Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 26 (15.7.1937)
- Date
- 1937-07-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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4 »Der’ Jädische Herold« 4 schaftliche und politischen Bedingungen für eine jüdische Ansiedlung im grossem Ausmasse schuf. Der grössere Teil der jüdischen Einwanderer, die das Glück hatten, wieder in das Land der Väter heimzukehren, verstehen leider die fragenden Laute nicht, die die g-ttliche Vorsehung durch das Geschehen unserer Tage in Erez Jisroel an sie richtet. Sie schänden die Heiligkeit des Landes in frecher Untreue gegen G-tt und seine Thora : sie halten die auf dem Boden bezüglichen Thoragesetze nicht ein. Eine Minorität jedoch will dem Lande zu seinem g-ttgegebenen Rechte verhelfen und ihm seine g־ttbefohlenen Sabbathe geben. Inmitten einer materialistisch zersetzten, religiösgeistig gesunkenen Menschengesellschaft wollen diese den Boden mit seinem Schmitto-Sabbat heiligenden Mensehen die G-tteshörigkeit der Erde demonstrieren. Sie geben den Boden gleichsam in G-ttes Hand zurück, wenn sie ihre Hände von ihm beherrschender Arbeit zurückziehen . . . Wer nach der Erlösung des gedrückten und perfolgten, leidenden und gejagten jüdischen Volkes Sehnsucht empfindet und ungetrübten Sinn hat für die gros* se Bedeutung dieser schmitto>haltenden g-ttesheiligenden Tat, unterstütze die Schmitto־flktion l Er hat dadurch Hnteil an den IHizwos die mit der Scholle Erez Visroels per״ bunden sind. Er fördert die Erlösung des jüdischen Volkes I W. Jermijohu Im Exil von Rabbiner Benjamin Benedikt, Wien. (Fortsetzung) Es war im vorigen, im 19 Jahrhun• dert, als der Völkerfrühling anzubrechen schien und die holden milden Strahlen der aufgegangenen Freiheitssonne die Schatten mitterallerlicher Zustände fliehen machte. Als jene grosse Bewegung im Judentum, die sogenannte Reformbewe* gung einsetzte, deren Ziel, deren Sehnsucht, nach sozialer Verschmelzung mit den übrigen Völkern gewesen. Sie strichen aus den Achzehngebei jene Gebete um die Heimkehr nach Erez Israel, um die Erbauung Jerusalems, um das Wiederschauen mit Zion um die Erlösung durch den Davidssohn. Sie bauten sich ein neues Jerusalem, sie errichteten sich eine neue Zionsburg und sie träumten von einer neuen Erlösung und dies alles nannten sie: Emanzipation. Es standen auf der Warte die grossen, veranlwortungsvollen, religiösen Führer des Judentums. Und sie warnten und mahnten, nicht zu weichen vom alten Wege Israels, vom Thorawege. Sie warnten und mahnten. Aber das Volk wollte aul sie nicht hören, es verlachte, verhöhnte und verspottete sie und ihre Ermahnungen. Und als sie es deutlicher aussprachen und drohten ציון שדה תהרש Euer Neuzion ist eine Illusion, da murrte das Volk über sie, und seine Rabbiner, seine Priester protestierten. So traten im Jahre 1844 zweiundzwanztg deutsche Rabbiner zu einer Rabbinerversammlung zusammen und beschlossen, eine Kommission einzusetzen um zu beraten, wie z. B תקיעת שושר das Schofarblasen ansprechender, das ästhejische Gefühl weniger beleidigend, ein« STRENG RITUELLES PENSIONAT und ERHOLUNGSHEIM in SPISSKANOVOVESKO- KÜPELE (1GLÖFÜRED)■ Klimat. Höhenlufrkurort und Wasserheilanstalt, liegt im »Slovak. Paradies«, der Perle der Tatragegend, fabelhaft schöne Lage, von herrlichen Fichtenwäldern umgeben. Freibäder, Sport jeder Art. Volle Pension zu mässigen Preisen. Ia. Küche: כשר אפילו לנפש היסה כישראל Referenzen beim ehrw. Oberrabb. Kezmarok ההנה״צ אבדק״ק ק״ט שליט׳יא Verlanget Prospekt bei: A. LENCZ, 8—10 Kezmarok. Telephon 61. gerichtet werden könne. Diese weltklugen, jüdischen Abbe's wollten diese schlichten, geraden, gebrochenen und schwellenden Töne des alten G-ttesignales, mit dem G־tt unsere Väter und Mütter einst um Sinai versammelte, um ihnen seine Thora anzuvertrauen und die ihnen sehr unangenehm klang, abschaffen. Aber die Vergeh tung Hess nicht auf sich warten. Und so wie es die grossen religiösen Führer prophezeit, so war es gekommen. Jene Kommission und ihre Beschlüsse sind längst den Weg aller dieser Rabbinerver- Sammlungen gegangen und auch die Urheber jenes Antrages ruhen längst im Grabe, aber der Schofar tönt fort und entsetzt über die Lage der deutschen Judenheit, die die Vernichtung und Erniedrigung einer kulturell hochstehenden und