Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 26 (15.7.1937)
- Date
- 1937-07-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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»Der Jüdische Herold« 3 Aufruf des Rabbimschen Rates, der Agudas Jisroel-Weltorganisation zur Kenessio Gedeulo. Die Exekutive der Agudas Jisroel-Weltorganisation verständigte uns über ihren Beschluss, die III. Kenessio Se׳־ deulo nach marienbad für den kommenden Eilul-Monat (11. 16.) einzuberufen. Mit ihr gemeinsam rufen wir die Glaubenstreue des jüdischen Volkes zur Teilnahme an diesem bedeutungsvollen Kongresse auf, bei welchem über alle aktuellen Probleme beraten werden soll. Überaus furchtbar ist die Lage unseres Volkes in unserer Zeit. Jedes fühlende Herz empfindet und kennt die blutenden Herzenswunden des jüdischen Volkes, das materiell und geistig geschlagen ist von Aussen und von Innen ״ מהוץ הש:$ הרב ומהדרים זאייהVon Aussen verheert das Schwert und von Innen die Furcht“. Viele und böse Leiden trafen uns, Mühsale und Verhängnisse, die an die Seele greifen. Und grösser als die physische Zerstörung im Volke, ist die geistige am Judentume. Wir sind seit je an Le.den und Versuchungen gewöhnt und die Ewigkeitskraft des jüdischen Volkes trügt nicht! Das jüdische Volk lebt trotz der furchbaren Verfolgungen und der Katastrophen, die in jedem Zeitalter über es hereingebrochen sind. Jedoch, jedes Unglück hat einen Antrieb gegeben, zu einem moralischen und geistigen Aufstieg und unser Volk wurde im Schmelztiegel des Elends geläutert, aus dem es in seiner ganzen Reinheit und seinem vollen moralischen Glanze hervorging. Deshalb können wir uns auch in unseren Tagen trotz der Missstände dem Tröste und der guten Hoffnung hingeben, dass "״ ״מעז 'צא מתוקaus dem Festen Süssigkeit fliessen wird.“ Darum ist es von überaus grosser Bedeutung, dass alle diejenigen, die auf der Basis der Thora und des Glaubens stehen, die es erkennen, dass ״nur durch die Einhaltung der Thora und der g-ttlichen Gebote unser Volk zu einem Volke macht“, und die schon während des 25jährigen Bestandes der Agudas Jisroel ihre Leistungen und guten Taten an den Tag gelegt haben, sich versammeln sollen, um Ratschläge zu fassen für das Wohl unserer benachteiligten und bedrängten Brüder, wo immer sie sich befinden mögen. Viileicht gelingt e , den bösen Strömungen der Zeit einen Damm entgegerzu^etzen. Ermuntert Euch, die grossen Elänner 3isroels und die Delegierten der Kenessio und suchet nach H3iimittelr1 für die Schü־ den an dem ®־ttesaltare und für die hinderung der so schlechten üage unseres Volkes, wie auch für seine erheblidten seelischen beiden! Suchet nach mitteln für die Festigung der uom traditionel״ len Geiste getragenen Tnora״ und Erziehungsanstalten, die diegrund» lagen des jüdischen Volksgebäudes bilden für die Stärkung des gesetzestreuen 3ischuw und des glaubensreinen Erziehungswesens des Heiligen handes und die Sicherung und Förderung der 