jugend nach wächst. Nehmen wir zum Beispiel Frankreich. In diesen Lande hätte die Agudas Jisroel sehr vieles zu schaffen, wenn Sie es sich aus Herzen liegen Hesse, dass die Erziehungs- und Propaganda Arbeit in einen solchen Lande genau so wichtig ist, wie die Arbeit in und am Erez selbst. Es mussten, hierfür geeignete hingebungsvolle energische und einflussreiche Männer hiezu nach Paris und andere Städte Frankreichs kommen, um dort eine mächtige grosse Aktivität zu entfalten, auf privatem Wege wie auch mittelst Konferenzen und anderer Propaganda Mittel, die verirrten jüdischen Massen aufzuklären und sie von ihrer moralischen Letargie aufzuwecken, sie zu belehren, dass das einzige Rettungsmittel unseres Volkes ist nur die Tora. Eine solche Arbeit ist eine wichtige Vorbedingung der Erez-Arbeit. Wir können Dies aus der Haltung Hkdb.s und Mosche Rabenü's ersehen. Israel befand sich in der Wüste und Mosche der eigentlich nach Erez Jisroel gar nicht hinein kommen konnte unterrichtete und belehrte das Volk ununterbrochen um damit auf dieser Weise einen gesunden Jischuw vorzubereiten. Lesen wir aufmerksam folgenden Satz, und werden wir es aus demselben ersehen, wie wichtig die Vorbereitung der Massen ist, wenn wir sie nach Erez Jisroel führen wollen. Der Satz leutet : Röeh Hmadti esschem chükim ümischpotim, ich der doch nicht nach Erez Jisroel kommen werde, belehre Euch bereits jetzt und unterrichte Euch, laa• ssoss kön bökerew hoorelz, wie Ihr Euch jm Lande verhalten sollt, denn anders kann mann keine Hoffnung haben, jüdische Männer als Bürger und Aufbauer des Heiligen Landes daselbst in genügenden Masse ansiedeln lassen zu können. Wir erwarten es also, dass die K. G. sich mit diesem Problem eindringlieh befassen möge, denn nur auf dieser Weise kann man zum erwünschten Ziele gelangen, Unser heiliges Land heisst Erez Zwi das Land dass zu.71 Hirschen gleicht. Wie uns die Gmoro aufmerksam macht hat der Hirsch bekanntlich die Gewohnheit, während des Laufens euch rückwärts za schauen, nun die Agudas Jisroel, während den sie in der Riehtung Erez Jisroel vorwärts lauft, muss sie aber auch rückwärts ihre Blicke werfen, nicht vernachlässigen die Massen der Goluss Jugend. Es herrscht leider bekanntlich eine grosse Regression auf diesen Gebiete. Mit einziger Arbeit ist aber noch möglich, auf unsere verirrten Glaubensbrüder zu wirken und die verachtete verlassene Torahakdoscho aufzurichten. Dies sollte hoffentiieh eines der grössten Probleme der K, G. sein, welcher wir mit grosser Hoffnung und Bitochon entgegensehen. NACHRICHTEN KALENDER. 'פרשת ראה שי׳ח הפש' השמים כסאי פיק ה Sonntag, den 8 August ב* דראש^הודש תקיעת שיפר שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 7.05 Schabbos-Ausgang 8.20 ooaaoooo 'פרשת שפטים הפט׳ אנכי אנכי פרק ו שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 6.55 Schabbos-Ausgang 8,10 SS3SSSS3 Erzbischof gratuliert Oberrabbiner. Erzbischof Dr. Precan hat von seinem Sommersilz am Heiligen Berg an den Oberrabbiner von Olmütz, Oppenheim, ein in herzlichsten Worten gehaltenes Telegramm gesendet, in welchem er ihm zu seinem 70. Geburtstag gratuliert. GUTA. Vergangenen Sonntag ist ein schönes Familienfest im Hause des Herrn Josef Fischer in Guta abgehalten worden, es war die Verlobung von Herrn Samuel Kohn Sohn des Herrn Rafael Kohn aus Nove Zämky und Frl. Annus Fischer, Tochter des Herrn Josef Fischer, Guta. Beim Tisch sprach vorerst der Gutaer Oberrabbiner Baum. Zweiter der Vaier des Choson, als dritter Redner sprach ein Onkel der Braut Herr S. Gandl aus Sala. Dan sprach ein Onkel von Choson, ferner sprachen dann noch die Jugend-Freunde des Bräutigams D. Weiss aus N. Zämky, R. Klein aus Topolcany. (Beiden Freudeneltern gratuliert die Redaktion herzlichst.) GENF. Delegationen der Agudas Jis roel und der Revisionisten sind in Genf eingelroffen, um in gemeinsamen Beralungen eine Plattform zum Kampf gegen den Plan der Teilung Paläsiinas, sowie eine Basis zur Verteidigung der jüdischen Positionen zu finden. JERUSALEM. Das Büro der Agudas Jisroel hei einen die Unterschrif ״Liga der Rächer“ tragenden Brief erhalten, in welchem mehreren Personen, unter ihnen Vis- Count Herbert Samuel, Dr. Chaim Wei7.. mann und Rabbi Mosche Blau, mit dem Tode gedroht wird. In dem Briefe hebst es weiter, dass alle, die für den Teilungsplan sind, als ״Verräter“ den Tod finden werden,