schöpferischen Gemeinschaft bedeute^ entringt sich unseren Lippen das Wort von Jeremias: Denn die Schofarstimme vernimmt meine Seele, die Posaune des Krieges, Krieg gegen Israel. Aus allen Windrichtungen der Welt wird Israel verfolgt und auf den Landstrassen kann mann immer wieder Exulanten, flüchtige Emigranten, finden. Gebrochen und zerbrochen steht das jüdische Volk da. Und verzweifelt entringt sich unseren Lippen die bange Frage עד מתי אראה נם? אשמעה קול שופר? Wie lange noch, wie lange noch werde ich die Schofarstimme hören? Es ist uns, als würden wir im Klagen der jüdischen Menschheit wieder das Weinen unserer Stammutter vernehmen. Es ist uns, als müsste sich unsere Ahnfrau, unsere Erzmutter Rachel, wieder aus der Ruhe ihres Grabes erhoben haben und vor G-tt zu klagen, zu weinen. Zur Ramah ertönt eine Stimme, die Stimme Rachels, die um ihre Kinder weint. Aber wir, deren Väter und Lehrer warnt und gemahnt haben, wir, deren Väter alles vorausgeschaut und vorausgesagt haben, wir, die schmerzenden Herzens die Erfüllung der Voraussagungen unserer Väter und Lehrer miterleben mussten, wir rufen unseren unglücklichen Brüdern zu 'כי גדול היום ההוא מאין כמהו יכו V!!ומכנה יושע Ist’s auch ein furchtbarer Tag sondergleichen, ist auch eine Zeit der Not für Jakob angebrochen, gerade aus dieser Not heraus keimt die Befreiung, ersteht die Erlösung kommt die Rettung* Und im Brausen des Sturmes wider Israel vernehmen wir die Stimme der ewigen G-itheit, das Brausen des ewigen G-ttes, der dem jüd, Volke seinen Weg weist durch die Völkergeschichte, um am Ende erlöst zu werden. Denn es gibt wohl kaum ein zweites Volk, dessen Untergang und Vernichtung von manchen und vielen Völkern herbeigewünscht wurde, wie die Israels. Aber es gibt kaum ein zweites Volk, das gerade infolge seiner manigfachen Leiden und Verfolgungen so erstärkte wie Israel. Die Leiden und Unterdrückungen, denen des jüdische Volk in der letzten Zeit ausgesetzt war, werden es stark und standhaft machen, werden ihm seinen alten Glauben aufs neue erwecken, die Liebe zu seiner Religion und seinem Volke. Sein Fall ist seine Erhebung, sein Sinken ist seine Emporstieg. Und wir rufen heute aus: אל תשכהי אויבתי לי triumphiere nicht, o Feind, über mich, denn durch meinen Fall erhebe ich mich erst recht und wenn ich im Finsteren sitze, ist G-tt mit mir, wie es der Prophet sagt. In tausenden Städten, Dörfern und Flecken, in allen Teilen der Welt setzen sich morgen jüd. Menschen zur Erde u. weinen um den altneuen Churban. Tausendfach erklingt der Ruf אלי ציון ועריה כמו אשה בציריה! Das Leid Israels im Golus gleicht dem des Weibes in seinen Wehen. So wie aus, dessen Schmerzen neues Leben frisches Glück keim1, so wird auch Jisroel aus seinem Leid neugestärkt wiederhergestellt hervorgehen. Und aus unserer Brust steigt das Gebet zu Haschern empor: Möge noch in unseren Tagen die Wiederlösung Israels, die Wiederher- Stellung seines Landes u. die Wiedererrichtung seines Bes-Hamikdosch Wirkiichkeit u. das G-tteswort Erfüllung werden!רהם ארהמנו נאום ה׳ (Ende) NACHRICHTEN KALENDER. 'פרשת דכרים שבת חזון הסט׳ הזון ישעי שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 7.25 Schabbos-Ausgang 8,40 Sonntag 18. Juli תשעה ב^ג נדהה תענית SSSSSSS8 פרשת ואתחנן ש' נהמו יוצר הפט' נהמו פרק ג׳ שבת Lichtzünden (in Dun. Streda) 7,15 Schabbos-Ausgang 8.30 PIESTANY. Kommenden Mittwoch 'ד לסרר נהמו wird hier die Hochzeit des Herrn Zwi Grünhut aus Bratislava mit der Tochter Sr. Ehrw. des Topolcaner Oberrabbi• ners stattfinden. Vermählungsanzeige: Die Vermählung des Herrn H. L. Friedrich, Sohn des seligen Humenneer Oberrabbiners 1צ׳ ל mit FrL Lea Jungreis Tochter des Füleker Oberrabbiners Jungreis, findet am 27. Juli d. J. in Filakovo statt. DUNAJSKA STREDA. Freitag ראש הדש $כ verstarb hier der sich im Ruhestand befindende gewesene Sekretär der hiesigen Kultusgemeinde, Herr Alexander Ehrenfeld ע״ ה, nach einer längeren Krankheit im Alter von 81 Jahren, Der Niftar bekleidete das wichtige und verantwortungsvolle Amt der Kultusgemeinde 40 Jahre hindurch mit einer präzisen Gewissenhaftigkeit, wodurch er sich die allgemeine Achtung und Anerkennung derKultusgemeindemitglieder erwarb* Bei seiner Sonntag, גי אב, nachmittags stattgehabten Lewaja sprach Rabbiner A. Katz tiefgefühlte Worte der Trauer und Würdigung. תנצכ׳ה CflUI,