5chab־ bosruhe und der Jüdischen Familienreinheit. Möge doch von dieser grossen Zusammenkunft eine aufrichtende Kraft ausgehen zur allgemeinen Erweckkung eines starken Vertrauens auf den Hort und Erlöser Jisroels und des tiefen Glaubens auf G-tt und seine Lehre. G-tt möge den Versammelten den richtigen Rat schenken, damit ihre guten Absichten in fruchtbringende Taten sich verrwandeln. Der G-tt J־sroels möge den Aufschrei und das Seufzen seines Volkes anhören und Vernunft in die Herzen der Irrenden pflanzen, auf das sie mit ganzem Herzen zu Ihm zurückfinden u. sich das Herz der Kinder zu ihren Vätern in Treue wieder hinwende, damit ihnen Heilung erblühe. Dies ist der Herzenswunsch der auf die Hilfe G־ttes Hoffenden: משה מנהי׳ר שלום ־ושף זצ״ל מבאכיאן כעת בקראקא. מרדכי שלום יוסף כמוהר״ר אהח משדיגורה כמת בק״ק סרימישלה. מלחם מעידיל האנער באויבמרווישא. מאיר הכהן אבד״ק מאלקטאוו וגלילות בווארשא. מלחה זעמבא (ווארשא־פראגא). מרדכי ראטניעלבערג אבד״ק אלטווערפען. כסום מרדכי פרידמאן מנושארנוקאוו (וויעז). עדיאל בן מהור״ר אלי׳ הכהן מולק בברלין. הק׳ פקיבא סופר בה״ג מהרשב״ס זציק״ל אבדק״ק פרעסבורג. יק׳ שמואל דוד הלוי אולגאר אבדק״ק ניינורא. שמעון יהודא שקאס (גראדלא). סייס טיזר גרוחלסקי ווילנא. סייס מאיר האגער מגרדה ווערדיין. יהודא לייב צירלסאהן אבד״ק דק׳ קעשגוב ורב הבולל דמדילית בסיביא. ייסף צבי דושינסקי ירושלים עיה״ק תובב״א. סק׳ יחזקאל הלוי בלאאמו״ר זצ״ל זי״ע מאסטראויצא. יוסף כהלמאן פירש (ליטא)• יעקב י׳ח־ דן בהה״ק זצלס״ה ד״ע מסטריקוב. יעסב מאיי בידערמאן (ווארשיא). הק׳ יצסק זעליג מקאצק ראב״ד סאקליב. (Sokolover Rebbe) יצחק כלאך טלז (ליטא). שעי׳ פירסט אבד״ק שיפשיל וויען תע״א שי חל יצחק בהרה״ק זצלה־יה זי׳ט החוב״ק סקערנעווין וגאים אירהה מרדכי אלט־(גור.) (Gerer Rebbe) אברהם יעקב במהור״ר יש־ אל מסאדיגורא (וויען). הק׳ אברהם יצחק קליין (לירלבמרי). אהרן לעורן א־ד״ק רישא. אהרן קטלר י״ב דקלצק. אהי־ן באקשט שאויל ליטא). אלחלן בולם ווסרמן מבראלאורטש. אליעזעי־ האגער מו־יזליץ. ברוך דוב לייבאמיץ מקאמיע־מן. דוד במעי־ אבד״ק אזארקאוו. זלמן סאיאטשקין אב״ד דלוצקאי הק׳ חיים אשר בהרכצה״ק זצלה״ה זי״ע ראדאש־ן. חיים ־עקב ארי׳ בהרה״ק זצל״ה מלאמח לין ילכד להרה״ק מרחדזימין ׳צלה״ה Die Schmitto -Aktion. ״Wieder eine Aktion“, wird so maneher biedere Baal Habajis unter ungehalte - nem Achselzucken, klagend äussern, wenn er in den kommenden Tagen den Aufruf zur Schmitto-Aktion an den Eingängen der jüdischen Bethäuser lesen wird. Ja, wieder eine Aktion! G-tt verhüte es, dass es mehr keine jüdischen Aktionen geben sollte. Denn gerade dieses häufige aufeinanderfoigen von jüdischen Aktionen zeigt, dass das Judentum in voller, lebendiger Lebensfunktionen begriffen ist, die nach Aufbau und Erhaltung schreit. Und diejenigen, denen die Gelegenheit geboten wird, Mitarbeiter an dem ewigen, weil g ttgewollten, jüdischen Bau durch aktive moralische und finanzielle Fö derung desselben zu werden, haben in d-.r Tat keinen Anlass, darüber, wie über eine ungerechte Belastung, Klage zu führen. Glücklich sollten sie sich vielmehr schätzen, einen Beitrag liefern zu können, für