Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 27 (22.7.1937)
- Date
- 1937-07-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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3 »Der Jüdische Herold« 3 Todesfall. Bratislava. Hier rief ein plötzlicher Todesfall allgemeine Anteilnähme hervor. Der in Bratislava wohnhafte Josef Wesel .ע׳ר, der während der Sommer-Monate ein orth. Gasthaus in dem Kurort Vyhne unterhält, wurde vergangenen Donnerstag, 7. Aw, urplötzlich von einem Unwohlsein übrrfallen. Er wurde sofort nach Bratislava übeiführt• Doch erwies sich die ärztliche Hilfe leider als schon vergebens, der hoffnungslos Erkrankte wurde am 9 ,שבת רך Aw, von einem frühen Tode ereilt. Die Lewajo des so plötzlich Verblichenen fand hier Sonntag, 10 Aw, unter starker Beteilung und tiefer Anteilnahme statt. תנצביה Taus. Gin erschütternder Fall. Wie uns von Nove Zämky berichtet wird hat sich dort am 7. d. ein trauriger Fall zugetragen. In Abwesenheit der Eltern Josef Blau hat die Magd auf einem Spiritusbrenner Milch gewärmt, und sagte zur sechs jährigen Magdalene Blau gib acht auf die Milch bis ich im Zimmer das Bett mache. Kaum gieng die Magd hinein riess das Kind mit dem Milchtopfe den Brenner auf sich. Die Kleider gerieten in Flammen und das Mädchen erlitt Brandwunden, welchen es in zwei Tagen erlegen ist. Das Mitleid mit den Eltern ist gross, was sich auch bei der Freitag stattgefundenen Lewajoh gezeigt hat. Tagung des Rabbinischen Weilraies der Aguda. London. Gleichzeitig mit uer dritten Knessio Gedaulo in Marienbad wird eine Tagung des Rabbinischen Weltrates der Agudas Jisroel stattfinden. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die geplante Gründung eines Judenstaates in Palästina, Probleme der Schechita und der Sabbat-Vorschriften, die Frage der Agunot, das Schmitta-Problem und allgemeine Angelegenheiten von religioser Bedeutung. An der Konferenz des Rates, der ersten seit acht Jahren, werden führende Rabbiner aus Europa und Palästina und viele Leiter ost-europäischer Jeschiwot teünehmen. Voraussichtlich wird der Wiinaer üaon, Rabbi Chaim Oser Grodzienski, die Eröffnung^- sitzung leiten. An den Beratungen werden auch der Gerer Rabbi, der Oberrabbiner von Bessarabien, ehern. Senator Zirelsohn, Oberrabbiner Duschinski aus Jerusalem, Oberrabbiner Schreiber aus Bratislava, der Vorsitzende des orthodoxen Rabbinats der Tschechoslowakei, der ehern. Abgeordnete des polnischen Sejm Rabbi Aron Lewin-Rzeszow, der Oberrabbiner von Riga, Sack, der Leiter der Jeschiwa von ielschi, Rabbi Wassermann, Rabbi Bakst aus Litauen, sowie Rabbiner der orthodoxen Gemeinden von Amsterdam, Antwerpen, Zürich, Frankfurt, Berlin und Wien teilnehmen. Auch aus England fährt eine Rabbiner-Abordnung zu der Konferenz, Abrüstung u. Rituelle Verköstigung. Die orth. Landeszentralkanziei hat die nötigen Schritte unternommen, betreffs der Abrüstungen am 15. September 1. j., welcher Tag am יום הכיפורים״“ fällt abzuändern damit die jüdischen Soldaten nicht genötigt werden den heiligen Tag zu entweihen. Ferner die Einführung u. die Ermöglichung der koscher Kost in den Kasernen einzu* führen, S. B, Besch'üsse des Zentralkomitees der Agudas Jisroel für Polen. Warschau. Der Jüdischen-Telegraphen-Agentur ist seitens des Zentralkomitees der Agudas Jisroel für Polen folgendes Kominique übergeben worden : ״In Warschau hat vor einigen Tagen eine Sitzung des Zentralkomitees der Agudas Jisroel für Polen stattgefunden, die sich mit verschiedenen organisatorischen Fragen und mit den Problemen der dritten Knessio Gedaulo befasst hat, die Mitte August in Marienbad stattfinden wird. Weiter wurde die politische Lage der Juden in Polen erörtert. Nach Referaten des Abg. Minzberg und Senators Trokenheim und einer eingehenden Debatte sind folgende Resolutionen gefasst warden : 1, Das Zentralkomitee der Agudas Jisroel für Polen betrachtet es als ein dringendes Gebot der Stunde, eine jüdische politische Repräsentanz zu schaffen, in der alle Richtungen innerhalb der polnischen Judenheit vertreten sein sollen. Die Repräsentanz soll auf allen Gebieten der Politik und Wirtschaft, soweit sie die Juden betreffen, ausgenommen jedoch die Fragen religiös-kulturellen und weltanschaulichen Charakters, auf Grund gegenseitiger Übereinkommen tätig sein. 2. Das Zentraikomitee richtet einen Appel an die jüdischen wirtschaftlichen Organisationen, sich