Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 27 (22.7.1937)
- Date
- 1937-07-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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2 2 als die Welttribüne des organisierten thoratreuen jüdischen Volkes, soll den dritten grossen Auftakt bilden, der Agudas Jisroei zur Verwirklichung ihres heiligen geschichtlichen Programmest Die Vereinigung des jüdischen Volkes um die Fahne der g-ttgegebenen Thora. Von der Kenessio Gedeulo soll für die thor treuen jüdischen Massen die Kraft des Vertrauens auf die grosse und bezwingende Macht der Thora ausgehen. Soll sie ja eine machtvolle Willenskundgebung des jüdischen Volkes für G-tt, seine Thora und sein Land darstelien. Wer die Kenessio Gedeulo durch Ein* kauf eines SeIa־Scheines unterstützt, trägt damit zur Hebung des Selbstbewusstseins des thoratreuen Judentums bei! Keiner stehe zurück im Kampfe gegen die Feigheit und Schwäche in den eigenen Reihen! S. W• Der Judenstaat. Die Verhandlungen u. die Ergebnisse der ״Königlichen Kommission“ sind nun in die Öffentlichkeit getreten, u. sie erweckten die Aufmerksamkeit aller Bewohner des Landes. Es gibt vieleicht keinen Menschen im Lande, der davon nicht gesprochen, gedacht u. diskutiert hätte, auf dem ganzen Gebiete ist bemerkbar die grosse u. gewaltige Resignation von der die jüdische Herzen ergriffen sind. Man möchte glauben, dass es wiederholt sich aufs Neue der ״Chorbon“ die grausame Zerstörung u. Vernichtung des Landes. Alldies geschah in den ״drei Wochen“ in den Tagen der Schicksalschläge und statt dessen dass unsere heisse Sehnsucht nach der Um- Wandlung der Trauertage auf Freudentage in Erfüllung gegangen wäre, traff der schreckliche Hiobs Nachricht mit dem Bericht von Zerreissung und Zerstückelung des Landes, שבר על שבר נקרה Schmerz auf Schmerz ladete sich auf uns, denn wer kann es ableugnen, dass das jüdische Augenmerk stets auf Erez- Jisroei gerichtet war, dass jedes fleckchen Boden mit seiner Seele mit tausenden Fäden geknüpft ist und ihm teuer ist gleich seinem Leben, und geschweige wenn die Rettung von hunderttausenden jüdischen gequälten u. geplagten Mensehen von der Aufnahme der jüdischen Heimat bedingt ist. Jedoch aber, warum dies alles uns zukam, das verstehen wir wohl ganz gut — oh wenn nur alle unsere Brüder es verstehen möchten —, die alte Geschiehte wiederholt sich, und wenn wir bis nun stets klagten ומפני חטאינד wegen unserer Sünden sind wir ins Exil geraten, so müssen wir heute sagen; wegen unserer Sünden können wir aus dem Golus leider nicht hinaus. Denn keiner kann uns helfen nur G-tt allein das lehrt uns die gegenwärtige Geschichte in der ganzen Intensität. אשור לא יושיענו das sehen wir heute ganz klipp u. klar. Man kann sich nicht verlassen auf frem- 4e Völker u. Mächte, und es bewahr- »Der Jüdische Herold« heitet sich in vollem Masse das weise tiefblickende propheitische Wort: הפד לאומים חטאת das Gnadenbrot der Völker sei eine Sünde“, Denn wenn wir nur einen kurzen Blick in das Büchlein der Verhandlungen werfen, merken wir sofort die Ungerechtigkeit u. insbesondere die Falschheit gegen uns. Auf der ganzen Linie nähmlich werden aufgerechnet die Vorzüge, die grosse Leistungen, und die viele Segen die das jüdische Volk dem Lande brachte. Es wird nochmals bestätigt, dass das Land ursprünglich ausschliesslich nur den Juden zugesichert wurde, und man dachte nie in Erez-Jisroel einen arabischen Staat zu errichten. Es wird hervorgehoben die gewaltige Leistung die die Juden u. speziel die amerikanische Juden für England geleistet haben, ohne die konnte vielleicht nicht England u. mit ihm die grosse Entente den Sieg aus dem Weltkriege davon tragen. Denn jüdische Leistung war es, durch die Amerika sich veranlasst fühlte, Hilfe nach Europa zu schicken• Es wir' ganz klar nachgewiesen, dass die Araber nie aus jüdische Seite provoziert wurden, nie unterdrückt wurden u. überhaupt keinen Schaden erlitten durch die jüdische Emigration. Trotzalldem hält die Königliche Kommission für gerecht eine Alternative aufzustellen mit folgender Form : Entweder das Mandat weiter zu führen, jedoch aber mit Gewalt u. mit diktatorischer Macht, die im Stande ist jede nicht erwünschte Bewegung im Keime zu ersticken, oder aber die Teilung des Landes, wonach die Juden vom jetztigen Palästina ein fünftel bekommen sollten u, die übrigen die