die Erhaltung und Förderung des G-ttgefälligen auf Erden. Die Mühe, unter welcher der M nsch die Münze erwirbt, bildet im allgemeinen die Ursache seiner Verbundenheit mit derselben. Er will in ihrer Verwendung für Zwecke seiner eigenen Annehmlichkeit, Entschädigung für seiner Hände Piage und seines Geistes Mühe finden, ln seiner egoistischen Gebundenheit vermag er sich über dieses spiesbürgerliche Gefühl nur schwer zu dem idealen und wahren Gedanken zu erheben, dass gerade die wohltätike Verwendung des — wenn auch schwer erworbene — Geldes im Dienste der gesellschaftlichen materiellen oder geistigen Wohlfahrt die wertwollste G״nugtuung für die tiermässig begehrende Erwerbsmühe des Menschen bieten kann. Die wohltätige Verwendung verwandelt den vergänglichen Wert der Münze in einen die Zukunft bauenden und in aller Ewigkeit fortwirkenden. Die staubgebu idene Er-werbstätigkeit, durch welche der Mansch die Münze ergattert, erhält durch sie äthisehe Weihe und höheren menschlichen Zw. ck. Die Schweissperlen, die die Erw-.rbsarbeit auf die Stirn des M •nschen treibt, fallen durch die Wohltat gleichsam als belebende Tautropfen auf d n Acker der Menscheitszukunft nieder . . Und deshalb : ״Wieder eine Aktion!“ Diesmal die Schmitto-Aktion! Welches warmfühlende gläubige jüdische H rz erschauert nicht freudig, wenn das Ohr die Kunde vernimmt, dass in unserem heiligen Lande ein grosser Kreis jüdischen Menschen in opferbereiter G ttestreue sich anschickt im kommenden Jahre — 5698 — die von der Thora für Feld und Weingarten vorgeschriebene Schmitto- Ruhe einzuha.ten. Ist es ja gerade die Mizvo der Schmitto, wegen deren Vernachlässigung G-tt durch Mosche in der die Leidenszukunft des jüdischen Volkes enthüllenden ״Teuchocho“ Vertreibung aus dem Lande androht. ״Dann wird der Boden des Landes Sühne erhalten für die vernachlässigten Sabbate, alle Tage ihrer Verödung“, ruft die g-ttliche Stimme drohend in der ״Strafrede“. In unseren Tagen ermöglichte es nun die g-ttliche Vorsehung dass sich jüdische Menschen in grossen Massen auf der heiligen Scholle unseres Landes ansiedeln können. Unser Volk wurde dadurch vor eine neue Versuchu,1g gestel ♦. Wird es, wieder im Lande der g-ttlichen Herrlichkeit wohnend, den mit seinem geheiligten Boden verbundenen Pflichten eingedenk sein? Verharrt es nicht mehr in’ seiner alten Pflichtvergessenheit Y Wird es nicht mehr foitfah'en das heilige Gut zu veruntreuen, das ich ihm zur gewisser.haften Betreuung im Sinne d׳ r Thoragesetze überantwortet habe, nicht fortfahren, den g-ttgeweihten Boden Erez Jisro>:ls durch G setzesübertretungen za en:w ihen? Hat die so lange währende Erziehung in der Leidensschule des G-jlus schon ausgereicht, um ihm die gesetzmässige Lebensführung im ״Palante des Weltenkönigs“ anzuerziehen? Ist es schon seiner endgültigen Heimkehr, seiner Erlösung würdig? Dies sind die prüfenden Fragen, die die g-tti che Vorsehung a i das jüd sche Volk stellt, indem sie die wirt-