nicht von Elementen beeinflussen zu lassen, die durch verschiedene Doktrinen und Partei־Ambitionen die jüdische Einheit stören wollen, die gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt lebensnotwendig ist. 3. Das Zentralkomitee ist der Ansicht, dass angesichts der gegenwärtigen Lage der Juden in Polen die orthodoxen Vertreter im Parlament gemeinsam mit allen anderen jüdischen Sejmdeputierten einen vereinigten jüüischen parlamentarischen Klub bilden sollen, dessen Arbeit auf gegenseitiger Verständigung und beiderseitigem Ubereinkommen aufgebaut sein soii. Jede prinzipielle Meinungsverschiedenheit im Klub soll der zu schaffenden jüdischen Repräsentanz zur Entscheidung vorgelegt werden. 4. Das Zentralkomitee erklärt, dass das organisierte religiöse Judentum gemeinsam mit allen anderen Teilen des jüdisches Volkes in Polen den Kampf für eine vollständige poiitische Gleichberechtigung fortsetzen und auf die verfassungsmässig garantierten Rechte der Juden als Bürger des Btaates nicht verzichten wird, 5. Das Zentraikomitee spricht den orthodoxen Vertretern im Parlament die vollste Änerkennung und den Dank für ihre mutige und unermüdliche Verteidigung der jüdischen Interessen und der jüdischen Ehre aus. 6rossrabbiner non Algier geworben. Der Grand Kabbin von Algier Samuel Seror ist im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Der Ulikado ehr! einen jüdischen Konsul. Der Kaiser von Japan hat dem Salonikier Juden Edwin Saitiel, der mehrere Jahre hindurch als japanischer Konsul gewirkt hstte. in Anerkennung seiner Verdienste um die Vertiefung der japanischer-griechischen Freundschaft den ״Qrden der aufgehenden Sonne“ verliehen. אחינו בני ישראל ד־דו! Zu den grossen und vielen Sorgen des gesefzestreuen um Erez jisroel geseilt sich die specielle Sorge wegen der Schmilo. Das kommende Jahr bringt für Feldarbeiter des heiligen Landes neue Piüfungen. Unsere, alle Zeilen verpflichtende Lehre, gebietet ihnen, dem Boden den Schaboss zu geben. Heldenmütig, mit grösster Genauigkeit werden sie die Vorschriften beobachten die für das Toravolk bindend sind. Ein grosser Teil unserer Brüder in Erez Jisroel Jebt von der Feldarbeit, wie werden sie sich, und ihre Familien erhalten, im Schmitojahre welches ihnen die Quelle ihrer Parnosso versiegen Jässl? Diese quälende Sorge nagt am Herzen der Männer, die die g-tiliche Vorsehung zu den Führern Jisroel bestellte. Sie rufen das gesamte Judentum zum werktätigen Hilfe für die Sdimito hal« tende Arbeiterschaft, für die Helden der jü« dischen Pflichterfüllung auf. Die ehrw. Rabbiner unseres Landes» haben angeordnet, dass am שברת פ, וארתחנן in allen Uempeln alle Spenden für den SCHIIJIT0*HKTI0fl gewidmet werden. Zeiget an diesem Tage, das Ihr wisset, was Euch jüdisches Soiidaritätsgefühl uorschreibt. Für die C. S. R. Bratislava. Kosice. Wegen Reorganisierung des Esrogim-Handels wie wir schon berichteten — vernehmen wir, dass ein Mitglied der Landesrepräsentanz — in den nächsten Tagen bei der Landeskanzlei endgültig erledigen lassen wird, dass die Leitung der Talmud-Torah unter Garantie der hiesigen Gemeinde und Rabbinates — die Besorgung und Verwertung der ארבע פינים״“ den Esrogim-Handel selbstständig mit Hilfe der מלמדים zu Gunsten der Talmud Torah durchführen soll. 5. B, Schwerer antisemitischer Excess in Lodz. Nach Ende einer nationaldemokratischen Kundgebm g gegen die ״jüdische Gefahr“ strömten die Teilnehmer auf die Strasse und griffen alle jüdischen Passanten, die ihnen in den Weg kamen, an. Etwa dreissig Juden wurden schwer misshandelt. Die Polizei verhaftete fünf Huligans, die sofort zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Der Redakteur der Wiinaer jiddisehen Zeitung ״Cajt“ Pinchas Braunstein, wurde für den Abdruck eines Artikels des New Yorker jiddischen Dichters David Pinski über die Nationalitätenfrage in Sowjetrussland zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Viereinhalb Vahre Zuchthaus wegen ״Rassenschande.“ Robert Strauss aus Hoheinöd war im vorigen Jahr, also nach den Nürnberger Gesetzen, zu einem arischen Mädchen in Beziehungen getreten, hatte ihr aber seine Rassenzugehörigkeit verschwiegen. Das Gericht erklärte, es müsse ein Exempel statuiert werden, und verurteilte Strauss zu viereinhalb Jahren Zuchthaus. ORTH. KOSCHER KÜCHE in Topofcany (Hlavne näm 32), Ignatz Leuchter Menü IQ K<ü *״״־ Reisende Rab&af,