Araber, Und sie fahren fort und erklären, dass nach ihrer Meinung wäre die Teilung richtig, denn die Waffen u, die Gewalt zu benützen ohne einen Strahl von Licht voraus zu sehen, wäre nur dort u. dann am Platze, wenn eine andere Möglichkeit nicht vorhanden wäre, um Gerechtigkeit zu üben. Dem nach also ist Leitung Gerechtigkeit. Und wir fragen erstaunt u. überrascht : wo ist da die Gerechtigkeit? wie ist das gerecht geurteilt, wenn man jemanden als gerecht erklärt, u. doch ihn in seinen Rechten bekürzt? Oder genügt vielleicht die Motivierung, dass die Araber haben Angst? Ist es denn gerecht einen Menschen zum Tode verurteilen bevor er noch den Anderen getötet? Aber die K. K. hält es für gere_ht, es kann aber anders auch nicht sein, denn der weise König sagte es schon einmal: ״die Gnade der Völker ist Sünde“, Es kommt mir gerade in den Sinn die Worte einer der führenden Persönlichkeiten in Zionismus Namens Ben Gurjon, der noch gar nicht so lange her ausgerufen hat, dass zur Zeit ist jetwede Kritik über Glauben u. Religion nicht am Platze, erst sollen wir alle Juden unserer Heimat haben, u. nachher werden wir diskutieren. Nun scheint es aber, dass die Vorsehung will es anderes. Das Tempo der Einwanderung geht leider nicht mit den raschen Schritten, die mann erwünscht hätte, denn man will uns von Oben vielleicht Zeit geben auch auf unsere geistige Angelegenheiten zu denken, sich erst aufzurüsten mit /len Waffen, die stets die echt jüdischen Helden geschmückt. Wir beten aber השיבנו ה״ אליך ונשובה חדש ימינו כקדם. Gan eiijahu Jerusalem, NACHRICHTEN KALENDER. 'פרשת ואתחנן ש' נהמו יוצר הסט' נחמו פרק נ שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 7.20 Schabbos-Ausgang 8,35 'פרשת עקב . הפט, ותאמר ציון פרק ד שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 7.15 Schabbos-Ausgang 8.30 OOOOQOQO 00000650 HELMEC. Am Sonntag, den 3. Aw, wurde hier unter Teilnahme der ganzen jüdischen Bevölkerung eine wahre Zadekes, die Helmecer Rebecen s. A. zu Grabe getragen. Die Verblichene war Abkömmling grosser Rabbiner, die schon nahe zu hundert Jahre in Helmec als Rabbiner wirkten. Sie wahr allbekamT ein seltenes Wesen von ausgezeichneter Natur. Es hieb ten Hespedim der von Schmerz gebeugte Gälte Oberrabbiner Vilhelm Gialtstein n. j. hernacn der älteste Schwiegersohn Oberrabbiner Josel Lefkovits n. j, Komarno, der mit ins Herzdringenden Worten die Tränen der Zuhörer ins Auge brachte, zum Schluss sprach Schwiegersohn, Rabbiner Chajim S. Friedrich nj. in gediegenen Worten, den grossen Verlust schildernd. R meir Rosenbaum. s. z. f. Am Tischo- Beaw wurde in Bratislava R. Meir Rosenbäum zu Grabe getragen. Die grosse Betei- Jigung bei der Lewajo war ein Beweis der besonderen Verehrung, die der Niftar in allen Kreisen der Kehillo genossen hat. Er entstammte der bekannten Familie Rosenbaum und war selbst ein würdiger Spross seiner grossen Ahnen. Er war auch in Klall Arbeiten tätig und hat sich insbesondere jahrelang für das Bethaus Nachlass Esriel aufgeopfert. Ihm allein ist es zu verdanken, dass dieses Bethaus, jetzt am Fruchtplatz befindlich, eine würdige Unterkunft gefunden hat, da er selbst trotz seines hohen Alters keine Mühe scheute, um die erforderlichen Geldmittel für den Neubau des Bethauses und dessen Erhaltung aufzubringen. Der Dahingeschiedene, der ein Alter von 78 Jahre erreichte, war ein grosser Talmid Chochem und Jerej Schomajim und sein Hinscheiden bedeutet insbesondere für die Chewra Nachlass Esriel einen unersetzlichen Verlust. Sein Gttvertrauen liess ihm die in früheren Jahre erlittenen schweren Schicksalsschläge, wie den Verlust eines 2ijährigen Sohnes und seiner Gattin, einer ״Tochter des Halber- Städter Rabbiner, Nobel, s. 1. in Ergebenheit ertragen, und so war seit dem Jahre 1915 seine ganze Sorge auf seine in Bratislava wohnhafte verheiratete Tochter gerichtet. Bei der Lewajo sprach im Namen der Chewra Kadischa ferner im Namen des abwesenden Herrn Oberrabbiner Schreiber n. j. und des gleichfalls abwesenden Vereins rabbiner, des Herrn Fleischmann n. j. Herr Rabbiner Salamon Unsdorfer n. j. zu Herzen gehende Worte des Abschiedes und erwähnte insbesondere die Bescheidenheit und Zufriedenheit des Niftar, sowie seine durch Tatkraft und Aibeitskraft um den Klall erworbenen Verdienste. Den Lesern des »Herold“ dürfte der Verblichene als langjähriger Mitarbeiter bekannt sein. תנצב׳ח